Globuli von M bis O

Marum verum Globuli

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Das homöopathische Mittel Marum verum, auch Teucricum marum verum genannt, wird aus dem Saft des Katzenkrauts, einer Heilpflanze zubereitet. Die Pflanze wurde in der traditionellen Heilkunde bei Wurmerkrankungen, außerdem bei verschiedenen Verdauungsbeschwerden zur Anregung des Gallenflusses verwendet. Eine besondere Anwendungsart gab es in Form von Niespulvern zur Behandlung von Schleimhautwucherungen in der Nase (Polypen) oder bei hartnäckigem Stockschnupfen.[1] Außerdem soll sich Marum verum in der Erfahrungsheilkunde als hilfreich erwiesen haben bei Nervenleiden, chronischer Bronchitis, Frauenbeschwerden wie Weißfluss und ausbleibender Regelblutung, aber auch bei Gicht oder Bleichsucht.[2]

Diese Erfahrungen aus der Pflanzenheilkunde spiegeln sich auch teilweise in den homöopathischen Anwendungsbereichen wieder.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Das homöopathische Mittel Marum verum wird insbesondere bei Verdauungsbeschwerden, Erkältungskrankheiten und Schleimhautwucherungen wie Polypen angewendet. Die Arznei wird zudem empfohlen bei Wurmbefall oder wenn es durch zu häufige und zu viele Arzneigaben zu einerÜberempfindlichkeit gekommen ist und dadurch andere Arzneimittel keine Wirksamkeit mehr zeigen.

Wo wirkt es?: Beschwerden, bei denen Marum verum angezeigt ist, zeigen sich vor allem im Bereich der Nase und des Mastdarms (Rektum), mit dem charakteristischen Kribbeln und Reizungszuständen. Daneben finden sich auch viele Symptome im Bereich der Atemwege und Geschlechtsorgane sowie rheumatische Beschwerden.

In welchem Alter?: Marum verum wird vorwiegend bei Erkrankungen von Kindern angewendet, das Mittel kann aber auch bei Erwachsenen eingesetzt werden.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die charakteristischen Symptome von Marum verum zeigen sich in den Wucherungen an den Schleimhäuten (Polypen), denReizungen an Nase, Nasenrachenraum und Mastdarm mit dem typischen Kribbeln sowie in der Übererregbarkeit undÜberempfindlichkeit.[3] Das Mittel wird zudem oft empfohlen bei Wurmbefall und eingewachsenen Zehennägeln. DasBedürfnis sich zu strecken ist ein weiteres charakteristisches Symptom bei Marum verum-Patienten.

Verbesserung: Durch körperliche Bewegung.

Verschlechterung: Durch Berührung, im Sitzen, beim Bücken oder durch Wärme, wobei insbesondere Bettwärme nicht vertragen wird; abends oder nachts, bei nassem Wetter.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Psyche weist bei Personen, die Marum verum benötigen, häufig Anzeichen großer Erregung auf, mit starker Reizbarkeit und Zorn. Die Betroffenen werden schnell wütend, beispielsweise wenn sie jemanden sprechen hören. Sie sind nervös, zittern am ganzen Körper und besonders nach dem Mittagessen sind sie sehr gereizt.[6] Die starke Erregung zeigt sich auch in einem unwiderstehlichenVerlangen zu singen. Die betroffenen Patienten sind zudem sehr schreckhaft und ängstlich.[7]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Kopfschmerzen der Patienten sitzen meist in der Stirn und verschlechtern sich beim Bücken. Manchmal klagen die Betroffenen auch über ein Drücken in der rechten Schläfe. Das Mittel wird zudem empfohlen bei Kopfverletzungen und Gehirnerschütterung.[6]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Personen, denen Marum verum helfen kann, sieht das Gesicht oft krank und blässlich aus, mit tiefliegenden Augen. Fibroide Tumoren an den Augenlidern. Die Augenlider sind rot undverquollen, und manchmal haben die Betroffenen ein Gefühl wie von Sand in den Augen.Jucken der Ohren. Zischende oder klingende Ohrgeräusche.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Kindern können sich Schleimhautwucherungen (Polypen) bilden und die Nasenatmung erschweren. Häufig besteht auch ein chronischer Schnupfen, mit heftigem Kitzeln in der Nase, wobei der Patient oft niesen muss. Er zupft sich andauernd an der Nase und schnäuzt große, unregelmäßig geformte dicke Krustenaus. Manchmal kommt es auch zu einer sogenannten Stinknase(Ozaena), bei der ein übler Geruch aus der Nase strömt, der vom Patienten meist nicht wahrgenommen werden kann. DerGeruchsinn kann abgeschwächt sein.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Marum verum kann bei Wurmbefall insbesondere bei Kindern hilfreich sein. Dabei kommt es meist nachts zu einem unerträglichen Jucken am After, so dass das Kind sehr unruhig wird und nicht schlafen kann. Das Jucken und Kribbeln wird oftnach dem Stuhlgang verspürt. Allgemein kann es auch zu einem heftigen Juckreiz am After kommen. Häufiger, stinkender Blähungsabgang, die Blähungen haben den Geruch von fauligen Eiern. Teilweise klagen die Patienten übereingeklemmte Blähungen, demzufolge treten Schmerzen im Bauchbereich auf, insbesondere im Unterbauch. Diese Schmerzen bessern sich durch Abgang der Darmwinde.
Besonders nach Trinken von Bier oder Wasser kann es zuschneidenden Bauchschmerzen kommen, bei denen Marum verum angezeigt sein kann. Schluckauf ist ein weiteres Symptom des Mittels, der Schluckauf kann beim Essen oder bei Säuglingen nach dem Stillen auftreten. Begleitend beim Schluckauf kann es auch zu Rückenschmerzen kommen.
Es besteht ein großer Appetit, der die Betroffenen sogar nachts wach hält.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Harnmenge kann bei Marum verum-Patienten vermehrt sein, der Urin ist dann blass. Während und nach der Harnentleerung sowie morgens treten brennende Schmerzen, insbesondere im vorderen Teil der Harnröhre auf, beißender Schmerz im vorderen Teil der Harnröhre außerhalb des Urinierens.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Brennender, drückender oder beißender Schmerz im vorderen Teil der Harnröhre, der verspürt wird, wenn nicht uriniert wird. An der Harnröhre kann es zudem zu Schleimhautwucherungen kommen.

