Anwendungsgebiete - Haut & Haare

Globuli gegen Feigwarzen

© PantherMedia / Thomas Francois

Feigwarzen (Condylomata acuminata) werden durch Humane Papillomviren (abgekürzt: HPV) verursacht. Sie zählen zu den am häufigsten sexuell übertragenen Viren weltweit. Insgesamt gibt es über 120 verschiedene HPV-Arten, wovon ungefähr 40 die Genitalien befallen. Ein Teil dieser Viren – meist HPV 6 und HPV 11 – verursacht die als Feigwarzen bekannten Genitalwarzen (Kondylome), die als zunächst kleine, etwa stecknadelkopfgroße Knötchen (Papeln) auftreten. Diese Knötchen wachsen zu beerenartigem Aussehen zusammen (konfluieren), bevor sie sich zu hahnenkammähnlichen Wucherungen ausbilden. Feigwarzen treten bevorzugt im Genitalbereich auf, da dort die für die Papillomviren günstigsten Bedingungen herrschen: ein feuchtes Mileu, eine dadurch aufgeweichte Haut (Mazeration) und kleinste Verletzungen der obersten Hautschicht (Epithelläsionen).[1][2]

Eine Behandlung von Feigwarzen mit homöopathischen Mitteln soll sehr effektiv sein. Dauert die Erkrankung jedoch an oder verschlimmert sich, so sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.[3]

Angewendete Globuli gegen Feigwarzen

Die nachfolgende Tabelle enthält Mittel zur Linderung der Beschwerden bei Feigwarzen. Je nach einflussnehmenden Faktoren, weiteren Begleiterscheinungen und Hinweisen können die empfohlenen Heilmittel inkl. Potenz und Dosierung variieren. Es sollte daher stets das Mittel gewählt werden, dessen Arzneimittelbild am ehesten mit den persönlichen Umständen übereinstimmt.

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Fettige Haut mit Warzen und Kondylomen (knötchenartige Hautverdickung in der Genitalregion)

Die Warzen treten an Fußsohlen, Fingern, Zehen, Geschlechtsorgan und Gesäß auf. Die betroffene Person hat häufig morgendlichen Durchfall und gehört zu den Menschen, die schnell frösteln und bei feuchtkaltem Wetter oft eine Erkältung, Husten und Gelenkbeschwerden bekommen.

Verbesserung:

Durch Wärme.

Verschlechterung:

Durch Kälte und Nässe.

Angewendete(s) Mittel:

Thuja

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Warzen mit starker Rötung, die schnell bluten

Verbesserung:

Durch Ruhe, im Liegen, in der Sonne, an der frischen Luft.

Verschlechterung:

Im Liegen auf der rechten Seite, durch Feuchtigkeit und Berührung.

Angewendete(s) Mittel:

Cinnabaris

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Die Warzen befinden sich sehr nah an der äußeren Öffnungen der Geschlechtsorgane

Zu den Begleiterscheinungen gehören stechende und splitterartige Schmerzen, Haut- und Schleimhautgeschwüre und -entzündungen sowie unangenehm riechende Absonderungen. Die betroffene Person ist häufig gereizt und ärgert sich rasch, wird schnell wütend und ängstigt sich vor Krankheit und Tod. Zudem ist die betroffene Person empfindlich gegenüber Geräuschen, Berührung und Kälte.

Verbesserung:

Durch Fahren im Wagen und warmes Zudecken.

Verschlechterung:

Abends, nachts und durch Berührung.

Angewendete(s) Mittel:

Acidum nitricum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Schmerzende, hautreizende Warzen

Die Warzen treten häufig bei Frauen in Zusammenhang mit der Menstruation auf.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Juniperus sabina

Potenz: C5

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Juniperus sabina ist auch bei Zwischen- und Dauerblutungen (Metrorrhagie) und funktionellen Menstrua-tionsbeschwerden (Dysmenorrhoe) sowie bei Mitessern und Akne geeignet.

Feigwarzen, die zusammen mit Wasseransammlungen (Ödemen) auftreten

Die betroffene Person wirkt meist aufgedunsen, seine Sekrete sind gelblich bis grün und die Region der Leber ist berührungsempfindlich.

