Anwendungsgebiete - Magen-Darm

Globuli gegen Blähungen

© PantherMedia / David Castillo Dominici

Als Blähungen (Flatulenzen) werden übermäßige Gasansammlungen im Magen-Darm-Trakt bezeichnet. Diese Gase gelangen in den Darm durch Verschlucken von Luft beim Essen sowie durch Konsum kohlensäurehaltiger Getränke. Sie werden aber auch beim Abbau der Nahrung während des Verdauungsvorgangs im Darm selbst produziert. Blähungen gehören zu den häufigsten Beschwerden des Bauchraumes.[1]

Besonders beim Konsum großer Mengen unverdaulicher Kohlenhydrate und Ballaststoffe sowie bestimmter Gemüsesorten (Erbsen, Bohnen, Linsen, Rosenkohl u. a.) werden Gase freigesetzt. Dies geschieht auch im Falle von Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Laktoseintoleranz, Fruktoseintoleranz), wenn Kohlenhydrate wie Milchzucker (Laktose) oder Fruchtzucker (Fruktose) infolge von Enzymmangel nicht gespalten oder wegen defekten Transportproteinen nicht ordnungsgemäß absorbiert werden können. So gelangen vermehrt unverdaute und schwer resorbierbare Kohlenhydrate in den Darm und verbleiben dort über längere Zeit, was zur verstärkten Gasbildung führt. So entsteht ein Gasüberschuss im Darm, der verschiedene Beschwerden hervorbringen kann. Blähungen äußern sich über Symptome wie Völlegefühl, Aufgeblähtsein, Aufstoßen, Bauchschmerzen sowie teilweise lauten, knurrenden Darmgeräuschen (sogenannte Borborygmi).[1] Diese werden von einem häufigen Abgang von Darmwinden begleitet. FestsitzendeDarmwinde, die schlecht entweichen und damit noch stärkere Symptome verursachen können, werden als Meteorismus bezeichnet.[2]

Angewendete Globuli gegen Blähungen

Je nach Hauptbeschwerden, Begleitsymptomen und Ursachen gibt es unterschiedliche Empfehlungen bzgl. der Wahl des richtigen homöopathischen Präparates. In der nachfolgenden Tabelle findet sich eine detaillierte Übersicht der gängigen und bewährten Mittel, die gegen Blähungen zum Einsatz kommen können.[3][5][6][7][8][9][10]

Aufgezählt werden jeweils das homöopathische Mittel mit seiner Potenz und Dosierung, die Hauptsymptome sowie ggf. dazugehörige Begleiterscheinungen oder sonstige Hinweise und schließlich Situationen, in denen sich das Beschwerdenbild verbessert oder verschlechtert.

Die Anwendung homöopathischer Mittel sollte nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen, da Blähungen nicht immer harmlos sind, sondern auch ein Symptom für schwerwiegendere Erkrankungen sein können. Dazu gehören unter anderem Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Laktoseintoleranz, Fruktoseintoleranz), wo größere Mengen unverdauter oder schwer resorbierbarer Kohlehydrate in den Darm gelangen und dort zur Gasbildung führen, Verdauungsstörungen wie die Pankreasinsuffizienz, wo nicht genügend Verdauungsenzyme durch die Bauchspeicheldrüse gebildet werden, und auch Parasiteninfektionen (mit Giarda lamblia). Solche Erkrankungen erfordern unbedingt eine ärztliche Behandlung. Besonders wenn die Blähungen sehr häufig wiederkommen, von Durchfall begleitet werden oder über längere Zeit (mehr als fünf Tage) anhalten, sollte der Hausarzt, ein Internist oder ein Gastroenterologe aufgesucht werden.

Neben den hier erwähnten Mitteln existiert eine große Anzahl weiterer Homöopathika, die je nach Konstitutionstyp und vorkommenden Beschwerden bei Blähungen verabreicht werden können. Besonders homöopathisch kundige Fachärzte, die in diesem Bereich über weitreichende Erfahrungen verfügen, können andere Mittel und Potenzen verwenden, als hier angegeben und im Hausgebrauch üblich ist, da das nötige Homöopathikum sowie die dazugehörige Potenz und Dosierung stets individuell bestimmt werden.

