Anwendungsgebiete - Magen-Darm

Globuli gegen Blähbauch

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Ein aufgeblähter Bauch (Meteorismus) ist eine übermäßige Ansammlung von Darmgasen im Darm und entsteht durch die orale Aufnahme von Luft (Aerophagie) und durch Gärungsprozesse im Darminneren (Darmlumen). In den meisten Fällen ist Meteorismus ohne Krankheitswert, gelegentlich ist ein stark aufgeblähter und dadurchschmerzhafter Bauch (Abdomen) zu beobachten. Meteorismus kann auch eine Folge von Verstopfung (Obstipation), verschiedener Oberbauchbeschwerden (Dyspepsie-Symptomkomplex) oder mitkolikartigen Schmerzen verbunden sein. Ein aufgeblähter Bauch kann jedoch auch Ausdruck eines Ernährungsfehlers sein, wenn eineUnverträglichkeit gegen bestimmte Nahrungsmittel existiert. Da es sich oftmals bei Meteorismus um einen Prozess handelt, der ohne äußere Einflüsse endet (selbstlimitierender Prozess), kann eine Unterstützungmit homöopathischen Arzneimitteln nach Absprache mit dem behandelnden Arzt sinnvoll sein. (1), (2), (3)

Angewendete Globuli bei aufgeblähtem Bauch

Die Wirkung der Globuli kann durch ätherische Öle wie beispielsweise Kamille, Kampher oder Pfefferminz (oft in Zahnpasta) beeinträchtigt werden. Deshalb sollten 30 Minuten Abstand zwischen ihrer Verwendung und der Globuli Einnahme liegen. (3)

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Explosives Aufstoßen; Blähbauch, Blähungskoliken; keine Besserung durch Blähungsabgang oder Aufstoßen

Die Begleiterscheinung ist Durchfall (Diarrhoe) durch Aufregung und Diarrhoe bei Babys, wenn die stillende Mutter etwas Süßes isst. Der Stuhl sieht aus wie Spinat. Die betroffene Person ist berührungsempfindlich, gerne an der frischen Luft und hat Angst.

Verbesserung:

Durch Stuhlabgang sowie durch frische Luft.

Verschlechterung:

Morgens, durch Süßigkeiten, Kleiderdruck oder Wärme.

Angewendete(s) Mittel:

Argentum nitricum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Schmerzen kommen und gehen plötzlich; Vorwölbung des Dickdarms (Kolon); zwischen Krämpfen keine Schmerzen

Die Begleiterscheinung ist ein roter Kopf. Die betroffene Person ist erschöpft und reagiert überempfindlich auf äußere Reize (Geräusche, Licht, Berührung).

Verbesserung:

Durch Zusammenkrümmen; nach hinten Überstrecken; in Bauchlage; in aufrechter Haltung; bei Wärme oder festen Druck (oder auch Verschlimmerung durch festen Druck).

Verschlechterung:

Durch Lagewechsel, Erschütterung, Berührung, zwischen 15.00 und 24.00 Uhr.

Angewendete(s) Mittel:

Belladonna

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Dicker Bauch, Blähbauch

Begleiterscheinungen sind ein saurer Geruch und saures Erbrechen. Die Babys schlafen beim Stillen ein. Wenn man sie von der Brust nehmen will, sind sie sofort wieder wach und wollen weiter trinken. Die betroffenen Babys sind druckempfindlich, schlaff, gemütlich und werden gerne schnell und heftig geschaukelt.

Verbesserung:

Durch Wärme.

Verschlechterung:

Durch Druck der Kleidung; Anstrengung.

Angewendete(s) Mittel:

Calcium Carbonicum Hahnemanni

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Beschwerden entstehen langsam; Blähungen, Koliken; lautes Aufstoßen bei der Mahlzeit; Blähungen gehen nicht ab

Begleiterscheinung ist eine eiskalte, marmorierte, bläuliche und kaltschweißige Haut.

Verbesserung:

Durch Aufstoßen.

Verschlechterung:

Durch Zudecken, flache Lage, fettes Essen und während der Mahlzeit.

Angewendete(s) Mittel:

Carbo vegetabilis

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Aufgestautes und aufgetriebenes Gefühl im Unterbauch, oft während der Wechseljahre (Klimakterium)

Begleiterscheinungen sind ein Gefühl des Nachuntenziehens mit dem Stuhlgang, als ob alle Organe herausgetrieben würden, Schmerzen in den Schamlippen (Labien) und Einschlafstörungen trotz Schläfrigkeit. Die betroffene Person hat ein erhöhtes sexuelles Verlangen, Angst um die Gesundheit, zu wenig Aufgaben, muss ständig etwas tun haben, einen Putzfimmel und unruhige Aktivitäten.

Verbesserung:

An der frischen Luft.