Weiblich: Die Neigung zu Schleimhautwucherungen zeigt sich auch im Bereich der Scheide. Die Polypen sind dabei oft gestielt und birnenförmig.

Männlich: Der Geschlechtstrieb ist meistens vermindert, es kann zu Erektionsproblemen kommen. Schmerzhaftes Ziehen im Glied.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schmerz in den Zehennägeln, als wären die Nägel eingewachsen. Marum verum-Patienten klagen zudem häufig überMuskelzucken, Eingeschlafenheit der Arme und Beine sowie über rheumatische Muskel- und Gelenkschmerzen.[7]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Juckreiz, insbesondere nachts, so dass die Betroffenen die ganze Nacht hindurch nicht einschlafen können. Die Haut kann zudemtrocken sein.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Marum verum-Patienten frösteln oft, und zwar besonders nach den Mahlzeiten.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Schlaf kann sehr unruhig sein, mit Zucken, Würgen und Aufschrecken. Morgens sind die Betroffenen oft nur schwer zu erwecken, oder sie erwachen unausgeruht. Tritt der bereits erwähnte Juckreiz am After oder an der Haut in der Nacht auf, hindert er am Schlafen. Die Betroffenen wälzen sich dann die ganze Nacht im Bett herum und finden keine Ruhe.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Cina

Cina maritima hat viele Symptome mit Marum verum gemein, aber es gibt auch einige deutliche Unterschiede, an denen man die beiden Mittel gut auseinander halten kann.Cina ist die lateinische Bezeichnung des Wurmsamens, einer Pflanze, die schon früh in der Erfahrungsheilkunde gegen Wurmbefall eingesetzt wurde. Und diese Anwendung hat sich in der Homöopathie bestätigt. Wie bei Marum verum klagen auch die Patienten, die Cina als Heilmittel benötigen, über heftigen Juckreiz am After. Auch der Schlaf ist unruhig und die Betroffenen wälzen sich andauernd im Bett hin und her, schreien, reden, kauen oder spucken im Schlaf. Zähneknirschen im Schlaf ist ein Charakteristikum bei Cina, das die beiden Mittel von einander unterscheidet. Die Reizbarkeit und Erregung finden wir wiederum bei beiden Arzneien. Kinder, bei denen Cina hilfreich sein kann, sind bei jeder Kleinigkeit beleidigt, sie werden mürrisch und bockig, möchten dieses und jenes, und wenn man es ihnen bringt, weisen sie es barsch zurück.

Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal von Cina ist, dass die betroffenen Kinder gerne auf dem Arm getragen werden möchten. Aber selbst dadurch sind sie nicht zu besänftigen. Lediglich wenn man sie rasch auf dem Arm oder in der Wiege hin und her schaukelt, kann man sie beruhigen. Streicheln oder zärtliche Umarmungen weisen sie barsch zurück. Die Reizbarkeit bei Cina ist heftiger als bei Marum verum. Cina-Kinder schreien, beißen und schlagen wild um sich, und besonders in der Zahnungsperiode sind sie fast unausstehlich. Sie bohren in der Nase, bis es blutet. Außerdem sind sie andauernd hungrig, sogar bald nach dem Essen haben sie gleich wieder großen Appetit. Dabei nehmen sie an Gewicht jedoch nicht zu.

Sanguinaria

Sanguinaria canadensis ist die kanadische Blutwurzel. Das homöopathische Mittel wird beispielsweise bei Polypen der Nasenschleimhaut empfohlen, ebenso wie Marum verum. Die Nase ist verstopft, mit Schmerzen an der Nasenwurzel, aus der Nase strömt ein übler Geruch. Der Geruchsinn ist abgeschwächt oder ganz verloren.

Allgemein haben beide Mittel auch einen engen Bezug zu den Atemwegen, wo sich viele Beschwerden zeigen. Sanguinaria kann bei Lungenentzündung angezeigt sein, mit zähem, eitrigem, rostfarbigem, stinkendem Auswurf. Wenn ein Schnupfen plötzlich unterdrückt wird, kommt es zu Durchfall.

Bei Sanguinaria zeigt sich außerdem eine ausgeprägte Rechtsseitigkeit, d. h. viele Symptome treten auf der rechten Körperseite auf, wie z. B. die Kopfschmerzen.
Die Reizbarkeit ist bei Sanguinaria-Patienten nicht so ausgeprägt wie bei Marum verum. Auch der Schlaf ist nicht so ruhelos, obwohl die Betroffenen manchmal erschreckt auffahren.

Calcium carbonicum hahnemanni

Das homöopathische Mittel Calcium carbonicum wird aus dem Kalk der Austernschale hergestellt. Ähnlich wie Marum verum wird Calcium carbonicum insbesondere bei Kindern mit Neigung zu Erkältungen und Schleimhautwucherungen angewendet. Ihre Nase ist meistens verstopft, sodass sie durch den Mund atmen müssen. Sie erkälten sich bei jedem Wetterwechsel, schwitzen dabei meistens am Kopf und oft sind die Lymphknoten am Hals angeschwollen. Wie bei Marum verum ist der Geruchsinn abgeschwächt oder fehlt sogar völlig. Kinder, bei denen Calcium carbonicum als Heilmittel angezeigt ist, haben meist eine schlaffe Muskulatur, sie neigen zu Dickleibigkeit und sind eher träge. Bewegung macht ihnen auf viele Art zu schaffen, daher vermeiden sie jegliche Anstrengung. Hände und Füße sind andauernd feucht, als würden sie feuchte Socken tragen. Das Mittel wird häufig bei Kleinkindern in der Zahnungsperiode oder bei Jugendlichen in der Pubertät angewendet.

Hintergrundinformationen

Marum verum (auch Teucricum marum verum genannt) gehört zur Gruppe der Gamandergewächse. Es gibt verschiedene Teucricum-Arten, die meisten davon sind auch in Europa heimisch. In der Homöopathie wird allerdings fast ausschließlich Teucricum marum verum verwendet.

Die Pflanze enthält ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe sowie Cholin, einer wichtigen Substanz für den Aufbau der Zellwände sowie Inhaltsstoff des Nervenimpulsüberträgers (Neurotransmitter) Acetylcholin.[7] Der starke, aromatische Duft von Marum verum soll Katzen oder sonstige Raubtiere anlocken, weshalb die Pflanze auch als Katzenkraut bezeichnet wird. Ihren Namen Teucricum verdankt sie Teucer, der griechischen Mythologie zufolge der Sohn des Königs von Salamis. Er soll die Pflanze als erster gefunden haben. Die Bezeichnung Marum leitet sich ab von Maron, dem antiken Namen einer aromatisch duftenden Pflanze. [1]

Für die homöopathische Anwendung wurde das Mittel schon früh an gesunden Personen geprüft und in den homöopathischen Arzneischatz aufgenommen. Dennoch zählt es heute zu den selten verordneten Arzneien mit begrenztem Einsatzspektrum. Auch in der Heilpflanzenkunde spielt es heutzutage nur eine untergeordnete Rolle, obwohl seine anregende Wirkung auf den Gallenfluss nachgewiesen wurde. Nur als Zusatz in Leber-Gallen-Tees kann man es finden.[5]