Globuli von D bis F

Formica rufa Globuli

© panthermedia.net / Bernd Kröger

Die rote Waldameise ist jedem, der unsere Wälder besucht, ein bekannter Boden- und Baumbewohner. Sie ernährt sich von anderen Insekten. Genauer gesagt von Schadinsekten und so schützt sie unsere Bäume vor Schäden dieser Art.

Sie bildet Staaten mit einer klaren Struktur und Hierarchie, gilt als fleissig (Emse = emsig) und kann das mehrfache ihres Körpergewichtes tragen. Schaut man ihr zu, so scheint sie unermüdlich zu sein und niemals aufzugeben.

Für die Herstellung des homöopathischen Mittels wird eine Tinktur aus dem ganzen Tier gewonnen. So sind nicht nur die Bestandteile des Körpers in der Ausgangssubstanz, sondern auch die Ameisensäure, die dem Tier zur Verteidigung dient.

Die herausragende Wirksamkeit bezieht sich auf Beschwerden bei Gelenkentzündungen (Arthritis) und bei Erkrankungen der harnableitenden Wege (urologische Erkrankungen), wie auch des rheumatischen Formenkreises.[1]

Es besteht aber auch ein positiver Einfluss auf das Wachstum von Polypen und eine gute Wirkung bei nesselsuchtartigen Hautausschlägen.[2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Formica rufa für jeden Menschen geeignet. Es hat sich aber gezeigt, daß es häufig bei älteren Menschen mit Rheuma und Gicht Erleichterung bringt.
Auch bei jüngeren Patienten, die Beschwerden durch Verheben oder Verrenkungen erfahren, kann dieses Mittel Erleichterung verschaffen.
Für eine Behandlung bei Entzündungen der Harnwege gibt es keine bevorzugte Personengruppe.

Wo wirkt es?: Die Hauptwirkung von Formica rufa bezieht sich auf die Gelenke (Rheuma, Gicht), die Schleimhaut (Polypen) und die harnableitenden Wege: Niere und Blase (Blasenlähmung).[2]
Aber auch bei Hautjucken, asthmatischen Beschwerden (mit Husten) und Verdauungsstörungen (Blähungen) kann dieses Mittel angezeigt sein.[2]

In welchem Alter?: Man kann Formica rufa man in jedem Alter einnehmen. Bei älteren oder empfindlichen Menschen, die unter plötzlichem Gelenkschmerzen nach Erkältungen oder nach kalter Nässe leiden, kann Formica rufa besonders gute Dienste leisten.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schmerzen oder Krämpfe treten im Zusammenhang mit fallenden Temperaturen auf. Wetterfühlige Personen werden rasch nach Feuchtigkeit, nasskaltem Wetter und kühlem Wind von Beschwerden heimgesucht. Besonders empfindliche Menschen reagieren schon nach dem Waschen mit kaltem Wasser mit ihren Beschwerden.[1]

Die Patienten erleiden plötzlich einsetzende Gelenkschmerzen. Sie leiden an Gicht und Rheumatismus. Mit dem Beginn der Beschwerden wird der Betroffene von einer Ruhelosigkeit übermannt. Er geht umher, um die Schmerzen auszuhalten, da ihm Ruhe keine Linderung verschafft. Die Bewegung vermehrt jedoch das Leiden.
Der Schmerz wechselt plötzlich seine Position und ist mal rechts, mal links, dann wieder rechts. Insgesamt überwiegen aber die rechtsseitigen Schmerzen.[2]

Die Gelenke fühlen sich steif an und häufig werden die Schmerzen als Nervenschmerzen (Neuralgien) beschrieben.[3] Plötzlich einsetzende Gelenkschmerzen nach Überheben, Überanstrengung überraschen den Betroffenen.[2]

Chronische Nierenleiden (Nephritis, Nierenbeckenentzündungen) plagen die Patienten mit Schmerzen im Rücken.[3]

Beim Wasserlassen (urinieren) treten die charakteristischen brennenden Schmerzen auf.[1]

Verbesserung: Druck auf die schmerzhaften Regionen[3], Wärme wird als wohltuend empfunden.[2]

