Globuli von M bis O

Natrium muriaticum Globuli

© PantherMedia / Natasha Breen

Als gewöhnliches Kochsalz (Natriumchlorid) ist Natrium Muriaticum in jedem Haushalt vorhanden. Auch wenn es sich bei diesem Wirkstoff um eine alltäglich verwendete Substanz handelt, sollte seine Wirkung nicht unterschätzt werden. Natrium Muriaticum beeinflusst vor allem Geist und Gemüt, das Immunsystem, den Kopf und den Flüssigkeitshaushalt des Körpers. Es wird Patienten verabreicht, die seit langer Zeit unter schwerem Kummerleiden. Der Kummer äußert sich bei diesen Patienten häufig als körperliches Symptom. Außerdem können wiederkehrende Erkältungen und entzündliche Erkrankungen im Mundraum mit Natrium Muriaticum behandelt werden. Das Heilmittel passt zu zurückhaltenden, melancholischen, nachtragenden Personen, die häufig zu Reizbarkeit neigen und Trost kaum ertragen können. Aufgrund seiner Wirkung auf das Gemüt wird Natrium Muriaticum auch als Mittel gegen Liebeskummer eingesetzt. Es eignet sich gut zur Selbstbehandlung.[1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Den Natrium Muriaticum-Patient zeichnen unverwechselbare Charaktereigenschaften aus, sodass die Indikation (Heilanzeige) des Mittels leicht festgestellt werden kann. Sein hervorstechendstes Merkmal ist die Melancholie, die sich in Weinerlichkeit und Reizbarkeit äußert. Der Patient erträgt keinen Trost; er bevorzugt es, seinen Kummer mit sich allein auszumachen.
Der Natrium Muriaticum-Patient ist blass und weist ein ausnehmend fettiges Hautbild mit sichtbarer Akne und zahlreichen Mitessern (Komedone) auf, vor allem an den Haaransätzen und besonders behaarten Hautregionen treten Pickel und Pusteln auf. Seine Lippen sich oft deutlich geschwollen, auf der Ober- oder der Unterlippe zeichnet sich ein deutlicher Schleimhautriss ab. Obwohl der Patient nicht an Appetitlosigkeit leidet, ja, oft sogar von Heißhungerattacken berichtet, ist er abgemagert. Vor allem sein Hals erscheint dünn und sehnig. Viele Patienten leiden unter wässrigem Durchfall, dauerhafter Verstopfung oder chronischer Übelkeit. die Abmagerung führt bei Frauen hin und wieder zum Ausbleiben der Periode.
Zurückliegender Kummer hat den Patienten geschwächt. Er wirkt blutarm, zittert und klagt über Müdigkeit. Jede körperliche und geistige Betätigung strengt ihn über die Maßen an. Zu intensives Arbeiten verursacht ihm Augenleiden wie Lidrandentzündungen und Druckgefühle. Er leidet unter Muskelschwäche. Beim Lesen ist er manchmal nicht in der Lage, die Buchstaben scharf zu fixieren. Sein Rücken schmerzt, sodass er die ausgestreckt liegende Position dem Sitzen oder Stehen vorzieht. Bei Frauen ist der Schambein-Steißbein-Muskel (Musculus pubococcygeus) geschwächt, sodass ihre Gebärmutter absinkt und sie unter Harninkontinenz leiden.
Auch bei klassischen Migränepatienten kann die Gabe von Natrium Muriaticum angezeigt sein. Die Kopfschmerzen beginnen morgens, sind belgeitet von Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen, bessern sich beim Aufstehen, kehren aber bei heftiger Bewegung zurück. Die Schmerzen sind meist einseitig und treten nur selten am Hinterkopf auf. Bettruhe bessert die Migräne, abends wird sie erträglicher. Sie kehrt periodisch zurück, bei Frauen häufig in Verbindung mit der Monatsblutung.[2]
Wie die Migräne überfällt dem Natrium Muriaticum-Patienten Fieber meist vormittags zwischen 10 und 11 Uhr. Der Fiebernde friert, leidet unter unstillbarem Durst und klagt über Schmerzen im ganzen Körper. Mit steigender Temperatur wird auch der Durst quälender. Im Zusammenhang mit dem Fieber treten auch die Kopfschmerzen wieder auf, unter Umständen deliriert der Kranke.
Typisch für Natrium Muriaticum-Patienten sind außerdem zu trockene oder zu feuchte Schleimhäute, starker Reizhusten, Herzklopfen und heftige Niesanfälle am Morgen.

