Globuli von M bis O

Natrium sulfuricum Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Natrium Sulfuricum ist ein Mineralsalz, genauer gesagt ein Natriumsalz der Schwefelsäure. Im Deutschen wird es auch als Natriumsulfat oder Glaubersalz bezeichnet. Natriumsulfat ist gut wasserlöslich und findet sich sowohl im Meerwasser, als auch in Salzseen und mineralischem Quellwasser. Beim Menschen kommt es bei Einnahme zu einer abführenden Wirkung. Der Wirkstoff kann jedoch sehr vielseitig eingesetzt werden und übt auf viele Teile des Organsystems eine heilende Wirkung aus. Indikationen zur Gabe von Natrium Sulfuricum sind beispielsweise diverse Magen-Darm-Beschwerden unterschiedlichen Ursprungs, Durchfall, Erkrankungen der Leber und Gallenblase, Atemwegsentzündungen und Asthma, Hautveränderungen, wie zum Beispiel Warzen und Kopfschmerzen. Zur Verabreichung wird der kristalline Ausgangsstoff mit Rohrzucker (Saccharose) vermahlen und anschließend verdünnt und potenziert. Natrium Sulfuricum kann sowohl zu Heilzwecken, als auch präventiv eingenommen werden. Die Globuli eignen sich zur Selbstbehandlung, es sollten jedoch immer die Einnahmeempfehlungen und Anwendungshinweise in der Packungsbeilage beachtet werden. Eine Altersgrenze zur Einnahme von Natriumsulfat gibt es prinzipiell nicht. Im Zweifelsfall sollte jedoch ein Arzt oder ein Heilpraktiker zu Rate gezogen werden. Dies gilt auch zur Verabreichung bei Kindern, da hierzu bisweilen nur wenig ausreichend dokumentierte Erfahrungen vorhanden sein können.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Das Erscheinungsbild des Natrium Sulfuricum-Patienten fällt meist durch eine stämmige bis mollige Statur auf. Diese Menschen sind meist blass und besonders im Gesicht etwas aufgedunsen. Die Gesichtsfarbe kann bisweilen grünlich gelb erscheinen, wobei die Nase häufig entzündlich rot erscheint. Sie wirken meist emotionslos und distanziert, teilweise auch antriebslos, sind aber dennoch pflichtbewusst. In ihrer Umwelt fallen sie häufig durch besserwisserisches Verhalten auf. Darüberhinaus neigen Betroffene zu Traurigkeit mit Phasen periodisch manischer Erregung. [2] Des Weiteren kann es zu grünlichem Zungenbelägen kommen, die einen bitteren Geschmack im Mund hinterlassen. Auch aus der Nase kommen bisweilen grüne Absonderungen.[1]
Der Natrium Sulfuricum-Patient klagt häufig über eine Vielzahl von Beschwerden. Neben vermehrten Wassereinlagerungen im Gewebe, sowie kälteempfindlichen Zähnen, werden diese Menschen von explosionsartigen, wässrigen Durchfällen geplagt. Diese gehen meist mit starken Blähungen am Morgen einher, die in der Regel als sehr schmerzhaft empfunden werden. Die meisten Patienten vertragen Milchprodukte, Kohl und Brot nur schlecht und haben eher Appetit auf salzige Speisen. Auch drückende Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit sind keine Seltenheit. Die Haut zeigt häufig unangenehme Veränderungen, wie zum Beispiel feuchte Ausschläge oder warzige Hautveränderungen. Zudem entwickeln viele dieser Menschen auch streng riechenden Achselschweiß. Auch das Atmen ist häufig durch verschleimte Atemwege erschwert. Hier fallen vor allem feuchter Husten, sowie feuchte Rasselgeräusche beim Atmen auf, sowie gelblich bis grüner Auswurf auf. Beim Abhusten wird der Brustkorb meist mit den Händen gestützt oder umfasst, um das Husten zu erleichtern. Des Weiteren wird häufig über ein Druckgefühl auf der Lunge und häufiges Niesen geklagt. Auch asthmaartige Anfälle können auftreten, die häufig zu großer Erschöpfung führen.[3]