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Lilium tigrinum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Reichlich Blähungen, vor allem zwischen 16-20 Uhr, sehr empfindlich auf viele Nahrungsmittel (blähende Speisen, Milch, Möhren); Blähungen gehen nicht ab, Koliken, Bauch empfindlich gegen Druck, Kleidung zu eng

Begleiterscheinungen sind großer Hunger und nach wenigen Schlucken Sättigung. Das betroffene Baby will ständig gestillt werden, ist nur an der Brust ruhig und hat einen schwachen Saugreflex. Zudem ist es schläfrig, oder trinkt schlecht, hat wenig Appetit, erbricht die Muttermilch, verweigert die Brust und hat kalte Füße. Das betroffene Baby macht ein ernstes Gesicht, runzelt die Stirn, weint viel, ist unzufrieden, will nicht angefasst werden, will getragen werden, ist gereizt und braucht Ruhe.

Verbesserung:

Durch Liegen, bei frischer Luft, bei Bewegung, bei warmen Anwendungen, nach Aufstoßen und Blähungsabgang nur kurzfristige Besserung.

Verschlechterung:

Durch Milch, Möhren, Kohl, Hülsenfrüchte, Zwiebel, Schokolade, abends, nachts und zwischen 16.00 und 20.00 Uhr.

Angewendete(s) Mittel:

Lycopodium

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Blähungen, Muttermilchunverträglichkeit

Der Stuhl der betroffenen Person sieht aus wie Froschlaich, schaumig grün, gelatineähnlich mit Bläschen und Krümeln. Die Ausscheidungen riechen sauer. Die betroffene Person hat viele Sorgen und ein Gefühl von Verlassenheit. Mögliche Ursachen sind eine gestörte Mutter-Kind-Beziehung und die wenige Zeit der Mutter für das Kind. Das betroffene Kind zeigt nächtliche Unruhe, ist überreizt und nervös.

Verbesserung:

Durch leichten Druck, allgemein im Freien, in der Sonne, nach 15 Uhr, durch lokale Wärme, nach Stuhlgang oder durch Zusammenkrümmen.

Verschlechterung:

In Ruhe, zwischen 03.00 und 04.00, nachts, durch Bettwärme, Milch, Massage und Berührung.

Angewendete(s) Mittel:

Magnesium carbonicum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Neigung zu Blähungen und Verstopfung von Geburt an

Verbesserung:

Durch Wärme.

Verschlechterung:

Durch Berührung.

Angewendete(s) Mittel:

Nux moschata

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Koliken nach Bauchoperationen; Koliken nach Zorn, Ärger, Entrüstung; Blähungen stinkend

Die betroffene Person ist sensibel, schlecht gelaunt, ruhelos, nervös und hat nächtliche Unruhe.

Verbesserung:

Durch den Abgang von Blähungen, Wärme und Ruhe.

Verschlechterung:

Durch Druck, Milch und Tabak.

Angewendete(s) Mittel:

Staphisagria

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Blähbauch; viele Blähungen gehen ab, laute Darmgeräusche

Begleiterscheinungen sind sauer riechender Stuhl, meist warme Hände und Füße, sowie rote Körperöffnungen (z.B. Lippen, After). Die betroffene Person kuschelt gerne, aber nur wenn sie es selber möchte. Zudem braucht sie wenig Schlaf, ist ruhelos und hat unruhige Nächte. Das betroffene Baby will oft gestillt und nicht gewaschen werden.

Verbesserung:

Durch Abgang von Blähungen und Bewegung.

Verschlechterung:

Durch Hitze, Druck, nachts, Milch, Zucker, Alkohol, Baden, Waschen und Ruhe.

Angewendete(s) Mittel:

Sulphur

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Zu beachten:

So geeignet Globuli auch zur Unterstützung bei einem aufgeblähten Bauch sind, die Selbstbehandlung ersetzt nicht die ärztliche Diagnose und Empfehlung zu einer Therapie. Bei schwerwiegenden Problemen wie beispielsweise bretthartem Bauch, auffälligen und wechselnden Stühlen oder Erbrechen, einer langanhaltenden Problematik oder einer deutlichen Verschlimmerung der Schmerzen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Gerade bei Personen mit bekannten Magen-Darm-Erkrankungen sollte nicht auf eine ärztliche Beratung verzichtet werden und auch bei Säuglingen und Kindern sollten schwerwiegendere Krankheiten wie z.B. Nahrungsmittelunverträglichkeiten unbedingt abgeklärt werden. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass die Anwendung homöopathischer Mittel generell nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen sollte. Des Weiteren verfügen homöopathisch kundige Fachärzte über weitreichendere Kenntnisse und wenden daher auch andere Dosierungen an, als in der Selbstbehandlung üblich. Eine ausgiebige allgemeine Beratung und eine gründliche Stillberatung bei Problemen des Säuglings sollten einer Gabe des homöopathischen Arzneimittels vorausgehen, denn wenn z.B. durch eine Umstellung der Ernährung Koliken und ein aufgeblähter Bauch verhindert werden können, wird kein homöopathisches Arzneimittel benötigt. (1)