Globuli von T bis Z

Teucrium scorodonia Globuli

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Für die Arznei Teucrium scorodonia liegt im Gegensatz zu vielen anderen homöopathischen Arzneien keine homöopathische Arzneimittelprüfung (AMP) vor. Für eine homöopathische Verordnung ist es eine unverzichtbare Voraussetzung, dass die Symptome einer Arznei an mehreren gesunden Menschen beiderlei Geschlechts geprüft wurden. Dies nennt man Arzneimittelprüfung. Für die Informationen zur Heilwirkung dieser homöopathischen Arznei wurde die Heilwirkung der getrockneten Droge als Tee, Tinktur, Tropfen, Salbe, Umschläge oder Aromaöl übernommen, ebenso weitere Symptome aus der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie).

Es ist allerdings fraglich, ob die rein gedankliche Ableitung der Heilkraft von Teucrium scorodonia von der Pflanzenheilkunde auf ein homöopathisch potenziertes Mittel zuverlässig eingeschätzt werden kann. Es gibt keine oder nur wenig Informationen zur homöopathischen Wirksamkeit und

Symptomatik der Arznei Teucrium scorodonia. Dieser Artikel beschränkt sich auf Informationen zu den Heilanwendungen als Substanz, die mehrfach in der Literatur zu finden sind.

Teucrium scorodonia, auch Salbeigamander, wilder Gamander, Waldsalbei oder Bergsalbei genannt, ist eine weitkriechende Staude mit vom Grund aufsteigenden, aufrechten Stengeln, die sich zumeist erst in der Blütenregion verzweigen und 30-50 cm hoch werden. Die Staude blüht von
Juli bis September und ist in lichten Laub- und Nadelwäldern, auf Lichtungen, Heiden und nicht zu trockenem Boden zu finden, wo sie meistens herdenweise wächst. In Deutschland ist sie im Westen stark verbreitet, östlich der Elbe tendenziell selten. Zur Herstellung der Essenz wird das frisch blühende Kraut verwendet. In der Pflanzenheilkunde wie auch in der Homöopathie wird Teucrium Scorodonia vor allem als unterstützendes Mittel bei Tuberkulose in allen Stadien angewendet.[2]

Anwendungsmöglichkeiten

Magenstärkend, Auswurf fördernd, Husten lindernd, Wundheilung fördernd, Leber und Milz reinigend, Periode unterstützend, schweißtreibend, harntreibend, vermindert Schwellungen, unterstützend in der Heilungsphase nach Grippe, Hämorrhoidalbeschwerden[2], Durchfall nach Darmparasiten, krampflösend, Geschwüre, Mund und Rachenentzündungen, entzündliche Hautleiden[8], Neurodermitis und Ekzeme.[9]

Zusammenfassung

Bei wem?: Teucrium scorodonia kann unterstützend vor allem bei jungen, dünnen Patienten angewendet werden, die unter den Folgen von Tuberkulose leiden.[5] Es muss allerdings darauf hingewiesen werden, dass bei Verdacht auf diese Erkrankung zwingend ein Arztbesuch erforderlich ist, um eine entsprechende medikamentöse Therapie einzuleiten. Keinesfalls darf hier Selbstbehandlung betrieben werden. Grundsätzlich sollten Erkrankungen der Lunge, die über mehrere Wochen anhalten, schulmedizinisch untersucht werden.

Wo wirkt es?: Teucrium scorodonia kann sich bei Patienten mit Lungen-, Drüsen-, Urogenital-, Knochen- und Gelenktuberkulose als hilfreich erweisen. Auch chronische Entzündungen der Bronchien wurden damit geheilt. Drüsen neigen zu eitrigen Abszessen.

In welchem Alter?: Am besten wirkt Teucrium scorodonia bei jüngeren Menschen.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten leiden unter den Folgen von Tuberkulose oder entzündlichen Lungenerkrankungen. Es kann eitriger und schleimiger Auswurf bestehen.[5]


Verbesserung:


Verschlechterung:

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Während der Periode können Kopfschmerzen auftreten, oder Kopfschmerzen kehren zu bestimmten Zeiten zurück.[3]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Unter Umständen besteht rasselnder, eitriger und schleimiger Auswurf bei Bronchitis oder Tuberkulose.[3] In der Lungenspitze kann sich eine Höhle gebildet haben. Während des Auswurfs kann Heiserkeit auftreten.[6] Die Patienten sind möglicherweise an chronischem Schnupfen erkrankt, und es können Polypen auftreten.[8]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Hoden und Nebenhoden können entzündlich geschwollen sein.[5]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es können Gelenkbeschwerden aufgrund einer Tuberkulose auftreten.[2]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Möglicherweise träumt der Patient von Schlangen.[7]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Hintergrundinformationen

Der Name Teucrinum wird mit dem trojanischen König Teukros in Verbindung gebracht, der als Erster festgestellt haben soll, dass Teucrium die Milz zusammenschrumpfen lässt. Man hatte das Kraut nach einem Opferfest auf die Eingeweide der Opfer geworfen und der König sah, dass die Milz allmählich verschwand. Allerdings handelte es sich damals um Teucrium scordium, eine verwandte Art.[1] Angeblich verleiht Teucrium scorodonia der Milch von Kühen, Ziegen und Schafen einen knoblauchartigen Geruch. Gegen Entzündungen des Rachens wurde Teucrium scorodonia früher gerne zu Mundwasser hinzugegeben.

Interessant ist, dass die Ärzte und Leibärzte des Wiener Hochadels in der Volksheilkunde keine Kenntnisse besaßen und damals Tuberkulose völlig machtlos gegenüberstanden.[9]