Globuli von T bis Z

Thyreoidinum Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Thyreoidinum Globuli zählen unter den homöopathischen Mitteln zu den sogenannten Sarkoden.[1] Der Begriff Sarkode leitet sich vom griechischen Wort „sarx“, zu Deutsch „Fleisch“ ab. Demnach werden Sarkoden aus tierischem oder menschlichem Gewebe gewonnen. Abzugrenzen von Sarkoden sind die sogenannten Nosoden. Diese Gruppe ist nach dem griechischem Wort „Nosos“, zu Deutsch „die Krankheit“ benannt. Sie werden aus Krankheitsauscheidungen, wie Blut und Eiter gewonnen.[2][3]

Da Thyreoidinum aus Schaf- und Kalbsschilddrüse gewonnen wird, zählt es zu den Sarkoden.[4] Das Mittel wird überwiegend eingenommen, um Ernährung, Wachstum und Entwicklung zu beeinflussen.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Thyreoidinum wird zeitweise, also nicht auf längere Dauer, eingenommen. Es sollte jedenfalls eine regelmäßige Pulskontrolle durchgeführt werden, um gegebenenfalls direkt auf unerwünschte Wirkungen reagieren zu können.
Die Einnahme von Thyreoidinum wird bei Kindern unter 12 Jahren nicht empfohlen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass keine ausreichenden Erfahrungen mit diesem Mittel an Kindern gemacht wurden. Zudem sollte das Mittel erst eingenommen werden, wenn durch einen Arzt eine Zuckerunverträglichkeit ausgeschlossen wurde. Thyreoidinum enthält den Zucker Saccharose, der Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen kann. [5]
Thyreoidinum ist verschreibungspflichtig bis einschließlich in die Potenz D3. Ab dieser Potenz ist ein Arztbesuch von Nöten, um das Präparat in der Apotheke zu erwerben. Dies gilt folglich für alle C und LM Potenzen sowie für alle Potenzen über D3, wie z.B. D6 oder D200.[6]
Zu beachten ist folgende Regel bei der Einnahme von Thyreoidinum zur Behandlung von Schilddrüsenfunktiosstörungen. Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse sollten tiefe Potenzen häufig eingenommen werden. Bei einer Überfunktion werden hohe Potenzen (ab D12) und seltenere Einnahmen empfohlen. [7]
Das Präparat ist nicht einzunehmen, wenn ein niedriger Blutdruck beim Patienten durch regelmäßige Messungen festgestellt wurde. Ebenso eineKontraindikation (Gegenanzeige) für Thyreoidinum ist eine diagnostizierte Tuberkulose. [8]
Thyreoidinum findet häufig Anwendung in der Therapie von Personen, welche sich häufig erschöpft und krank fühlen. Diese Erschöpfung kann sich dann durch starke Müdigkeit oder auch einem Ohnmachtsanfall äußern. Es wird auch von einer Nervosität, die sich durch Zittern in Extremitäten oder im Gesicht zeigt, berichtet. Auch Kribbelgefühle sind Ausdruck dieser Anspannung. Steigt die Nervosität weiterhin an, kann es zu Engegefühl und Atemnot kommen. Patienten berichten von Erstickungsgefühlen und dem Drang zu würgen. [9]

Wo wirkt es?: Thyroidinum hat generell regulierende Funktion auf Ernährung, Wachstum und Entwicklung.

  • Ernährung: Es kann bei rapider Auszehrung Erwachsener oder Abmagerung bei Jugendlichen eingesetzt werden.
  • Wachstum: Bei verzögertem Zusammenwachsen der Knochen nach Frakturen wird ebenso ein Therapieeffekt erwartet.
  • Entwicklung: Die Entwicklung soll bei Verzögerung im Kindesalter positiv beeinflusst werden.Demnach  lässt sich kein spezieller Wirkungsort von Thyreoidinum angeben. Vielmehr werden die Therapieeffekte am ganzen Körper beschrieben.


