Globuli von C bis C

Chloralum hydratum Globuli

© panthermedia.net / Vinod Kumar Pillai

Die chemische Verbindung von Chloral, einer ätzenden Substanz, und Wasser ergibt Chloralhydrat (Cl3CCH(OH)2). Bereits im 19. Jahrhundert wurde Chloralhydrat erstmals synthetisiert und als Schlafmittel(Narkotikum) gebraucht. Da die Einnahme extrem abhängig bzw. süchtig macht, wird es heute nur noch selten zu medizinischen Zwecken verwendet, ist aber als verschreibungspflichtiges Medikament gegen Schlafstörungen und Krampfanfälle im Kindesalter noch immer auf dem Markt erhältlich.[1][2] In der Homöopathie gilt das aus Chloralhydrat hergestellte Einzelmittel Chloralum hydratum als Mittel gegen Nesselsucht, Muskelschwäche, Halluzinationen und Nachtängste bei Kindern.[3][4]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Chloralum hydratum passt zu Patienten, die unterHalluzinationen leiden. Kinder, die Anzeichen von Pavor nocturnus aufweisen, können mit diesem Einzelmittel therapiert werden. Pavor nocturnus bezeichnet ein angstbedingtes Hochfahren aus dem Schlaf, das häufig mit Schlafwandeln einhergeht und am nächsten Morgen meist nicht erinnerlich ist.[5] Das Herz der Chloralum-Patienten ist häufig vergrößert oder geschwächt. Charakteristisch für das Mittel ist ein Völlegefühl in der Brust mit Druck auf den Lungen und einem flauen Gefühl im Magen. Auch dieErschöpfung der Muskeln kann mit Chloralum hydratum behandelt werden. Das Einzelmittel findet außerdem Anwendung bei hartnäckigen Formen der Chorea. Die Chorea ist ein Symptom verschiedener neurologischer Erkrankungen, bei der der Patient schnelle, unwillkürliche und komplexe Bewegungen des Gesichts, Kopfes, der Arme, der Beine, des Rumpfes oder des Halses ausführt. Darüber hinaus ist Chloralum hydratum eine Arznei gegen Nesselsucht (Urtikaria), eine Hauterkrankung, die sich durch Jucken und rote Pusteln äußert und überall am Körper auftreten kann.[3][4][6]

Wo wirkt es?: Chloralum hydratum wirkt vor allem auf das Gehirn und dieNerven, aber auch auf die Muskulatur, den Kopf, dieAugen, das Herz, den Schlaf, das Gemüt, die Atemwegeund die Haut.[3][4]

In welchem Alter?: Wenn die Symptome passen, kann Chloralum hydratum injedem Lebensalter, bei Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen angewendet werden. Einige Indikationen des Mittels, wie beispielsweise Pavor nocturnus, treten aberüberwiegend bei Kindern auf. Die damit einhergehende Symptomatik kann allerdings auch Erwachsene betreffen.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Das Gemüt des Patienten ist aufgewühlt und erregt; er leidet unter (optischen) Halluzinationen, also Wahrnehmungen, denen kein objektiver Reiz zugrunde liegt.
  • Der Patient leidet unter Pavor nocturnus. Er wacht nachts angsterfüllt mit Schreien auf, ist orientierungslos, schläft dann wieder ein und kann sich am nächsten Morgen in der Regel an nichts erinnern.
  • Das Herz des Patienten ist vergrößert oder geschwächt.
  • Der Patient klagt über ein Völlegefühl in der Brust, das mit Druck auf den Lungen und einem Flauheitsgefühl im Magen einhergeht.
  • Die Muskulatur des Patienten ist erschöpft und geschwächt.
  • Der Patient leidet langfristig unter Chorea, also unwillkürlichen, raschen und komplexen Bewegungen der Extremitäten, des Halses, des Kopfes, des Rumpfes oder des Gesichts.
  • Der Patient leidet unter Nesselsucht, einer juckenden Hauterkrankung, die mit Rötungen, Pusteln und Papeln einhergeht und am ganzen Körper auftreten kann.

Verbesserung: Die Symptome des Patienten bessern sich im Freien und durch Luftzufächeln.

