Globuli von C bis C

Cicuta Virosa Globuli

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Die homöopathische Arznei Cicuta virosa wird aus dem Wasserschierling zubereitet. Die Pflanze wächst bevorzugt in schlammigen, sumpfigen und moorigen Gegenden. Die Heilkraft des Wasserschierlings wird bereits in mittelalterlichen Kräuterbüchern erwähnt. Allerdings geht man davon aus, dass es häufig Verwechslungen mit dem gefleckten Schierling (Conium maculatum) gab.[1] Und tatsächlich haben beide Schierlingsarten viele Gemeinsamkeiten, sowohl im Aussehen als auch in ihrer arzneilichen Wirkung.

In der Pflanzenheilkunde wurde Cicuta virosa früher vorwiegend äußerlich in Form von Salben oder Umschlägen angewendet, insbesondere bei Ischialgien, Rheumatismus, Geschwüren und Hautkrankheiten.[1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Cicuta virosa wird vorwiegend bei krampfartigen Erkrankungen angewendet, beispielsweise epileptischen Anfällen, Krampfanfällen während der Zahnungsperiode bei Kindern, bei Frauen im Wochenbett oder bei Wurmbefall. Die Krämpfe können im Zusammenhang mit einer Hirnhautentzündung (Meningitis) auftreten oder nach einer Gehirnerschütterung.

Wo wirkt es?: Das Mittel hat einen starken Bezug zum zentralen Nervensystem, daneben zu den Verdauungsorganen sowie zur Haut.[4]

In welchem Alter?: Cicuta virosa ist ein wichtiges Heilmittel für Kinder, besonders wenn Beschwerden während der Zahnungsphase auftreten. Es passt aber auch für Erwachsene, insbesondere Frauen, oder für alte Leute mit Störungen im Nervensystem.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Cicuta virosa gilt als wichtiges Mittel bei Krampfanfällen wie beispielsweise Epilepsie. Charakteristisch sind krampfartige Zuckungen und Krämpfe mit starren Muskeln, wobei sämtliche Muskeln befallen sein können. Die Anfälle können einhergehen mit Kieferklemme (Trismus) oder einem krampfhaftenZurückbiegen des Kopfes und der Wirbelsäule (Opisthotonus). Auch das Gesicht kann schrecklich verzerrt sein, mit blutigem Schaum vor dem Mund, starrem Blick und Zucken der Augen. Nach Abklingen des Anfalls sind die Betroffenen völlig kraftlos und erschöpft. Die Krämpfe können durch die geringste Berührung erneuert werden, durch Geräusche oder lautes Reden, aber auch durch Erschütterungen. Cicuta virosa kann auch hilfreich sein bei hysterischen Krämpfen ohne körperliche Ursachen.

Daneben finden sich noch folgende Leitsymptome:

  • Plötzliche heftige Stöße, die durch den ganzen Körper fahren, oder durch den Kopf, den Magen, die Arme oder Beine. Durch diese Stöße kommt es zu Zuckungen der Teile.
  • Drückende oder ziehende Kopfschmerzen, die sich durch Blähungsabgang bessern, sind ein wichtiges Merkmal des Mittels.
  • Verschiedene Sehstörungen sind charakteristisch bei Cicuta virosa, besonders beim Lesen. Oder beim Blicken auf Gegenstände scheinen diese sich zu nähern und wieder zurückzuweichen oder zu schwanken, oder sie erscheinen schwarz oder doppelt.
  • Die Pupillen sind zunächst verengt, dann geweitet undreaktionsstarr. Außerdem haben die Betroffenen einen stieren Blick und starren auf einen Punkt.

Verbesserung: Denken an die Schmerzen und Wärme.[5]

Verschlechterung: Hirnverletzungen. Erschütterung. Lärm. Berührung. Kälte. Unterdrückte Hautausschläge. Zugluft. Tabakrauch. Drehen des Kopfes.[5]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Gemütszustand der Patienten ist charakterisiert durch Misstrauen bis hin zu Verachtung gegenüber anderen. Sie möchten lieber alleine sein. Teilweise sind sie impulsiv und können auch gewalttätig werden. Traurige Erzählungen hingegen nehmen sie sehr mit, sie verfolgen die Betroffenen bis in den Schlaf und sie bekommen Alpträume davon. Cicuta-virosa-Patienten sind z.T. sehr pessimistisch und fürchten sichvor der Zukunft.[6]

