Globuli von C bis C

Calcium phosphoricum Globuli

© panthermedia.net / Vinod Kumar Pillai

Calcium Phosphoricum ist ein homöopathisches Arzneimittel, das auch unter dem Namen Calcarea phosphorica bekannt ist.[1] Chemisch gesehen handelt es sich um Calciumhydrogenphosphat (CaHPO4), ein Salz der Phosphorsäure, das in der Natur nicht als Reinstoff vorkommt, sondern immer in Begleitung von anderen chemischen Verbindungen.[2] Früher wurde das Mineral häufig aus Hirschgeweihen gewonnen, heute wird es fast ausschließlich chemisch hergestellt.[3] Das industriell synthetisierte Calciumhydrogenphosphat findet überwiegend Anwendung in der Lebensmittelindustrie. Dort wird es als Säuerungsmittel und Lebensmittelzusatzstoff verwendet.[4] In der homöopathischen Therapie findet Calcium Phosphoricum vor allem Verwendung bei Knochen- und Zahnschmerzen, bei Knochenbrüchen, die nur langsam heilen und bei Wachstumsverzögerungen. Weiterhin findet es Verwendung bei Verdauungsproblemen und bei körperlicher Schwäche, die nach einer überstandenen Erkrankung fortbesteht.[2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Calcium Phosphoricum kann bei Patienten eingesetzt werden, bei denen Beschwerden durch geistige Arbeit hervorgerufen werden. Typischerweise werden die Patienten durch geistige Arbeit deutlich geschwächt, was beispielweise bei entsprechenden Kindern in der Schule beobachtet werden kann. Betroffene Kinder bekommen Kopfschmerzen und sind über ihre schlechte Leistungsfähigkeit verärgert.[5] In der Regel reagieren die Patienten sehr sensibel auf schlechte Nachrichten, wozu auch Streitigkeiten und ein Gefühl enttäuschter Liebe zählen. Sie reagieren häufig mit dem Wunsch, der belastenden Situation entfliehen zu wollen und haben zum Beispiel das Bedürfnis, die Wohnung umzugestalten oder zu verreisen.[1][5] Patienten, die mit Calcium Phosphoricum behandelt werden, sind oftmals unzufrieden mit sich selbst, ihrem Umfeld und ihren Mitmenschen, was in ihnen schnell den Wunsch nach neuen Herausforderungen und Kontakten aufkeimen lässt. Von ihrem Charakter her sind sie gereizt und ruhelos und dem Erscheinungsbild nach oftmals groß, aber zart und dünn. Weiterhin zeigen sie häufig ein blasses Hautkolorit und in der Pubertät oft ein zu schnelles Wachstum.[2][5]

Wo wirkt es?: Die Gabe von Calcium Phosphoricum wirkt sich bei entsprechender Indikation häufig erst einmal positiv auf das Gemüt und etwaige Knochenbeschwerden aus. Des Weiteren kann es Linderung bei chronischen Durchfällen verschaffen, die mit übel riechenden Blähungen und Erschöpfungszuständen einhergehen oder bei Kindern während des Zahndurchbruches auftreten. Kopfschmerzen oder Migräneattacken, wie sie bei Kindern und Jugendlichen durch schulische Belastung ausgelöst werden können, zählen ebenso zu den Anwendungsgebieten von Calcium Phosphoricum. Weiterhin kann es gegen Menstruationsbeschwerden bei jungen Mädchen, die mit Rückenschmerzen einhergehen und gegen Polypen (hyperplastische Rachenmandeln) bei lebhaften, sensiblen, dünnen Kindern eingesetzt werden.[2] Langsam oder schlecht zusammenwachsende Knochenverletzungen sowie langsam wachsende Nägel sind weitere Anwendungsgebiete.[2]