Wo wirkt es?: Wie bereits erwähnt, ist Natrium Sulfuricum vielseitig einsetzbar und kann dementsprechend auch viele verschiedene Angriffspunkte im Organsystem haben. So wirkt es beispielsweise auf den Magen-Darm-Trakt abführend, aber auch entgiftend und entschlackend. Im Hals-Nasen-Ohren-Bereich soll es Entzündungen und Schmerzen lindern. Ebenso schafft es bei Asthma und Atemwegsentzündungen gute Linderung. Auch in der Rheumatologie findet Natrium Sulfuricum Verwendung bei Schmerzen und Gelenksteifigkeit. Des Weiteren kommt der Wirkstoff bei diversen Hauterkrankungen zum Einsatz. Beine urologischen Erkrankungen kann das homöopathische Mittel ebenfalls Linderung verschaffen. Hier reicht das Behandlungsspektrum von starken Kopfschmerzen, bis hin zu Schädeltraumata mit Bewusstlosigkeit.

In welchem Alter?: Die Einnahme von Natrium Sulfuricum ist für Erwachsene sehr gut geeignet und kann, gemäß den Dosierungsempfehlungen in der Packungsbeilage, auch eigenmächtig verabreicht werden. Auch für Schwangere ist die Einnahme in der Regel problemlos und kann beispielsweise helfen Wasseransammlungen auszuscheiden beziehungsweise vorzubeugen.
Bei Kindern kann der Wirkstoff bei Bettnässen, asthmatischem Husten oder Verstopfung angewendet werden, hier eignen sich jedoch Salben besser als Globuli. [7] Generell sollte vor der Gabe an Kinder aber immer ein Arzt oder Heilpraktiker zu Rate gezogen werden, da es zu eventuellen Nebenwirkungen bei Kindern häufig nicht ausreichend dokumentierte Erfahrungsberichte gibt.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die typischen Leitsymptome der Natrium Sulfuricum-Patienten betreffen vor allem die Atemwege und den Magen-Darm-Trakt. Die Atmung wirkt beschwerlich und wird von feuchtem, rasselndem Husten begleitet. Auch ein pfeifendes Geräusch beim Atmen kann bisweilen auftreten. Es treten gelbliche bis grüne schleimige Absonderungen aus der Nase und den Bronchien auf. Um das Husten zu erleichtern, halten sich Betroffene oft den Brustkorb. Auch asthmaartige Anfälle treten gelegentlich auf, ebenso wie vermehrte Atemnot. Des Weiteren haben Betroffene oft vermehrte Wassereinlagerungen im Gewebe, neigen also zu Ödembildung.
Darüber hinaus kommt es vermehrt zu morgendlichen Durchfällen, die meist flüssig sind und teilweise explosionsartig in Erscheinung treten können. Hinzu kommen schmerzhafte Blähungen, die ebenfalls vermehrt am Morgen auftreten. Desweiteren klagen Natrium Sulfuricum-Patienten häufig über schmerzende Gelenke und Knochen, aber auch über Schmerzen in Gebärmutter beziehungsweise den Hoden. Auch Beschwerden nach einem Schädel-Hirn- oder Wirbelsäulentrauma zählen zu den typischen Symptomen.

Verbesserung: Die oben genannten Symptome bessern sich in der Regel durch warmes, trockenes Klima. Ebenso tragen aufrechtes Sitzen, sowie großflächiger Druck zur Verbesserung der Symptome bei. Auch nach dem Stuhlgang lindern sich die Beschwerden meist merklich.[1]

