Globuli von T bis Z

Tartarus stibiatus Globuli

© panthermedia.net / Vinod Kumar Pillai

Tartarus Stibiatus (Syn.: Antimonium Tartaricum oder Tartarus emeticus), ist ein Doppelsalz der Weinsäure und wird auch Brechweinstein genannt. [1] Es wirkt ätzend, kann Erbrechen hervorrufen und fördert das Aushusten von Schleim aus den Atemwegen. [2] Früher wurde der Wirkstoff häufig als Brechmittel eingesetzt, daher auch der Name „Brechweinstein“. [3] Entsprechend ist Tartarus Stibiatus ein bewährtes Mittel zur Behandlung von starker Übelkeit, welche durch Erbrechen gelindert wird.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Tartarus Stibiatus kann vor allem hilfreich zur Behandlung von schwerwiegendenLungenerkrankungen sein. Die Patienten leiden unter heftigem Husten. Die Atmung wird durch laute Rasselgeräusche begleitet. Es befindet sich viel Schleim in den Atemwegen, welcher trotz starker Bemühungen nicht oder nur in kleinen Mengen abgehustet werden kann. Die Anstrengung führt zu kaltem Schweiß auf der Stirn, Atemnot und bläulicher Verfärbung der Haut um die Lippen herum.
Das Einzelmittel kann nicht nur bei der Behandlung schwerkranker Patienten helfen, sondern es zeigt sich häufig auch bei leichteren Erkrankungen der Atemwege wirkungsvoll, wenn die typischen Symptome darauf hinweisen. [6] Tartarus Stibiatus sollte aber immer in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Bei Übelkeit kann das Mittel ohne Abstimmung mit einem Arzt von den Kranken zur Linderung eingenommen werden.

Zu den weiteren Indikationen zählen akute Magen-Darm-Infekte mit Übelkeit und Hautausschläge mit Bläschen und gelbbraunen Absonderungen. [9]

Wo wirkt es?: Wird Tartarus Stibiatus als passendes Einzelmittel ausgewählt, wirkt es besonders auf die Schleimhäute der Bronchien, der Lunge und des Magens. Das Abhusten des Schleimes wird gefördert, die Übelkeit wird gelindert. [10]

In welchem Alter?: Tartarus Stibiatus ist ein bewährtes Mittel zur Behandlung von Kindern und älteren Menschen. [11]
Das Einzelmittel hilft älteren Menschen im Endstadium verschiedener Erkrankungen, wenn diese unter hochgradiger Erschöpfung und Atemnot leiden. Die Patienten frieren stark, die Haut ist von kaltem Schweiß überzogen. Wärme lindert ihre Beschwerden nicht. Sie haben ein großes Verlangen nach frischer Luft. [12]

Tartarus Stibiatus kann Kindern mit Bronchitis oder Lungenentzündung Linderung bringen. Vor allem zwischen 3 und 4 Uhr nachts leiden die Kinder unterrasselndem Husten mit Atemnot. Sie können den Schleim nicht abhusten und fangen während des Hustenanfalls an zu würgen, bis sie sich schließlich erbrechen. Der Körper ist mit kaltem Schweiß überzogen. [13]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Tartarus Stibiatus kann angezeigt sein, wenn Patienten unter der Symptomenkombination von Schwäche, Schläfrigkeit und kaltem Schweiß leiden. Hauptsächlich handelt es sich aber um schwere Erkrankungen der Atemwege und akute Infekte des Magen-Darm-Traktes.

  • Bei der Atmung sind laute Rasselgeräusche hörbar. Die Patienten leiden unter heftigen Hustenanfällen.
  • Ein sehr deutliches und sichtbares Symptom bei Atemwegserkrankungen ist der im Liegen nach hinten zurückgebogene Kopf.
  • Die Patienten haben eine weiß-belegte Zunge.
  • Verlangen nach Saurem und nach frischer Luft.
  • Frostige, leicht frierende Menschen.
  • Am liebsten sind die Patienten alleine. Sie möchten nicht angesehen oder berührt werden.
  • Das Gesicht ist bläulich verfärbt, besonders die Lippen und der Bereich um den Mund sind blau.
  • Hautausschläge, die mit Bläschen und gelbbräunlichen Absonderungen einhergehen.[14], [15]

Verbesserung: Der Zustand der Patienten bessert sich durch Aufsitzen, sobald etwas Schleim abgehustet wurde und nach dem Erbrechen. Sobald sie an der frischen, kühlen Luft sind, geht es ihnen besser. Durch Liegen auf der linken Seite werden die Beschwerden ebenfalls verbessert.

