Globuli von B bis B

Bufo Globuli

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Bufo rana, Synonym Bufo bufo ist die Erdkröte. Sie gehört zur Klasse der Froschlurchen innerhalb der Familie der Kröten (Bufonidae)[1 ]. Sie lebt in Europa, Nordafrika und Asien. Die Erdkröte verfügt über Hautdrüsen, die zur Abwehr von Fressfeinden und gegen Befall von Mikroorganismen giftige Sekrete absondern. Diese enthalten digitalisartig wirkende Stoffe. Die Krötengifte wurden schon im Altertum als Heilmittel benutzt und werden auch heute noch in Teilen Asiens zur Behandlung von Herzwassersucht und Altersherz verwendet[2]. Im vorigen Jahrhundert wurden Erdkröten zur Feststellung einer Schwangerschaft bei Frauen eingesetzt. Morgenurin oder Blut der Frau wurden in die Lymphsäcke am Rücken einer männlichen Erdkröte injiziert. Nach 12 bis 24 Stunden wurde eine Probe der Kloakenflüssigkeit mikroskopisch untersucht. Wenn in diesem Ausstrich Spermien sichtbar waren, war die Frau schwanger. Das Entstehen der Spermien wurde durch das Hormon hCg (humanes Choriongonadotropin), ein Schwangerschaftshormon ausgelöst[1]. Das homöopathische Mittel Bufo rana wird aus dem getrockneten Sekret der Hautdrüsen hergestellt[3].

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Bufo rana kann in Fällen von Entwicklungsverzögerung und geistiger Unreife oft hilfreich sein. Der Körper ist hingegen meistens gut entwickelt. Es kann ein starker sexueller Drang mit einem ausgeprägten Verlangen zu masturbieren bestehen. Bufo rana ist ein wichtiges Mittel bei der homöopathischen Epilepsiebehandlung. Es kann hilfreich sein bei Nagelbettentzündung (Panaritium) und Entzündungen der Lymphgefäße (Lymphangitis). Die Entzündung der Lymphgefäße wird umgangssprachlich fälschlicherweise als Blutvergiftung bezeichnet. Nach einer Verletzung treten Bakterien in die Lymphbahnen und verursachen eine Entzündung, die sich als schmerzhafter roter Streifen entlang der Lymphbahnen zeigt [ 4] .

Wo wirkt es?: Bufo rana wirkt hauptsächlich auf das zentrale Nervensystem, die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane, Herz-Kreislauf-System, Nieren und Haut [5].

In welchem Alter?: Bufo rana ist ein wichtiges Mittel für Kinder mit Epilepsie und Entwicklungsverzögerung. Grundsätzlich kann es aber in jedem Alter bei entsprechenden Störungen angezeigt sein. Auch bei alten Menschen kann es, vor allem bei Demenz hilfreich sein.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bufo rana kann eingesetzt werden bei starker sexueller Erregung: die Betroffenen haben keine Hemmungen im Beisein anderer ihre Genitalien zu berühren und neigen zu häufigem Masturbieren. Bei Kindern finden sich Entwicklungsstörungen und geistige Unreife. Bei epileptischen Anfällen kann der Einsatz von Bufo rana erwogen werden. Auf der Haut zeigen sich auch nach kleinsten Verletzungen eitrige Entzündungen. Gemeinsames Auftreten von Hautausschlägen und Epilepsie ist ein starkes Indiz für Bufo rana [6].

Verbesserung: Die Beschwerden werden im Allgemeinen besser durch frische Luft, kühles Baden, Feuchtigkeit, Regen, nachts, Bluten und wenn die Füße im heißem Wasser gehalten werden.

Verschlechterung: Sie werden schlimmer durch trockene Wärme und Zimmerwärme, durch Bewegung, Schlaf, Alleinsein, sexuelle Erregung, Masturbation, Verletzungen und Impfungen [6]. Impfungen können eine mögliche Ursache (Causa) für die Entstehung der Beschwerden sein [6]. Es besteht einen Bezug zu Musik, die Kinder hören gerne Musik und tanzen dazu. Die Musik kann die Symptome allerdings auch verschlimmern [7].

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Menschen, deren Beschwerden mit dem homöopathischen Mittel Bufo rana gebessert werden, sind oft naiv und kindisch. Der Sexualtrieb ist gesteigert. Es besteht ein starkes Verlangen zu masturbieren und sie wollen deswegen häufig alleine und ungestört sein. Die Sprache ist undeutlich und stotternd. Wenn sie auf Grund der schlechten Artikulation missverstanden werden, können sie sehr zornig werden. Sie sind im Allgemeinen lieber alleine und haben Angst vor fremden Leuten. Sie mögen keine Berührung und ziehen sich zurück in ihre eigene Welt. Dementsprechend wird Bufo rana als wichtigstes Mittel bei Autismus eingeschätzt [6]. Auch bei kindlicher Hyperaktivität muss an Bufo rana gedacht werden: die Kinder können nicht still sitzen, sie sind ungeduldig, haben Tics, sind empfindlich gegen Geräusche und schütteln ihren Kopf ständig hin und her. Diese Symptome können auch einem epileptischen Anfall vorausgehen.Es bestehen viele Ängste: vor Tieren, in Menschenmengen, vor dem Tod, vor Unglück und Krankheiten. Ein auffälliges Symptom ist, dass sie keine glänzenden Gegenstände oder Spiegel anschauen können [8].

