Globuli von C bis C

China officinalis Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Als Chinarinde (China officinalis, Chin.) findet die Rinde des Cinchona-Baumes(Chinarindenbaum) in der Homöopathie sowie in der Schulmedizin Anwendung. Der Baum wächst, anders als der Name vermuten lässt, nicht in China, sondern in den östlichen Anden Südamerikas auf über 2000 Metern Höhe. Die Rinde ist besonders wegen ihres hohen Gehaltes an Chinin, einem sehr vielseitig einsetzbaren Wirkstoff, gefragt und wird schon seit Jahrhunderten unter anderem zur Senkung von Fieber und zur Behandlung der Malaria verwendet. [3]

Die Anwendungsmöglichkeiten in der Homöopathie sind deutlich weiter gestreut. Sie wird häufig von Menschen eingenommen, die durch Krankheit und hohen Flüssigkeitsverlust stark geschwächt sind [2,4,6].

Zentrale Anwendungsgebiete sind Kopfschmerzen, extreme Erschöpfung, Fieber, Blähungen, Durchfall sowie die Behandlung von Schwäche [4,6].

China kann in in den Potenzen D6 bis D12 [6] auch zur homöopathischen Selbstbehandlung eingesetzt werden und ist für alle Altersgruppen (einschließlich Säuglingen) verwendbar. Nichtsdestotrotz sollte die Gabe von China officinalis mit Bedacht, in der richtigen Dosierung und nur nach Indikation erfolgen.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: In der Homöopathie wird China im Besonderen bei PatientInnen mit schwerenErschöpfungszuständen und körperlichem Kräfteverfall verwendet. Diese haben ihre Ursache meist in langer Krankheit oder hohem Verlust von Körperflüssigkeit[2][4][6]. Darunter können alle Körperflüssigkeiten, wie Blut, Milch, Sekret (wie Schweiß) oder Eiter fallen.[6]

Zentrale Symptome zum Einsatz sind deswegen Asthenie (Kraftlosigkeit) und Anämie (Blutarmut).

In diesen Fällen kann China officinalis unter anderem Einsatz finden:

  • Ein besonders hoher Flüssigkeitsverlust tritt bei Durchfallerkrankungen(Diarrhoe) oder Erbrechen auf. China wird hier als gutes Therapeutikum angesehen.[4][6]
  • Zu körperlichem Kräfteverlust kann es aber auch nach langer Krankheit, großen Operationen oder nach Geburt kommen. China wird hier oft zur Unterstützung der Erholung (Rekonvaleszenz) im Anschluss gegeben.[4]
  • Verdauungsprobleme, Durchfall und Blähungen stellen einen weiteren großen Anwendungsbereich. Insbesondere, wenn sie durchNahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien ausgelöst wurden.[4]
  • Auch anderweitige Probleme des Verdauungstraktes, wie Darmentzündungen oder Appetitlosigkeit sind zuweilen eine Indikation für China.[6]
  • Im Zusammenhang mit Entzündungen wird China officinalis ebenfalls eine lindernde Wirkung bei rheumatischen Beschwerden, also einer Entgleisung des körpereigenen Immunsystems nachgesagt.[6]
  • Zuletzt wird auch in der Homöopathie die, den Ureinwohnern Südamerikas seit Jahrhunderten bekannte, fiebersenkende Wirkung der Chinarinde geschätzt.[3][4]
  • Es kann zur Linderung von Menstruationsbeschwerden (zu starke Blutungen) beitragen.[4]

Wo wirkt es?: Dementsprechend wirkt China officinalis auch auf eine ganze Reihe von Organsystemen. Neben dem Blut, der Leber, dem Herzen, der Milz und der Gebärmutter (Uterus), spielt die Wirkung auf den Darm und des restlichen Verdauungstrakt eine wichtige Rolle. Nicht zu letzt soll China auch auf das Nervensystem wirken und so beispielsweise Kopfschmerzen positiv beeinflussen können.

In welchem Alter?: Im Gegensatz zu vielen anderen Mitteln, kann China officinalis bei allen Altersgruppen Anwendung finden. Ein spezifische Anwendung ist sogar die Behandlung der Säuglingsgelbsucht (Ikterus neonatorum)[4], die entsteht, wenn die fötalen roten Blutkörperchen zu reifen roten Blutkörperchen mit einem andern roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) umgebaut werden. Dies muss aber immer sehr aufmerksam durch einen Kinderarzt begleitet werden.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

PatientInnen klagen oft über starke Erschöpfung, Kraftverlust, Müdigkeit und erhöhte Reizbarkeit. Sie sind überempfindlich gegen Schmerzen und Sinnesempfindungen, wie Berührungen, helles Licht, Lärm oder Gerüche.[6][7]

Wie bereits beschrieben, liegt ursächlich oft ein hoher Flüssigkeitsverlust oder eine kräftezehrende Erkrankung vor. Die Betroffenen leiden unter Dehydrierung (Wassermangel), starkem Schwitzen, Durchfall oder Blutverlust (zum Bespiel auch durch die Regelblutung). Oft treten auch Darmbeschwerden und Kopfschmerzen als Symptome hinzu.[6][7]

Verbesserung: Verbesserung (amel.) der Beschwerden wird häufig durch Wärme oder festen Druck und durch Schlaf erreicht.[6]

Verschlechterung: Eine Verschlechterung (agg.) kann bei Kälte, Nässe, Luftzug, Berührung, nach dem Essen oder nachts auftreten.[6]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Nicht selten werden die charakteristischen Hauptbeschwerden von einer Reihe hintergründiger Symptome begleitet.

