Globuli Wissen: Haut & Haare

Globuli für die Haut

PantherMedia / Fabrice Michaudeau
© PantherMedia / Fabrice Michaudeau

Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers. Ihre Funktion für den menschlichen Organismus ist von immenser Bedeutung und reicht von Temperaturregulation über Sinneswahrnehmung bis hin zur Abwehr von schädlichen UV-Strahlen und Mikroorganismen. (1)

Ebenso vielfältig wie ihre Funktionen sind auch die Probleme, die an der der Haut entstehen können. Von außen herbeigeführte, akute Schäden sind zum Beispiel Schnitte, Prellungen oder ein Sonnenbrand. Endogene (von innen kommende) und meist längerfristige Beschwerden sind unter anderem Akne, Neurodermitis, Warzen und Fußpilz. Manchmal wird allein schon eine besonders fettige oder besonders trockene Haut zur Belastung. (2)

Die Wahl des richtigen Präparats

Bevor man sich für eine homöopathische Therapie oder Begleittherapie entscheidet, sollte man sich mit deren Grundprinzipien vertraut machen. Anders als in der Schulmedizin wird hier probiert, den Menschen ganzheitlich zu erfassen; mit all seinen Begleiterscheinungen, Lebensgewohnheiten und seinem seelischen Befinden. Für dieses Gesamtkonstrukt wird dann ein passendes homöopathisches Mittel gesucht. (3) Dabei gelten folgende Prinzipien:

  • Homöo (vom altgriechischen homios = gleich) und pathie (vom altgriechischen Pathos = Leid) bedeutet so viel wie „ähnliches Leiden“. Beschwerden werden mit Wirkstoffen behandelt, die bei einem Gesunden genau dieses Krankheitsbild auslösen könnten. (3)
  • Das Arzneimittelbild der verschiedenen homöopathischen Mittel wird erstellt, indem alle Veränderungen festgehalten werden, die einem Gesunden nach der Einnahme an sich auffallen. Diese gesammelten Eigenschaften helfen dabei, ein Präparat für einen Patienten möglichst exakt auszuwählen.(3)
  • Die Homöopathie ist eine sehr sanfte alternative Behandlungsmethode. Alle Arzneien sind natürlichen Ursprungs und werden in sehr stark verdünnter Form verabreicht. Man nennt dieses Verdünnen auch Potenzieren.

Oftmals sind homöopathische Mittel so stark potenziert, dass der Wirkstoff selbst gar nicht mehr nachgewiesen werden kann. Sie werden deshalb auch „nur“ registriert und nicht zur Behandlung einer bestimmten Erkrankung zugelassen.

Informationen zur Anwendung und Dosierung

Homöopathische Kügelchen (Globuli) werden in der Regel eine halbe Stunde vor oder nach den Essen eingenommen. Ein Erwachsener kann so dreimal täglich 5 Globuli einer niedrig potenzierten Arznei (D10 bis C10) einnehmen. Soll ein Kind behandelt werden muss die Dosis angepasst werden. Eine grobe Faustregel besagt, dass Säuglinge 1/3 der Dosis eines Erwachsenen erhalten, Kleinkinder die Hälfte und Kinder ab dem 6. Lebensjahr 2/3 der Dosis eines Erwachsenen. In einem akuten Fall wie zum Beispiel bei einem Insektenstich oder bei Prellung können Globuli stündlich eingenommen werden, insgesamt jedoch nicht häufiger als 6 Mal am Tag. Ätherische Öle, wie Pfefferminze oder Kamille (häufig auch in Zahnpasta enthalten) können die Aufnahme beeinträchtigen und sollten nicht zu zeitnah angewandt werden. (4)

Empfohlene Globuli bei Hautbeschwerden

Da Hautbeschwerden vielseitig sein können, bietet es sich an, in diesem Kapitel die häufigsten Hauterkrankungen mit den jeweils angewandten Globuli zu den Symptomen zu benennen. Achtung, viele dieser homöopathischen Arzneien wirken sehr spezifisch und sollten erst nach einer ausführlichen Anamnese verschrieben werden. (5)

Ekzeme: Sulfur (bei nässendem und trockenem Ekzem, auch mit Juckreiz, dieser verschlimmert sich unter Wärmezufuhr) (6), Petroleum (bei trockenem, rissigem Ekzem) (6), Arsenicum album (brennend juckender Ausschlag, Wärmezufuhr lindert) (5), Rhus toxicodendron (Ekzem mit klar gefüllten Bläschen, starker Juckreiz) (5)

Allergische Reaktionen: Dulcamara (Ausschlag mit Quaddeln, der durch Kälte ausgelöst wurde), Hypericum perforatum (bei Sonnenallergie), Urtika urens (allergischer Ausschlag, stark juckend und brennend) (6)

Pilzinfektionen: Petroleum (Genitale Infektionen mit starkem Juckreiz), Borax (auch gegen Schwindel und Furcht vor Abwärtsbewegung), Kreosotum (Ausschlag mit Bläschen und Ausfluss) (6)

Neurodermitis: Borax, Cardiospermum halicacabum (akute hochrot entzündete Haut und quälender Juckreiz) (6)

Akne: Asterias rubens, Thuja (bei fettender Haut), Antimonium crudum (juckende und brennende Akne bei ungesund Lebenden), Berberis aquifolium (trockene, schuppige Akne) (7)

Warzen: Thuja (schnell wachsende, fleischige Warzen), Causticum (zahlreiche, hornartige, leicht blutende Warzen) (5)

Schwitzen: Acidum hydrofluoricum (unruhige, gestresste Person mit übermäßigem Schwitzen), Acidum sulfuricum (Hitzewallungen während der Wechseljahre), Argentum nitricum (nervöse, ängstliche Person mit übermäßigem Schwitzen) (6)

Zu beachten

Hautkrankheiten können sowohl einzeln auftreten, Symptome für internistische Probleme oder durch eine Autoimmunreaktion bedingt sein. Ein chronischer Juckreiz kann zum Beispiel durch einen unentdeckten Diabetes oder eine Erkrankungen des Lymphsystems hervorgerufen werden. Bleibt eine homöopathische Therapie über längere Zeit erfolglos, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. (5)