Wo wirkt es?: Kochsalz ist eine für den menschlichen Organismus lebensnotwendige Substanz und wirkt als homöopathisches Mittel dementsprechend komplex auf den ganzen Körper. Betroffen sind vor allem Geist und Gemüt, der Flüssigkeitshaushalt, das Immunsystem, der Kopf, die Schleimhäute, die Augen und der Mund. Natrium Muriaticum entfaltet seine Wirkung allerdings auch bei so vielfältigen Symptombildern wie dem Liebeskummer und kann als Arznei deshalb nicht ausschließlich den genannten Wirkbereichen zugerechnet werden.

In welchem Alter?: Natrium Muriaticum kann prinzipiell in jedem Lebensalter verabreicht werden. Die komplexen Symptome, die damit behandelt werden, sind weder einer bestimmten Altersklasse, noch einem bestimmten Geschlecht zuzuordnen. Seit langem bestehender, im Stillen ausgetragener Kummer wird aber in der Literatur vor allem als Frauenleiden geführt, das hauptsächlich erwachsene oder ältere Frauen betrifft.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Obwohl Natrium Muriaticum sich auf den Organismus als Gesamtheit auswirkt, lassen sich doch eine Reihe von Symptomen benennen, bei denen es hauptsächlich angewendet wird:

Alle Symptome, auch die körperlichen, verschlimmern sich merklich durch Trost und Zuspruch. Der Patient träumt von Dieben. Morgens und beim Erwachen leidet der Patient unter Kreislaufschwäche und Druckgefühlen im Kopf. Er fühlt sich zum Hinsetzen genötigt. Der Patient leidet unter chronischen Rückenschmerzen, die sich im Liegen auf harten Unterlagen bessern. Die Zunge ist von gutartigen Entzündungen überzogen (Landkartenzunge). Auf der Ober- oder Unterlippe ist ein deutlicher Schleimhautriss erkennbar. Der Riss schmerzt und will sich nicht schließen. Die Lippen sind trocken und rissig, teilweise zeichnet sich ein herpesartiger Ausschlag darauf ab. In den Gliederbeugen, an behaarten Stellen, am Haaransatz und hinter den Ohren bilden sich Ausschläge. Die Schleimhäute sind trocken oder besonders feucht. Das Schleimhautsekret ist wässrig und beißend. Der Patient verspürt ständig heftigen Durst und verlangt nach großen Mengen Wasser. Der Patient empfindet eine Abneigung gegen Brot und fettige Speisen. Der Patient verspürt große Lust auf salzige Speisen aller Art. Beim Essen schwitzt der Patient heftig; vor allem auf dem Gesicht bilden sich Schweißtropfen. Die Symptome und Stimmungsschwankungen verändern sich mit dem Lauf der Sonne. Bei geistiger oder körperlicher Anstrengung verspürt der Patient ein Kältegefühl in der Herzgegend. Schmerzen jeder Art treten morgens zwischen 10 und 11 Uhr auf, verbessern sich durch Wärme, in frischer Luft oder durch kalte Waschungen. Leidet der Patient unter Durchfall, ist dieser wässrig und mit Blähungen und Schmerzen in der Nabelgegend verbunden. Die Entleerung erfolgt meist morgens.
Leidet der Patient unter Verstopfung, sind seine Stühle hart, trocken und bröckelig. Er entleert sich häufig, aber in geringen Mengen. Die Entleerung ist schmerzhaft und von einem ziehenden Gefühl im After begleitet. Bei Frauen ist die Monatsblutung wässrig, setzt zu früh ein oder bleibt aus. Die Monatsblutung ist mit Kopfschmerzen und Niedergeschlagenheit verbunden. Kurz nach der Monatsblutung leidet die Patientin unter dickflüssigem Ausfluss oder vaginaler Trockenheit.