Verschlechterung: Der Zustand des Patienten verschlechtert sich durch Alkohol und andere Rauschmittel, nachts, durch körperliche Anstrengung, im Liegen und durch heiße Getränke.[3][4][5]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Chloralum hydratum passt sowohl zu melancholischen, wie auch zu manischen Patienten, sowie zu Patienten, die unter einer (angeborenen), mittelschweren geistigen Schwäche (Imbezibilität) leiden. Es kann bei Patienten mitHalluzinationen angewendet werden, die unruhig auf und ab laufen, Selbstgespräche führen und mit imaginären Wesen sprechen. Diese Patienten leiden häufig unterStimmenhören und den damit einhergehenden psychischen Beeinträchtigungen.[3]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient klagt über das Gefühl eines heißen Bandes, das sich quer über die Stirn von Schläfe zu Schläfe erstreckt. Morgens tritt häufig Kopfweh auf, das meist in der Stirn, manchmal aber auch im Hinterkopf lokalisiert werden kann. Die Kopfschmerzen des Patienten verbessern sich im Freien und werden durch Bewegung verschlimmert. Chloralum hydratum passt besonders zu Kopfschmerzen, die durch eine zu starke Durchblutung des Gehirns aufgrund einer Gefäßverengung mit Einschränkung des Blutflusses zustande kommt (passive Hyperämie).[3][4]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht des Patienten ist wie zugeschwollen. Vor allem die Augenlider sind verdickt, sodass er kaum sehen kann. Gerade im Gesicht leidet er unter Nesselsucht, einem juckenden, rötlichen Ausschlag.
Zum Arzneimittelbild von Chloralum hydratum zählen außerdem eine Reihe von Augensymptomen. Die Augen des Patienten sind blutunterlaufen und wässrig. Sie tränen ständig. Dementsprechend kann Chloralum hydratum bei einer vorliegenden Bindehautentzündung (Konjunktivitis) verabreicht werden. Die Sicht des Patienten ist trübe, Augen und Lider brennen, die Augäpfel fühlen sich vergrößert an und drücken in ihren Höhlen; der Patient sieht alles weiß. Er kann die Lider kaum heben. Chloralum hydratum passt auch zu Farbenblindheit. Im Zusammenhang mit dem Gefühl des heißen Bandes, das scheinbar über die Stirn von Schläfe zu Schläfe verläuft, beschreiben einige Patienten auch die Empfindung eines brennenden Ringes um jedes Auge. Manche sehen Lichtkriese oder schwarze Flecken. Treten Halluzinationen auf, kommt es meist zu optischen Halluzinationen, die auch bei geschlossenen Augen oder in der Nacht vorkommen können.[3][4]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Charakteristisch für Chloralum hydratum ist ein Völlegefühl auf der Brust, das mit Druck auf den Lungen und einemFlauheitsgefühl im Magen einhergeht. Einige Patienten leiden unter Atemnot (Dyspnoe) im Zusammenhang mit einem Druckgefühl auf der Brust in der Gegend des Brustbeins. Dieses Symptom tritt vor allem nachts auf. Es kann auch zu asthmabedingter Schlaflosigkeit kommen oder der Empfindung einer Zusammenschnürung der unteren Brust mit Atemnot, die häufig im Zusammenhang mit einem Herzleiden steht. Liegt der Patient auf dem Rücken, atmet er durch die Nase ein und blasend durch den Mund aus.
Das Herz des Patienten ist mitunter geschwächt odervergrößert.[3][4]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Stuhl des Patienten ist hell aufgrund des Fehlens von Gallenfarbstoffen (Bilirubin). Das kann unter anderem auf eine Leber- oder Gallenerkrankung hindeuten.[3]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient uriniert in der zweiten Nachthälfte ohne Absicht in sein Bett (Enuresis). Dieses Symptom tritt vor allem bei Kindern auf, kann aber auch Erwachsenen betreffen.[3]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient führt unwillkürliche, schnelle und komplexe Bewegungen der Arme und Beine, des Halses, des Gesichts und des Rumpfes aus. Diese Symptomatik nennt manChorea. Vor allem Patienten, die erblich bedingt an der Huntington Krankheit leiden, weisen solche Beschwerden auf.[7] Chloralum hydratum passt auch zu einer Schwäche der Muskeln in allen Gliedern.[3][4]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ein charakteristisches Symptom von Chloralum hydratum ist die Nesselsucht (Urtikaria). Nesselsucht wird durch einen erhöhten Histaminspiegel aufgrund von histaminhaltigen Nahrungsmitteln, Medikamenten oder Suchtmitteln erzeugt. Die Nesselsucht äußert sich durch juckende Hautrötungen mit Papeln und Pusteln; es kann auch zu Schwellungen(Ödemen) kommen. Zu Chloralum hydratum passt die Nesselsucht, wenn sie sich nachts verschlimmert, tagsüber aber verschwindet. Sie wird durch plötzliche Kälte ausgelöst und durch Wärme gelindert. Auch nach dem Genuss von Alkohol oder heißen Getränken kann es zum Ausbruch der Nesselsucht kommen. Die roten Flecken ähneln Masern. Die Körperoberfläche des Patienten ist mitunter völlig erkaltet.[3][4][6]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Chloralum-Patienten leiden häufig unter Schlaflosigkeit(durch Übermüdung) und grauenerregenden Alpträumen. Das Einzelmittel passt zu Kindern, die nachts aus dem Schlaf hochfahren, verängstigt schreien, orientierungslos sind und schließlich wieder einschlafen, ohne sich am nächsten Morgen an die Episode zu erinnern (Pavor nocturnus). Auch Somnolenz, eine schlafähnliche Bewusstseinsstörung, aus der Patient nicht geweckt werden kann und während der er höchstens auf starke Reize (z.B. Schmerzreize) reagiert, passt zu Chloralum hydratum.[3][4]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Astacus fluviatilis

