Anwendungsgebiete - Magen-Darm

Globuli bei Bauchschmerzen

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Bauchschmerzen sind nicht nur im Kindesalter ein sehr häufiges Symptom und können auf einer Vielzahl von Ursachen beruhen. Akut oder plötzlich auftretende Beschwerden können beispielsweise infektiöser Natur sein (sog. Gastroenteritis), durch eine Verstopfung oder gar einen Darmverschluss hervorgerufen werden, oder auch auf einem Steinleiden im Bereich der Harnwege beruhen. Chronische Bauchschmerzen hingegen sind eher die Folge einer individuellen Neigung zu Magen-Darm-Beschwerden (sog. Colon irritable), einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung oder einer Schleimhautentzündung im Magen oder Dünndarm.

Bei leichten und nur vorübergehenden Bauchschmerzen findet die klassische Homöopathie häufig Anwendung, oft in Kombination mit Wärmebehandlungen und schonender Ernährung sowie reichlich Flüssigkeitszufuhr.[1]

Bei sehr starken Schmerzen, längerem Bestehen und auch bei Begleitsymptomen wie Übelkeit und Erbrechen, Schwäche, Schwindel, Fieber oder Kreislaufbeschwerden ist es hingegen anzuraten, einen Arzt zur weiteren diagnostischen Abklärung aufzusuchen. Auf eine ausschließlich selbstständige Einnahme homöopathischer Mittel sollte in diesen Fällen verzichtet werden. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln (z.B. Aspirin) sollte ohne weitere ärztliche Abklärung unterlassen werden, da letztere auch Ursache der Symptome sein bzw. zu einer Verschlechterung derselben führen können. Zwar können Globuli auch bei den stärkeren Beschwerden unterstützend wirken, allerdings ist eine diagnostische Ursachenklärung dennoch ratsam, um schwerwiegenden Folgen vorzubeugen.[2]

Angewendete Globuli bei Bauchschmerzen

eine flache Atmung und eine Abneigung gegen Unruhe und LärmJe nach Auslöser der Beschwerden und auch entsprechend der Ausprägung von Symptomen können unterschiedliche Präparate zum Einsatz kommen. Es sei jedoch erneut darauf hingewiesen, dass vor deren Einnahme, vor allem bei sehr starken Bauchschmerzen und bei langer Fortdauer, eine ärztliche Konsultation zur diagnostischen Abklärung erfolgen sollte. Die Einnahme der in der folgenden Liste aufgezeigten hömöopathischen Mittel sollte dann in Absprache und unter der Überwachung des behandelnden Arztes durchgeführt werden. Vor allem Ärzte mit einer homöopathischen Fachkenntnis besitzen oft ein breites Wissensspektrum und Erfahrung im Umgang mit den im Folgenden genannten Präparaten. Sie können somit eine für den entsprechenden Fall passende Entscheidung über Wahl des Mittels und auch dessen Dosierung treffen.

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Kolikartige Krämpfe

Begleiterscheinungen sind Reizbarkeit, Ruhelosigkeit, der Wille zum Zusammenkrümmen und periodisches An- und Abschwellen der Beschwerden. Auslöser hierfür können eine Verstopfung (Obstipation) sowie Steine in der Gallenblase oder der Harnleiter sein.

Verbesserung:

Durch Wärme, Druck gegen den Bauch, Zusammenkrümmen, Darmentleerung, Abgang von Blähungen.

Verschlechterung:

Durch Bewegung, Erschütterung, Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme.

Angewendete(s) Mittel:

Colocynthis

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Kolikartige Bauch- und Magenschmerzen, Leeregefühl im Magen

Begleiterscheinungen sind Zittern, Nervosität und Reizbarkeit. Auslöser hierfür können Stress, Ärger und eine emotionale Belastung sein.

Verbesserung:

Durch Wärme, Ruhe.

Verschlechterung:

Durch Ärger, Kalte Getränke.

Angewendete(s) Mittel:

Staphisagria

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Kolikartige, stechende Bauchschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Übelkeit mit Erbrechen und Kreislaufproblemen

Begleiterscheinungen sind Appetitlosigkeit sowie eine Abneigung gegenüber Licht und Lärm. Auslöser können hierfür Stress, geistige Überanstrengung, der übermäßige Genuss von Alkohol, Narkosefolgen und eine Erkältungskrankheit sein.

Verbesserung:

Durch Wärme, Schlaf, Ruhe.

Verschlechterung:

Durch Kälte, übermäßiges Essen.