Verschlechterung: Die Beschwerden verschlimmern sich während der Nacht und im Liegen. Trotz des Kältegefühls bessert sich das Befinden der Patienten bei Wärme nicht. Im Gegenteil: im warmen Zimmer geht es ihnen deutlich schlechter als an der frischen Luft.

Generell fühlen sich die Patienten bei nass-kaltem Wetter nicht wohl.[16]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Einzelmittel Tartarus Stibiatus ist passend für Patienten, die sehr gereizt und schlechter Laune sind, aber keinesfalls ohne Gesellschaft sein möchten. [4] Sie mögen es weder berührt zu werden, noch angesehen zu werden. Charakteristisch für das Mittel sind die SymptomeMüdigkeit, Erschöpfung und starkes Schwitzen, wenn diese gemeinsam auftreten [5].

Tartarus Stibiatus passt gut auf Menschen, die im Krankheitsfall sehr ängstlich sind. Besonders Kinder klammern sich furchtsam an Personen in ihrer Umgebung. Sie haben Angst davor alleingelassen zu werden. Gleichzeitig ertragen sie die Anwesenheit Nahestehender nicht gut. Auch möchten sie weder angesehen noch berührt werden. Die Stimmung ist von Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung geprägt. Die Patienten glauben nicht, dass eine Genesung möglich ist. Bei jeder Kleinigkeit fahren sie erschreckt zusammen.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten leiden häufig unter drückenden Kopfschmerzen. Der Schmerz wird beschrieben wie ein Band, welches sich fest um den Kopf zieht. Die Schmerzen bessern sich durch Waschen des Kopfes mit kaltem Wasser. Auch Bewegung an der frischen Luft verschafft den Patienten Linderung.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Augen sind eingefallen und wirken trübe. Die Haut ist blass und im Mundbereich bläulich verfärbt. Der Gesichtsausdruck wirkt ängstlich und verzweifelt. Die Patienten sind gekennzeichnet von ihrer Erkrankung. Das Gesicht ist eingefallen, ihnen steht kalter Schweiß auf der Stirn, die Lippen sind blau.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten leiden unter heftigen Hustenanfällen bis hin zum Erbrechen. Auf der Stirn bildet sich kalter Schweiß. Der festsitzende Schleim kann nicht abgehustet werden. Die Atmung wird durch laute Rasselgeräusche begleitet. Es befindet sich viel Schleim in den Atemwegen, welcher trotz starker Bemühungen nicht oder nur in kleinen Mengen abgehustet werden kann. Die Anstrengung führt zu kaltem Schweiß auf der Stirn, Atemnot und bläulicher Verfärbung der Haut um die Lippen herum. Tartarus Stibiatus kann angezeigt sein bei Herzklopfen in Verbindung mit Brustschmerzen. Die Patienten sind sehr ängstlich und erbrechen Schleim. Sie beschreiben ein Gefühl von Kälte, welche durch ihre Adern läuft.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten mit Lungenerkrankungen husten so lange, bis sie würgen und erbrechen müssen. Im Rahmen von akuten Magen-Darm-Infekten werden sie von Übelkeit geplagt. Die Zunge ist dabei dickweiß belegt. Sie haben großen Durst auf kaltes Wasser, trinken jedoch immer nur kleine Mengen. Es besteht ein starkes Verlangen nach Äpfeln, sowie nach sauren Speisen und Getränken. Diese Dinge vertragen sie jedoch schlecht. Kalter Schweiß überzieht den Körper während der Übelkeit. Wenn sie dann endlich erbrechen können, geht es ihnen besser.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten leiden unter Entzündungen der Blase und der Harnröhre mit verstärktem Harndrang undbrennenden Schmerzen während und nach dem Urinieren. Kurz vor Beendigung des Wasserlassens kann der Harn blutig sein.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten, die Tartarus Stibiatus benötigen, haben häufig zittrige Extremitäten.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Tartarus Stibiatus ist angezeigt bei eitrigen Hautausschlägen, die mit Pusteln oder Bläschen einhergehen, wie etwa die Windpocken oder Impetigo (Borkenflechte). Bläuliche Verfärbung ist typisch für diese Ausschläge.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Obwohl Tartarus Stibiatus-Patienten häufig frieren, haben sie ein großes Verlangen nach frischer und kühler Luft. Wenn die Patienten Fieber haben, so tritt dies in Schüben auf und schwächt außerordentlich. Während der Nacht schwitzen sie stark. Der Schweiß ist dann ebenfalls eher kalt.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Besonders nach Hustenanfällen sind die Patienten sehr schläfrig, teilweise sogar apathisch. Die Schläfrigkeit ist typisch für alle Beschwerden von Tartarus Stibiatus-Patienten. Wärme bringt sie ebenfalls zum Gähnen und macht sie müde. Während des Einschlafens zucken die Gliedmaßen. Die Patienten wachen teilweise mitten während des Schlafes schreiend auf. Sie zittern dann sehr stark und frieren.[17]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Lycopodium

