Globuli von A bis A

Ambra Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Ambra oder Ambra grisea heißt übersetzt grauer Amber und ist ein Verdauungssekret des Pottwals. Dieses Ausscheidungsprodukt hat eine Schutzfunktion und soll verhindern, dass keine unverdaulichen Nahrungsbestandteile die Darmwände verletzen können.

Ambra gilt als homöopathisches Beruhigungsmittel und wird sehr häufig bei psychischen Beschwerden wie Nervosität, Erschöpfungszustände, Vergesslichkeit und Demenz verabreicht, kann aber auch bei Schlaflosigkeit und Verstopfung eingenommen werden.[1][2][3][4]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Ambra-Betroffene leiden an großer Erschöpfung und fühlen sich vollkommen ausgebrannt. Zudem sind sie nervös und depressiv verstimmt und haben eine Versagensangst. Gelingt etwas nicht nach Plan, ziehen sich Ambra-Patienten zurück, verlieren das Selbstvertrauen und isolieren sich von ihren Mitmenschen. Betroffene leiden häufig an Verstopfung. Insbesondere wenn andere Menschen in der Nähe sind, kann kein Stuhl entleert werden. Ambra-Patienten sind von einer zunehmenden Vergesslichkeit betroffen, manchmal leiden sie auch unter einer Demenz-Erkrankung. Die Betroffenen sind am Abend sehr müde. Sobald sie sich hinlegen, fühlen sie sich jedoch wach und können nicht einschlafen. Durch die nervöse Persönlichkeit treten häufig Herzklopfen und Atemnot (Dyspnoe) auf und es kommt des öfteren zu Zittern und Muskelzuckungen.[1][3][5]

Wo wirkt es?: Ambra wird in der Homöopathie im Bereich des zentralen Nervensystems eingesetzt, insbesondere wenn der Betroffene unter Gedächtnisschwäche oder Demenz leidet. Aber auch beipsychischen Beschwerden, beispielsweise bei Erschöpfungszuständen, großer Nervosität und Depression, können Ambra-Globuli verabreicht werden. Zudem kann Ambra Verdauungsbeschwerden, insbesondere Sodbrennen und Verstopfung (Obstipation), lindern.[6]

In welchem Alter?: Ambra-Globuli können prinzipiell in jedem Lebensalter verabreicht werden. Insbesondere ältere Menschen profitieren jedoch davon, vorwiegend bei zunehmender Vergesslichkeit oder Demenz oder bei Schlafstörungen und Erschöpfungszuständen. Aber auch Kinder, die über Erschöpfung und nervöse Überempfindlichkeit leiden, können Ambra Globuli einnehmen. Diese Kinder sind sehr schüchtern, haben Schwierigkeiten Freunde zu finden und stottern häufig in fremder Umgebung.[2][3][6]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Anwendungsgebiet von Ambra-Globuli ist sehr vielfältig, folgende Leitsymptome können aber genannt werden:

  • Ambra-Patienten leiden oft unter Erschöpfungszuständen, sie fühlen sich ständig überfordert, ziehen sich von ihren sozialen Kontakten zurück und können eine depressive Verstimmung entwickeln. Sie werden dabei unruhig und reagieren gereizt und hysterisch auf kleine Abweichungen ihrer Alltagsroutine.
  • Trotz der großen Erschöpfung und Müdigkeit leiden die Patienten unter Schlaflosigkeit, da sie so nervös und überreizt sind und sich häufig auch während der Nacht unbegründete Sorgen machen.
  • Häufig sind auch ältere Menschen betroffen, die zunehmend vergesslich und verwirrt werden und Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren. Ihnen ist oft schwindlig und sie haben schwache Nerven. Auf Fragen geben sie oftmals keine adäquate Antwort, sondern albern herum oder reden einfach weiter.
  • Bei Ambra-Patienten spielt die Nervosität eine große Rolle. Dabei entstehen häufig Herzbeschwerden, bei denen keine organische Ursache gefunden werden kann. Das Herz fängt wie wild an zu klopfen, was sogar zu Atemnot führen kann. Oft leiden die Betroffenen auch unter nervösem Husten, der eher trocken und krampfartig ist, oder an nervösem Asthma.
  • Sehr oft leiden Ambra-Betroffene unter Verdauungsbeschwerden, insbesondere unter Verstopfung und Sodbrennen.[1][2][6]

Verbesserung: Die Beschwerden können im Freien und in der Natur gebessert werden.