Verbesserung: Alle Symptome verbessern sich im Freien, bei kalten Bädern, beim Schwitzen, durch Ruhe und das Auslassen von Mahlzeiten, durch enge Kleidung, tiefes Einatmen, morgens, durch Reibung, im Liegen und durch langes Reden.

Verschlechterung: Eine Verschlechterung des Zustandes tritt periodisch ein, vor allem nach der Menstruation, bei Hitze, im Sommer, bei anhaltender Feuchtigkeit, durch Anstrengung der Augen, beim Lesen, Schreiben, durch Zuspruch, Brot, saure und fettige Speisen, nach dem Koitus, durch laute Geräusche und Musik, durch Berührungen und bei Vollmond.[3]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Natrium-Muriaticum-Patient ist nachtragend. Er empfindet Hass Personen gegenüber, die ihm in der Vergangenheit vermeintlich Unrecht getan haben. Seinen Hass trägt er aber nicht offen aus, sondern agiert in Bezug auf andere Menschen eher zurückhaltend. Seine Gedanken aber kreisen unaufhörlich um die frühere Schmach. Das Grübeln über irreale Rachepläne raubt ihm den Schlaf. Hin und wieder ergreift ihn der Jähzorn. Seine Gemütslage verschlimmert sich merklich durch Zuspruch, er neigt nicht dazu, anderen seinen Kummer mitzuteilen. Will sich jemand in seine Angelegenheiten einmischen, provoziert das einen Wutanfall, der dann in bitterliches Weinen übergeht. Grundsätzlich bricht der Patient häufig grundlos und heftig in Tränen aus. Die Gesellschaft anderer empfindet er allgemein als belastend. Dann wieder wirkt er heiter, fröhlich und sorglos gestimmt. Seine Artikulation ist undeutlich. Er ist nervös, lässt häufig Dinge fallen und stößt sich an Möbeln und Einrichtungsgegenständen.

Der Patient ist ein Hypochonder; er bildet sich ein, an einer schweren und unheilbaren Krankheit zu leiden, bis hin zum Lebensüberdruss. Auch andere Ängste, vor allem die Angst vor Dieben, plagen den Patienten. Er ist ständig besorgt und wirkt neurotisch.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Morgens erwacht der Patient häufig mit Schwindel, der sich beim Aufstehen verschlimmert und den Patienten zwingt, sich erneut in die liegende Position zu begeben. Er sieht dann Farben und ihm wird schwarz vor Augen.

Leidet der Patient unter Migränekopfschmerz, tritt dieser ebenfalls morgens auf. Der Kopf fühlt sich an, als würde er platzen; der Schmerz verschlimmert sich beim Husten und bei heftigen Bewegungen. Wird der Schmerz besonders heftig, beginnt der Patient unter Halluzinationen und Wahngedanken zu leiden. Der Kopfschmerz lässt sich vor allem über den Augen und auf dem Scheitel lokalisieren. Mit den Migräneanfällen verbunden sind Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen. Bei Frauen treten die Anfälle häufiger während der Menstruation auf. Der Schmerz bessert sich durch Schlaf und Ruhe.
Manche Patienten neigen dazu, unwillkürlich rhythmisch mit dem Kopf zu nicken. Andere Leiden unter Haarausfall; die kahlen Stellen sind besonders berührungsempfindlich.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht des Patienten wirkt blass und gräulich. Seine Haut glänzt vor Fett. Er leidet an Lippenherpes und aufgesprungen, geschwollenen Lippen, die taub sind und mitunter kribbeln. Typisch für den Natrium-Muriaticum-Patienten ist die Landkartenzunge: Auf der Zungenoberfläche zeichnen sich gutartige, flächige Entzündungen ab. Bei manchen Patienten ist der Geschmackssinn vermindert. Die Zunge kribbelt und fühlt sich wie eingeschlafen an; dasSprechen fällt schwer. Gerade Kinder erlernen deshalb ihre Muttersprache nur langsam. Überall im Mund finden sich Geschwüre und Entzündungen. Die Zähne sind kälteempfindlich. Zahnschmerzen sind mit erhöhtem Speichelfluss verbunden.