Das homöopathische Mittel Lycopodium wird aus der Pflanze Bärlapp gewonnen. Lycopodium hat ebenso wie Tartarus Stibiatus einen großen Bezug zu den Bronchien und der Lunge. Bei Lycopodium-Patienten ist ebenfalls ein Rasselgeräusch während der Atmung wahrnehmbar. Flatternde Nasenflügel sind ein Hinweis auf eine ernste Entzündung der Lunge (Pneumonie) in fortgeschrittenem Stadium. Beiden Mitteln gemeinsam ist die große Frostigkeit mitstarkem Verlangen nach frischer Luft. Während Tartarus Stibiatus eine nächtliche Verschlimmerung erlebt, geht es Lycopodium-Patienten nachmittags zwischen 16 und 20 Uhr sowie morgens nach dem Erwachen schlechter.

Veratrum album

Veratrum album wird aus der Pflanze Weißer Nieswurz hergestellt und weist in Bezug auf den Verdauungstrakt ähnliche Merkmale auf wie Tartarus Stibiatus. Beide Mittel haben bei akuten Magen-Darm-Infekten Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen in Verbindung mit einem starken Kältegefühl, kaltem Schweiß und Verlangen nach sauren Speisen oder Getränken. Bei beiden Mitteln besteht ein großer Durst auf kaltes Wasser. Während Tartarus Stibiatus-Patienten lediglich kleine Mengen trinken, so ist es bei Veratrum album eher so, dass große Mengen getrunken und sofort danach wieder erbrochen werden.

Ipecacuanha

Das homöopathische Einzelmittel Ipecacuanha wird aus der Brechwurzel hergestellt und hat, wie es der Name schon andeutet, eine Verbindung zum Verdauungstrakt. Ipecacuanha-Patienten leiden unter starker Übelkeit, welchedurch Erbrechen nicht gebessert wird. Dies ist ein deutlicher Unterschied zu Tartarus Stibiatus. Bei diesem geht es den Patienten deutlich besser nachdem sie erbrochen haben. Ein weiteres deutliches Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden Mitteln ist die Zunge. Während bei Tartarus Stibiatus die Zunge dick belegt ist, so ist die Zunge bei Ipecacuanha frei von jeglichem Belag.[18]

Hintergrundinformationen

Tartarus Stibiatus wird aus Brechweinstein hergestellt. Brechweinstein ist eine chemische Verbindung mit dem Namen Kaliumantimonyltartrat. Es handelt sich um farblose und durchsichtige Kristalle, welche sich an der Luft weiß verfärben und undurchsichtig werden. Früher wurde Brechweinstein in der Heilkunde als Brechmittel verwendet. Nach der Einnahme ruft es innerhalb kurzer Zeit starken Brechreiz und Erbrechen hervor. Das Wissen um die Wirkung der Ausgangssubstanz erklärt den starken Bezug des homöopathischen Einzelmittels Tartarus Stibiatus zum Magen. Tartarus Stibiatus-Patienten leiden unter starker Übelkeit und Erbrechen. [19]