Verschlechterung: Durch Bewegung, Kälte und Feuchtigkeit, wie auch Wetterwechsel.[2]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient ist mürrisch und geplagt von den Beschwerden. Er ist besorgt und manchmal auch ängstlich. Die sonst bei solchen Beschwerden auftretende Benommenheit bleibt bei diesem Zustand aus. Es kann auch sein, daß der Leidenden zu besonderen Späßen aufgelegt ist.[2]Gegen Abend setzt Vergesslichkeit ein.[3]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Treten Kopfschmerzen auf, so sind diese mit dem Gefühl verbunden, als sei das Gehirn zu schwer und zu groß, als wolle der Kopf platzen.[3]In den Ohren kommt es zu Geräuschen, wie klingeln oder summen, besonders links. Es bilden sich auch hier Polypen.[2]
Bei Kopfschmerzen mit Schwindel wird dem Patienten schwarz vor den Augen, wobei es ihm hilft, sich zu setzen.[2]
Äußere Teile um das Ohr herum fühlen sich geschwollen und schmerzhaft an.[3]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

In der Nase herrscht das Gefühl der ständigen Verstopfung und es bilden sich Polypen.[2]Schmerzhafte Augensymptome erscheinen morgens beim Erwachen und legen sich nach dem Waschen wieder. Der Patient spürt ein Flackern in den Augen und ein leichtes Zucken des Oberlides.[2]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Trockene Halsentzündungen mit Heiserkeit sind schlimmer am Morgen und mit viel Schleimbildung verbunden. Oftmals ist die linke Seite betroffen. Es kommt zu Schmerzen beim gurgeln und räuspern.[2]

Wenn die Atmungsorgane betroffen sind, dann ist der Husten anfallsartig und nachts heftiger als am Tag. Die Hustenanfälle (Asthma) können so heftig sein, dass der Patient erbrechen muss. Es kommt zu Schmerzen in der Stirn beim Husten, wobei sich die Brust zieht sich zusammenzieht.[2]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Übelkeit wird ein drückender Schmerz in der Magengegend beschrieben. Begleitet werden die Magenschmerzen häufig von Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen von bitterem, gelbem Schleim.[2]Um den Nabel herum spürt man einen ziehenden Schmerz. Die Magenschmerzen sind im Einklang mit Schmerzen am Scheitel beschrieben worden. Es häufen sich Winde (Flatulenz).[3]
Beim Stuhlgang kommt es zu durchfallartigem Drängen und vor dem Stuhlgang zu Schmerzen im Darm mit Frösteln. Der Anus fühlt sich beengt an.[3]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Häufiges Wasserlassen (urinieren) treibt den Patienten aus dem Bett. Der Urin ist relativ hell und es werden oft keine Ablagerungen (Sedimente) gefunden.[2] In manchen Fällen wurden Kristalle (Urate) im Urin nachgewiesen.[3] Es kann auch Blut im Urin sein und der Patient leidet unter dem verstärkten Harndrang.[2]In einigen Fällen kann der Urin nur durch starkes Pressen unter heftigen Schmerzen fliessen. Die Harnmenge ist nicht immer erhöht.[1]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Mann: Es kommt zur schwachen Errektion mit spärlichem Samenabgang (Ejakulation).[2]

Frau: Die monatliche Blutung (Menses) ist spärlich, zu früh und in vielen Fällen von herabdrängenden Schmerzen im Rücken begleitet.[2]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Gelenke sind steif und verkrampft. Rheumatische Schmerzen kommen plötzlich, wechseln schnell die Position und versetzen den Patienten in erhebliche Unruhe. In manchen Fällen werden knotige Verhärtungen um die betroffenen Gelenke gespürt und die Muskeln fühlen sich an, wie nach Überanstrengung (wie bei Muskelkater).[2] Die Muskeln erscheinen nicht nur angespannt, sondern auch als seien sie aus ihrer Befestigung gerissen.[3]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut ist gerötet und juckt wie bei der Nesselsucht. Ein brennendes Gefühl begleitet den roten Nesselausschlag.[2]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kommt zu reichlicher Schweißabsonderung, die keine Linderung verschafft.[2]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Unruhe sorgt dafür, dass der Betroffene nicht einschlafen kann. Er sucht vergeblich die beste Position, um Schlaf zu finden. Nächtliche reichliche Schweißausbrüche oder der ständige Harndrang unterbrechen den mühsam gefundenen Schlaf. Der Patient erwacht mit Kopfschmerzen und in manchen Fällen auch mit Augen- und Ohrenbeschwerden.[2]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Dulcamara

