Globuli von B bis B

Berberis aquifolium Globuli

© panthermedia.net / Susy Baels

Das homöopathische Mittel Berberis Aquifolium wird aus der gleichnamigen Pflanze gewonnen. Berberis Aquifolium oder auch Mahonia aquifolium gehört zur Familie der Berberidaceae, das heißt zu den Berberitzengewächsen. Geläufigere Namen sind Stechdornblättrige Mahonie oder auch Gewöhnliche Mahonie. Für die homöopathische Herstellung von Berberis Aquifolium die frische Rinde der oberirdischen Teile verwendet. In der Homöopathie wird Berberis aquifolium mit Berb-a. abgekürzt und wird so von dem größeren Mittel Berberis vulgaris (Berb.) unterschieden.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Diese Arznei wurde in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts als hilfreich gegen die Schuppenflechte eingestuft. Es könnte bei trockenen, schuppigen, rauen Hautausschlägen, die vor allem im Gesicht auftreten, hilfreich sein. Patienten mit Leberträgheit und Abgeschlagenheit kämen für eine Behandlung mit Berberis aquifolium ebenfalls in Frage.

Wo wirkt es?: Berberis aquifolium hat in erster Linie eine Wirkung auf die Haut, bei chronischem Katarrh. Es wirkt auf sämtliche Drüsen. So kann es die Leber stimulieren. Auch bei Mattigkeit und bei weiteren Hinweisen auf einen unvollständigen Stoffwechsel kann Berberis aquifolium angezeigt sein [1][2].

In welchem Alter?: Berberis aquifolium ist ein Mittel, das in jedem Lebensalter zur Anwendung kommen kann. Durch den starken Bezug zur Haut und zu unreiner Gesichtshaut im Besonderen kann es gerade für Jugendliche hilfreich sein.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Vordergrund stehen die Beschwerden der Haut. Dabei entwickelt die Haut eine allgemeine Trockenheit, die mit einem quälenden Juckreiz einhergeht. Einzelne Pickel oder auch sich ausbreitende Ausschläge können entstehen und zum Gesamtbild einer unreinen Haut beitragen. Es kann zu Schuppungen und zu rauer Oberfläche der Haut kommen.

Ebenfalls häufig lässt sich ein Kopfschmerz feststellen. Dieser wird mit der besonderen Eigenschaft eines eisernen Bandes um den Kopf beschrieben. Der Druck, der dabei verspürt wird, nimmt langsam zu, als ob das Band immer enger würde.

Verbesserung: Kaltes waschen, aufstehen.

Verschlechterung: Abends und nachts. Sitzen, Ruhe nachts, Bewegung.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Menschen, denen Berberis aquifolium helfen könnte, leiden an einer bestimmten Art Migräne. Sie empfinden ihren Kopfschmerz wie ein eisernes Band, das den Kopf vollständig oberhalb der Ohren zusammendrückt. Dabei nimmt der gefühlte Druck allmählich zu.Als weiteres Kopfsymptom wird der Grindkopf genannt, ein schuppiges Ekzem der Kopfhaut. In der älteren Literatur wird der Grindkopf auch als Krätze bezeichnet und mit mangelhafter Ernährung, also mangelhaftem Stoffwechsel, in Verbindung gebracht; dies unterstreicht den starken Bezug zu zwei Hauptanwendungsgebieten des Mittels, nämlich zum Organ Haut und zu einem unvollständigem Stoffwechsel [3].

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Betroffenen können an Bläschen, Papeln, Quaddeln und Pusteln leiden, die abends stark jucken. Dieses Jucken kann sich über den ganzen Körper ausbreiten. Die Haut kann Flecken und Pickel aufweisen. Insgesamt kann die Gesichtshaut unrein sein.Zunge: Schaut man sich die Zunge an, so findet man sie häufig dick belegt in einem gelblich-bräunlichen Farbton. Der Kranke hat das Gefühl, seine Zunge sei mit Blasen besetzt, und dies kann auch tatsächlich der Fall sein.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Magen können die Betroffenen ein Brennen oder einen starken Druck verspüren. Nach dem Essen ist ihnen übel und sie verspüren paradoxerweise Hunger. Viel Widerwillen und Abneigung gegen jedes Essen.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

