Globuli von B bis B

Berberis Globuli

© panthermedia.net / Alla Iatsun

Berberis ist ein Sauerdorngewächs, je nach Gegend auch bekannt unter dem Synonym Essigbeere, Hasenbrot, Spießdorn.

Für die Herstellung der Globuli wird als Ausgangsstoff die getrocknete Rinde der oberirdischen Teile und der Wurzeln verwendet. Es sind mindestens 2,0% Alkaloide enthalten (Berberin). [2]

Die Anwendung der Berberitze in der Heilkunde ist seit dem Mittelalter beschrieben. Der Beerensaft galt als Appetitanregend, ein Tee aus den Wurzeln zubereitet verschaffte Erleichterung bei Verstopfung und geminderter Gallebildung. Den Hauptbezug hat diese Heilpflanze jedoch zum Harnsystem und der Muskulatur. Insbesondere bei Gichtleiden (Harnsauer Diathese), Steinleiden (Nieren- und Gallensteine), sowie den Rheumatischen Folgen stand Berberitze schon in der Volksheilkunde hoch im Kurs. [1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Berberis ist gleichermaßen für jede Person geeignet. In der Schwangerschaft darf es nur unter Aufsicht eines erfahrenen Therapeuten angewendet werden, da die Muskulatur der Gebärmutter angeregt werden kann. [3]
Die Anwendung ist häufiger bei Personen angezeigt, die erschöpft sind, vorzeitig gealtert erscheinen und von Gichtbeschwerden geplagt werden. [3]

Wo wirkt es?: Berberis hat eine starke Wirkung auf Rheumatische Beschwerden, Gicht, Nieren- und Gallenleiden, sowie dadurch bedingte Rückenschmerzen, Gelenkbeschwerden (Entzündungen) und Koliken.

In welchem Alter?: Berberis kann man in jedem Alter einnehmen. Es wird aber in den meisten Fällen bei Erwachsenen, insbesondere bei älteren Menschen eingesetzt.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Charakteristische Symptome: Betroffene klagen über stechende, schießende Schmerzen, die plötzlich und heftig an verschiedenen Stellen auftreten und die Lokalität wechseln. Oft strahlen sie von einem Punkt aus, wie es bei Koliken beschrieben wird. Auch die Rückenschmerzen/Kreuzschmerzen können in verschiedene Richtungen ausstrahlen.
Bewegungsunabhängige Gelenkschmerzen, die plötzlich einsetzen und den Betroffenen unruhig machen. Gicht und Rheumabeschwerden bei gleichzeitigem Auftreten von Beschwerden der Nieren und / oder Blase.
Die Harnproduktion ist unregelmäßig und von Störungen gekennzeichnet, es kann auch zu roten ziegelmehlartige Ablagerungen im Harn kommen (Sediment). [3]
Schmerz brennend und stechend im Rücken, in den Nieren und ableitenden Harnwegen (Nierenkolik, Gallenkolik).

Verbesserung: Insbesondere bei Nierenschmerzen und bei Koliken bringt Ruhe Erleichterung. [4]

Verschlechterung: Bei Bewegung, Laufen, Fahren, schon bei der kleinsten Erschütterung (festes Auftreten; Aufstehen vom Sitzen), besonders bei Nierenbeschwerden (Koliken). Bei der Harnentleerung werden die Schmerzen heftiger empfunden. [4]Druck verschlimmert stechende Schmerzen in der Gallenblasengegend.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei fortschreitender Krankheit wird der Patient durch die Beschwerden sehr beeinträchtigt. Die Schwäche des Patienten ergreift ihn so sehr, daß die Konzentration nachlässt, er wird vergesslich, hat Erinnerungslücken und verfällt in melancholische Gedanken.
Das kann zur völligen Abgeschlagenheit führen mit Teilnahmslosigkeit durch die Erschöpfung. Die Patienten werden Schweigsamkeit geprägt und im Zwielicht erscheinen Gegenstände größer . [4]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wandernde und in alle Richtungen ausstrahlende Kopfschmerzen werden im Knochen empfunden. Die Ausstrahlungen werden meist vom Auge oder vom Ohr ausgehend zum Hinterkopf beschrieben. Eine Eigenart ist die Empfindung des Betroffenen der Kopf sei vergrößert. [3]Durch körperliche Anstrengung kommt es zu Kopfschmerzen mit dem Gefühl als hätte man eine Kappe auf dem Schädel, in manchen Fällen begleitet von Schwindel. [4]
Dumpfer Kopfschmerz mit Besserung im Freien und Verschlimmerung bei Bewegung. [7]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Krankheit steht dem Patienten förmlich im Gesicht geschrieben; eine kränkliche blasse Erscheinung mit eingefallenen Wangen, tief liegenden Augen mit blauen Augenringen und der sichtbar zehrenden Erschöpfung.Trockene Augen mit Entzündung, brennender Schmerz mit Sandgefühl im Auge. Gefühl der Kälte mit Tränenfluss beim Augenschliessen. [7]
Die Nase ist verstopft mit Katarrhen der Nasen- und Stirnhöhlen. [4]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Magen fühlt sich „gereizt“ an und es erscheinen immer wieder Verdauungsbeschwerden., mit dem Wechsel von Heißhunger bis zur Appetitlosigkeit. Falls es zum Erbrechen kommt, dann ist es mit dem bitteren Geschmack der Galle verbunden. Ein reißender Schmerz in der Lebergegend strahlt in alle Richtungen aus, es kommt zu Gallenkoliken, die durch die krampfhaften unerträglichen Schmerzen zu Atembeschwerden führen[3]. Die Patienten klagen über Blähungen nach dem Essen und Schmerzen in der Magengegend nach kalten Getränken. Stellt sich Übelkeit ein, dann wechselt diese mit Hunger und bessert sich nach dem Essen. [4]Die Farbe des Stuhls ist verändert. Gelbe Stühle sind in breiiger Form bis hin zu dünnflüssiger Konsistenz möglich. Häufiger ist lehmfarbener Stuhl zu beobachten, der mit den wandernden Schmerzen (ausstrahlend) einhergeht [3].
Im weiteren Verlauf der Krankheit kann sich eine Obstipation (Verstopfung) einstellen, der Stuhl ist aber immer noch hell, lehmfarben, weißlich. Dies ist auf die Leberstörung zurückzuführen, die Produktion der Galle ist gestört oder der Abfluss ist verlegt (Gallensteine).
Um den After herum leidet der Patient an brennenden stechenden Schmerzen vor während und nach dem Stuhlgang. Es bilden sich Analfisteln und unter Umständen besteht eine Herpesinfektion am After[3].

