Globuli von M bis O

Medorrhinum Globuli

© panthermedia.net / Vinod Kumar Pillai

Bei dem homöopathischen Einzelmittel Medorrhinum handelt es sich um eine Arznei aus dem Bereich der Nosoden. Nosoden werden aus krankhaften Substanzen oder Absonderungen hergestellt, im Fall von Medorrhinum aus dem Eitersekret einer Trippererkrankung. Die Anwendung der Nosoden basiert in jedem Fall auf den homöopathischen Prinzipien, in einzelnen Krankheitsfällen werden die Mittel auch bei Folgebeschwerden der Krankheit verordnet, von der sie stammen.

Anwendungsmöglichkeiten für Medorrhinum Globuli

Zusammenfassung

Bei wem?: Medorrhinum ist bei Personen angezeigt, bei denen die Psyche stark angegriffen ist. Im Genitalbereich kommt es zu Infektionen mit schleimigem oder eitrigem Ausfluss. Auch besteht oft eine Neigung zu Missbrauch von Alkohol oder anderen Drogen.Heuschnupfen und sonstigen Allergien finden sich ebenfalls häufig.

Wo wirkt es?:
Medorrhinum hat eine tiefe Wirkung auf den gesamten Organismus. Besonders oft zeigen sich Symptome im Geistes- und Gemütsbereich, mit Konzentrationsstörungen, Depressionen oder Angstzuständen.
An den Schleimhäuten kommt es zu Entzündungen, beispielsweise an den Nebenhöhlen (Sinusitis), der Harnröhre (Urethritis) oder an der Scheide (Vaginitis). Auch Rheumatische Erkrankungen und Arthritis sind typisch. Sämtliche Gelenke können angegriffen sein, sie werden dick, schmerzhaft und schwach, mit dem Gefühl, als wären sie locker.

In welchem Alter?: Medorrhinum kann sowohl bei Kindern als auch Erwachsenenangezeigt sein. Die betroffenen Kinder sind in ihrer körperlichen Entwicklung verzögert, aber auch die geistigen Fähigkeiten sind weit hinter der normalen Entwicklungsstufe zurück.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Viele Beschwerden, bei denen Medorrhinum angezeigt sein kann, beruhen auf einem übererregbaren Nervensystem. Die Betroffenen fahren zusammen beim geringsten Geräusch, Berührung durch die Kleidung ist unerträglich, aber auch einzelne Körperteile wie Fußballen, Wirbelsäule oder Zähne sind äußerst empfindlich.

Nachfolgende Symptome sind zudem charakteristisch:

  • Die Patienten sind immer in großer Eile, die Zeit vergeht ihnen viel zu langsam.
  • Die Absonderungen sind meist scharf und verursachen einen Juckreiz, außerdem haben sie einen fischigen Geruch.
  • Eine allgemeine Verschlimmerung von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ist ein wichtiger Hinweis auf das Mittel.
  • Starkes Verlangen nach Eis, nach sauren und erfrischenden Dingen, besonders aber nach grünem Obst.
  • Innerliches Hitzegefühl, besonders nach dem Essen und nach einer leichten Anstrengung. Es ist ein Gefühl, als würde das Blut in den Adern kochen. Die Patienten möchten die ganze Zeit, dass man ihnen Luft zufächelt.
  • Die Füße sind unruhig und ständig in Bewegung. Der Patient kann sie einfach nicht still halten. Die Fußsohlen sind dabei schmerzhaft, sodass er nicht darauf auftreten kann.

Verbesserung: Am Meer, an der frischen Luft und durch Luftzufächeln.

Verschlechterung: bei feuchtkaltem Wetter, vor einem Unwetter, bei leichter Berührung sowie im geschlossenen Zimmer. Beim Denken an die Beschwerden. Typische Verschlimmerungszeit ist zwischen 3 und 4 Uhr morgens.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die betroffene Person ist nervös, unruhig, schreckhaft und leidet unter zahlreichen Ängsten. Sie fürchtet sich vor dem Alleinsein, vor Tieren und Krankheiten wie beispielsweise einer Krebserkrankung oder einer Geschlechtskrankheit. Zudem fürchtet sie sich vor einem Unglück oder hat eine unbegründete Angst vor Armut.

Krankheitszustände, die mit Konzentrationsstörungen und Gedächtnisschwäche einhergehen. Die Betroffenen vergessen Namen oder einzelne Wörter und verlieren mitten im Satz den Faden. Sie lassen Dinge liegen und vergessen beispielsweise ihre Einkäufe.

