Globuli von B bis B

Atropa belladonna Globuli

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Atropa Belladonna Globuli werden aus dem Gift der Tollkirsche (Atropa Belladonna) gewonnen. Die Tollkirsche zählt zu den Nachschattengewächsen und enthält das Toxin Atropin, welches auf das Nervensystem wirkt. Durch Einnahme des Gifts wird der Körper in einen erregten Zustand versetzt, so dass beispielsweise der Herzschlag zunimmt und die Pupillen sich stark erweitern. Letztere Wirkung wurde im Mittelalter von den Frauen ausgenutzt, um attraktiver zu wirken. Daher rührt auch der Name Belladonna, welcher „schöne Frau“ bedeutet.

In der Arzneimittellehre weist Hahnemann auf die kraftvolle Wirkung der Atropa Belladonna hin. Hahnemann zufolge, ist bereits die kleinste Gabe heilsam für den akutesten Fall. Die Anwendung von Atropa Belladonna sollte unter professioneller Aufsicht erfolgen, um sicher zu stellen, dass die richtige Potenzierung gewählt wird. [1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei welchen Beschwerden?: Atropa Belladonna hat eine ausgesprochen starke Wirkung auf das Nervensystem. Dieses wird in seiner Funktion in ein sympathisches und parasympathisches Nervensystem eingeteilt. Während der Sympathikus den Körper in einen erregten Zustand versetzt, ist der Parasympathikus für körperliche Entspannung verantwortlich. Überwiegt folglich die sympathische Wirkung des Nervensystems, kommt die Verdauung zum Stillstand, die Gefäße verengen sich, das Herz schlägt schneller und kräftiger, die Atmung wird vertieft, der Geist ist wachsam, die Pupillen erweitert und die Muskeln angespannt.

Atropa Belladonna stimuliert jene Wirkung des Sympathikus und hemmt gleichzeitig das parasympathische Nervensystem. Hierdurch provoziert Atropa Belladonna Zuckungen oder gar Krämpfe, die wie elektrische Schläge den Körper schmerzhaft durchfahren. Der Geist wird wild erregt und dadurch in einen schlaflosen Zustand versetzt. Zudem sind die Sinne geschärft und wachsam für jegliche Reize aus der Umgebung.

Die Blutzirkulation wird angeregt, so dass es zu einer verbesserten Durchblutung jeglicher Areale des Körpers kommt. Die Gefäße pulsieren, die Haut ist gerötet und geschwollen. Der Kranke empfindet dadurch eine heftige, brennende Hitze am gesamten Körper. Jene Menschen sind ausgesprochen nervös, ängstlich sowie sensibel. Jegliche Eindrücke aus der Umwelt werden lebhaft aufgenommen und außerordentlich tief und heftig empfunden, wobei ein rasches und extremes Umschlagen des Gemütszustandes nicht selten ist.

In der Homöopathie wird die Arznei zu den wichtigsten Mitteln bei entzündlichen Krankheitsbildern gezählt, weshalb Atropa BelladonnaGlobuli häufig bei fieberhaften Mittelohr- und Halsentzündungen zum Einsatz kommen. Besonders bei plötzlich einsetzenden, heftigen Beschwerden kann die Arznei zur Therapie verwendet werden, wobei sowohl Kinder, als auch Erwachsene von der Anwendung profitieren können.

Atropa Belladonna für KinderKinder sind besonders häufig vom Krankheitsbild der Atropa Belladonnabetroffen. Sie zeichnen sich beispielsweise durch große Unruhe aus, welche durch unaufhörliches Hin- und Herwenden des Körpers charakterisiert ist. Die Kinder können nicht stillsitzen und haben ständig den Drang fortzumüssen. Hohes Fieber, Halsentzündungen, Ohrenbeschwerden und Wut- sowie Trotzanfälle führen oft zu Belladonna als mögliche Arznei.

In welchem Alter?: Atropa Belladonna Globuli können in jedem Alter angewendet werden. Es gilt jedoch besonders als bewährte Arznei bei Kindern.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Atropa Belladonna Globuli werden häufig bei brennenden, trocknen Schleimhäuten im Rahmen von Halsentzündungen (Pharyngitis) verordnet. Jene Beschwerden entstehen in der Regel bei einer Erkältung oder auch bei typischen Kinderkrankheiten wie Scharlach, Keuchhusten oder Masern. Folgende Leitsymptome charakterisieren das Krankheitsbild des Atropa Belladonna Kranken:

  • Besonders typisch für den Atropa Belladonna Kranken sind sehrplötzlich einsetzende, heftige Beschwerden. Von einer Sekunde auf die andere wird er von einem stark ausgeprägten Anfall unterschiedlicher Symptome geplagt. Die Beschwerden klingen jedoch meist genauso schnell ab, wie sie entstanden sind.
  • Die Haut ist feuerrot, heiß und trocken, so dass der Atropa Belladonna Kranke von einer brennenden Hitze gequält wird. Der gesamte Körper glüht förmlich, während die Füße und Hände meist kühler sind als der restliche Körper.
  • Ebenso typisch ist ein kräftiger, schneller Pulsschlag, der mit bloßem Auge an der Halsschlagader (A.carotis)sichtbar wird.
  • Starke Kopfschmerzen, welche klassischerweise einen klopfenden, hämmernden oder pochenden Charakter aufweisen. Jener Schmerz wird von einem heftigen Druckgefühl begleitet, der Kopf droht auseinanderzutreiben oder gar zu zerspringen. Der von innen drückende Schmerz kann hierbei durch Gegendruck von außen gemindert werden. Der Kopf fühlt sich schwer an, als wolle er herunterfallen. Bei jedem Schritt scheint das Gehirn sich im Schädel auf und ab zu bewegen. Es drückt hierbei bei jeder Senkung gegen die Stirn, was die Beschwerden verschlimmert. Darüber hinaus, kann der Kranke seinen eigenen Herzschlag im Kopf wahrnehmen.
  • Außerdem zeichnen sich die Kranken durch eine ausgesprocheneÜberempfindlichkeit der Sinne aus, so dass bereits geringste Umwelteindrücke schnell Erschrecken auslösen können. Äußere Reize, wie Licht, Berührungen oder Geräusche verschlechtern die Symptomatik, die sich oft mit Fieber ankündigt.[3]

Verbesserung: Die Beschwerden werden durch Wärme und Ruhe gebessert. Biegen und Krümmen seines Körpers bei kolikartigen Bauchschmerzen oder das Rückwärtsneigen des Kopfes bei Kopfschmerzen.

Verschlechterung: Besonders Sonnenhitze kann zu einem akuten Ausbruch der Symptome führen. Aber auch Zugluft oder Berührungen des Kopfes lösen eine Verschlechterung aus. Beispielsweise verträgt der Kranke weder das Waschen, noch das Schneiden seiner Haare. JeglicheErschütterung, leichtester Druck oder nur geringste Bewegung kann die Symptomatik verschlimmern. [4]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Atropa Belladonna Kranke zeichnet sich durch eine starke Überempfindlichkeit seiner Sinne aus. Jegliche Reize aus seiner Umgebung lösen leicht Erschrecken aus.Darüber hinaus, ist ein aufgeregter, wilder, lautstarker Charaktertypisch. Der Kranke schreit laut auf, spricht hastig und wirkt in der Regel sehr unruhig. Er wird von wilden Wahnzuständen geplagt. Hierbei denkt er sowohl Ungeheuer, als auch unheimliche Geister sehen zu können. Er versucht angestrengt jenen Wahngedanken zu entfliehen, sich zu verkriechen. Dabei redet er schnell und hastig unsinniges Zeug. Sein aufgeregtes Gemüt hat ständig das Verlangen zu Streiten und sucht den Konflikt mit anderen Menschen. Jene Gefühlsausbrüche sind jedoch in der Regel nur im Zusammenhang mit Krankheitszuständen anzutreffen. Ist der Atropa Belladonna Typ gesund, gleicht er einem Engel. Dann ist er gut gelaunt, singt, pfeift, tanzt und lacht viel.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Klopfende, hämmernde aber vor allem drückende Kopfschmerzen, welche besonders stark in der Schläfengegend ausgeprägt sind, gelten als sehr typisch für den Atropa Belladonna Kranken. Der Kranke verspürt ein heftiges Pressen im gesamten Kopf, welches von innen nach außen drückt und den Kopf zu zersprengen droht. Das Gehirn scheint sich ferner aus dem Kopf hinausdrücken zu wollen. Die Schmerzen verschlimmern sich durch Bewegung, Berührung oder Zugluft am Kopf. Beim Vorwärtsbücken presst sich das Gehirn dich an die Stirn, als wolle es dort durchtreten. Wird der Kopf hingegen rückwärts geneigt, klingen die Beschwerden ab. Der Kranke hat das Gefühl, als würde sein Gehirn im Kopf wie Wasser hin und her schwappen. Bei jedem Schritt scheint das Gehirn gegen die Stirn zu schlagen. Dadurch überkommt ihn Schwindel, welcher beim Bücken oder Aufrichten schlimmer wird.Die Haare sind trocken, gespalten und fallen schließlich aus.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht des Atropa Belladonna Kranken ist von brennender Hitze und feuerroter Farbe gekennzeichnet. Es können scharlachrote Flecken auftreten, welche überall am Körper zu finden sein können, jedoch vorrangig das Gesicht betreffen. Das gesamte Gesicht ist angeschwollen, wobei besonders die Wangen und Lippen vergrößert erscheinen. Die Schwellungen können sehr schmerzhaft sein, so dass der Kranke das Gesicht verzerrt. Der Kranke wirkt wild und rasend. Dies wird durch nervöse Zuckungen weiter verstärkt. Die dunkelrote Gesichtsfarbe kann durch jegliche Schmerzen im Körper hervorgerufen werden und tritt abwechselnd mit Gesichtsblässe auf. Typischerweise ist der Atropa Belladonna Kranke durch ein sehr rotes, heißes Gesicht bei eiskalten Gliedmaßen charakterisiert.