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die  Lenden-Nieren-Gegend ist äußerst druckempfindlich. Erschütterungen sind das Schlimmste, es folgen unerträgliche Schmerzen. Der Patient meidet jeden Schritt. Eine Treppe hinabzugehen ist eine Tortur. Nur vorsichtig und sehr behutsam bewegt sich der Leidende, um jegliche Stöße (auch nur geringste) zu vermeiden.Im Urin sind Ablagerungen (Sedimente), die auf die Funktionsstörung der Niere zurückzuführen sind. Der Patient scheidet dunklen Urin aus, hat starken Harndrang mit brennenden Schmerzen. Es fließt nur spärlicher Urin. Bei Nierenkoliken macht sich ein Stein aus dem Nierenbecken auf den Weg nach draußen. Beim Mann fühlt es sich an, als würde der Schmerz entlang der Samenstränge zum Hoden ziehen. Frauen empfinden beim Koitus (Geschlechtsverkehr) heftige brennende Schmerzen, so sehr, daß sie den Liebesakt vermeiden[3].

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Rücken fühlt sich wund, zerschlagen und steif an. Blubberndes glucksendes Gefühl im Rücken (Lenden-, Nierengegend) mit reißenden, stechenden Schmerzen entlang der Harnwege. Das Aufstehen fällt schwer. [7]Stechender Schmerz an der Wirbelsäule, im Nacken schlimmer durch Atmen (Bewegung). [7]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schmerzhafte Hautausschläge mit Furunkeln, die in Gruppen auftreten, sieht man auf dem Rücken der Betroffenen. [4] Verfärbungen (braune Marmorierung werden zu braunen Flecken), flache Warzen, Ekzem am Anus und an den Händen treten auf. Hautausschläge jucken und brennen, werden schlimmer durch kratzen und werden durch kühle Umschläge gelindert. [7]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Podophyllum

Der Maiapfel (Syn. Entenfuß, Wilde Limone) ist eines der berberitzengewächse und damit in der gleichen Pfanzenfamilie wie Berberis zu finden. Die Anwendung ist häufig bei akuten Beschwerden angezeigt, dennoch ist es ein tief wirkendes Mittel mit der besonderen Affinität zu den Eingeweideorganen. [4] Hier stehen nicht die Scherzen im Vordergrund, Podophyllum findet Anwendung bei schmerzlosem Brechdurchfall mit heißem Kopf. Der Stuhl ist grün, wässrig und stinkend.
Diese Patienten, die Podophyllum benötigen sind nicht so schweigsam wie ein Patient, dem Berberis helfen kann, sie sind eher geschwätzig, trotzdem machen sich trübe Gedanken breit hinsichtlich der Genesung. [5]
Besserung: durch Wärme und warme Anwendungen.
Verschlechterung:
am frühen Morgen, bei Heißen Temperaturen, nach Anstrengungen (Verheben) und nach Mahlzeiten. [6]

