Globuli von C bis C

Cocculus Globuli

Der Cocculus-Strauch (Menispermum cocculus, Anamirta cocculus) ist eine einhäusige Schlingpflanze, die in einigen Teilen Asiens heimisch ist. Aus ihren Früchten, die auch „Kockelskörner“ genannt werden, wird das homöopathische Mittel Cocculus indicus hergestellt. Die Frucht enthält neben einigen Alkaloiden, wie Palmatin, Berberin und Magnoflorin, als Hauptgift das Krampfgift Pikrotoxin. Dieses wirkt auf das periphere und zentrale Nervensystem und bewirkt beim Menschen eine gesteigerte Schweiß- und Speichelproduktion, eine Senkung der Herzfrequenz, erhöhten Blutdruck, Krämpfe, Schwindel sowie Übelkeit und Erbrechen. Durch die enthaltenen Alkaloide können auch psychische Erregung sowie Angstzustände hervorgerufen werden.[1]

Cocculus eignet sich besonders bei Beschwerden wie Sorgen, Kummer undgeistiger Überanstrengung, aber auch bei Schlafmangel und Reisekrankheit.[2]

Cocculus-Patienten sind meist Frauen und Kinder, da bei ihnen die Symptomatik häufiger auftritt, als bei Männern. Meist sind dies Menschen in Sorgensituationen. Auch für Schwangere, die vermehrt unter Morgenübelkeit und schwallartigem Erbrechen leiden, ist die Einnahme von Cocculus geeignet.[3]

Die Globuli lassen sich je nach Ausmaß der Beschwerden auch gut selbst dosieren bzw. bei Bedarf einnehmen.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Cocculus wird meist bei Patienten eingesetzt, die ihre Symptomatik in Stress- oder Sorgensituationen entwickeln. Diese Menschen leiden oftmals an Schlaflosigkeit, die mit zum Teil starker Erschöpfung einhergeht. Auch depressive Verstimmungen und ein Gefühl der Leere und Hohlheit in Kopf, Brust- und Bauchraum können auftreten. Cocculus-Patienten sind sehr aufopferungsbereit und sorgen sich mehr um das Wohlergehen ihrer Angehörigen und Nahestehenden, als um die eigene Gesundheit. Die Symptomatik ist typisch bei Menschen, die ihre Angehörigen pflegen müssen, aber auch bei Krankenpflegern und –schwestern im Schichtdienst.

Auch für Frauen mit verstärkter, unregelmäßige Regelblutung, die mit starken Krämpfen einher geht, kann Cocculus Abhilfe schaffen [3]

Wo wirkt es?: Cocculus ist ein Nervengift, das sowohl auf das periphere, als auch das zentrale Nervensystem wirkt. Es findet daher bei Beschwerden wie Übelkeit und Schlaflosigkeit häufig Anwendung. Durch die enthaltenen Alkaloide wirkt Cocculus auch auf die Psyche, was depressive Verstimmungen und Angstzustände verbessern kann.

In welchem Alter?: Altersgrenzen gibt es für die Anwendung von Cocculus nicht, es kann also sowohl bei Erwachsenen, als auch bei Kindern und Senioren angewendet werde. Wichtig ist hierbei, immer die Dosierungsempfehlungen zu berücksichtigen.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Leitsymptome sind Schwindelanfälle, die meist zusammen mit starker Erschöpfung und einem Gefühl der Schwäche auftreten, sowie Übelkeit und Erbrechen. Die Patienten sind dann meist gezwungen sich hinzulegen und sich möglichst wenig zu bewegen, um die Symptome zu lindern.[4]

Der Schwindel verschlimmert sich in der Regel durch Bewegungen, beispielsweise beim Autofahren, aber auch durch Lärm und Erschütterungen. Eine Verschlimmerung wird ebenfalls durch Sonnenlicht und das Aufrichten aus der Waagerechten beobachtet. Zuweilen treten begleitend auch Hinterkopfschmerzen auf, bei denen der Patient das Gefühl hat, der Hinterkopf öffne und schließe sich, während die Augen nach vorne gezogen würden.[5]

Übelkeit tritt meist beim Anblick oder Geruch von Speisen auf. Das Erbrechen geht mit starkem Speichelfluss einher. Schlafmangel, frische Luft sowie sich bewegende Gegenstände führen meist zur Verschlimmerung der Übelkeit. Das Schließen der Augen sowie Liegen auf der Seite oder Schlucken lindern die Symptome in der Regel.[6]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Cocculus-Patienten leiden oft unter Schlaflosigkeit und starken Erschöpfungsgefühlen. Sie leiden unter depressiven Verstimmungen, sind häufig in Gedanken vertieft und wirken nervös, aber dennoch wie betäubt.

Oft zeichnen sie sich durch Furcht vor Überraschungen, unerwarteten Geräuschen sowie drohender Gefahr, wie besipielsweise Krankheit aus. Das objektive Zeitempfinden ist eingeschränkt, sodass eine Art Zeitraffer-Gefühl entsteht.[1] Auch vermehrte Unsicherheit und Übelkeit beim Geruch von bestimmten Speisen oder Getränken kann auftreten.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Kopfschmerzen strahlen bei Cocculus-Patienten häufig in Nacken- und Schulterregion aus. Hinterhauptkopfschmerzen gehen einher mit dem Gefühl, der Hinterkopf öffne und schließe sich wieder. Die Augen fühlen sich an, als würden sie nach vorne gezogen. Der Kopf selbst wird meist als schwer empfunden und fühlt sich bisweilen leer und hohl an.