Die Augen des Patienten sind wässrig, aus dem Tränenkanal tritt ständig Schleim aus. Seine Tränen brennen auf der Haut. Während er lacht, hustet oder niest, tritt ihm Wasser in die Augen. Im Rahmen eines Migräneanfalls zucken seine Augenlider. Die Augen jucken, brennen und wirken entzündet. Beim Lesen und Schreiben vermindert sich seine Sehschärfe.
Der Patient leidet unter Ohrengeräuschen; er nimmt ein Sausen, Brummen oder Singen wahr. Gähnt er, vernimmt er ein Knacken im Gehörgang. Auch beim Kauen tritt dieses Knacken gehäuft auf.
Ist der Patient erkältet, neigt er zu heftigem, flüssigem Schnupfen, der mindestens drei Tage andauert. Danach verstopft sich die Nase und erschwert dem Patienten das Atmen. Fließ- und Stockschnupfen wechseln sich ständig ab. Manche Patienten verlieren darüber den Geruchssinn. In der Nase finden sich kleine, schmerzhafte Geschwüre. Nasenbluten tritt häufig und grundlos auf, vor allem nachts oder beim Husten.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die oberen Atemwege, gerade bei Rauchern, sind ständig entzündet. Der Patient muss sich häufig schmerzhaft und schleimig räuspern. Beim Essen bereitet ihm das Schlucken Probleme; häufig muss er würgen. Das Essen bleibt ihm buchstäblich im Hals stecken. In der Luftröhre empfindet er trockene und den Hustenreiz anregende Flecken. Der Reizhusten ist mit Herzklopfen, Stechen in der Lunge oder einem Engegefühl in der Brust verbunden. Fürchtet sich der Patient, verstärkt sich das Herzklopfen und erschüttert den ganzen Körper. Es verschlimmert sich im Liegen. Um das Herz herum nimmt der Patient ein Kälte- und Wundheitsgefühl wahr.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient ist ständig durstig. Es verlangt ihn nach Salz, nach Bitterem, nach sauren Speisen, Mehlspeisen, Austern, Fisch und Milch. Einen Widerwillen empfindet er gegen Brot, Fleisch, Kaffee und Tabak. Obwohl er ständig hungrig ist, magert er ab. Trotz des Hungers verspürt er keine Esslust. DieAbmagerung steht häufig im Zusammenhang mit depressiven Verstimmungen. Hin und wieder leidet der Patient an Schluckauf und Sodbrennen. Vor allem nach dem Essen verschlimmern sich diese Symptome.

Empfindet der Patient Angst, manifestiert sich diese in der Magengrube. Erbricht der Patient, ist das Erbrochene weiß und schaumig. Das Erbrechen bessert seinen Zustand. Seine Magengrube fühlt sich geschwollen und schmerzhaft an. Der Unterleib schwillt plötzlich an. Wässriger Durchfall und Verstopfung mit hartem, schmerzhaftem Stuhl wechseln sich ab. Der Patient neigt zu Hämorriden und Entzündungen des Afters.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Beim Husten, Lachen oder Niesen entleert sich die Blase des Patienten unwillkürlich. Auch im Gehen oder Sitzen kann es zum plötzlichen Harnabgang kommen. Der Patient ist unfähig, sich zu entleeren, wenn andere anwesend sind. Sein Urin ist hell und hin und wieder rot verfärbt. Nach dem Wasserlassen schmerzt die Harnröhre.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Männliche Genitalien: Besonders im Zustand der Schwäche regt sich die Libido des männlichen Patienten. Zur Ejakulation ist er allerdings erst nach dem Beischlaf fähig. Diese geschieht meistens unwillkürlich, ohne willentliche Provokation. Nach sexuellen Ausschweifungen überkommen den Patienten zu Zeiten Lähmungszustände. Sein Schamhaar fällt aus.