Traurigkeit, Niedergeschlagenheit und Weinerlichkeit sind weitere Begleiterscheinungen. Die Person kann kaum sprechen, ohne in Tränen auszubrechen. Sie ist verzweifelt und glaubt nicht, je wieder gesund zu werden. Diese depressiven Gemütszustände können mit Selbstmordgedanken einhergehen.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Kopfschmerzen werden oft als Bandgefühl quer über der Stirn beschrieben. Sie verschlechtern sich durch Zurücklehnen des Kopfes. Der Kopf fühlt sich schwer an, als würde er nach hinten gezogen. Gefühl wie von einem Gewicht oder Druck am Scheitel. Brennender Schmerz im Gehirn. Die Kopfhaut juckt, mit vielen Kopfschuppen. Das Haar ist trocken und spröde.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Gesicht zeigen sich rote Feuermale (Naevi). Die Haut hat eine gelbliche Farbe, es bilden sich leicht Warzen, Knötchen oder sonstige Wucherungen. Nach Abklingen von Hautausschlägen bleiben gelbe oder kupferfarbene Flecken zurück.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Atemnot und Erstickungsgefühl. Asthmaanfälle, wobei der Patient besser Luft bekommt, wenn er auf dem Bauch liegt und die Zunge herausstreckt. Auch der oft quälende, schmerzhafte Husten bessert sich in Bauchlage und der Patient kann den tief sitzenden Schleim besser abhusten.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Heftiger Juckreiz am After. Eine Stuhlentleerung ist nur möglich, wenn sich der Patient sehr weit nach hinten lehnt. Manchmal sickert eine Flüssigkeit aus dem After, die wie Fischlake riecht.Hämorrhoiden, die heiß und geschwollen sind und die mit starken Schmerzen einhergehen.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Nierenkoliken und anhaltender Harndrang. Der Urin ist mit einer dicken Fetthaut überzogen [3], oder er ist scharf und macht die Haut, über die er fließt, wund.[5]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Männlich: Starker Geschlechtstrieb bis hin zu sexuellen Perversionen. Tag und Nacht kommt es zu heftigen Erektionen. Infolge von sexuellen Ausschweifungen kann sich auch eine Impotenz entwickeln, oder die Patienten sind nach einem Samenerguss sehr erschöpft.
Die Vorsteherdrüse (Prostata) kann schmerzhaft und vergrößert sein, mit häufigem Wasserlassen.
Auch bei einer vorhandenen oder zurückliegenden, nicht völlig ausgeheilten Trippererkrankung kann Medorrhinum angezeigt sein. Ausfluss aus der Harnröhre, dünn und durchsichtig,vermischt mit weißem Schleim. Dieser Ausfluss färbt die Unterwäsche gelb.

Weiblich: Entzündungen, beispielsweise an der Scheide (Vaginitis) oder an der Harnröhre (Urethritis). Die betroffenen Frauen leiden unter heftigen Menstruationskoliken mit heftigen, wehenartigen Schmerzen.[5]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Brennendes Hitzegefühl, beispielsweise an der Wirbelsäule hinab. Auch Hände und Füße brennen, sodass die Betroffenen sie ständig entblößt oder zugefächelt haben wollen. Arme und Beine können schwach und kraftlos sein, fast wie gelähmt, mit Taubheitsgefühl und Kribbeln.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Andauernder heftiger Juckreiz, der nachts und beim Denken daran zunimmt. Neigung zu Warzen, Knoten, Haarbalgentzündungen (Furunkel) und allen möglichen Wucherungen an der Haut. Die Haut verströmt einen üblen oder sauren Geruch, der sich nicht abwaschen lässt.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Obwohl die Haut meistens kalt ist, möchten Medorrhinum-Patienten sich dennoch andauernd entblößen. Sie beschreiben ein Gefühl von innerlichem Brennen, als würde das Blut in den Adern kochen. Dennoch zeigen sich auch viele Frostschauder mit großer Kälte des Körpers.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schreckliche Träume von Geistern oder Toten. Zahlreiche Beschwerden verschlimmern sich nachts, sodass sich die Betroffenen regelrecht vor der Nacht fürchten. So kann der Schlaf durch starke Schmerzen fast unmöglich werden oder der Patient liegt die Nacht hindurch wach und fällt erst in den Morgenstunden in den Schlaf.Charakteristisch ist die Schlaflage der Patienten. Am bequemsten liegt er auf dem Bauch oder auf die Knie und Ellbogen gestützt. Manchmal schläft er auch auf dem Rücken, die Arme über den Kopf gelegt.