In den Harnwegen können stechende, krampfartige Schmerzen zu spüren sein. Im Urin kann man dicken Schleim beobachten, sowie ein hellrotes, mehliges Sediment.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auf der Haut können Pickel sein, und die Oberfläche kann trocken, rau und schuppig sein. Das Gesicht zeigt einen Hautausschlag, der sich von der Kopfhaut kommend auch auf den Hals ausbreitet. Unter Umständen findet sich ein schmerzhafter Brusttumor. Die Menschen, leiden unter dickschuppiger, abschilfernder Haut. Auch ein trockenes Ekzem oder ein Jucken (Pruritus) könnte die Betroffenen quälen. Die Drüsen können verhärtet sein.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Die ähnlichen Arzneien lindern bei Mattigkeit oder auch Trägheit, was sich in einem langsamen, unvollständigen Stoffwechsel bemerkbar macht. Die Leber ist meist mit betroffen. Alle Mittel haben eine spezifische Kopfschmerzsymptomatik kombiniert mit Hauterscheinungen [1].

Psorinum

Die Hautsymptome stehen bei Psorinum im Vordergrund. Es kann Menschen helfen, die an herpesartigen Hautausschlägen leiden. Diese Hautausschläge sind von unerträglichem Jucken begleitet. Die Kopfschmerzen sind hämmernd, so, als ob ein Schlag auf den Kopf stattgefunden hätte. Eine große Hoffnungslosigkeit begleitet den Patienten, der glaubt, nicht mehr gesund werden zu können.

Sulfur

Sulfur ist ein Mittel mit einem sehr starken Hautbezug. Die Haut ist trocken, schuppig, ungesund und kann besonders in den Hautfalten wund werden. Pickel und Pusteln bilden sich und es besteht ein lästiger Juckreiz, der sich bei Wärme verschlimmert. Der Kopf kann sich schwer und voll anfühlen; es drückt an den Schläfen. Der Kopfschmerz ist klopfend und kann periodisch auftreten (Migräne). Es kann sein, dass Menschen, die Sulfur benötigen, häufig Wasser lassen müssen, wobei die Harnröhre brennt. Es bilden sich große Mengen Urin, der farblos sein, aber auch Schleim und Eiter enthalten kann. Nachts kann es zum Einnässen kommen, besonders bei Kindern.Sulfur ist ein großes homöopathisches Mittel, das bei entsprechender Symptomatik auch zum Einsatz kommen kann, wenn ein zuvor gewähltes Mittel nicht die gewünschte Wirkung erzielt oder die Wirkung nachlässt.

Sepia

Dieses Mittel wird aus dem Tintenfisch gewonnen. Es wirkt auf die Haut, wo ein starker Juckreiz besteht, der durch Kratzen nicht besser wird. Diese Arznei kann stechende Kopfschmerzen lindern, die von innen nach außen drängen und mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Die Beschwerden bessern sich bei körperlicher Anstrengung.

Carbolicum acidum

Bei Kopfschmerzen ist hier ein ähnliches Engegefühl zu verspüren wie bei Berberis aquifolium. Das Gefühl wird beschrieben wie ein Gummiband, das den Kopf zusammenpresst. Auch wird die Übelkeit als Symptom des Magens genannt. Der Urin kann auch hier auffällig sein. Er kann fast schwarz sein. Jedoch gibt es hier nicht das Sediment, wie es bei Berberis aquifolium beschrieben wird. Auch bei Carbolicum acidum können Hauterscheinungen mit Juckreiz auftreten. Bei Menschen, denen Carbolicum acidum helfen kann, sind es eher Bläschen. Die Empfindung ist eher brennend. Carbolicum acidum wirkt vorrangig auf das zentrale Nervensystem. Auffällig ist eine gesteigerte Geruchsempfindlichkeit [1].

Euonymus atropurpureus

Der Rote Spindelbaum, wie dieses Mittel in der Übersetzung heißt, hat wie Berberis aquifolium einen Leberbezug. Außerdem treten auch hier die heftigen Kopfschmerzen bis hin zur Migräne auf. Auch hier kann ein Unwohlsein auftreten, das im Magen und im Abdomen gespürt wird. Der Harn ist ebenfalls auffällig; er ist stark gefärbt und spärlich.Anders als bei Berberis aquifolium treten die Hauterscheinungen bei diesem Mittel nicht in den Vordergrund [1].