Angewendete(s) Mittel:

Nux vomica

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Brennende Bauchschmerzen, wässrige Durchfälle, kaum stillbares Erbrechen

Begleiterscheinungen sind Schwäche, Erschöpfung, ein starkes Durstgefühl, Panik und Ruhelosigkeit. Auslöser hierfür können eine Infektiöse Gastroenteritis, Reisedurchfall, eine Lebensmittelvergiftung und fieberhafte Infekte sein.

Verbesserung:

Durch Wärme bei gleichzeitiger Kühlung des Kopfes, im Liegen.

Verschlechterung:

Durch (nasse) Kälte und Anstrengung.

Angewendete(s) Mittel:

Arsenicum album

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Brennende Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall

Begleiterscheinungen sind ein starkes Durstgefühl nach kalten Getränken, aber Erbrechen, sobald sich diese im Magen erwärmt haben sowie das Verlangen nach Gesellschaft. Auslöser hierfür kann eine Infektiöse Gastroeneteritis sein.

Verbesserung:

Durch aufrechtes Sitzen, im Liegen auf dem Bauch oder auf der Seite, durch kalte Speisen und Getränke und durch Wärme.

Verschlechterung:

Durch Liegen auf dem Rücken, Alleinsein, warme Speisen und Getränke.

Angewendete(s) Mittel:

Phosphorus

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Stechende und reißende Bauchschmerzen

Begleiterscheinungen äußern sich durch eine flache Atmung und eine Abneigung gegen Unruhe und Lärm. Die betroffene Person hat das Bedürfnis ruhig und mit angezogenen Beinen zu liegen. Auslöser hierfür kann eine Bauchfellentzündung oder eine Entzündung im Bereich des Magen-Darm-Traktes sein.

Verbesserung:

Durch Druck, lokale Kälteanwendung und Ruhe.

Verschlechterung:

Durch Bewegung, Anstrengung, Aufrechtsitzen sowie nach Nahrungsaufnahme.

Angewendete(s) Mittel:

Bryonia alba

Potenz: C30

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Bauchschmerzen mit starken Blähungen, v.a. mit Druck im Unterbauch

Begleiterscheinungen äußern sich durch ständiges Aufstoßen, Reizbarkeit, Ruhelosigkeit, Empfindlichkeit gegenüber beengender Kleidung um den Bauch, durch laute Darmgeräusche und einen aufgetriebenen Bauch. Auslöser hierfür kann eine Verstopfung sein. Achtung: ärztliche Abklärung notwendig, um Gallensteine auszuschließen.

Verbesserung:

Durch lokale Kälte, Bewegung, Aufstoßen und Darmentleerung.

Verschlechterung:

Durch Wärme, Druck, einengende Kleidung und im Sitzen.

Angewendete(s) Mittel:

Lycopodium

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Heftigste, spitze und blitzartig einschießende Bauchschmerzen mit starken Blähungen

Begleiterscheinungen sind häufiges und lautes Aufstoßen, starkes Verlangen nach Süßgkeiten oder purem Zucker, was allerdings nicht vertragen wird, Unruhe, Nervosität und Durchfall. Auslöser hierfür können Magenverstimmungen sowie körperliche und geistige Überanstrengungen sein.

Verbesserung:

Durch Kälte, Aufstoßen, festen Druck auf den Bauch.

Verschlechterung:

Durch Wärme, Liegen, Süßigkeiten (trotz Verlangen danach).

Angewendete(s) Mittel:

Argentum nitricum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Starke, kolikartige Bauchschmerzen mit Blähungen

Begleiterscheinungen äußern sich durch Aufstoßen, welches jedoch keine Besserung bringt, Schwäche, Nervosität, Durchfall und ein bitterer oder säuerlicher Geschmack im Mund. Auslöser hierfür können eine Gastroenteritis, Lebensmittelvergiftung sowie Stress sein.

Verbesserung:

Durch Druck und lokale Wärme.

Verschlechterung:

Durch Erschütterung, Berührung und Kälte.

Angewendete(s) Mittel:

China

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

[2][3][4]

Zu beachten:

Bei der Selbstbehandlung von Bauchschmerzen ist große Vorsicht geraten und besonders bei fehlender Besserung oder gar Verschlimmerung der Symptome sollte umgehend ärztlicher Rat gesucht werden. Nicht zwingend muss in diesen Fällen eine schwerwiegende oder bedrohliche Erkrankung wie eine Bauchfellentzündung oder ein Darmverschluss vorliegen, aber der Ausschluss ist wichtig, um Folgekomplikationen abzuwenden und eine schnellstmögliche Heilung erzielen zu können.