Weibliche Genitalien: Die Patientin empfindet häufig eine grundsätzliche Abneigung gegen den Beischlaf. Sie leidet unter schmerzhafter Trockenheit. Ihr Geschlecht juckt und brennt, vor allem während des Koitus. Viele Natrium Muriaticum-Patientinnen sind unfruchtbar. Ihre Monatsblutung setzt zu früh ein und ist schmerzhaft. Der Ausfluss ist grünlich verfärbt. Es treten wiederholt Blasenentzündungen (Cystitis) auf.

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Morgens ist der Nacken schmerzhaft versteift, der Patient ist aufgrund seiner Rückenschmerzen kaum in der Lage, sich zu strecken. Die Schmerzen verschlimmern sich während des Koitus und im Sitzen. Beim Liegen auf dem Rücken auf harter Unterlage verbessern sich die Symptome.

Beim Schreiben zittern dem Patienten die Hände. Seine Handteller sind heiß und feucht. Die Kniesehnen fühlen sich verkürzt an; der Patient ist nicht in der Lage, die Beine durchzudrücken. Ständig schlafen ihm verschiedene Gliedmaßen ein. Seine Gelenke knacken, sobald er sich bewegt. Bei älteren Menschen lassen sich die Finger nur schwer krümmen. Kinder lernen verspätet Laufen.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut des Patienten ist fettig oder trocken und rau. Der Hautton wirkt gelblich. In den Gelenkbeugen und an den Haaransätzen neigt der Patient zu Ausschlägen und Akne. Auf den Händen bilden sich Warzen. Schwitzt der Patient, befällt ihn ein nesselartiger Ausschlag. Längst vernarbte Wunden schmerzen und brechen wieder auf.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Fiebert der Patient, friert er in aller Regel und leidet unter Schüttelfrost. Besonders seine Extremitäten fühlen sich dann kalt an. Trotz der Kälteempfindung verschlimmern sich die Symptome im Sonnenlicht. Das Fieber ist mit großem Durst verbunden. Schwitzt der Patient, bilden sich zunächst an der Nase und im Gesicht Schweißtropfen.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Schlaf weint und wimmert, zuckt und spricht der Patient. Sobald er erschrocken erwacht, fühlt er sich geschwächt. Er träumt von Dieben und neigt zum Schlafwandeln.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Pulsatilla

Pulsatilla-Globuli werden aus dem ausgepressten Saft der Wiesenküchenschelle hergestellt. Die Arznei wird aufgrund der wechselhaften Symptome, die mit ihr behandelt werden können, als „Wetterfahnen-Mittel“ bezeichnet. Pulsatilla wird vor allem bei ruhigen, nachgiebigen, zum Weinen neigenden Frauen angewendet. Besonders stark wirkt es auf Geist, Gemüt, die Blutgefäße und die Schleimhäute. Wie Natrium Muriaticum neigen die Schleimhäute der Patienten zu Trockenheit oder besonders ausgeprägter Sekretion. Die Patienten klagen oft über persönlichen Kummer und diverse Frauenprobleme. Je nach Temperament des Patienten kann der Homöopath bei dieser Symptomlage zwischen Pulsatilla und Natrium Muriaticum wählen.

Hintergrundinformationen

Das gewöhnliche Kochsalz (NaCl) kann aus Meerwasser, beim Abbau von Steinsalz in Bergwerken oder durch das Verdunsten von Solquellwasser gewonnen werden. Es zählt nicht zu den Gewürzen, fungiert in der Küche jedoch als Geschmacksverstärker. Für den menschlichen Organismus ist Kochsalz lebensnotwendig. Beim Schwitzen und Weinen, aber auch bei anderen Sekretionen, wird ständig Salz ausgeschieden und muss dann wieder mit der Nahrung aufgenommen werden. Der durchschnittliche Mitteleuropäer verbraucht etwa 5 Gramm Salz am Tag.[4]

Manche Quellen behaupten, die Nutzung von „natürlichen Salzen“, wie zum Beispiel von Himalayasalz, sei wesentlich gesünder, als das Würzen der Speisen mit Natriumchlorid. Natürliches Salz enthalte insgesamt 84 chemische Elemente, die der Körper zum Leben brauche. Die Richtigkeit dieser Theorie konnte aber wissenschaftlich bisher nicht erwiesen werden.[5]