Dulc. ist der bittersüße Nachtschatten (eine Pflanze) und eines der wichtigsten Mittel bei Rheuma, besonders nach Kälte und Nässe, wie auch bei Wetterwechsel. Es kommt auch hier zur Unruhe, der Patient geht umher und leidet unter steifen Gelenken und reißenden Muskelschmerzen. Wie bei form. gibt es Blasenbeteiligung mit häufigem Harndrang und mehrfachem Wasserlassen. Selbst die Hautsymptome sind denen von form. sehr sehr ähnlich: rote Flecken mit heftigem Jucken.
Ein wichtiger Unterschied ist die Besserung durch Bewegung, die bei Dulc. einsetzt. Ebenso die besondere Empfindlichkeit auf allen Ebenen gegen Nässe und Kälte, die bei Dulc. noch mehr im Vordergrund steht als bei form.[2]

Urtica urens

Dieses Mittel wird aus der kleinen Brennnessel gewonnen. Die Brennnessel ist aus der Volksmedizin schon bekannt als Antirheumatikum. Die nahe Verwandtschaft zur Ameisensäure ist hinlänglich bekannt, wie auch die ähnlichen Einsatzgebiete in der Volksheilkunde: Rheuma und Nesselsucht. Hautmerkmale, rheumatische Beschwerden und brennende Empfindungen unterscheiden sich kaum von denen, die bei form-Zuständen beschrieben werden. Auch die begleitenden Beschwerden, wie Kopfschmerzen, trockene brennende Halsschmerzen und häufiger Stuhlgang sind sehr ähnlich.[2]
Jedoch ist die Ursache der Erkrankungen bei Urtica urens nicht mit Kälte und Nässe verbunden. Hier stehen die Folgen von Hitzeeinwirkungen, Verbrennungen im Vordergrund. Die Rheumaschmerzen sind hier viel häufiger auf der linken Seite.[2]

Capsicum

Caps ist aus den Schoten des Cayennepfeffer gewonnen. Wie form. hat caps auch brennende Schmerzen. Das brennende Empfinden stellt bei Caps. die führende Eigenschaft dar, die die Beschwerden zentral begleitet. Patienten, die Caps benötigen, sind von Hitzegefühl während der Schlaflosigkeit geplagt, oft auch mit roten Wangen. Der brennende Schmerz ist allumfassend und begleitet trockene Halsschmerzen, Harndrang mit tröpfelnden Wasserabgängen, Schwellung und Schmerz um die Ohren und auch krampfartige Schmerzen beim Stuhlgang mit Hitze.[2]Beim Zustand für Caps. hat der Betroffene viel Durst, wenn er dann trinkt dann schaudert es ihn und er fröstelt. Er verlangt nach scharfen Speisen, obwohl er unter brennenden Schmerzen leidet. Es kommt zwar auch bei Caps. zu Gelenkbeschwerden, diese sind aber nicht rheumatischer Natur. Vielmehr ist bei Caps die Steifheit zu Anfang der Bewegung zu beobachten. Sie bessern sich bei anhaltender Bewegung und verschlechtern sich durch Zugluft.[2]

Hintergrundinformationen

Vor ca 350 Jahren wurde in England eine Säure aus Ameisen durch Destillation erstmalig gewonnen. Die Darstellung der Ameisensäure in ihrer reinen Form gelang einem deutschen Chemiker ca. 80 Jahre danach. Diese Art der Gewinnung ist inzwischen natürlich nicht mehr üblich (und auch verboten). Nun wird dieser Stoff aus Natriumhydroxid und Kohlenstoffmonoxid über eine Reihe von Verfahren industriell hergestellt. Der chemisch korrekte Name ist Methansäure.

Sie findet in zahlreichen Gebieten Anwendung. Wird sie im Labor gelagert, dann ist ein Gefäß mit Ventil nötig, da bei der Zersetzung Gase entstehen. Wäre das Gefäß luftdicht verschlossen, dann würde es nach einer Zeit platzen. Wärme würde den Prozess beschleunigen. Die Dämpfe der klaren Flüssigkeit riechen stechend und rufen heftige Hautreizungen hervor. Nicht selten kommt es zu Verätzungen mit Reinigungsmitteln, die Ameisensäure enthalten. Doch trotz der Gefahr ist diese Verbindung besonders wirksam, und das in vielerlei Hinsicht.
Die Verwendung als Desinfektionsmittel ist allgemein bekannt. Aber auch in Putzmitteln, als Hilfsstoff in der Textil- und Lederindustrie und sogar als Lebensmittelzusatzstoff findet Ameisensäure Ihre Anwendung zur Konservierung.