In welchem Alter?:
Kinder unter 12 Jahren sollten von der Einnahme des Thyreoidinums absehen, da keine ausreichenden Erfahrungen mit diesem Präparat vorliegen. [10] Schulkinder, die älter als 12 Jahre sind und bei denen sich eine körperliche oder geistige Entwicklungsverzögerung zeigt, werden jedoch bereits mit Thyreoidinum behandelt. Bei Erwachsenen  sind die Hauptbeschwerden unter anderem: Allergien, Epilepsie und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).[11]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Anwendungsgebiet des Thyreoidinum ist äußert vielfältig. Im Folgenden sollen einige Leitsymptome besprochen werden:

  • Hautveränderungen: Thyreoidinum findet Anwendung bei Ödemen (Wassereinlagerungen) und trockenen juckenden oder nicht-juckenden Hautausschlägen. Eine besonders starke Wirkung wird dem Präparat bei dem sogenannten Myxödem zugeschrieben[12]. Hierbei handelt es sich um Wasserablagerungen in der Unterhaut.[13]
  • Atemnot. Ausgelöst durch Nervosität und Angstgefühlen, leiden Patienten unter  Atemnot. Diese kann sich durch ein Engegefühl in der Brust bemerkbar machen. Auch Schmerzen in der Brust und Erstickungsfühl sind Symptome von Betroffenen.
  • Herzrasen: Herzrasen und Angstgefühle können bei Patienten einhergehen. Eine chronische Nervosität kann ebenso Auslöser für einen erhöhten Puls sein.
  • Gewichtsprobleme: Patienten leiden unter körperlicher Gedunsenheit bis hin zu Verfettung. [14]

Verbesserung: Besonders ein Lagewechsel scheint Patienten Linderung zu verschaffen. Um Nervosität abzubauen sollte eine Ruhelage gewählt werden. Nach Vorliebe und gegebenen Möglichkeiten kann eine Bauchlage oder zurückgelehnte Position gewählt werden.

Verschlechterung: Patienten berichten eine Verschlechterung der Symptome durch Bücken. Im Gegensatz zur Ruhelage scheint diese Position für Betroffene einer Linderung entgegenzuwirken. Manche Patienten berichten bereits eine Verschlechterung bei geringster Anstrengung. Auch Kälte scheint die Symptomatik zu verstärken. [15]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Charakter von Patienten, die sich zur Thyreoidinum Therapie eigenen, ist geprägt von Stimmungsschwankungen. Zum einen zeigen Patienten eine Körperstarre, die sich in ruhelose Melancholie umschlagen kann. Zum anderen können bereits Kleinigkeiten in den Personen Wut auslösen, die durch Widerrede anderer noch vergrößert wird. Die Betroffenen machen einen argwöhnischen bis aggressiven Eindruck.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Betroffene berichten oft über anhaltenden Stirnkopfschmerz. Dieser drückt sich teilweise als Schweregefühl über den Augen aus. Auch ein auffällig starkes Ausgehen der Haare wird beschrieben.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Betroffene berichten eine fortschreitende Einschränkung im Sehvermögen.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten berichten häufig eine Trockenheit in Hals und Mund. Sie husten trocken und schmerzhaft. Diese Beschwerden verstärken sich bei Betreten eines warmen Raumes mit kühler Luft. Eine Linderung verschafft die oben genannte Ruhelage.

Thyreoidinum wird eingenommen bei Brustschmerzen und Herzrasen. Schon bei geringster Anstrengung berichten Patienten von Herzbeschwerden. Sie spüren das Herz schnell in der Brust hämmern. Auch im Ohr wird der eigene Herzschlag wahrgenommen. Schmerzen in der Brust strahlen bis in die Achselhöhle aus. In der Brust wird der Schmerz als Enge empfunden. Diese Beschwerden verbessern sich nicht in Ruhelage. Als Reaktion auf die Beschwerden, beginnen Patienten schneller zu atmen. Bei Schwerarbeit wird häufiger eine Vergrößerung des Herzens diagnostiziert. Auch Klappenfehler werden bei Betroffenen häufiger festgestellt.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Bauchbereich wird Thyreoidinum bei Schmerzen und Blähungen eingesetzt. Die Schmerzen konzentrieren sich in der Lebergegend, das bei tiefer Einatmung zunimmt. Blähungen gehen einher mit Durchfällen und den damit verbundenen Schmerzen.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Diabetes mellitus fällt der spezifische Geruch des Urin auf. Patienten leiden unter häufigerem Harndrang. Auch ein Brennen beim Wasserlassen wird geschrieben. Bei schwächeren, ausgezehrten, nervösen Kindern kommt es zum nächtlichen Einnässen.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Thyreoidinum wird bei Frauen angewendet, die unter einem Ausbleiben der Regel leiden. Die Betroffenen beschreiben einen auffälligen Schmerz im Unterbauch. Bei Schwangeren tritt häufig Schwangerschaftserbrechen auf. Auch von Eklampsie wird berichtet. Dabei handelt es sich um eine Krankheit, die in der Schwangerschaft auftreten kann. Patientinnen leiden unter Krampfanfällen, die anschließend zu Bewusstlosigkeit führen können. Muskelkrämpfe treten bei Thyreoidinum-Patienten auch in den ersten Wochen nach der Geburt auf. Zu dieser Zeit können die Betroffenen unter Psychosen leiden. Thyreoidinum wird eingenommen, wenn nach der Geburt ein Mangel an Muttermilch festgestellt wird. Auch bei Brusttumoren wird die Anwendung des Präparats beschrieben.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Mit diesem Begriff werden Arme und Beine medizinisch zusammengefasst. In diesen Bereichen beschreiben Betroffener ein häufiges Kribbelgefühl. Auch ein Taubheitsgefühl wird von Patienten beschrieben. Verstärkt sich die Symptomatik, tritt ein Zittern und Zucken der Hände bis in den ganzen Körper auf. Die Hände der Betroffenen sind kalt und feucht. Wassereinlagerungen fallen an den Extremitäten auf. Diese können zu starken Schmerzen im betroffenen Gebiet führen. Auch leiden einige Patienten unter vergrößerten Adern an den Extremitäten.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut der Thyreoidinum-Patienten ist sehr trocken. Sie fängt an zu jucken und sich abzuschälen. Dieser Prozess kann mit oder ohne Ausschlag auftreten. Auf Dauer verhärtet sich die Oberfläche der Haut. Auch eine Gelbfärbung – ein sogenannter Ikterus – kann auftreten.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Fieber und vor Kälte frösteln wechselt sich bei den Betroffenen ab. Der Schweiß hat eine ölige Konsistenz und fällt durch spezifischen Geruch auf. [16][17]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Calcarea carbonica