Verschlechterung: Eine Verschlechterung der Symptome tritt abends beim Einschlafen, morgens beim Aufwachen und in Gegenwart von anderen Menschen ein. Aber auch in einem warmen Zimmer, durch Essen und Musik können die Beschwerden verschlimmert werden.[6]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ambra-Patienten haben eine äußerst nervöse Persönlichkeit, sind unruhig und stehen unter einer starken inneren Anspannung. Sie sind völlig ausgelaugt und überarbeitet und leiden sehr unter diesen Erschöpfungszuständen. Sie sind sehr schüchtern und leben gerne in ihrem gewohnten Umfeld. Häufig entsteht die Überreizbarkeit durch mehrere Probleme oder Schicksalsschläge, die nicht verarbeitet werden können. Die Betroffenen ziehen sich zunehmend zurück, isolieren sich von den Mitmenschen und es kommt häufig zur Ausbildung einer Depression. Ambra-Patienten werden zunehmend vergesslich und sind verwirrt, häufig leiden sie auch unter einer Demenz.[6][7]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ambra-Patienten haben reißende Kopfschmerzen (Cephalgie), die am Haupt lokalisiert werden und meist mit Schwindel (Vertigo) und einem Schwächegefühl einhergehen. Während der Kopfschmerzattacken wird ihnen häufig sehr heiß. Durch die Erschöpfungszustände fühlt sich der Kopf meist schwer und überladen an.[1][7]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten sind oft von Haarausfall betroffen oder leiden an einer gestörten Hörwahrnehmung, sie vernehmen beispielsweise ein pfeifendes Geräusch (Tinnitus) oder nehmen Geräusche gedämpft wahr. Häufig verspüren sie einen Druck in den Augen, der durch das Schließen der Augen gebessert wird. Zudem neigen die Betroffenen dazu, Gerstenkörner (Hordeolum) zu bekommen. Bei Schnupfen (Rhinitis) ist die Nase schnell verstopft, das gräuliche Sekret macht die Nasenschleimhaut wund und es kommt häufig zu Nasenbluten (Epistaxis).[2][7]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Atemwegserkrankungen sind Ambra-Patienten häufig von einem trockenen und bellenden Husten (Tussis) betroffen, der mit Krämpfen oder Würgereiz einhergeht. Dabei wird ein weißlich oder leicht bläuliches Sekret abgehustet. Bei nervöser Überreiztheit beginnt das Herz zu rasen, der Patient verspürt ein unangenehmes Herzklopfen und bekommt eine Atemnot.[1][7]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Sehr häufig leiden Betroffene an Sodbrennen, insbesondere nach dem Genuss von Milch. Nach dem Essen kann es zu Übelkeit (Nausea) oder Erbrechen (Emesis) kommen oder es tritt eine vermehrte Gasbildung auf, wodurch die Patienten häufig aufstoßen müssen. Ambra-Patienten neigen zu Verstopfung (Obstipation) und haben nur Stuhldrang, wenn sie sich ungestört fühlen. Sind andere Menschen in der Nähe, kann kein Stuhl entleert werden.[6][7][8]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ambra-Betroffene leiden sehr häufig an Harnwegsinfekten mit einem brennenden oder juckenden Schmerz an der Scheide. Der Harn riecht dabei säuerlich und ist trüb und es kann zu einem willkürlichen Abgang von Urin (Inkontinenz) kommen.[7]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Weibliche Ambra-Betroffene haben häufige Zwischenblutungen, die beispielsweise durch Stress, Verstopfung oder Bewegung ausgelöst werden können. Zwischen den Regelblutungen tritt meist weißlicher Ausfluss aus der Scheide (Leukorrhoe) auf. Ambra-Patienten verspüren oft einen Juckreiz an den Genitalien oder an den Oberschenkeln und haben entweder ein gesteigertes oder gar kein sexuelles Verlangen.[7]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Arme und Beine fühlen sich häufig kalt, schwach und tauban. Ambra-Betroffene neigen zu krampfartigen Schmerzen, die auch die Feinmotorik einschränken lässt. Dabei kommt es häufig zu Schreibkrämpfen und nächtlichen Wadenkrämpfen.[7]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut ist sehr trocken und es können Missempfindungen wie ein Brennen und Jucken auftreten. Häufig kommt es zu rötlichen Ausschlägen. Insbesondere an den Genitalien und an den Oberschenkeln wird ein großer Juckreiz verspürt. Manchmal kann sich die Haut aber auch taub anfühlen.[7][8]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Obwohl Ambra-Patienten kalte Gliedmaßen haben mit lokalem Taubheits- und Kältegefühl, sind es sehr hitzige Menschen, die insbesondere in der Bauchgegend und zwischen den Oberschenkeln stark schwitzen können.[7]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Betroffene leiden unter Schlaflosigkeit (Insomnie), obwohl sie ständig erschöpft und müde sind. Ihre Nervosität, innere Anspannung, Überreiztheit und das Kreisen der Gedanken lässt die Patienten nicht einschlafen. Insbesondere wenn Probleme nicht verarbeitet werden, können schreckliche Alpträume auftreten.[7]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Arnica

