Globuli von P bis Q

Propolis Globuli

© panthermedia.net / Rupert Trischberger

Bienen produzieren neben ihrem eigenen Baustoff (Wachs) auch ihr eigenes Abdichtungsmittel, um den Bienenstock abzusichern. Dieses Kittharz ist eine gelblich-braune, klebrige Masse, die durch Ihre Eigenschaft, gegen Bakterien, Viren und Pilze zu wirken, bekannt geworden ist. Das Bienenvolk wird so gegen Keime abgeschirmt und vor Krankheiten geschützt.

Die Inhaltsstoffe sind eine Mischung aus verschiedenen Baumharzen, Kräuteranteilen und Blütenpollen. In seiner Zusammensetzung ist dieser Stoff einzigartig und hochwirksam gegen Krankheitserreger. Propolis ist ein sehr vielseitig anwendbares Mittel und findet als Salbe, Tinktur oder Tropfen schon lange in der Naturheilkunde und Kosmetik einen festen Platz.
In der Homöopathie ist Propolis ein noch sehr ungenügend geprüftes Mittel. Es gibt nur wenige Berichte über die homöopathischen Anwendungen. Es gilt als ein unspezifisches Mittel.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Die meisten Anwendungen betreffen Hauterscheinungen, wie Akne, Lippen-Bläschen (Herpes labialis), Nesselsucht. Auch bei häufigen Erkältungen, Schnupfen, Husten, Halsweh, Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen findet Propolis Anwendung. Die Patienten sind auffallend träge und müde.[1]

Bei wem?: Propolis kann grundsätzlich bei jedem Menschen angewendet werden, der die entsprechende Symptomenlage aufweist.

Wo wirkt es?: Der Hauptbezug von Propolis besteht zur Haut (Akne, Bläschen, Verbrennungserscheinungen) und zum Immunsystem (Erkältungsneigung).[1]
Es wirkt auf das Temperament, das Temperaturempfinden und auf die Muskulatur.[2]

In welchem Alter?: Man kann Propolis in jedem Alter einnehmen. Bei heranwachsenden jungen Menschen im pubertären Alter hat sich Propolis manchmal bewährt, weil dann oft Hauterscheinungen, wie Akne o.ä. auftreten und Jugendliche manchmal von der Trägheit förmlich übermannt werden. Auch älteren Personen, die von plötzlicher Mattigkeit berichten, konnte mit Propolis geholfen werden.[1]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Beschwerden bei Erkältungen treten schnell und heftig auf. Betroffene sind häufig erkältet mit Schnupfen, Husten, Heiserkeit. Besonders morgens sind sie sehr matt und müde, auch nach langem Schlaf. Der Appetit ist verstärkt und die Patienten verlangen vermehrt nach Obst und Brot, sowie nach Süßigkeiten.[1]
Auf der Haut sind Akne, Rötungen und Quaddeln zu sehen. Die Patienten sind inaktiv, träge und lustlos.[2]

Verbesserung:

Verschlechterung:Im Allgemeinen sind die Beschwerden am Morgen beim Erwachen intensiver als am Abend.[2]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Eine große Mattigkeit und Trägheit befällt die Patienten. Sie erscheinen lustlos und erschöpft, obwohl für genügend Schlaf gesorgt wurde.[2]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kommt zu verschiedenartigen Kopfschmerzen. Manche Patienten beschreiben den Kopfschmerz „brummend, wie ein Bienenschwarm“.[2] Es fühlt sich meistens so ähnlich an, wie bei Nasennebenhöhlenentzündungen, drückend und hitzig, begleitet von einem Schmerz in der Stirnhöhle. Es kribbelt in der Nase und wässrige Absonderungen werden ausgeschieden. In manchen Fällen kommt es auch zu Ohrenschmerzen.[1]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bläschen erscheinen an der Lippe (Herpesbläschen). Im Gesicht können sich rote Flecken, Pusteln und Pickelzeigen, meist wie bei Akne. Manchmal besteht übler Mundgeruch und die Zunge ist grau belegt, ausgenommen der Zungenspitze.[1]