Auch heftige und lebhafte Delirien gehören zum Mittelbild. Die Patienten singen, lachen, machen eigenartige Gesten, springen und tanzen herum wie betrunken. Insbesondere nach den Krampfanfällen kann es zu Gedächtnisverlust kommen, der stunden- oder tagelang andauert. Die Betroffenen erkennen niemanden und erinnern sich nicht, was soeben geschehen ist, aber sie geben richtige Antworten auf Fragen, die man ihnen stellt. Manchmal erscheint ihnen alles um sie herum fremd und furchtbar, oder sie kommen sich vor, als wären sie an einem anderen Ort.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Kopf ruckt und zuckt hin und her, oder er ist durch einen Krampf der Nackenmuskeln nach einer Seite gedreht oder nach hinten gezogen.[4] Kopfschmerzen können sich mit Bauchschmerzen abwechseln, sie können einseitig sein, betäubend, mit einem Gefühl, als würde das Blut zum Kopfströmen.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht ist typischerweise gerötet. Oft zucken einzelne Gesichtsmuskeln. Die Augen sind eingesunken, mit blauen Rändern um die Augenhöhlen. Während der Krampfanfälle ist das Gesicht meist aschfahl.Pustelausschläge mit zusammenlaufenden Pusteln bilden dicke, honigfarbene Krusten. Gesichtsschmerzen können durch Goldfüllungen der Zähne hervorgerufen werden. Besonders bei Kindern besteht die Neigung zum Zähneknirschen.
Wenn die Kontrolle über die Mund- und Zungenmuskulatur gestört ist, kommt es zu Sprachstörungen. Beim Sprechen kann es zu Rucken im Kopf kommen, sodass der Betroffene die Silben zu verschlucken scheint.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Aufgrund einer krampfartigen Verspannung der Brustmuskelnkann es zu Beklemmungsgefühl kommen. Die Atmung ist erschwert, als wäre die Brust zu eng. Das Atmen kann auch unterbrochen sein, der Patient schnappt nach Luft.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Durch einen Krampf der Schluckmuskeln kann das Schlucken erschwert sein, der Patient muss würgen. Obwohl die Betroffenen großen Durst haben, hindert sie diese Schluckstörung am Trinken. Cicuta virosa kann auch bei andauerndem, heftigem Schluckauf durch Krämpfe des Zwerchfells angezeigt sein.[3]

Der Bauch ist schmerzhaft aufgetrieben, und es kommt zu heftigen Bauchkrämpfen mit Erbrechen. Durchfall wechselt sich mit Verstopfung ab, oder der Patient hat einen plötzlichen, heftigen Stuhldrang und kann den Stuhl kaum zurückhalten. Nach der Entleerung bleibt ein schmerzhafter Drang zurück. Gefühl wie von einem plötzlichen Stoß im Bauch mit nachfolgenden heftigen Schmerzen lässt die Betroffenen sich krampfartig nach hinten biegen[5].

Oft sind Cicuta-virosa-Patienten bereits nach wenigen Bissen satt, oder sie haben gleich nach einer großen Mahlzeit wieder Hunger.

Insbesondere bei Kindern findet sich oft ein ungewöhnlicher Appetit auf unverdauliche Dinge wie Kreide oder Kohle. Sie können nicht zwischen verdaulichen und unverdaulichen Speisen unterscheiden.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Cicuta virosa kann bei häufigem Harndrang hilfreich sein, der nach dem Urinieren rasch wieder einsetzt. Bei alten Männern kann es auch zu unwillkürlichem Harnabgang kommen. Der Urin wird mit großer Kraft und in großen Mengen entleert, oder aber die Betroffenen entleeren überhaupt keinen Harn.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Weiblich: Wenn die Monatsblutung ausbleibt, kommt es zu krampfartigen Beschwerden. Bei der Entbindung kann es auch zu Krampfanfällen (Eklampsie) kommen, die Atmung setzt für einige Sekunden aus, sodass die Patientin wie tot erscheint.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Krämpfe der Nacken- und Rückenmuskulatur führen dazu, dass der Betroffene Schwierigkeiten hat, den Kopf zu drehen. Die Nackenmuskeln können so stark verkrampf sein, dass sie hart wie Holz sind. Bei Erkrankungen des Gehirns, beispielsweise bei Hirnhautentzündungen, kommt es zur Überstreckung des Rückens, der wie eine Brücke nach hinten gezogen wird.[5]

Bereits nach kurzem Stehen verspüren die Patienten eine große Schwäche in den Rückenmuskeln.

Auch die Arme und Beine fühlen sich nach leichter Anstrengung sehr schwach an, die Beine versagen ihren Dienst und die Betroffenen haben Schwierigkeiten beim Gehen.

Durch krampfartige Zustände der Beinmuskeln werden die Füße nach innen gedreht oder die Beine werden steif. Gebeugte Arme oder Beine lassen sich durch die Verkrampfung nicht wieder strecken, und gestreckte Glieder können nicht gebeugt werden. Arme und Beine zittern.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Honiggelbe Krusten treten insbesondere am Kopf oder im Gesicht (Kinn, Oberlippe, Wangen) auf.[7]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Kranke fährt hoch aus dem Schlaf, hebt den Kopf undstarrt vor sich hin, die Atmung setzt kurzzeitig aus und er wirdblau im Gesicht. Oder er beißt sich beim Hochfahren auf die Zunge.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Conium

Conium maculatum, der gefleckte Schierling, ist eine verwandte Pflanze und hat ebenfalls einen großen Organbezug zu Muskeln und Nerven. In der Homöopathie wird Conium maculatum angewendet bei Krankheitszuständen, die mit einer aufsteigenden Lähmung, fortschreitender körperlicher und geistiger Schwäche, Zittern der Glieder sowie Drüsenverhärtungen einhergehen. Ähnlich wie bei Cicuta virosa kommt es zu Gangstörungen, Sehstörungen und Sprachschwierigkeiten. Bei Conium sind diese jedoch auf eine Koordinationsstörung der Muskeln zurückzuführen. Krämpfe und krampfartige Schmerzen finden sich in verschiedenen Körperteilen, allerdings nicht so ausgeprägt wie bei Cicuta. So können die Kiefer beispielsweise krampfhaft verschlossen sein.