Verbesserung:

Durch trockene Wärme.

Verschlechterung:

Durch Feuchtigkeit.

Angewendete(s) Mittel:

Natrium sulfuricum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Feigwarzen, die zusammen mit Wasseransammlungen (Ödemen) auftreten

Die betroffene Person ist übersensibel und unruhig und neigt zu Schleimhautentzündungen und vermehrtem Speichelfluss.

Verbesserung:

Durch Ruhe und kalte Getränke.

Verschlechterung:

Nachts sowie in warmen Räumen oder Betten.

Angewendete(s) Mittel:

Mercurius solubilis

Potenz: D10

Feigwarzen, die zusammen mit Wasseransammlungen (Ödemen) auftreten

Verbesserung:

Durch Ruhe.

Verschlechterung:

Durch warme Getränke und Berührung.

Angewendete(s) Mittel:

Mercurius corrosivus

Potenz: C15

Hinweis:

Mercurius corrosivus ist bewährt bei Entzündungen jeglicher Art.

Feigwarzen

Betroffene Erwachsene sind meist gereizt, menschenscheu und launisch und bei psychischer Erregung zitternd und sprachlos. Betroffene Kinder schlagen während eines Wutausbruchs und wollen nicht getröstet werden.

Verbesserung:

Durch Ruhe.

Verschlechterung:

Morgens und bei Kälte.

Angewendete(s) Mittel:

Delphinium Staphisagria

Potenz: C9

Dosierung: 5 Globuli, 2 mal täglich

Warzen bei HPV-Infektionen und Tripper (Gonorrhoe)

Die betroffenen Personen sind häufig lärmempfindlich und fühlen sich häufig unwohl und traurig.

Verbesserung:

Durch Schlafen auf dem Bauch, frische Luft, Reibung und Meeresklima.

Verschlechterung:

Bei Kälte, Berührung, zwischen 3 Uhr und 4 Uhr morgens sowie in geschlossenen Räumen.

Angewendete(s) Mittel:

Medorrhinum

Potenz: C30

Dosierung: 10 Globuli, 1 mal wöchtenlich

Hinweis:

Medorrhinum kann durch die gleiche Gabe von Thuja occidentalis C30 und je 5 Globuli Nitricum acidum C15 und Cinnabaris C5 morgens und abends ergänzt werden.

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Zu beachten:

Etwa 90% der HPV-Infektionen verlaufen symptomlos oder heilen von selbst wieder aus. Bei geschwächtem Immunsystem (Immunsuppression) und ausbleibender Behandlung jedoch können sich die Hautwucherungen in Form von flachen Warzen (Condylomata plana) auf die Analregion, die Harnröhre oder den Gebärmutterhals sowie den Muttermund ausweiten. Bei jahrelangem Fortbestehen (Persistenz) besteht die Gefahr, dass sich sogenannte Condylomata gigantea (große, blumenkohlartige Wucherungen) ausbilden.

Feigwarzen an sich zählen zu den gutartigen Hautveränderungen. HPV 6 und HPV 11 zählen demnach zu den Niedrigrisokotypen unter den Humanen Papillomviren. Es ist jedoch möglich, dass eine begleitende Infektion mit einem Virus des Hochrisikotyps vorliegt, der potenziell krebserregend (Gebärmutterhalskrebs) ist. Verantwortlich hierfür sind die HPV-Arten 16 und 18. Inzwischen ist eine Impfung gegen diese Erreger erhältlich.[14][15]

Komplexmittel werden zur Behandlung in der Regel nicht empfohlen, da die homöopathische Behandlung sehr individuell ist und das jeweils passende Mittel sorgsam ausgewählt wird. Im Rahmen der indikationsbezogenen Homöopathie besteht aber die Möglichkeit, bei häufig vorkommenden Erkrankungen bereits bewährte Mittel anzuwenden. Darunter zählen sowohl Einzel- als auch Komplexmittel.[16][17]

Es wird darüber hinaus angeraten, Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ aufzusuchen, da diese, im Gegensatz zu Heilpraktikern, approbierte Ärzte sind und in Notfallsituationen entsprechend reagieren können.