Anwendungsgebiete - Magen-Darm

Globuli gegen 3-Monats-Koliken

© PantherMedia / Ulrich Münster

Koliken bei Säuglingen treten typischerweise in den ersten drei Lebensmonaten auf und werden häufig mit Blähungen assoziiert. Vorzugsweise nachmittags und am Abend treten die gängigen Symptome Unruhe und Schreien sowie meist auch ein Anziehen der Beine auf. Ob diese Symptome aufgrund von Bauchschmerzen zustande kommen, ist bis heute nicht abschließend geklärt.

Oft kann eine Besserung durch Kräutertees aus Fenchel und Kümmel, Schaukeln, Tragen und elterliche Zuwendung erreicht werden. [1] Zusätzlich ist es möglich, diese Phase mit homöopathischen Mitteln zu unterstützen.

Angewendete Globuli

Da über die Ursachen der 3-Monats-Koliken bis heute wenig bekannt ist, können lediglich die Symptome gemildert werden, bis die Beschwerden schließlich von selbst verschwinden. Je nach individuellem Beschwerdebild werden unterschiedliche Präparate empfohlen. [8]

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Krampfende Bauchschmerzen, Anziehen der Beine

Die Begleiterscheinungen äußern sich durch eine Kolik mit Blähungen und Durchfall, wodurch das betroffene Kind das Bedürfnis hat, sich auf den Bauch zu legen. Auslöser können hierfür emotionale Ereignisse und Verdauungsstörungen sein. Das betroffene Kind wird außerdem schnell zornig und neigt zu Wutanfällen.

Verbesserung:

Durch Wärme und Zusammenkrümmen.

Verschlechterung:

Durch Essen und Trinken, nachmittags und nachts.

Angewendete(s) Mittel:

Colocynthis

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Bauchschmerzen besonders im Bereich des Nabels, das Kind streckt sich nach hinten

Die Begleiterscheinungen äußern sich durch übel riechende Blähungen, welche oft mit Durchfall verbunden sind. Auslöser hierfür können ein Ernährungsfehler sowie Krämpfe in der Muskulatur sein. Das betroffene Kind ballt die Hände zu Fäusten.

Verbesserung:

Durch Überstrecken und Bewegung.

Verschlechterung:

Im Liegen.

Angewendete(s) Mittel:

Dioscorea villosa

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Bauchweh, möglicherweise mit Erbrechen und grünlichem Durchfall

Die Begleiterscheinungen äußern sich durch Erschöpfung, Verschlucken sowie Flüssigkeit, die aus der Nase läuft. Auslöser hierfür können emotionale Ereignisse und Krämpfe in der Muskulatur sein. 

Verbesserung:

Inhalt

Verschlechterung:

Inhalt

Angewendete(s) Mittel:

Cuprum metallicum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Das Mittel kann auch bei einem Krampfzustand des Magenpförtners und Schluckauf verwendet werden.

Aufstoßen, starke, übel riechende Blähungen, Bauchkrämpfe und Schluckauf

Die Begleiterscheinungen äußern sich durch eine starke Blähung des Bauches und das betroffene Kind verlangt nach frischer Luft. Auslöser hierfür können mangelnde Verdauung und Bauchkrämpfe sein.

Verbesserung:

Durch Kühle und an der frischen Luft.

Verschlechterung:

Durch fette Speisen und Milch, abends, nachts sowie bei feucht-warmer Luft.

Angewendete(s) Mittel:

Carbo vegetabilis

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Schon nach wenig Trinken gesättigt, obwohl großer Hunger vorliegt, starke Blähungen und Gurgeln

Die Begleiterscheinungen äußern sich durch Verstopfung mit oft vorgewölbtem Bauch und schlankem Oberkörper. Das betroffene Kind ist sehr unleidlich, „mauzt“ häufig und fremdelt. Auslöser können hierfür eine mangelnde Verdauung sowie Bauchkrämpfe sein.

Verbesserung:

Durch Kühle und an der frischen Luft.

Verschlechterung:

Durch Wärme und Schwüle sowie am späten Nachmittag.

Angewendete(s) Mittel:

Lycopodium clavatum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Zu beachten:

Drei-Monats-Koliken sind in der Regel harmlos und verschwinden nach drei Monaten von selbst. Darüber hinaus besteht jedoch die Möglichkeit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder einer Refluxkrankheit mit Ösophagitis (Aufstoßen mit Entzündung der Speiseröhre). [1] Diese beiden Ursachen können vom Kinderarzt ausgeschlossen werden.

Grundsätzlich wird bei beabsichtigter Anwendung homöopathischer Mittel empfohlen, Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ aufzusuchen. Approbierte Ärzte können, im Gegensatz zu Heilpraktikern, in Notfallsituationen entsprechend reagieren und sofort weiterführende Maßnahmen einleiten.