Weitere charakteristische Merkmale von Conium sind Schwindel, Taubheitsgefühl und ein Schweiß, der einsetzt, sobald der Betroffene einschläft. Viele Beschwerden sind bei Conium auf ein unterdrücktes Sexualverlangen zurückzuführen. Außerdem kommt es zu Schwierigkeiten beim Urinieren. Der Harnstrahl ist unterbrochen, der Urin hört kurz auf zu fließen und fließt dann wieder weiter.

Cuprum

Das metallische Kupfer, Cuprum metallicum, ist in der Homöopathie ein wichtiges Mittel bei krampfartigen Zuständen aller Art. Wie Cicuta virosa kann auch Cuprum metallicum angewendet werden bei Beschwerden, die auf unterdrückte Hautausschläge zurückzuführen sind. Bei beiden Mitteln können Krampfanfälle durch Schreck ausgelöst werden, sie erscheinen aber auch in der Schwangerschaft oder im Wochenbett.

Charakteristisch für Krämpfe bei Cuprum ist der Beginn der Anfälle in Fingern, Zehen oder in den Knien. Von dort aus breitet sich der Anfall über den ganzen Körper aus. Das Mittel kommt auch bei Epilepsie zum Einsatz. Der Patient stürzt dabei mit einem Schrei zu Boden und verliert Urin und Stuhl, das Gesicht wird blau, die Augen sind nach oben verdreht und die Daumen sind in die Faust eingeschlagen.

Muskelkrämpfe können bei Cuprum so heftig sein, dass es die Muskeln zu sichtbaren Knoten zusammenzieht. Bei Bauchkrämpfen ziehen die Muskeln die Bauchdecke nach innen. Beim Schlucken von Flüssigkeiten gibt es ein deutlich hörbares gluckerndes Geräusch.

Aufgrund von Krämpfen der Halsmuskulatur oder einer Lähmung der Zunge kann es auch bei Cuprum zu Sprachschwierigkeiten kommen, oft mit stammelnder Sprache. Die Patienten haben z.T. einen stark metallischen, schleimigen Geschmack im Mund, mit viel Speichelfluss. Sämtliche Beschwerden haben bei Cuprum die Tendenz, in periodischen Zeitabständen aufzutreten.

Oenanthe crocata

Auch die mit dem Wasserschierling verwandte giftige Rebendolde hat einen starken Bezug zum Nervensystem und wird in der Homöopathie bei der Behandlung von Krampfanfällen wie beispielsweise Epilepsie angewendet.

Die Anfälle können wie bei Cicuta in der Schwangerschaft auftreten, aber auch während der Menstruation. In den Anfällen kommt es zu Bewusstlosigkeit mit Schwellung des Gesichts, die Gesichtsmuskeln zucken, der Kiefer ist krampfhaft verschlossen, der Rücken ist nach hinten gebogen und die Betroffenen haben Schaum vor dem Mund. Manchmal kommt es zu einem Zungenbiss. Die Augen sind nach oben oder innen gedreht, die Pupillen sind zunächst eng, dann weit. Es können Sehstörungen auftreten oder eine vorübergehende völlige Blindheit.

Heftiger und anhaltender Schluckauf ist ein weiteres gemeinsames Zeichen von Oenanthe und Cuprum, ebenso wie ein Zittern der Glieder. Nach den Krampfanfällen sind Personen, denen Oenanthe crocata helfen kann, oft benommen, oder sie reden viel und unzusammenhängend.

Hintergrundinformationen

Der Wasserschierling enthält ein starkes Gift, das Cicutoxin, das von manchen Naturvölkern als Pfeilgift angewendet wurde. Das Gift ist in der gesamten Pflanze eingelagert, besonders aber in der Knolle. Viele Vergiftungen mit Cicuta virosa gehen auf Verwechslungen mit Sellerieknollen, Pastinakenwurzeln oder Petersilienwurzeln zurück. Die Vergiftungserscheinungen zeigen sich meist innerhalb von 20 Minuten, wobei das Gift das zentrale Nervensystem angreift und heftige Krampfanfälle hervorruft. Ungefähr 20 Minuten bis 2 Stunden nach der Vergiftung kommt es zu Brennen in Mund und Rachenraum, mit Übelkeit und Brechreiz. Gefürchtet sind schwerwiegende Krampfanfälle, die bis zum Tod führen können.[2] Das Gift kann auch zu Lähmung des Atemzentrums und der Gefäßregulation (Vasomotorik) führen, mit Tod durch zentrale Atemlähmung.[8]