Verschlechterung: Da Natrium Sulfuricum ein Mittel aus der sogenannten hydrogenoiden (wasserstoffartig) Gruppe ist, verschlechtert alles Wässrige die Symptome. Feuchtes und nebeliges Klima, aber auch ein Wetterwechsel von trocken zu feucht verschlimmern die Beschwerden zumeist. Oftmals reicht auch schon die Nähe zu Flüssen, Seen oder sumpfigen Gegenden, um das Befinden negativ zu beeinflussen.[2] Bisweilen kann auch linksseitiges Liegen zur Verschlechterung der Symptomatik beitragen.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Natrium Sulfuricum-Patienten wirken in der Regel auf ihre Mitmenschen distanziert und zwingen sich bisweilen emotionslos zu wirken. Sie mischen sich oftmals gerne in die Belange anderer ein, um die eigenen Probleme zu übergehen. Betroffenen neigen häufig zu Traurigkeit oder Sentimentalität, wobei besonders Musik eine große Auswirkung auf ihren Gemütszustand haben kann. Auch depressive Verstimmungen können bisweilen auftreten. Traurige Perioden werden häufig von manischen Erregungsphasen unterbrochen. Bedingt durch ihre Beschwerden sind die Patienten oftmals antrieblos. Häufig sind diese Menschen auch reizbar oder schlecht gelaunt, vor allem am Morgen oder bei Wetterumschwüngen.[2]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten klagen bisweilen über drückende Kopfschmerzen und gelegentlicher Lichtempfindlichkeit. Den Kopfbereich betreffende Symptome treten meistens in Folge eines Schädeltraumas nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf auf. Auch hier treten Kopfschmerzen auf, die in ihrer Intensität von leicht bis heftig variieren können. Darüberhinaus kann es zu Veränderungen im seelisch-geistigen Verhalten kommen, welche durch feuchtes Wetter unter Umständen getriggert werden können. Auch hier sind wetter- und tageszeitabhängigen depressiven Verstimmungen möglich. Infolge einer Kopfverletzung klagen einige Patienten auch über eine anhaltende Schwindelsymptomatik, verbunden mit Ohrgeräuschen und bisweilen heftiger Übelkeit. Betroffene empfinden dies, als würden sich alle Gegenstände um sie herum im Kreis drehen. Häufig wird diese Symptomatik zusätzlich von einer Fallneigung zur rechten Seite begleitet.[8]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht von Natrium Sulfuricum-Patienten wirkt, bedingt durch vermehrte Wassereinlagerungen im Gewebe, meist etwas aufgedunsen. Die Gesichtsfarbe kann bisweilen grünlich gelb erscheinen, wirkt in der Regel aber blass und etwas fahl. Die Nase zeigt häufig eine entzündlich rote Farbe. Sowohl die Ohren, als auch die Nase wirken bisweilen bläulich rot. Auf der Zunge zeichnet sich bei vielen Betroffenen ein grünlicher Belag ab, der im Mund einen bitteren Geschmack verursachen kann.[1]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Atmung ist bei den meisten Patienten erschwert. Dies ist häufig bedingt durch die Verlegung der Atemwege mit Schleim. Dieser kann meist nur unter großer Anstrengung abgehustet werden, wobei der Auswurf zäh ist und eine gelbliche bis grüne Farbe hat. Betroffene halten sich beim Husten oft den Brustkorb, um das Abhusten zu erleichtern. Bisweilen können hierbei auch stechende Schmerzen in der Brust auftreten. Atemnot, Kurzatmigkeit und starkes Niesen treten ebenfalls häufig auf. Während den Atemzügen sind oftmals feuchte Rasselgeräusche vernehmbar, zum Teil ist auch ein Pfeifen in der Lunge hörbar. Auch Asthmaanfälle sind keine Seltenheit bei Natrium Sulfuricum-Patienten.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auch die Verdauungsorgane sind bei Natrium Sulfuricum-Patienten stark in Mitleidenschaft gezogen. Sie werden häufig geplagt durch morgendliche Blähungen, die meist sehr schmerzhaft sind und kolikartig auftreten, sowie durch wässrige Durchfälle mit gelblicher Farbe. Insgesamt wirkt der Bauch sehr aufgetrieben. Auch die Leber kann unter Umständen ausgesprochen berührungsempfindlich sein. Durch die Lage auf der linken Seite wird der stechende Schmerz in der Leber meist verschlimmert.[4]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Betroffenen scheiden häufig reichlich Urin aus. Dieser enthält viel Urobilinogen, welches den Harn anfärbt und gelegentlich auch ziegelrote Ablagerungen im Urin, sogenanntes Ziegelmehlsediment. Auch bei Scharlach können derartige Symptome auftreten. Die Symptomatik verschlechtert sich auch hier durch feuchtes Klima.[5]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Frauen kann es bisweilen zu Schmerzen in der Gebärmutter kommen. Bei Männern strahlen die Schmerzen meist in die Hoden aus.