In welchem Alter?: Prinzipiell kann eine homöopathische Therapie mit Calcium Phosphoricum in jedem Lebensalter erfolgen. Bei Kindern stehen dabei eher Probleme mit den Zähnen und Knochen im Vordergrund sowie Erschöpfung durch schulische Anstrengungen. Bei Erwachsenen sind vor allem rheumatische Beschwerden, die mit typischen punktförmigen Schmerzen beschrieben werden und schnelle Erschöpfbarkeit führend.[3][5]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die auffallend empfindliche Reaktion auf unerwartete schlechte Nachrichten ist ein Leitsymptom des mit Calcium Phosphoricum behandelten Patienten. Sein Organismus ist nicht in der Lage, schlechte Nachrichten zu verarbeiten. Der angestaute Kummer schwächt ihn zusätzlich.[1] Physisch ist charakteristisch, dass die Widerstandskräfte gegenüber meteorologischen Einflüssen eher gering sind. Vor allem Wetterwechsel von warmen zu kalten Temperaturen, insbesondere zu kaltem, feuchtem, regnerischem und nassem Wetter, führen in Schultern, Brust und Gliedern zu rheumatischen Schmerzen.[3]

Verbesserung: Eine Verbesserung der Symptomatik wird vor allem in Zeiten von trockenem und warmem Wetter, also vorwiegend im Sommer erzielt. Aber auch das Ausruhen nach verspürter Erschöpfung verschafft Linderung. Verreisen hilft dabei, die Unzufriedenheit mit sich und dem Umfeld zu reduzieren.[1] Weiterhin verbessert ungehindertes Schwitzen die Symptomatik.[5]

Verschlechterung: Eine Verschlechterung der Beschwerden wird durch Zugluft, durch einen Wetterumschwung von warm zu kalt, zu Zeiten der Schneeschmelze und bei Kälte und Nässe im Allgemeinen beobachtet.[5] Häufig entstehen die Beschwerden erst während des Zahnens, in der Pubertät, durch geistige Anstrengung in der Schule oder durch den übermäßigen Verlust von Körperflüssigkeiten.[5] Indem an die Beschwerden gedacht wird, verschlimmern sich diese ebenfalls.[1]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Mit Calcium Phosphoricum behandelte Patienten sind in aller Regel nervös und reizbar. Charakteristisch ist eine Unzufriedenheit mit sich selbst, aber auch mit ihren Mitmenschen. Sie begehren Abwechslung, da ein monotones Leben bei ihnen zu schlechter Stimmung führt. Aus diesem Grund verreisen sie gerne oder führen gerne anderweitige Veränderungen in ihrem Leben durch. Allerdings sind diese fortwährenden Veränderungen für die Patienten sehr kräftezehrend, sodass sie im Laufe ihrer Erkrankung zunehmend Energie verlieren und mehr und mehr abstumpfen.

Die Patienten sind unruhig, was bei ihnen immer wieder Konzentrationsprobleme hervorruft. Schüler haben Probleme beim Schreiben und auch sonst werden sie durch geistige Arbeit geschwächt. Die anhaltenden Lernschwierigkeiten verursachen bei ihnen bisweilen Kopfschmerzen und eine zunehmende Gleichgültigkeit. Als Kleinkinder fallen sie durch spätes Erlernen des Sprechens auf. Die Patienten fürchten sich vor Gewitter und Dunkelheit. Sie zeigen eine eher weinerliche Stimmung, die durch den Versuch des Trostspendens noch verschlimmert wird. Sie reagieren sehr sensible auf schlechte Nachrichten und Streit innerhalb und außerhalb von Beziehungen.[1][5]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Stellen, an denen die Schädelplatten als letztes zusammenwachsen (Fontanellen), verknöchern bei betroffenen Patienten erst spät. Die Fontanellen bleiben empfindlich und sind Lokalisation für Kopfschmerzen bei Wetterveränderungen.

Die bei geistiger Anstrengung auftretenden Kopfschmerzen bedingen oftmals gleichzeitig eine Verspannung der Nackenmuskulatur und können bis in den Rücken hinunter ziehen. Die Patienten leiden häufig unter einem chronisch steifen Hals, der durch Zugluft noch verschlechtert wird. In der Regel dauert es bei den Patienten sehr lange, bis alle Zähne vollständig entwickelt sind. Außerdem sind die Zähne verstärkt anfällig für Karies. Da Beschwerden der Knochen und Gelenke bei diesen Patienten typisch sind, ist auch oft das Kiefergelenk betroffen. Bei der schmerzhaften, eingeschränkten Öffnung des Mundes knackt es im Kiefergelenk. Schmerzen beim Kauen sind nicht selten.