Die Kopfschmerzen gehen meist einher mit Übelkeit und Schwindel und verschlimmern sich bei Bewegung, beispielsweise beim Fahren im Auto. Auch frische Luft und Sonnenlicht sowie Geräusche und Schlafmangel verschlimmern die Kopfschmerzen zumeist.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Gesicht ist oft ein Zittern und Zucken der Unterkiefermuskulatur zu sehen. Ebenso kommt es zu Schmerzen beim Öffnen des Mundes, die bis in die Finger ausstrahlen können. Auch eine Trigeminusneuralgie, das heißt eine Überempfindlichkeit im Versorgungsbereich des Nervus Trigeminus, kann vorkommen. [1] Optisch können sich gelbliche Beläge auf der Zunge, die einen metallischen Geschmack verursachen, zeigen. Das Erbrechen wird meist von starkem Speichelfluss begleitet, wobei das Schlucken eher schwer fällt.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei vielen Patienten macht sich auch im Brustbereich ein Gefühl der Leere breit. Durch das vermeintliche Zusammenschnüren der Brust kann es zu Atemnot und Hustenanfällen kommen. Dies wird vor allem durch Aufregung hervorgerufen.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Durch häufige Übelkeit und Erbrechen wird auch der Verdauungstrakt in Mitleidenschaft gezogen. Es kann unter anderem zu Schluckbeschwerden und Schluckauf kommen, aber auch zu schmerzhaften Blähungskoliken und Magenkrämpfen, die zumeist nachts auftreten. Durchfälle und hartnäckige Verstopfung treten meist im Wechsel auf.[3] Der Bauch kann aufgetrieben sein und Patienten haben das Gefühl. Steine im Bauch zu haben.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kommt in der Regel zu vermehrtem Harndrang. Meist allerdings nur mit geringem Harnabgang.[1]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Frauen tritt häufig eine starke, unregelmäßige Regelblutung auf. Diese wird begleitet von starken Unterleibsschmerzen, die schneidend oder krampfartig in Erscheinung treten können.

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Cocculus-Patienten klagen oft über geschwollene Füße sowie entzündlich geschwollene Kniegelenke. Auch ein vermehrtes Knacken der Gelenke wird wahrgenommen. Hände und Füße neigen dazu einzuschlafen und zu kribbeln. Diese Beschwerden können von einer Körperseite auf die andere wechseln.[3]

Rückenschmerzen treten vermehrt in Nacken- und Schulterregion auf, was den Patienten das Aufrechthalten des Kopfes erschwert.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut juckt, vor allem beim Entkleiden. Auch schmerzhafte Geschwürekönnen bisweilen auftreten.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schon bei geringen Anstrengungen kann es zu kalten Schweißausbrüchenkommen.[2]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten klagen über Schlaflosigkeit und Schlafstörungen. Aufgrund der Erschöpfung, die durch vermehrten Schlafmangel hervorgerufen wird, sind die Patienten, wenn sie dann endlich die Gelegenheit haben, sich schlafen zu legen, meist zu müde, um einzuschlafen, ähnlich wie bei einem Jetlag. Das Erwachen geschieht meist in schreckhafter Form.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Argentum nitricum

Silbernitrat ist ein farbloses Salz. Es entsteht aus Silber und Salpetersäure und kommt in der Natur im Mineral Akanthit vor. Eingesetzt wird Silbernitrat in der Homöopathie bei Unruhe und Angstzuständen. Es lindert Schwindel, vor allem bei Höhenangst und hilft bei phobischen Ängsten.[5] Anders als bei Cocculus-Patienten verschafft hier frische Luft Linderung des Schwindelgefühls und der Kopfschmerzen.

Theridion curassavicum

Dieses homöopathische Heilmittel ist tierischen Ursprungs und wird aus der Feuerspinne gewonnen, welche in Westindien und auf der Insel Curacao beheimatet ist. Es ist ein starkes Heilmittel, das bei chronischem Schwindel,Schlaflosigkeit und Angstzuständen eingesetzt werden kann. Auch hier wirken sich Lärm und Bewegungen negativ auf den Schwindel aus.

Tabacum

Tabacum wird aus der Tabakpflanze gewonnen. Diese enthält als wirksame Substanz Nikotin. Tabacum wird bei starker Übelkeit, Erbrechen, Schwindel mit Kollaps Gefühl und Herzklopfen verabreicht. Auch hier wird der Schwindel durch Bewegung, wie zum Beispiel Fahren, verschlimmert. Auch das Öffnen der Augen verschlimmert den Schwindel.[5]

Hintergrundinformationen

Der Mondsamenstrauch (Anamirta cocculus), auch „Scheinmyrte“ genannt, ist eine Schlingpflanzenart und kann bis zu 8 m hoch werden. Sie ist in Asien und Ostindien heimisch. Die Blütezeit der Scheinmyrte ist im Juli. Aus den weißen, relativ unscheinbaren Blüten werden später die Samen gewonnen, die sogenannten „Kockelskörner“. Aus ihnen wird wiederum der homöopathische Wirkstoff Cocculus indicus gewonnen. Die Früchte oder Samen enthalten hauptsächlich den Sesquiterpenbitterstoff Pikrotoxin, ein Krampfgift, das auf das Nervensystem des Menschen wirkt. Weitere Bestandteile sind verschiedene Alkaloide sowie Harz und Gummi.

Im Mittelalter wurden die Kockelskörner als Fischköder verwendet. Da das Pikrotoxin auf die Schwimmblase der Fische wirkt, kehren diese die Bauchseite nach oben und treiben an der Wasseroberfläche. So konnten die Fische leichter gefangen werden.[2]

Auch als Läusemittel und gegen Krätze wurde Cocculus schon eingesetzt. In der Schulmedizin findet es unter anderem Anwendung als GABA-Antagonist, in früheren Zeiten auch als Analeptikum bei Barbituratvergiftungen (zentraldämpfende Wirkung).[7]