Arnica montana, das Bergwohlverleih, gehört in der Homöopathie zu den Schock- und Verletzungsmitteln. Arnica-Patienten sind aber sehr schreckhaft, reagieren auf Berührung gereizt und wollen in Ruhe gelassen werden. Häufig sind es sehr unruhige, nervöse Persönlichkeiten mit unerklärbaren Angstzuständen, beispielsweise vor einer großen Menschenansammlung. Durch diese Ängste können Betroffene nur schlecht schlafen, wachen während der Nacht sehr häufig auf und haben Alpträume. Typisch für Arnica-Betroffene sind ein verlangsamtes Gedächtnis und eine Konzentrationsschwäche.[9]

Bovista

Der Staubschwamm, eine Pilzart, ist indiziert bei Menschen, die sich durch eine chaotische, ungeschickliche, aber äußerst liebenswerte Persönlichkeit auszeichnen. Sie sind aber, wie Ambra-Patienten sehrzerstreut und vergesslich. In der Nacht träumen sie sehr viele wirre Dinge. Die Haut juckt und es bilden sich häufig Ausschläge. Anders als Ambra-Betroffene, suchen Bovista-Patienten die Gesellschaft und fühlen sich alleine sehr unwohl. Auch leiden sie nicht unter Verstopfung, vielmehr an chronischen Durchfällen mit schweren Bauchkrämpfen.[10]

China officinalis

China officinalis, die Chinarinde, kann bei großer Schwäche und körperlicher Erschöpfung eingenommen werden. Sie werden in der Krankheit zunehmend ausgelaugter, gleichgültiger und depressiver. Durch den Schlafmangel und die Schwäche sind China-Patienten meist schlecht gelaunt und können bösartig zu ihren Mitmenschen sein. Es fällt ihnen immer schwerer eine geistige Arbeit zu verrichten. China-Betroffene fühlen sich so geschwächt, dass sogar das Sitzen manchmal Herzklopfen und Atemnot auslösen kann. Typisch für China-Patienten sind Verdauungsstörungen, die sich durch Übelkeit, Erbrechen, Blähungen und Durchfällen bemerkbar machen.[11]

Glonoinum

Glonoinum, das Nitroglyzerin, kann schwachen und erschöpften Patienten verabreicht werden. Die Betroffenen zeigen eine große geistige Verwirrung und manchmal können sie nahe Verwandte nicht mehr erkennen. Wenn ihnen geholfen wird, reagieren sie jedoch äußerst gereizt, da sie sich ihre Hilflosigkeit nicht eingestehen wollen. Glonoinum-Patienten sind hitzige Menschen, die Arme und Beine fühlen sich aber meist kalt an. Neben Durchfällen kommt es immer wieder zu Verstopfungen mit Bauchschmerzen. Sehr häufig kommt es zu einem Blutstau im Kopf oder im Herzen, den Betroffenen wird dann schwindlig und sie verspüren ein Herzrasen und Atemnot.[12]

Hintergrundinformationen

Ambra grisea ist, wie beschrieben, ein Sekret, das im Verdauungstrakt von Pottwalen gebildet wird. Die wachsartige Substanz kann im Meer treibend gefunden werden, wird aber auch an Land gespült und dort eingesammelt. Frischer Amber riecht eher abstoßend, bei einer längeren Lagerung wird Ambra durch die Einflüsse von Sonne, Wasser und Luft jedoch hart und bekommt einen angenehmen Geruch. Im orientalischen Raum wird Ambra grisea auch als Aphrodisiakum und Gewürz verwendet.[13]