Häufig sind große Gaumen- (Tonsillen) und Rachenmandeln (adenoide Wucherungen, im Volksmund auch Polypen genannt). Chronischer Schnupfen ist daher keine Seltenheit. In warmen Räumen ist die Nase verstopft, in kalter Umgebung läuft die Nase. Beim Schnäuzen kommt es zu Ohrenschmerzen.[1][5]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Gesichtshaut ist blass, aber eher dunkel, genauso wie Augen und Haare. Sie neigt zu Unreinheiten und fühlt sich sowohl bei Kälte als auch bei Hitze schweißig an. Oftmals tritt ein Fremdkörpergefühl im Auge auf, auch ist häufig ein Schielen zu beobachten.[1][5]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Oft besteht ein chronischer Reizhusten, der schmerzhafte Stiche in der Lunge verursachen kann. Falls Schleim abgehustet wird, ist dieser meist gelblich. Kinder, die schwere Keuchhustenanfälle haben, reagieren sehr empfindlich auf Druck auf ihre Brust.[1][5]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Babys zeigen typischerweise eine Abneigung gegen Muttermilch, da sie diese nicht vertragen. Häufiges Erbrechen nach dem Stillen ist daher keine Seltenheit. Die Kinder können ihren Hunger nicht ausreichend stillen und nehmen aus diesem Grund nur schwer an Gewicht zu. Sie wirken häufig dünn und ausgetrocknet. Während des Zahnens kommt es vermehrt zu grünlich-schleimigen, faulig-riechenden Durchfällen, die schmerzhafte Einrisse der Analschleimhaut (Analfissur) verursachen können. Gleichzeitig sind starke, nicht weniger übelriechende Blähungen zu beobachten. Häufig verspüren die Patienten ein starkes Verlangen nach salzigen und stark gewürzten Speisen wie zum Beispiel nach geräuchertem Fleisch.[1][5]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kommt zu häufigem Harndrang durch eine gesteigerte Urinproduktion. Der Urin ist dunkel und übelriechend. In der Nierengegend kann es durch schweres Heben oder Naseschnäuzen zu Schmerzen kommen.[3]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Frauen haben ihre erste Regelblutung sehr früh. Unterleibsschmerzen, die teilweise wehenartig sein können, kommen vor. Die Monatsblutungen treten in kurzen Abständen hintereinander auf und sind eher dünn. Bei Männer kommt es beim Geschlechtsverkehr vermehrt zu Erektionsstörungen, obwohl sie im Alltag unter vermehrten Erektionen leiden.[1][5]

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Eine Ruhelosigkeit der Beine ist nicht selten, weswegen Kinder durchaus als „Zappelphillippe“ bezeichnet werden. Kinder zeigen Wachstumsschmerzen und erlernen erst spät das Gehen. Erwachsene zeigen rheumatische Schmerzen vor allem bei feuchtkaltem Wetter. Die Gelenke sind häufig steif. Eine Verkrümmung der Wirbelsäule (Skoliose) ist ebenso typisch.[1][5]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wie auch schon die Gesichtshaut zeigt die übrige Haut eine blassgraue Färbung. Unreine, zu Akne neigende Haut, ist häufig.[1]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei einer eventuell vorkommenden Schrumpfung des Augapfels aufgrund von wiederkehrenden Entzündungen (Phthisis) kommt es zu starkem Nachtschweiß.[1]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Häufig wird während des Schlafes eine Knie-Ellenbogen-Lage eingenommen. Dabei schläft der Patient in Bauchlage, hat aber seine Knie angewinkelt. Er schläft somit auf seinen Beinen liegend. Kinder stöhnen oftmals im Schlaf.[1]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Silicea

Silicea ist die lateinische Bezeichnung für Kieselerde. Patienten, die mit Silicea behandelt werden, sind oftmals blass, dürr und unruhig. Sie fühlen sich in warmen, geschlossenen Räumen wohler als in der Kälte im Freien. Mit Silicea werden im Gegensatz zu Calcium Phosphoricum entzündliche Erkrankungen aller Art behandelt.