Aus dem ganzen, zu Bei gestoßenen Flußkrebs wird das homöopathische Einzelmittel Astacus fluviatilis hergestellt. Wie Chloralum hydratum bringt diese Arznei die charakteristischen Symptome des Nesselausschlageshervor. Juckende, gerötete Hautareale mit Pusteln und Papeln gehören zu den Symptomen von Astacus fluviatilis. Es wirkt außerdem auf die Leber bei Gelbsucht (Ikterus) und Hepatitis, sowie auf die Lymphknoten, die beim Astacus-fluviatilis-Patienten stark vergrößert sind. Die Arznei zählt zu den kleinen Mittel und bringt nur wenige Symptome hervor.[3]

Belladonna

Aus der in Europa, Kleinasien und Nordafrika beheimatetenTollkirsche wird das homöopathische EinzelmittelBelladonna hergestellt. Mit Chloralum hydratum teilt es zwei Charakteristika. Es passt zu Patienten, die unter optischen Halluzinationen leiden, Selbstgespräche führen und in ihrer eigenen Realität leben. Außerdem ist die Rötung der Haut (Erythem), eventuell mit Pusteln und brennenden Schmerzen ein Symptom von Belladonna. Diese Symptomatik ähnelt der mit Chloralum hydratum zu behandelnden Nesselsucht. Belladonna wirkt vor allem auf das Nervensystem. Es ruft, Erregungen, Sinnestäuschungen, Zuckungen und Schmerzen hervor.[3][4]

Hintergrundinformationen

Der Chemiker Justus Liebig synthetisierte 1832 erstmals Chloralhydrat. 1864 wurde es durch den Mediziner Oskar Liebreich als Schlaf- und Betäubungsmittel entdeckt. Weitere historische Anwendungsgebiete des medizinischen Wirkstoffs waren Keuchhusten, Nervenschmerzen(Neuralgien), die Seekrankheit und der sogenannte Veitstanz, der Erkrankungen bezeichnet, zu deren Symptomen die Chorea zählt.

Chloralhydrat wird heute überwiegend als Schlafmittel für ältere Menschen verwendet. Die üblicherweise verabreichten Beruhigungsmittel, Benzodiazepine, können bei diesen Menschen sehr unterschiedliche Wirkungen hervorrufen und unangenehme Nebenwirkungen erzeugen, sodass Chloralhydrat alternativ verschrieben werden kann. Auch die gefürchteten K.O.-Tropfen können auf der Grundlage von Chloralhydrat hergestellt werden. K.O.-Tropfen gelten als Vergewaltigungsdroge. Mischt man sie dem Opfer unter das Essen oder ins Getränk, verursachen sie Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit und schließlich Bewusstlosigkeit. Das Opfer kann sich in der Regel beim Aufwachen an nichts erinnern.[8] Bekannt wurde Chloralhydrat außerdem durch die beiden James-Bond-Filme „Liebesgrüße aus Moskau“ von 1963 und „Der Hauch des Todes“ von 1987, in denen die chemische Verbindung jeweils als Betäubungsmittel in Getränke gemischt wird.[1][2]