Neben den körperlichen Symptome leidet der Patient häufig auch unter negativen Gedanken, Stimmungsschwankungen, depressiven Verstimmungen bis hin zu Angstzuständen (Phobien) und Schlaflosigkeit. [7]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient verspürt Kopfschmerzen, die von der Haarwurzel auszugehen scheinen und ist sehr empfindlich auf Berührungen an Kopf und Gesicht. Zudem ist eine ausgeprägte Empfindlichkeit auf Licht und laute Geräusche zu nennen.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

China-PatientInnen haben ein eingefallenes, gelbliches Gesicht und um die Augen sind tiefe Schatten zu sehen. Zusätzlich können noch Sehstörungen, Ohrensausen (Tinnitus) und Schwindel auftreten. [6]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auch Herz und Lunge sind von der allgemeinen Schwäche betroffen. Dies kann sich in erhöhter Atemanstrengung oder Herzklopfen widerspiegeln. [7]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Vordergrund stehen meist die Beschwerden des Verdauungstraktes. Es kann zu Erbrechen und Übelkeit kommen und die betroffene Person hat eine auffällig dick, weißlich belegte Zunge. Durch das Aufstoßen von Gallensäften kommt es manchmal zu einem bitteren Geschmack im Mund.

Sehr zentrale Symptome bei Betroffenen, bei denen eine Behandlung mit China officinalis erwägt wird, sind Appetitlosigkeit, Durchfall, ein Rumoren im Bauch und übel riechende Blähungen. Besonders die Durchfälle schwächen die PatientInnen beträchtlich. Dies wird des Öfteren von Bauchkrämpfen nach dem Essen und einer besonderen Empfindlichkeit gegenüber Milch, Tee oder Obstbegleitet. Die Verdauungsbeschwerden werden aus diesem Grunde auch auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten zurückgeführt und können nicht selten mit bestimmten Nahrungsmitteln assoziiert werden. [4,6,7] Es tritt ein schnell zunehmender, starker Stuhldrang auf und der Stuhl ist dünnflüssig von gelblicher Farbe und weist unverdaute Nahrungsbestandteile auf. Paradoxerweise wird aber auch von einem unstillbaren Heißhunger auf Süßes berichtet. [6]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auch im Genitaltrakt können Beschwerden auftreten. Männer neigen zu häufigen, schmerzhaften Samenergüssen (Ejakulationen), die sie sehr schwächen. Frauen berichten von Menstruationsbeschwerden mit übermäßig starken Regel- und Schmierblutungen. [7]

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Des Weiteren sind auch Arme und Beine von der Schwäche betroffen. Die Bewegungen fallen schwer, sind kraftraubend und zuweilen auch von Schmerzen begleitet. Diese treten aber besonders bei jeglicher Art von Berührung auf. Hände und Füße zittern und fühlen sich manchmal kalt und taub an. [7]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

PatientInnen erzählen von Symptomen wie übermäßigem Schwitzen und erhöhter Temperatur bis hin zu Fieber. Dieses tritt dabei in periodischen Wellen auf. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass das charakteristische Krankheitsbild für China die Malaria ist. Allerdings sollte bei tatsächlich auftretender Malaria aber unbedingt auch ein Schulmediziner mit einbezogen werden. [7]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Allgemeinen ist der Schlaf der PatientInnen wenig erholsam und viele leiden sogar unter Schlafstörungen. [7]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

In seiner Wirkkombination ist China sehr vielseitig und deswegen einzigartig. Nichtsdestotrotz existieren für einzelne Wirkkomponenten auch alternative homöopathische Mittel.