Sanicula aqua

Bei Sanicula aqua handelt es sich um Mineralwasser, das aus der Heilquelle von Sanicula im US-Bundesstaat Illinois stammt. Es wird vorwiegend bei schwachen, entwicklungsgestörten Kindern eingesetzt, die unter Verdauungsstörungen leiden und deren Ausscheidungen übel riechen. Im Gegensatz zu den mit Calcium Phosphoricum behandelten Kindern fällt es diesen Kindern bedeutend schwerer sich konzentrieren zu können. Die Symptomatik wechselt häufig.

Syphilinum

Dieses Arzneimittel wird aus dem Sekret gewonnen, das die Geschwüre von an Syphiliserkrankten absondern. Ein Medikament, das aus infektiösen Materialen gewonnen wurde, wird Nosode genannt. Eingesetzt wird Syphilinum wie auch Calcium Phosphoricum bei Knochenschmerzen oder Knochendestruktionen. Im Gegensatz zu Calcium Phosphoricum verschlimmert sich die Symptomatik bei mit Syphilinum behandelten Patienten allerdings im Sommer. Die Patienten glauben nicht an ihre Genesung und neigen zum Alkoholismus. Weitere Anwendungsmöglichkeiten von Syphilinum bestehen in der Behandlung von Hautgeschwüren (Ulzerationen).

Rhus toxicodendron

Rhus toxicodendron wird aus frischen Trieben des giftigen, eichenblättrigen Giftsumach gewonnen. Wie Calcium Phosphoricum findet es Anwendung bei der Behandlung von rheumatischen Beschwerden. Darüberhinaus wird es bei Verrenkungen und Verstauchungen angewendet, wie sie zum Beispiel bei Sportlern auftreten können. Wie Calcium Phosphoricum auch richtet sich Rhus toxicodendron an Patienten, die unter innerer Unruhe und Verstimmung leiden.

Tuberculinum bovinum

Tuberculinum wird aus organischen Materialien von notgeschlachteten, an Tuberkulose erkrankten Tieren gewonnen (nach Kent meist aus Drüsen des Rindes ) und ist damit ebenso eine Nosode. Gemeinsam ist den mit Tuberculinum behandelten und den mit Calcium Phosphoricum behandelten Patienten, dass beide Patientengruppen körperliche Unruhe zeigen und den Drang nach einem Ortswechsel verspüren. Die Patienten sind körperlich eher schwächlich und blass. Im Gegensatz zu Kindern, die mit Calcium Phosphoricum behandelt werden, zeigen Kinder, die Tuberculinum einnehmen, allerdings eine hohe Auffassungsfähigkeit und geistige Reife. Die Anwendung von Tuberculinum bei chronischen Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden und Durchfällen überschneidet sich mit den Anwendungsbereichen von Calcium Phosphoricum. Andere Anwendungsmöglichkeiten für Tuberculinum sind häufige Infekte, geschwollene Lymphknoten oder juckende Hautekzeme am ganzen Körper.[6]

Hintergrundinformationen

Die Gewinnung aus Hirschgeweihen ist heutzutage unüblich. Stattdessen kann Calciumhydrogenphosphat durch eine Reaktion von Calciumhydroxid mit Phosphorsäure bei hohen Temperaturen hergestellt werden. In der Lebensmittelindustrie wird es beispielweise verwendet, um die Haltbarkeit von Kartoffelprodukten zu erhöhen, Schmelzkäse cremiger zu machen oder den Wassergehalt von Schinken und Brühwurst zu erhöhen.[4] Patienten verspüren daher häufig ein starkes Verlangen nach geräuchertem Fleisch.