Cantharis

Die spanische Fliege ist eine Käferart, deren Wirkstoff in der alten Medizin in den Cantharidenpflastern angewendet wurde.Auch Cantharis hat einen starke Bezug zu den Harnwegen. Wenn Cantharis angezeigt ist, dann kommt es zu ständigem Harndrang mit brennenden Schmerzen. Verstärkt werden die Schmerzen durch Trinken, selbst kleinste Mengen verschlimmern die Beschwerden. Die brennende Empfindung zieht sich durch das gesamte Beschwerdebild. Auch bei Verbrennungen findet Canth. Anwendung als Akutmittel. Die Stühle sind auch blass, zum Teil mit blutigen Schleimfetzen. Der Betroffenen klagt über Ekel vor Nahrungsmitteln. [5]
Besserung: durch Wärme, Ruhe, kalte Anwendungen, Liegen auf dem Rücken.
Verschlechterung:
während der Harnentleerung, bei dem Geräusch von Wasser, Kaffee, Hitze und in der Nacht. [4]

Lycopodium

Der Bärlapp ist ein Strauchgewächs. Nach alten Überlieferungen war diese Pflanze ursprünglich ein Baum, im Laufe der Jahrhunderte wurde die Pflanze jedoch kleiner und schlussendlich ein Strauch.Wie bei dem Bild von Berberis traten auch bei Lycopodium rote Ablagerungen im Urin.
Die zentrale Beschwerde zeigt sich jedoch in den Verdauungsbeschwerden mit stark aufgetriebenen Unterleib, Blähungen, Gluckern und Rumoren mit schmerzhaftem Abgang von Winden. Jeglicher Druck der Kleidung verschlimmert die Beschwerden. Der Patient ist gereizt und empfindlich. Bei gutem Appetit mit Hunger ist er doch schon nach ein paar Bissen satt. Er leidet auch unter saurem Aufstoßen (oder Erbrechen) mit unangenehmen Geschmack im Mund. [5]
Die Hautfarbe ist zwar auch blass und die Haut ist trocken, aber die Beschwerden gehen oft von der rechten Körperseite auf die linke. Am schlimmsten sind die Beschwerden am Nachmittag bis zum frühen Abend (16-20Uhr). [5]
Lycopodium ist wie Berberis ein wichtiges Mittel bei Gallenkoliken, allerdings zeigt sich bei Lyc eine sehr deutliche Berührungs- und Druckempfindlichkeit und die Beschwerden bessern sich bei Bewegung. Bei Berb ist jegliche Bewegung bei einer Kolik äußerst schmerzhaft [7]
Besserung: durch warme Speisen und Getränke, kalte Anwendungen, Bewegung, Aufstoßen und lockere Kleidung.
Verschlechterung:
durch DRUCK der Kleidung, Wärme, am Morgen. [4]

Sarsaparilla

Die Stechwinde ist ein spezifisches Mittel bei Harnwegserkrankungen mit nahezu unerträglichen Schmerzen am Ende des Urinierens mit Ablagerungen (Sediment), Blasen- und Nierensteinen (Koliken). Der Urin tröpfelt beim Sitzen, die Blase ist sehr schmerzempfindlich und der Urin ist hell und klar.Sobald der Patient aufsteht, kann der Urin problemlos fließen. Diese Eigenheit ist besonders bei Frauen wichtig. [7]
Der Patient, dem Sars hilft, verlangt nach kalten Getränken und Speisen, denn innere warme Anwendungen verschlimmern seine Beschwerden. Äußerliche warme Anwendungen jedoch sind lindernd. [7]
Die Haut kann wie bei Berb betroffen sein, aber bei Sars mit Herpesartigen Ausschlägen, Verkrustungen und Einrissen (Rhagaden). [5]
Besserung: in Ruhe und im Stehen.
Verschlechterung: am Ende der Harnentleerung, kaltes nasses Wetter und in der Nacht, [4]

Hintergrundinformationen

Berberis gehört zu der Familie der Berberidaceae. Der sehr widerstandsfähige, bis 3 m hohe Kalk- und Grauwacke liebende Strauch lebt noch auf dem dürrsten und heißesten Sandboden Europas und meidet feuchten Boden. [8]

Berberis wurde in verschiedenster Art angewendet, das aus der Wurzel isolierte Alkaloid Berberin fand häufig gegen sogenannte Wechselfieber (Fieber in Schüben) Anwendung. Der Gehalt an Alkaloiden in Berberis vulgaris ist mit 15% der höchste unter allen Berberisarten. In den Beeren ist kein Alkaloid enthalten, der Beerensaft fand dennoch Anwendung. [8]
Wenn sich auch in den Jahrhunderten viele Anwendungen verfolgen lassen (vom Saft bis zur Tinktur), die auch bei anderen Erkrankungen mehr oder weniger Heilung vollbrachten, so zieht sich wie ein roter Faden durch die Literatur; der Bezug zu Nierenleiden, Leberstörungen und Gallenkoliken, rheumatische Beschwerden und Gicht bei geschwächten Menschen.