Anwendungsgebiete - Magen-Darm

Globuli bei Erbrechen und Durchfall

© PantherMedia / Piotr Marcinski

Für kleine Unpässlichkeiten wünscht man sich oft ein schnell wirksames Mittel, ohne Nebenwirkungen. Diese Mittel findet man in der Homöopathie. Bei Durchfall und Erbrechen kann man sich mit Homöopathika in der Regel gut helfen, wenn man einiges beachtet. Übelkeit (Nausea) und Erbrechen (Vomitus, Emesis) treten bei fast allen gastroenterologischen Erkrankungen auf, vor allem bei akuten Bauchbeschwerden wie z. B bei der akuten Gastritis (Magenschleimhautentzündung) oder Gastroenteritis (Entzündung des Magen-Darmtraktes), sowie bei Magen- und Darmgeschwüren.[4]

Unter Diarrhoe/ Durchfall versteht man mehr als 3 ungeformte Stühle täglich. Je nach zeitlichem Verlauf unterscheidet man zwischen akuter und chronischer Diarrhoe. Eine Diarrhoe entsteht aus der Unfähigkeit des Darms, Wasser und Elektrolyte (Salze) aus dem Kot wieder aufzunehmen (Resorptionsstörung).[1] Die Ursachen hierfür sind mannigfaltig, weshalb eine individuelle Diagnose gestellt werden sollte.

Isoliert auftretendes akutes und chronisches Erbrechen wird u.a. verursacht durch:

  • Infektionen, Vergiftungen, Geschwüre, Entzündungen im Magen-Darm-Trakt, psychische Ursachen[1]

Akute und chronische Diarrhoe evtl. mit Erbrechen wird u.a. verursacht durch:

  • Virale und bakterielle Infektionen des Magen-Darm-Traktes, Lebensmittelvergiftung, Medikamente (Antibiotika, Laxantien/ Abführmittel, etc), psychische Ursachen (Stress, Ängste), Allergien / Unverträglichkeiten, entzündliche Darmerkrankungen[1].

Betroffen sind meist immungeschwächte Personen, ältere Menschen, Kinder und Säuglinge.

Die nachfolgend aufgeführten Globuli werden zur Selbstbehandlung empfohlen. Sollte sich nach max. 2 Stunden keine deutliche Besserung der Symptome einstellen, ist es ratsam, einen Arzt/in oder Heilpraktiker/in aufzusuchen.

Klassisch homöopathisch arbeitende Ärzte/innen und Heilpraktiker/innen nehmen sich bei der Erstanamnese (sehr ausführliches Erstgespräch, in dem die Krankengeschichte erhoben wird) sehr viel Zeit und fragen nach kleinsten Details, die den gesamten Menschen mit all seinen Facetten betreffen, um für ihre Patienten/innen das beste Mittel zu finden. Deshalb kann man hier nur eine kleine Auswahl der gängigsten Mittel für die entsprechende Situation vorstellen.

Angewendete Globuli bei Erbrechen

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Bei Menschen, die gerne und viel essen, aber einen schwachen Magen haben und vieles dadurch nicht vertragen

Begleiterscheinungen sind ein Völlegefühl, Aufstoßen sowie Übelkeit mit Erbrechen von Schleim oder Galle, ohne danach eine Besserung zu verspüren. Bei heißem Wetter kann es zu einem Magenkatarrh mit Erbrechen kommen. Betroffene sind außerdem melancholisch und mürrisch.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Antimonium crudum

Potenz: D6

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Bei Reisekrankheit, Übelkeit und Schwäche, beim Autofahren oder auf dem Schiff

Verbesserung:

Verschlechterung:

Durch den Gedanken an Essen oder Essensgerüche, Tabakrauch, Bewegung des Autos oder des Schiffes.

Angewendete(s) Mittel:

Cocculus

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Geruch von Speisen und die Gedanken daran verursachen Übelkeit

Begleiterscheinungen sind ein nach oder während des Essens stark ausgeprägter Geruchssinn. Die Betroffenen sind besonders empfindlich gegen Eier und Brühe.

Verbesserung:

Durch Wärme und Ruhe.

Verschlechterung:

Durch passive Bewegung (Autofahren, etc.) bis zum Würgen und Erbrechen.

Angewendete(s) Mittel:

Colchicum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Verdauungsbeschwerden durch schwere Speisen, seit längerer Zeit anfallsartig auftretende Übelkeit

Begleiterscheinungen sind eine Durst- und Appetitlosigkeit, außer auf den Verzehr von süßen Speisen. Die betroffene Person hat während der Übelkeit reichlich Speichel im Mund, stößt häufig auf, möchte sich ergeben und erbricht in diesem Falle auch Galle und Schleim. Eine Ursache hierfür kann Ärger sein.

Verbesserung:

Durch den Stuhlgang.

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Ipecacuanha

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Übelkeit morgens, nach dem Essen oder vom Rauchen

Begleiterscheinungen sind das Gefühl, dass es nach dem Erbrechen besser gehen würde – dieses ist jedoch nicht möglich. Die betroffene Person ist sehr sensibel, reagiert dementsprechend auf atmosphärische Veränderungen, auf Autofahren oder auf das Schaukeln auf einem Schiff. Ursachen hierfür können Völlerei und Stress sein.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Nux vomica

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Trotz Reisekrankheit bleibt der Appetit bestehen

Begleiterscheinungen sind Schwindel und ein saures und bitteres Aufstoßen, sowie plötzliches Erbrechen.