Augen: Sie glänzen, funkeln und wirken, als träten sie hervor. Jener Sinneseindruck entsteht durch erweitere Augenlider mit weit offenen stehenden Augen. Der Atropa Belladonna Kranke sieht ferner häufig Lichtblitze in roter oder gelber Farbe. Selbst bei geschlossenen Augen treten lebhaften Gesichtstäuschungen auf. Eine brennende Trockenheit der Augen, des Mundes und der Nase können auftreten. Durch Schließen der Augen entsteht ein heißer, beißender Film von Tränenflüssigkeit über dem Auge. Dies wird durch einen hohen Salzgehalt der Tränenflüssigkeit verursacht. Hierbei können juckende Stiche in den inneren Augenwinkeln auftreten, welche durch Reiben kurzzeitig zu verschwinden scheinen.[2]

Ohren: Besonders Kinder werden häufig von quälenden Ohrenschmerzen geplagt, worauf sie mit unentwegtem Weinen reagieren. Das Kind leidet hierbei an abwechselnd drückenden und reißenden Schmerzen im Gehörgang, welche sich über die gesamte Gesichtshälfte ausbreiten können. Zudem können stechende Schmerzen auftreten. Jene Schmerzen können beispielsweise durch Kauen provoziert werden. Das Kind schreit im Schlaf laut auf und ist schmerzgeplagt. Beim Reden kann es seine eigene Stimme hören oder stetig Ohrgeräusche wahrnehmen. Jene Symptome treten in der Regel in Zusammenhang mit Mittelohrentzündungen (Otitis media) auf. Hierbei kann es auch zu blutiger Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr kommen (Mucotympanon), so dass die Trommelfelle rot erscheinen.

Mund / Hals: Der Mund ist ausgetrocknet und die Zunge rot, wie eine Erdbeere (Scharlachzunge).Hierbei handelt es sich um eine bakteriell bedingte Infektionskrankheit, die im Kindesalter auftritt. Beim Scharlach ist die Zunge meist durch einen tief roten Zungenrand gekennzeichnet, während die Zungenmitte weiß erscheint. Bei Kindern kann häufig beobachtet werden, dass sie die Zunge rausstrecken, da diese stark angeschwollen sein kann. Häufig tritt gleichzeitig ein Anschwellen der Gaumenmandeln auf, welche dann tiefrot verfärbt sind. Das Schlucken kann dann sehr schmerzhaft sein. Hierbei werden meist heftige, stechende Schmerzen wahrgenommen, die tief den Hals hinunterziehen. Der gesamte Hals ist entzündlich verändert (Pharyngitis). Durch die ausgetrocknete Schleimhaut werden brennende Schmerzen verursacht. Die Beschwerden sind typischerweise rechts schlimmer als links ausgeprägt. Das Schlucken fällt ebenso schwer und ist sehr schmerzhaft, weshalb die Kinder in der Regel nur wenig oder kaum etwas essen oder trinken wollen. Das Kind trinkt dann in kleinen Schlucken und muss die Flüssigkeit hinunterwürgen. Das Trinken fällt mit nach vorn gebeugtem Kopf bei angezogenen Knien leichter. Der Kranke greift sich vor Schmerzen an den Hals. 