Berberis vulgaris

Worin besteht nun der Bezug zum Mittel mit dem ähnlichen Namen Berberis vulgaris? Beide Mittel, die botanisch verwandt sind, haben Schmerzsymptome im Kopfbereich. Bei Berberis vulgaris heißt es, die Empfindung ähnelt einer engen Kappe, die auf die ganze Kopfhaut drückt.Auf der Zunge können sich auch hier Bläschen befinden. Auch die Leber kann betroffen sein. Beide Mittel können bei Übelkeit eingesetzt werden. Bei Berberis vulgaris ist allerdings auffällig, dass die Übelkeit vor dem Frühstück besteht.
Bei den Harnwegen gibt es direkte Parallelen zu Berberis aquifolium. Der Urin bildet einen dicken Schleim und ein hellrotes, mehliges Sediment. Die Schmerzqualität ist aber hier brennend und der Harnleiter brennt, wenn nicht uriniert wird. Bewegung und besonders Stehen können die Harnwegsbeschwerden bei Berberis vulgaris verschlechtern.
Die Haut zeigt auch bei Berberis vulgaris Auffälligkeiten. Es kann schmerzhaftes Jucken und Brennen auftreten, das sich bei Kratzen verschlechtert und durch Kälte gebessert wird. Während das Ekzem bei Berberis aquifolium eher Gesicht und Hals betrifft, sind bei Berberis vulgaris eher die Hände und der Anus befallen. Im Unterschied zu Berberis aquifolium kann sich hier zusätzlich eine umschriebene Pigmentierung zeigen.[1]

Hydrastis

Auch bei Hydrastis, der Kanadischen Gelbwurz, können Kopfschmerzen auftreten. Die Leber kann mit betroffen sein. Die Schleimhäute können entzündet sein und wässrigen Schleim absondern. Es besteht eine Neigung zu ungesunder Haut. Bei Hydrastis kommt außerdem eine Niedergeschlagenheit hinzu, die soweit gehen kann, dass die Patienten glauben, sterben zu müssen [1].

Hintergrundinformationen

Die Mahonie überlebte im nördlichen Amerika die Eiszeiten und ist von dort nach Europa zurückgekehrt, wo sie häufig als Zierpflanze in Gärten anzutreffen ist. Der immergrüne Strauch blüht leuchtend gelb von April bis Mai. Danach produziert er blaue Beeren, die am Strauch verbleiben und den Garten bis durch den Winter hindurch schmücken [6].

Die Beeren sind in rohem Zustand schwach giftig und können in größeren Mengen Brechdurchfall sowie beschleunigten Herzschlag (Tachykardie) hervorrufen. Zu Marmelade oder zu Wein verarbeitet können sie aber genossen werden. Die übrigen Pflanzenteile sind giftig.
Die Gewöhnliche Mahonie ist überaus anpassungsfähig. Sie wächst sowohl an sonnigen als auch an schattigen Standorten. Was den Boden betrifft, ist sie sehr flexibel und gedeiht sowohl auf feuchten als 
auch auf trockenen Böden. Sie wächst in saurer bis neutraler oder auch schwach basischer Erde.
 Die robuste Pflanze verträgt sowohl Frost, als auch Schatten und Wurzeldruck. Auch wenn sie aus Wäldern stammt, gedeiht sie im Klima der Stadt und verträgt Schnitte.
In der Phytotherapie wird die Mahonie bei Hautkrankheiten verwendet. Sie kann zum Beispiel bei Psoriasis, also der Schuppenflechte, als Salbe aufgetragen werden und kann so eine Alternative zu Kortisonsalben bieten [2].
Der Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl beschreibt die Mahonie als eine Pflanze, die in unseren Breiten relativ neu ist, in der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) aber seit langer Zeit nicht nur bei Hauterkrankungen angewendet wird. Sie hatte ihren Platz bei Leberbeschwerden, Diabetes oder Befall mit Pilzen oder Würmern. In Nordamerika wurde die Mahonie von den Ureinwohnern gegen Brechreiz und Durchfall sowie zur allgemeinen Stärkung eingesetzt. Wegen ihrer Bitterstoffe half sie bei Beschwerden im Bereich der Gallen- und Harnwege und wurde darüber hinaus bei Skorpion-Stichen verwendet. Die europäischen Einwanderer lernten von den Ureinwohnern und nutzten die Mahonie außerdem bei Schuppenflechte und Rheuma [4].