Erkältungen sind häufig von Heiserkeit und Halsentzündungen begleitet.[1]Im Hals und im inneren Rachen, im Übergang zur Nase (Choanen) besteht ein trockenes Gefühl. Es werden auch Schmerzen beim Schlucken beschrieben.[2]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Husten ist morgens beim Erwachen am schlimmsten. Anfallsartige Hustenattacken mit Schluckbeschwerden im Kehlkopf, die von Niesattacken begleitet werden.[1]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kommt zu einer vermehrten Harnausscheidung, auch wenn die Zufuhr der Flüssigkeitsmenge sich nicht geändert hat. Die Betroffenen müssen besonders nachts häufiger zur Toilette.[1]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Oft haben die Patienten morgens beim Erwachen durch das trockene Gefühl im Mund viel Durst, der meist auch tagsüber bestehen bleibt.[1]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im unteren Rücken treten heftige Beschwerden auf, die Betroffenen klagen über starke Schmerzen in der Lendengegend (Lumbalbereich).[2]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Hautreaktionen sind vordergründig mit der klassischen Akne zu beschreiben. Auch allergische Hautreaktionen, Nesselsucht, rote Flecken, Quaddeln können auftreten.[2]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten frösteln stark und sind sehr kälteempfindlich. Sie haben eiskalte Hände. Manchmal kommt es auch nur zu Frostschauern.[1]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Schlaf wird gelegentlich von abenteuerlichen Träumen begleitet. Es kann vorkommen, dass die Patienten zornig erwachen.[2]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Alfalfa

Die blaue Luzerne ist eine hülsenfluchtartige Pflanze, die hauptsächlich als Weidepflanze und Viehfutter bekannt ist. Die Gemeinsamkeiten bestehen im gesteigerten Appetit, der vermehrten Harnausscheidung und dem matten Gefühl bei ausreichendem Schlaf. Ähnlich den Beschwerden bei Propolis-Zuständen sind auch hier Kopfschmerzen, gerötete Haut und Erkältungserscheinungen zu beobachten.[1]

Im Unterschied zu Propolis können bei Alfalfa aber auch Verdauungsbeschwerden auftreten, wie Durchfall mit Blähungen und Brennen. Der Stuhlgang erfolgt dann mehrmals am Tag. Auch die Träume sind bei Alfalfa nicht so hervorstechend. Im Gegenteil, der Schlaf ist ruhig und sehr erholsam.[1]

Echinacea

Der Sonnenhut ist aus unseren Vorgärten und aus der Pflanzenheilkunde wohlbekannt. In der Homöopathie wird Echinacea angustifolia weit  häufiger eingesetzt als Propolis.

Die Beschwerden ähneln sich in einigen Punkten: Ermüdung, Frösteln, Erkältungsneigung, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Halsentzündungen mit Heiserkeit treten bei beiden Zuständen auf. Echinacea angustifolia ist wesentlich besser geprüft und wir wissen mehr über dieses Arzneimittelbild. Durch Hinlegen und Ruhe bessern sich die Beschwerden und durch Anstrengung (geistig oder körperlich), durch kalte Luft und abends sind die Beschwerden schlimmer. Hier ist ein deutlicher Unterschied zu Propolis, denn die Propolis – Beschwerden sind am Morgen heftiger.[1]

Hintergrundinformationen

Propolis ist der Kittharz der Bienen und schon seit der Antike ein bekannter Wirkstoff zum Schutz der Gesundheit.

Der Begriff Propolis ist aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt: pro = vor und polis = die Stadt, also: „vor der Stadt“. Es ist also ein Wächter, der den Bienenstock vor Eindringlingen schützt. Und da liegt auch die Aufgabe des Propolis: Schutz vor Krankheitserregern. Die schlauen Bienen haben so einen Stoff produziert, der Bakterien, Viren und Pilze fern hält von Bienenvolk. Sie dichten damit Risse ab, verkleiden die Wände des Bienenstocks und umhüllen das Flugloch, was ja eine ständige Infektionsgefahr darstellt. Falls es einen Fremdkörper im Bienenstock gibt, den sie nicht herausschaffen können, so wird er kurzerhand mit Propolis überzogen und so unschädlich gemacht. Untersuchungen zufolge wurden in Propolis Aminosäuren, Fettsäuren, Vitamine, Spurenelemente, Enzyme u.v.a. gefunden. Die Bienen sammeln dafür verschiedene Harze von den Knospenschuppen einiger Bäume und mischen es mit ihren Drüsensäften. Nur durch diese Anreicherung erhält Propolis seine unnachahmliche Wirkungsbreite.[3]

Propolis gilt seit einiger Zeit als Arzneimittel und unterliegt damit dem Arzneimittelrecht. Arzneiliche Propolis-Zubereitungen (wie z.B. Tinkturen) dürfen demnach in Deutschland nur nach Zulassung vom Bundesgesundheitsamt für Arzneimittel in den Verkehr gebracht werden. Ausnahmen sind Produkte, die der Kosmetik dienen.[4]
Als Rohstoff darf Propolis gewonnen werden.[4]