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bufo rana ist ein wichtiges Arzneimittel bei epileptischen Anfällen. Vor dem Anfall können eigenartige Empfindungen (Aura) auftreten. Das kann eine innere Unruhe und Gereiztheit sein aber auch ein Kribbeln in verschiedenen Körperteilen ist möglich. Arme und Beine sind steif und werden ausgestreckt. Die Anfälle beginnen häufig mit einem Schrei, die Daumen sind eingezogen und die Augen nach oben und nach links verdreht. Das Gesicht kann bläulich verfärbt sein und der Betroffene kann sich auf die Zunge beißen. Der Kopf ist heiß, Beine und Arme kalt. Nach dem Anfall fällt der Patient in einen tiefen Schlaf, währenddessen er schnarchen und seufzen kann. Wenn er aufwacht, bestehen starke Kopfschmerzen. Die Anfälle treten häufig nachts aus dem Tiefschlaf heraus auf. Sie können auch durch Masturbieren oder einen plötzlichen Schreck ausgelöst werden. Sie treten verstärkt bei Mondphasenwechsel sowie bei stillenden und menstruierenden Frauen auf[9].

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bufo rana kann angezeigt sein bei Menschen, die den Mundhäufig geöffnet haben. Während eines epileptischen Anfalls kann sie aus dem Mund raushängen, der Betroffene kann sich auf die Zunge beißen. Die Augen sind morgens extrem geschwollen, dies fällt schon bei Säuglingen und Kindern auf. Die Babys können schielen, das Gesicht ist gedunsen. Die Kinder bohren häufig in der Nase. Es tritt Nasenbluten mit Blutandrang und Zusammenschnürungsgefühl im Kopf auf [10]. Augenlidränder, Wimper und Nasenlöcher können geschwürige Krusten aufzeigen.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es treten starke zusammenschnürende Schmerzen in der Brus, im Hals oder Kehlkopf auf . Herzklopfen geht mit großer Beklemmung einher, es besteht das Gefühl, als ob das Herz zu groß sei [3]. Die Herzbeklemmung tritt vermehrt nach dem Essen und durch Bewegung auf.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Kindern treten nach dem Trinken von Milch, Koliken und Durchfall auf. Starke Magenkrämpfe sind möglich mit stinkendem Aufstoßen, wie von faulen Eiern [11]. Der Appetit ist unregelmäßig. Es besteht eine Abneigung gegen salzige Speisen und Innereien sowie ein Verlangen nach süßen Getränken, Gebäck und Spirituosen [11].

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Nach jedem Urinieren treten Stiche in Blase und Nieren auf. Der Urin kann stark nach Ammoniak riechen [12].

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es besteht ein starker Drang zu masturbieren, die Betroffenen können an nichts anderes mehr denken. Sie ziehen sich zurück und wollen alleine sein, um masturbieren zu können. Danach tritt Erschöpfung auf. Auch epileptische Anfälle nach exzessiver Masturbation sind möglich [6]. Bei den Männern kann es zu Impotenz kommen. Frühzeitiger, fehlender oder unfreiwilliger Samenerguss sind möglich [3]. Es besteht die Neigung in der Öffentlichkeit schamlos die Genitalien zu berühren. Die Hoden können verkleinert oder vergrößert ein [13]. Am Hodensack können Hautveränderungen auftreten. Es finden sich Lymphknotenschwellungen (Bubone) in der Leistengegend [13].Auch bei den Frauen besteht eine Neigung zu Masturbation. Die Menstruationsblutungen sind häufig zu stark oder sie kommen zu früh. Während der Menstruation treten vermehrt epileptische Anfälle auf [3]. Krampfanfälle können auch durch sexuelle Erregung ausgelöst werden. Die Brustdrüsen sind verhärtet. Es treten brennende, stechende Schmerzen in den Eierstöcken und in der Gebärmutter auf. Es finden sich Tumoren und Polypen in Eierstöcken und Gebärmutter sowie Geschwüre am Gebärmutterhals [3]. Zwischen den Blutungen kann ein eitriger, übelriechender Ausfluss auftreten.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es treten Schmerzen in der Lendengegend auf, die so stark sein können, dass sie jede Bewegung unmöglich machen. Vor allem morgens beim Erwachen fühlen sich Arme und Beine taub an. Es können auch schmerzhafte Krämpfe, die sich durch kalte Luft verschlimmern auftreten [14]. Der Gang ist taumelnd, die Betroffenen hüpfen eher als dass sie gehen [15].