Außerdem wird häufig Zähneknirschen im Schlaf beobachtet, dabei beißt der Kranke seine Zähne heftig zusammen und drückt beide Kieferhälften mit aller Gewalt gegeneinander. Die Zähne können so fest aufeinander gepresst werden, dass ein Zahnausbrechen kann. Dadurch können Zahnschmerzen provoziert werden.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es tritt sehr häufig Husten auf, welcher vor allem bei Kindern extrem stark ausgeprägt sein kann. Verursacht wird dieser durch ein ständiges Kitzeln im Hals, als würde Staub in den Luftwegen festsitzen. Der Husten klingt bellend und kann so heftig sein, dass das Kind nach Luft schnappt. Es weint vor Angst, ersticken zu müssen. Es atmet schnell, mit kurzen und flachen Atemzügen, wobei es laut aufstöhnt. Gelegentlich kann es auch zum Abhusten von Blut kommen (Hämoptysis).Sehr typische für den Atropa Belladonna Kranken ist ein schneller Herzschlag mit kräftigem Pochen. Das Herz wirft mit jedem Schlag eine vermehrte Menge von Blut in den Körperkreislauf aus, so dass in der Peripherie die Adern kräftig zu pulsieren beginnen. Besonders an Hals und Schläfen kann ein pulssynchrones Pochen der Arterien sichtbar sein.Darüber hinaus, kann es zum Auftreten von drückenden Schmerzen in der Brustgegend kommen, welche bei körperlicher Anstrengung zunehmen und in Ruhe besser werden.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Atropa Belladonna Kranke verspürt Verlangen nach Zitrone oder Limonade, während Fleisch, Saures, Kaffee, Milch und Bier großen Widerwillen und Ekel hervorrufen können. Es kann zu sofortigem Erbrechen des Gegessenen kommen. Dann ist er schwach, in Schweiß gebadet und liegt mit krampfenden Bauchschmerzen am Boden. Der Bauch ist schmerzhaft aufgetrieben, so dass jegliche Berührung zu einer Verschlimmerung der Beschwerden führt.Besonders in der Magengegend wird ein stechender Schmerz empfunden, der tief in die Magengrube zieht. Damit einhergehend können grünlich verfärbte Stühle auftreten.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kann zu unwillkürlichem Harnabgang tags- und nachts kommen. Nach der Entbindung neigen Patientinnen zu unwillkürlichen Harnverlusten (postpartale Inkontinenz). Der Urin kann feuerrot gefärbt sein, wobei hierfür unter Umständen keine Krankheitsursache gefunden werden kann (idiopathische Hämaturie).

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Hoden des Mannes sind von harter Konsistenz und häufig entzündet. Es kann zu vermehrtem Schwitzen in der Genitalregion kommen.Bei Frauen kann eine hellrote Monatsblutung beobachtet werden. Diesetritt meist frühzeitig ein und geht mit starken, heißen und schwallartigen Blutabgängen einher. Vor dem Eintritt der Regelblutung kann es zu vermehrter Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit kommen. Häufig heftige Brustschmerzen mit einem starken Spannungsschmerz auf. Die Brust kann rote Streifen aufweisen, welche strahlenförmig von der Brustwarze aus verlaufen.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Kranke kann an Zuckungen oder Krämpfen in den Gliedmaßenleiden. Beim Schlafen liegt er dann mit überkreuzten Beinen im Bett und kann aufgrund der Muskelspannung die Beine kaum aus ihrer starren Position lösen. Der Atropa Belladonna Kranke kann zudem an schneidenden, stechenden Schmerzen in der Muskulatur, der Oberschenkelmuskel ist häufig betroffen. Steifigkeit beim Gehen, welche durch sich schwer und steif anfühlende Muskeln verursacht wird. Außerdem treten häufig Schwellungen an den Gelenken auf, welche die Beweglichkeit einschränken können. Die Gelenke schmerzen, wobei typischerweise die Schmerzen strahlenförmig ausstrahlen und gelegentlich auch mit roten Hautstreifen einhergehen.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut ist hellrot bis feuerrot gefärbt und brennend heiß. Der Körperschwitzt vermehrt, so dass die Haut meist glänzend erscheint. Besonders typisch für Kinder ist auch die begleitende Hautreaktion bei Infekten, welche sich durch roten, schuppigen Ausschlag kennzeichnet. Die Haut ist oft schmerzhaft entzündet, brennt und juckt unangenehm.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Sehr charakteristisch ist das vermehrte Schwitzen des gesamten Körpers. Die Hülle ist heiß, während der Kern friert. Folglich empfindet der Kranke stets eine innerliche Kälte, während seine Haut brennend heiß erscheint. Außerdem kann ihn abwechselnde Hitze und Kälte überkommen. Erst fröstelt er am ganzen Körper und einige Stunden später steigt heftige Hitze auf, welche vorrangig im Gesicht zu spüren ist.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Kranke ist aufgrund seiner starken körperlichen Beschwerden sehr müde. Sein aufgeweckter Geist, seine geschärften Sinne und sein unruhiges Gemüt halten ihn jedoch stets vom Schlafen ab, so dass er von ständiger Schlaflosigkeit geplagt ist. Gelingt es ihm einzuschlafen, so ist der Schlaf nicht erholsam. Er zuckt am ganzen Körper, stöhnt auf oder spricht wirr. Seine Träume handeln von Zank, Feuergefahr, Räubern, Mördern oder anderen schrecklichen Visionen. [1][4]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Aconitum napellus