Calcarea carbonica ist die bekannteste Calcium-Verbindung in der Homöopathie. Kommt es zu einer Mangelerscheinung an Calcium treten vielfältige Symptome auf. Wie Thyreoidinum soll Calcarea bei Auszehrung im Kinder- und Erwachsenenalter helfen. Ebenso sind Muskelkrämpfe ein häufig genanntes Symptom bei der Indikation für Calcarea und Thyreoidinum.Calcarea carbonica wird hingegen eher bei Personen mit melancholischem, niedergeschlagenen Gemüt eingesetzt. Patienten berichten eher Appetitlosigkeit. Bei Frauen ist die Menstruation zu früh und stark, nicht wie bei Thyreoidinum ausbleibend. Patienten leiden unter schlaflosen Nächten und häufigen Alpträumen.[18]

Glonoinum

Glonoinum besteht aus Schwefelsäure, Glyzerin und Salpetersäure.[19]Wie Thyreoidinum soll es positiven Einfluss auf Herz und Kreislauf haben. Patienten beschreiben Herzklopfen mit Atemnot. Jede Anstrengung verursacht Probleme in diesem System, sodass es mitunter zu Ohnmachtsanfällen bei Betroffenen kommt. Auch der Juckreiz in Extremitäten wird häufig von Betroffenen genannt.[20]
Glonoinum ist hingegen eher bei Patienten indiziert, die durch Hitze und Kälte Beschwerden erleiden. Es wird bei Sonnenstich und Hitzewallungen empfohlen. Verbesserung merken geeignete Patienten durch Kälte und frische Luft, während Sonneneinstrahlung das Befinden verschlechtert.

Hintergrundinformationen

Thyreoidinum wird aus der Schilddrüse des Kalbes- oder Schafes gewonnen. Die Schilddrüse ist beim Menschen am unteren Hals gelegen. Sie hat eine zentrale Funktion in der Regulierung des Stoffwechsels. Die Schilddrüse ist eine endokrine Drüse des Körpers. Das heißt, sie setzt verschiedene Hormone in die Blutbahn frei, die allerlei Effekte auf den Körper haben. Im folgenden seien einige Auswirkungen der Schilddrüsenhormone genannt:

Stoffwechsel: Schilddrüsenhormone können allgemein die Stoffwechselrate anregen oder senken. Diese Wirkung lässt sich besonders gut beobachten, wenn eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse eintritt. Ursachen für eine solche Funktionsstörung können unter anderem Entzündungen und Operationen an der Schilddrüse sein. [21]

Herz-Kreislauf-System: Schilddrüsenhormone wirken sich besonders auf das Herz  aus. Sie können die Schlagkraft erhöhen und die Herzfrequenz beschleunigen.

Knochen: Schilddrüsenhormone können den Knochenumbau stimulieren. Durch Ein- und Abbau von Kalzium und Phosphat wird der Knochen auf- oder abgebaut.

Darm: Schilddrüsenhormone können die Verdauung regulieren. Sind ausreichend Hormone vorhanden, kann die Darmbewegung gesteigert werden und so die Verdauung angeregt werden. [22]