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Rheumatische Erkrankungen treten des Öfteren bei Natrium Sulfuricum-Patienten auf. Es wird häufig über heftig stechende oder bohrende Schmerzen geklagt, die zum Teil wandern und sich bei Bewegungen, wie beispielsweise Bücken und Umdrehen im Bett, aber auch beim Sitzen verschlimmern. Meist finden Betroffene in keiner Stellung wirkliche Erleichterung und ändern deshalb ständig ihre Körperlage. Die Schmerzen verschlimmern sich meist bei feuchtkaltem Wetter. Hier klagen auch viele Patienten über das auftreten von Ischiasschmerzen.[6]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten sind häufig anfällig für Infektionen, die durch mikroskopisch kleine Pilze ausgelöst werden, wie zum Beispiel Mykosen oder Fußpilz. Feuerrote Maleam Rumpf stehen häufig in Verbindung mit Leber-Galle-Erkrankungen. Auch Ekzeme können bisweilen entstehen. Begünstigt durch ein geschwächtes Immunsystem können auch vermehrt Warzen und andere schmerzlose Hauterhebungen auftreten.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Viele Natrium Sulfuricum-Patienten entwickeln teilweise stark unangenehm riechenden Achselschweiß. Dieser tritt jedoch in der Regel nicht vermehrt auf. Oftmals verspüren Betroffene auch ein leichtes Frösteln mit Gänsehaut.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Natrium Sulfuricum-Patienten sind tagsüber meist schläfrig und antriebslos. Nachts gestaltet sich der Schlaf in der Regel meist unruhig, teilweise kommt es auch zu Schlafstörungen, sodass ein Durchschlafen kaum möglich ist. Häufig kommt es auch durch Husten oder asthmatische Anfälle zum Erwachen. Die Traumphasen sind von ängstlichen Träumen dominiert, was zusätzlich Unruhe in den Schlaf bringt. Der Schlaf ist daher meist nur wenig erholsam für die Betroffenen.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Thuja occidentalis

Das homöophatische Mittel Thuja occidentalis ist ein pflanzlicher Wirkstoff, der aus den Blättern und Zweigen eines Zypressengewächses gewonnen wird. Ähnlich wie Natrium Sulfuricum ist er besonders gut für Menschen geeignet, diefeuchtkaltes Wetter schlecht vertragen und unter rheumatischen Beschwerden, sowie Asthma und Husten leiden. [3] Anders als bei Natrium Sulfuricum-Patienten ist der Gemütszustand der Betroffenen hier eher von Hektik und Eile geprägt, aber auch von Ängsten und sorgenvollen Gedanken.

Helleborus

Der Wirkstoff Helleborus niger wird aus einer Pflanze gewonnen, die hierzulande unter dem Namen Christrose bekannt ist. Alle Pflanzenteile sind stark giftig. In der Homöopathie kommt Helleborus niger vor allem bei Erkrankungen deszentralen Nervensystems zum Einsatz. Wie auch Natrium Sulfuricum, wird es beispielsweise zur Besserung der Symptomatik nach Schädel-Hirn-Traumata verabreicht. Es zeichnet sich unter anderem durch eine starke diuretische Wirkung aus, was bedeutet, dass es den Urinabgang fördert und somit zum Beispiel helfen kann, Hirnödeme auszuschwemmen.[2]

Phosphorus

Phosphor ist ein chemisches Element und im menschlichen Körper unter anderem für den Energietransport zwischen den Zellen wichtig. Ähnlich dem Wirkstoff Natrium Sulfuricum, kann Phophorus bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden, um Schmerzanfälle zu lindern. Auch bei Phosphor-Patienten verschlimmern sich die Beschwerden meist durch Kälte.[6]

Hintergrundinformationen

Entdeckt wurde die chemische Verbindung Natriumsulfat 1625 von dem Chemiker Johann Rudolph Glaubner. Er identifizierte den Stoff als salzig schmeckendes Element im Mineralwasser. Benannt nach dem Entdecker wurde es daher auch unter dem Namen „Glaubersalz“ bekannt. Auf chemischer Ebene betrachtet besteht die Verbindung aus zwei Natriumkationen und dem Sulfatanion. Es ist außerdem sehr gut wasserlöslich und entwickelt dabei sogenannte Lösungswärme, das bedeutet beim Lösen des Stoffes in Wasser entsteht Energie in Form von Wärme. Neben der Homöopathie verwendet auch die Industrie Natriumsulfat, beispielsweise zur Glasherstellung. Die Lebensmittelindustrie setzt die Verbindung als Lebensmittelzusatz zur Festigung ein. [1]

In der Medizin wird das Glaubersalz als Abführmittel angewandt. Die Anwendung ist allerdings umstritten, da bei der Gabe im Darm große Mengen an Natriumionen aufgenommen werden, was zu Wassereinlagerungen im Gewebe führen kann.