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bufo rana ist ein wichtiges Arzneimittel bei Nagelbettentzündung (Panaritium). Es kömmt hierbei zu einer bläulich-schwarzen Verfärbung des betroffenen Nägels, häufig ist es der Daumennagel [14]. Es besteht die Gefahr einer Entzündung der Lymphgefäße (siehe oben). Es zeigt sich dann typischerweise eine sehr schmerzhafte Rötung vom Finger ausgehend nach dem Verlauf der Lymphgefäße bis zur Achselhöhe hin. Hier finden sich angeschwollene Drüsen. Es besteht allgemein eine schnelle Eiterungstendenz, auch schon kleinste Verletzungen können eitern. Die Verletzungen heilen schlecht ab. Oft treten juckende, brennende Blasen auf Hand- und Fußsohlen auf. Wenn sie sich öffnen, sondern sie eine jauchige Flüssigkeit ab [3]. An den Augenlidern oder hinter den Ohren bilden sich Ekzeme [6]. Es besteht allgemein eine Veranlagung zu Ekzemen, Kupferrose (Akne rosazaea), Schuppenflechte (Psoriasis) und zu Abszessen [6].

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Morgens beim Erwachen schwitzen die Betroffenen über den ganzen Körper. Der Schweiß ist kalt, ölig und riecht säuerlich[6].

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Barium carbonicum

Bufo rana kann leicht mit Barium carbonicum verwechselt werden. Beide Arzneimittel werden häufig be ientwicklungsverzögerten Kindern eingesetzt. Menschen, bei denen Bufo rana angezeigt ist, sind in der Regel körperlich gut entwickelt sind, Barium carbonicum ist hingegen eher bei Menschen, die minderwüchsig sind und verkleinerte Genitalien haben angezeigt[15].

Hyoscyamus

Mit Bufo rana teilen Hyoscyamus niger-Patienten die sexuelle Erregbarkeit. Auch sie masturbieren frühzeitig und vermehrt und können sehr obszön und schamlos auftreten. Exhibitionismus ist bei Hyoscyamus niger-Patienten ein Thema: Der Körper und vor allem die Geschlechtsteile werden gerne zur Schau gestellt. Sie berühren wie Bufo rana-Patienten ihre Genitalien. Allerdings geht es hier eher um eine starke Erregung mit Verlangen zu provozieren, eine Neigung die Bufo rana-Patienten fremd ist. Hyoscyamus niger ist ein wichtiges Mitel bei vielfältigen Tics und Zuckungen und es treten auch hier Krampfanfälle auf [16].

Asterias rubens

Der rote Seestern ist ein Arzneimittel mit vielen Auswirkungen im Nervensystem. Neben Tics und Zuckungen finden sich hier auch epileptische Anfälle. Die Haut zeigt viele juckenden Stellen und Geschwüren, die einen jauchigen Geruch haben. Es findet sich Akne und Schuppenflechte. Die Achseldrüsen sind vergrößert. Bei Männern und Frauen besteht eine erhöhte sexuelle Erregbarkeit [17].

Hintergrundinformationen

Die Erdkröte ist in Europa sehr verbreitet, sie gehört zu den häufigsten und größten Amphibienarten in Europa. Die Männchen werden durchschnittlich bis zu 9 cm, die Weibchen bis zu 12 cm lang und wiegen zwischen 30 und 100 gramm. Es sind plumpe Tiere mit einem gedrungenen Körper, der von warzigen Hautdrüsen übersät ist. An der Hinterseite des breiten Kopfes finden sich Drüsen, die Gifte enthalten. Diese dienen der Abwehr von Feinden. Die Oberseite der Erdkröten zeigt eine braungraue bis rötliche Farbe, die Unterseite eine schmutzig-weiße Farbe mit schwarzgrauen Sprenkeln. Die Erdkröte ist im Allgemeinen dämmerungsaktiv. Tagsüber schläft sie in Erdlöchern, unter Steinen oder im Laub. Sie bevorzugt Laub- und Mischwälder aber man findet sie auch häufig in städtischen Gebieten, in Parks, Schrebergärten und feuchten Kellern. Im Frühjahr verlassen die Kröten in Massen ihre Winterquartiere und wandern zu ihren Laichgewässern. Sie bevorzugen Teiche und stille Seen im Wald. Wenn ein Männchen auf ein Weibchen trifft, klettert es auf dessen Rücken und umklammert das Weibchen mit seinen Armen. Oft passiert dies schon bevor die Laichgewässer erreicht sind und dann lässt es sich huckepack weitertragen. So verhindert es, dass andere Männchen bevorzugt werden. Da es einen verhältnismäßigen Überschuss an Männchen gibt, werden auch Männchen oft fälschlicherweise besprungen und umklammert. Die Tiere werden nach drei bis fünf Jahren geschlechtsreif und erwarten ein durchschnittliches Lebensalter von 10 bis 12 Jahren. Zum Artenschutz wandern die Erdkröten im Monat März in großer Zahl zu den Laichgewässern und müssen dabei gehäuft Straßen überqueren. Auf diesem Weg verenden zahlreiche Kröten im Straßenverkehr, in Gullys oder im Abwassernetz. Mittlerweile werden schon verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Kröten unternommen. So werden zum Beispiel Krötentunnel und Krötenzäune entlang der Straßen errichtet[1].