Der Aconitum Typ ist ebenfalls von einer Sekunde auf die andere krank und leidet unter plötzlich ausbrechenden Beschwerden, welche sehr heftig ausgeprägt sein können. Die Entzündungen, die ihn häufig plagen, gehen mit starken Rötungen und quälenden Schmerzen einher. Sie verschwinden, ähnlich wie beim Belladonna Kranken genauso schnell, wie sie aufgetreten sind. Im Unterschied sind jedoch die Hände sehr heiß, während nur die Füße kalt sind. Darüber hinaus besteht die Gesichtsröte vermehrt im Liegen und verschwindet beinahe vollständig, sobald sich der Aconitum Kranke aufsetzt. Die Aconitum Globuli werden aus der Pflanze Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) gewonnen und vermehrt bei fieberhaften Infekten, Schock- und Schreckzuständen eingesetzt.

Apis mellifica

Apis gilt genauso wie Atropa Belladonna als bewährtes Mittel gegen Entzündungen. Es hilft ähnlich bei bevorzugt rechtsseitigen Beschwerden. Jedoch treten bei Apis vermehrt wassersackähnliche Schwellungen des Körpers auf, welche mit blassroter Verfärbung einhergehen. Die Globuli werden aus Honigbienen hergestellt und können sich zur Therapie von starken Schwellungen und Entzündungen eignen, welche durch allergische Reaktionen bei Bienenstichen auftreten können.

Bryonia alba

Bryonia stellt ebenso wie Atropa Belladonna eines der wichtigen Fieber- und Entzündungsmittel dar. Es kann bei starken Schmerzen und Beschwerden helfen, welche durch Wärme oder Hitze schlimmer werden. Hingegen wird Bryonia eher bei langsam entstehenden Symptomen eingesetzt, welche sich mit der Zeit entwickeln. Zudem hilft bei jenem Krankheitsbild fester Druck auf die kranke Körperregion, während bei Atropa Belladonna jegliche Berührung zu einer Verschlechterung der Beschwerden führt. Bryonia wird aus der Pflanze der Weißen Zaunrübe (Bryonia) gewonnen und sehr gern zur Therapie von Entzündungen eingesetzt.[3]

Hintergrundinformationen

Die Arznei wird aus der Pflanze Atropa Belladonna gewonnen, welche auch unter dem Namen Tollkirsche oder Teufelsbeere bekannt ist. Die Pflanze wird zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae) gezählt und ist als heimische Heilpflanze in Europa weit verbreitet. Die Früchte sind pechschwarz, von rundlicher Form und werden ungefähr so groß wie Kirschen. Die mehrjährige Pflanze wächst zwischen 50 und 150 cm hoch und ist an Waldrändern, lichten Stellen in Misch-, Laub- und Nadelwäldern zu finden. Sie liebt lockeren, etwas kalkhaltigen und humusreichen Boden.

An dieser Stelle soll noch einmal darauf hingewiesen werden, dass die Tollkirsche eine hochgiftige Pflanze ist, deren Verzehr tödlich sein kann. Besonders bei Kindern ist Vorsicht geboten, da die Beeren über einen süßlichen Geschmack verfügen, was zum Essen der Früchte verleitet. Vom angenehmen Geschmack werden auch viele Tiere, besonders Vögel angelockt. Für diese ist die Tollkirsche jedoch nicht tödlich.Das Gift der Pflanze ist das Atropin, welches in der Medizin weitverbreitete Anwendung findet. Besonders von Augenärzten wurde es lange Zeit zum Weittropfen der Pupillen verwendet, um anschließend einen erleichterten Blick auf die Netzhaut zu haben. Heutzutage werden ähnliche Arzneien verwendet, die jedoch über eine kürzere Wirkdauer verfügen. Außerdem wird Atropin in der Notfallmedizin eingesetzt, wo es als wichtiges Medikament bei Kreislaufstillstand zum Einsatz kommt und unverzichtbar ist.[5]