Anwendungsgebiete - Magen-Darm

Globuli bei Verstopfung

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Die Verstopfung (Obstipation) ist eines der häufigsten Magen-Darm-Probleme überhaupt. Etwa 20 bis 25% der Erwachsenen leiden darunter. Dabei sind Verstopfungen keine eigenständige Krankheit, sondern lediglich ein Symptom. [1] Wichtig: Von einer Verstopfung wird aus medizinischer Sicht erst ab einer Stuhlfrequenz < 3 mal pro Woche gesprochen. Erfolgt die Darmentleerung also lediglich alle 2-3 Tage, ohne das subjektive Beschwerden auftreten, kann dies ein durchaus physiologischer Zustand sein, der keinerlei Behandlung bedarf. [2]

Ist die Ursache der Verstopfung bekannt und liegt keine schwerwiegende Grunderkrankung vor, kann die Kombination aus Lebensstilanpassung und unterstützender Behandlung mit Globuli ausreichend sein.

Der folgende Text informiert über die Wahl des richtigen Präparats, Anwendung und Dosierung, bei Verstopfung häufig verwendete Globuli sowie Anzeichen, die einen Arztbesuch erforderlich machen.

Angewendete Globuli bei Verstopfungen

Häufig sind die Ursachen von Verstopfungen im Lebenswandel des Betroffenen zu suchen. Ungenügende Flüssigkeitszufuhr, zu wenig Bewegung und ballaststoffarme Kost beeinträchtigen die normale Darmfunktion. Doch auch bestimmte Arzneimittel können den Gang zur Toilette erschweren. Dazu zählen beispielsweise Eisenpräparate, Mittel gegen Bluthochdruck (Antihypertensiva), starke Schmerzmittel (Opioide) sowie aluminiumhaltige Säurebinder (Antazida). Ein Dauergebrauch von Abführmitteln (Laxantienabusus) kann beim Absetzen ebenfalls zu Verstopfungen führen (Rebound-Effekt). [1]

Es gilt dann natürlich möglichst, die Ursachen zu beheben, also die Trinkmenge zu erhöhen, die Ernährung umzustellen und für ausreichende körperliche Betätigung zu sorgen. Achtung: Das Absetzen oder Umstellen der Medikation sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt ausführlich besprochen werden!

Greift jedoch die Anpassung des Lebensstils nicht oder nur unzureichend, können Globuli zur Unterstützung angewendet werden. Die Wahl des richtigen Mittels ist dabei vor allem von den Begleitsymptomen abhängig.

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Verstopfungen mit Blähungen, Appetitlosigkeit, Sodbrennen und/oder Heißhunger

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Abies nigra

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Verstopfungen mit Lymphknotenschwellung und allgemeiner Schwäche

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Abrotanum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Verstopfungen vor oder während der Periode

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Aletris farinosa

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Verstopfungen nach dem Genuss schwerer Mahlzeiten

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Allium sativum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Verstopfungen in Verbindung mit trockener Haut und Schleimhaut

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Alumina

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Verstopfungen bei gleichzeitigem Aufstoßen und Erbrechen

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Anacardium

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Homöopathika sollten mit einem mindestens 30-minütigen Abstand zum Essen, Zähneputzen sowie dem Genuss von Kaffee oder Tee eingenommen werden. Auch bei Anwendung ätherischer Öle sollte eine halbe Stunde abgewartet werden, um die Wirkung der Globuli nicht zu beeinträchtigen. Säuglinge erhalten üblicherweise ein Drittel, Kinder von1 bis 6 Jahren die Hälfte und Kinder von 6 bis 12 Jahren zwei Drittel der Erwachsenendosis. Falls noch keine Erfahrungen im Bereich der Homöopathie vorliegen, kann der Besuch beim Heilpraktiker für mehr Klarheit sorgen. [3][4]

Zu beachten:

Treten neben der Verstopfung gleichzeitig Symptome wie Übelkeit oder Krämpfe auf, sind dem Stuhl Blut oder Schleim beigemengt oder erscheint die Obstipation im Wechsel mit Durchfällen (Diarrhoe), ist es nötig, einen Arzt zu konsultieren, um einige Grunderkrankungen (Bsp.: Reizdarmsyndrom) auszuschließen. Auch beim Verdacht auf eine Arzneimittelnebenwirkung sollte ein Mediziner zu Rate gezogen werden, um die Situation zu bewerten und – wenn möglich – entweder die Medikation umzustellen oder geeignete Maßnahmen zu empfehlen. [1]