Carbo vegetabilis

Stehen beispielsweise die Verdauungsbeschwerden im Vordergrund, welche von Blähungen und chronischer Müdigkeit begleitet werden, kann auch Carbo vegetabilis (Holzkohle) in Betracht gezogen werden. Diese hilft besonders bei dünnflüssigen Stühlen und Durchfall.[5]

Arsenicum album

Für entkräftete PatientInnen, bei denen sich eine allgemeine Schwäche zeigt, welche meist durch Krankheiten wie Durchfall oder Erbrechen ausgelöst wurde, und die dementsprechend ebenfalls unter Magen-Darm-Beschwerden leiden, kann Arsenicum album das Mittel der Wahl sein. Besonders sehr ordentliche Menschen, mit Hang zum Perfektionismus, können hiervon profitieren. Die Durchfälle sind allerdings im Gegensatz zu China-PatientInnen häufig sehr stark und durch verdorbene Lebensmittel verursacht.[5]

Kalium phosphoricum

Unterschieden werden sollte auch körperliche Erschöpfung von geistiger Erschöpfung. Bei Überarbeitung und Stress kann es zu „Nervenzusammenbrüchen“ im Sinne eines Burn-outs kommen. Betroffene sind oft lethargisch, depressiv verstimmt, unruhig und vergesslich. Hier kann die Anwendung von Kalium phosphoricum erwägt werden. Des Öfteren wirken sich solche geistigen Erschöpfungszustände auch auf körperliche Funktionen aus und verursachen handfeste Symptome. Sogenannte psychosomatische Störungen könnten beispielsweise mit Ambra oder Kalium phosphoricum behandelt werden.[5] Hier steht aber keine körperliche Störung im Vordergrund und eine Änderung des Lebensstils ist oft der hilfreichste Schritt.

Hintergrundinformationen

Botanisch gesehen ist China officinalis die Rinde des Cinchona-Baumes, einem etwa 15-30 Meter hohen Baum, der zur Familie der Rubiaceae, der Rotgewächse gehört. Den Namen verdient er sich aufgrund seiner rötlich bis gelblich gefärbten Rinde. Die Gewächse sind im östlichen Südamerika, besonders in Peru, im Regenwald der Anden auf circa 2000-2500 Metern heimisch. Dort werden sie von den Ureinwohnern seit Jahrhunderten zu medizinischen Zwecken, wie der Senkung von Fieber genutzt. Doch seit auch die moderne Medizin die Effekte des Wirkstoffes Chinin entdeckt hat, werden die Pflanzen auch auf Plantagen in Indien, Sri Lanka oder Indonesien angebaut.[3]

Chinin ist ein Alkaloid, das in hohen Konzentrationen (bis zu 11%) in der Rinde des Baumes vorkommt und zahlreiche Wirkungen als Arzneimittel besitzt. Es hilft bei Verdauungsbeschwerden, wirkt abtötend auf Parasiten (Schizonten, eine Form der Plasmodien den Erregern der Malaria) und wird so zur Bekämpfung der Malaria tropica eingesetzt. Schlussendlich ist es ein bekanntes Antipyretikum, also ein Mittel zur Senkung von Fieber.[1]

In den meisten Ländern ist es aber ausschließlich zur Behandlung der Malaria tropica zugelassen, da es auch schwerwiegende Nebenwirkungen, unter anderem Veränderungen im Blutbild, aufweist. Deswegen sollte auf eine Einnahme in der Schwangerschaft verzichtet werden. Chinin ist wie eigentlich jeder Stoff in Abhängigkeit von seiner Dosis giftig. Die tödliche Dosis liegt bei etwa acht bis zehn Gramm.[1] Eine Menge, die in der Homöopathie keine Rolle spielt.

Die Verabreichung erfolgt oral, also über den Mund. Ist der Stoff im Blut angekommen entfaltet er nach ein bis drei Stunden seine Wirkung und wird daraufhin größtenteils von der Leber verstoffwechselt.[1]

Verwendung finden in der Homöopathie, aber auch in der Schulmedizin, die Rinde von älteren Zweigen und des Stammes. Die Rinde wird immer nur teilweise entfernt, sodass der Baum weiter wachsen kann. Sie enthält neben Chinin noch über dreißig weitere Alkaloide, unter ihnen Cinchonin und Chinidin. Der Begriff Alkaloid beschreibt dabei lediglich einen basischen Stoff tierischen oder pflanzlichen Ursprungs, der eine Wirkung auf den menschlichen Organismus besitzt. Sie Zeichen sich meist durch ihren bitteren Geschmack und Toxizität (Giftigkeit) aus.

China officinalis ist, wenn man es so sehen möchte, der älteste Wirkstoff der Homöopathie. Als Samuel Hahnemann (der Begründer der Homöopathie) in den 1790er Jahren die Arzneimittellehre des Schotten William Cullen übersetzte, hatte er Zweifel an der dort vom Autor beschrieben Wirkungsweise des Chinins (Cullen sagte ihm eine Magensaft stärkende Wirkung nach). Um diese Ansicht zu untermauern starte er einen Selbstversuch. Die Einnahme von Chinarinde löste bei ihm Symptome aus, die denen einer Malaria sehr ähnlich waren. Er postulierte, dass die Wirksamkeit von Chinin gegen Malaria darauf beruhe, dass es in etwa die gleichen Symptome beim Menschen verursache. Dies war die Geburtsstunde der Homöopathie.[2]