Dosierung und Einnahme von Globuli Medorrhinum

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen von Medorrhinum Globuli

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative homöopathische Mittel zu Globuli Medorrhinum

Thuja

Thuja occidentalis wird aus dem Lebensbaum, einem Baum aus der Gattung der Zypressengewächse, zubereitet. Thuja wird ebenso wie Medorrhinum bei Beschwerden angewendet, die im Zuge einer Tripperinfektion aufgetreten sind. Auch bei Patienten, bei denen Thuja angezeigt ist, zeigen sich viele Störungen im Bereich der Psyche. Sie sind immer in Eile, reden hastig und verschlucken beim Sprechen einzelne Wörter. Ebenso Konzentrationsstörungen können auftreten.Auch die Niedergeschlagenheit zeigt sich bei beiden Mitteln. Thuja-Patienten fühlen sich alleine, als würden sie nicht dazugehören. Manchmal überkommt sie der plötzliche Impuls, sich zu töten. Bei Widerspruch werden sie schnell gereizt und wütend.
Ängste können bei Thuja-Patienten ebenfalls zahlreich sein, wie auch bei Medorrhinum. Bei Thuja zeigt sich eine Furcht vor Krankheiten, und zwar insbesondere vor Geschlechtskrankheiten. Auch vor fremden Menschen fürchten sich die Betroffenen.
Allgemein findet sich im Anwendungsbereich von Thuja auch die Neigung zu Warzenbildung an der Haut sowie zu sonstigen Wucherungen oder auch Muttermalen, Hautflecken oder ähnlichen Färbungen.

Nitricum acidum

Eine weitere Arznei, die mit Medorrhinum verglichen werden kann, ist Nitricum acidum, das aus derSalpetersäure hergestellt wird. Diese stark ätzende Säure kann an Haut und Schleimhaut große Schäden hervorrufen. Wie bei Medorrhinum zeigt sich auch hier eine Neigung zur Bildung von Warzen und sonstigen Wucherungen. Besonders angegriffen sind bei Nitricum acidum-Patienten oft die Körperöffnungen wie After, Mund oder Nasenlöcher. Die Bereiche sind gerötet, wund und rissig.Charakteristisch bei Nitricum acidum ist ein Schmerz wie von einem eingestoßenen Splitter, der an verschiedenen Körperteilen auftreten kann. Wenn der Patient unter Halsschmerzen leidet, beschreibt er oft diesen heftig stechenden Schmerz, der meistens beim Schlucken auftritt.

Barium carbonicum

Barium carbonicum, das Bariumkarbonat, ist ein mineralisches Mittel, das ebenfalls viele Gemeinsamkeiten mit Medorrhinum besitzt. In der Homöopathie wird Barium carbonicum vorwiegend bei Kleinkindern, die sich schlecht entwickeln, oder aber bei alten Leuten angewendet. Auch bei diesem Mittel zeigt sich die Neigung zur Warzenbildung, wie bei Medorrhinum, außerdem sind die Lymphknoten häufig geschwollen.Bei Barium carbonicum-Patienten finden sich ebenfalls viele Ängste, Konzentrationsstörungen und Gedächtnisschwäche. Bei Kindern kommt es zu einer Art geistiger Zurückgebliebenheit, sie werden misstrauisch gegenüber Fremden, verstecken sich hinter den Möbeln, wenn jemand zu Besuch kommt, oder sie halten sich die Hände vor das Gesicht. Das Sprechenlernen fällt ihnen schwer, ebenso wie das Lernen allgemein in der Schule. Sie werden zusehends unsicher, unentschlossener und ziehen sich zurück. Sie meinen ständig, man würde über sie lachen oder sie kritisieren.

Medorrhinum Globuli: Hintergrundinformationen

Eine Infektion mit Gonokokken (Neisseria gonorrhoeae), den Erregern des Trippers, greift den gesamten Organismus an und führt zu zahlreichen Beschwerden. Der Tripper gehört zu den häufigsten meldepflichtigen Geschlechtskrankheiten.[6] Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, hat den Einfluss der Gonorrhoe auf den gesamten Gesundheitszustand erkannt und in seine Theorie der Entstehung von den chronischen Krankheiten eingebaut.

Medorrhinum als homöopathische Arznei wurde allerdings erst nach Hahnemann in den Arzneischatz aufgenommen. Seine Anwendung beruht auf Arzneimittelprüfungen an Gesunden sowie dem Wissen um den Krankheitsverlauf einer Tripperinfektion. Obwohl der Tripper schon in der alten Literatur beschrieben ist, wurde Neisseria gonorrhoeae erst 1879 von Albert Neisser entdeckt. Früher bestand die Therapie vorwiegend in der Beseitigung der Lokalsymptome, erst mit der Entdeckung des Antibiotikums konnte die Erkrankung jedoch effektiv behandelt werden. Allerdings zeigt sich eine vermehrte Resistenz der Erreger gegen bisher wirkungsvolle Antibiotika.[7]