Verbesserung:

Durch Essen.

Verschlechterung:

Mit dem Auto oder Schiff fahren.

Angewendete(s) Mittel:

Petroleum Rectificatum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Gesicht ist blass und von kaltem Schweiß bedeckt, der ganze Körper ist kalt

Verbesserung:

Im Freien.

Verschlechterung:

Durch Wärme und die geringste Bewegung.

Angewendete(s) Mittel:

Tabacum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Angewendete Globuli bei Diarrhoe

Bei Durchfall vor Prüfungen

Begleiterscheinungen sind Flatus (Blähungen), ein starkes Verlangen nach Zucker (obwohl er schlecht vertragen wird) , sowie Erschöpfung und Nervosität. Die betroffene Person wird schnell wütend, ist schnell sehr unsicher und aus dem Konzept zu bringen. Die Stuhlbeschaffenheit ist grünschleimig, wie fein gehackter Spinat mit Blähungen.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Argentum nitricum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Durchfall nach Verzehr von verdorbenen Nahrungsmitteln (Wurst, Fleisch, Käse), nach dem Verzehr von zu kalten Speisen (Eiscreme)

Begleiterscheinungen sind ein großer Durst, trockene Lippen, ein starkes Krankheitsgefühl und Schwäche. Die Stuhlbeschaffenheit äußert sich durch kleine Mengen, welche dunkelgelb bis dunkelgrün, schleimig und blutig sind. Der Durchfall kann außerdem unverdaute Speisereste enthalten, ist übelriechend und verursacht ein Brennen der Haut am After.

Verbesserung:

Durch Wärme.

Verschlechterung:

Nachts, nach dem Essen oder Trinken und bei Kälte.

Angewendete(s) Mittel:

Arsenicum album

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Bei Diarrhoe durch Stress, Angst, schlechte Nachrichten und Schreck

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Gelsemium

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Durchfall an heißen Tagen

Der Durchfall tritt häufig erst gegen Morgen auf. Ursachen hierfür können eine zu rasche Abkühlung des Magens durch zu kalte Getränke oder Speisen sowie eine Erkältung in einer kühlen Sommernacht sein.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Bryonia

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Durchfall mit Leibschmerzen

Begleiterscheinungen sind eine Empfindlichkeit bei starken Temperaturschwankungen sowie bei Kälteeinbruch im Sommer oder schwankenden Temperaturunterschieden (Tag/Nacht). Die Diarrhoe tritt häufig nachts auf. Die Betroffenen leiden unter Schmerzen vor dem Stuhlgang und nach der Defäkation kommt es zu Jucken am After.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Dulcamara

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Durchfall mit starken Krämpfen

Begleiterscheinungen sind Mundgeruch und starker Schweiß. Die Betroffenen entleeren nur unter großer Anstrengung. Die Stuhlbeschaffenheit ist schleimig und oft auch blutig.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Nachts.

Angewendete(s) Mittel:

Mercurius solubilis

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Übelkeit vor dem Durchfall

Begleiterscheinungen sind, dass es häufig sehr früh morgens auftritt (ab 3 Uhr). Tagsüber hat der Stuhl eine normale Konsistenz, am nächsten Morgen kommt es jedoch wieder zu kräftezehrenden Durchfällen. Betroffene verspüren eine Schwäche am Darmausgang und im Kreuz, manchmal sogar Leibschmerzen.

Verbesserung:

Durch Wärmeanwendungen.

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Podophyllum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Durchfall morgens (zwischen 4 und 5 Uhr).

Begleiterscheinungen äußern sich durch ein wundmachendes und übelriechendes Sekret. Der Durchfall kann sich außerdem mit Verstopfung abwechseln.

Verbesserung:

Im Freien.

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Sulfur

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Durchfälle, denen starke Bauchkrämpfe mit stechenden Schmerzen vorausgehen

Begleiterscheinungen sind starke Übelkeit mit Erbrechen. Betroffene sind so geschwächt, dass sie glauben, ohnmächtig zu werden, zuweilen Krämpfe in Beinen und Füßen auftreten. Die Durchfälle sind häufig nachts. Betroffene haben großen Durst auf kaltes Wasser und die Stuhlbeschaffenheit ist sehr wässrig mit milchigen Flocken.[3] 

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Veratrum album

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Zu beachten:

Bei Erbrechen keine Selbstmedikation: wenn der Verdacht einer Vergiftung besteht, vor allem bei Kindern; bei Vermutung, dass verdorbene Nahrungsmittel das Erbrechen verursacht haben; wenn dem Erbrochenem Blut, Darminhalt oder das Essen des Vortages beigemengt ist; wenn das Augenweiß oder die Haut gelb gefärbt sind; Erbrechen nach Kopfverletzungen; wenn die Beschwerden schon länger bestehen.[3]

Wenn die Betroffenen aufgrund massiver Diarrhoe, kreislaufinstabil werden (Wasserverlust/Elektrolytverlust) kann es zur Austrocknung kommen, bis zum Volumenmangelschock (Kreislaufschock). Notfallsituation – Notarzt bestellen.[2]

Auch wenn die Diarrhoe oder das Erbrechen mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl einhergehen, oder schon länger anhält, sollte man sich in ärztliche und/oder heilpraktische Behandlung begeben.