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Übel riechende Blähungen mit Druckgefühl im Bauchraum

Bei den betroffenen Personen bestehen Sorgen um die Gesundheit. Sie haben ein ausgeprägtes Verlangen nach fettigen und gewürzten Speisen. Sie sind oft gereizt und nachtragend, bis hin zu einem hasserfüllten Gemüt.

Verbesserung:

Durch warmes Zudecken, Engerschnallen des Gürtels.

Verschlechterung:

Durch Berührung, abends, nachts.

Angewendete(s) Mittel:

Acidum nitricum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Stark aufgequollener Bauch mit hörbaren und knurrenden Darmgeräuschen

Die Beschwerden sind mit heißen und übel riechenden Winden verbunden.

Verbesserung:

Durch kalte Anwendungen sowie frische Luft.

Verschlechterung:

Nach dem Essen und Trinken, morgens, durch Hitze.

Angewendete(s) Mittel:

Aloe

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Das Mittel Aloe eignet sich auch bei anderen Beschwerden der Verdauungsorgane.

Aufblähung des gesamten Bauchraumes mit heftigem Aufstoßen und Windabgang

Die Beschwerden sind mit großer Nervosität (z. B. Erwartungsängsten) verbunden. Zusätzlich können stechende Schmerzen auf der linken Seite auftreten

Verbesserung:

Durch Liegen auf der linken Seite.

Verschlechterung:

Durch Liegen auf der rechten Seite, in der Nacht und am Morgen.

Angewendete(s) Mittel:

Argentum nitricum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Starke Blähungen, aufgetriebener Leib mit Abgang, schlecht riechender Winde

Abwechselnd treten Verstopfung oder wässrige, übel riechende Durchfälle sowie Magendrücken und starkes Rülpsen auf.

Verbesserung:

Durch Bewegung.

Verschlechterung:

Im Sitzen oder Stehen.

Angewendete(s) Mittel:

Asa foetida

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Blähungen verursachen Magendrücken und Bauchkrämpfe, die sich in übel riechenden Winden lösen

Eine Begleiterscheinung ist häufiges Aufstoßen. Die körperlichen Vorgänge sind eine starke Belastung für den Kreislauf. Der betroffenen Person wird leicht schwarz vor Augen und sie verträgt weder Fett, Milch noch Fleisch.

Verbesserung:

Durch frische Luft.

Verschlechterung:

Durch schwer verdauliche Speisen, abends und nachts.

Angewendete(s) Mittel:

Carbo vegetabilis

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Kolikartige Blähungen, die sich in unangenehm riechenden Winden und Durchfall entladen

Begleiterscheinungen äußern sich durch einen sehr empfindlichen Bauch, die Schmerzen ziehen bis nach unten zu den Beinen und Knien. Die betroffene Person reagiert leicht gereizt, zornig und hat häufig schlechte Laune. Der Bauch kann aufgebläht und sehr hart sein.

Verbesserung:

Durch lokale Wärme.

Verschlechterung:

Durch Kaffee, Anstrengung und nachts.

Angewendete(s) Mittel:

Chamomilla

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Kolikartige Schmerzen durch Blähungen

Begleiterscheinungen sind ein extrem überempfindlicher Bauch, sodass nicht einmal der Stoff der Kleidung auf der Bauchhaut ertragen wird. Die betroffene Person hat ein Gefühl, als gäre es im Bauchraum. Zusätzlich kann die Leber vergrößert sein.

Verbesserung:

Duch Bewegung und frische Luft.

Verschlechterung:

Nach dem Essen, am frühen Abend, bei Ruhe und nach Ärger.

Angewendete(s) Mittel:

Lycopodium

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Kolikartige Schmerzen mit Blähungen, welche bis in den Brustkorb und das Herz ausstrahlen können

Eine Begleiterscheinung äußert sich durch allgemeine Schläfrigkeit. Außerdem haben die betroffenen Personen geringes Durstgefühl mit trockener Haut und Schleimhäuten.

Verbesserung:

Durch Wärme.

Verschlechterung:

Durch Kälte, Nässe sowie Stress.

Angewendete(s) Mittel:

Nux moschata

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Blähbauch und Völlegefühl nach schweren Mahlzeiten oder Alkohol

Begleiterscheinungen sind Verstopfung, Übelkeit, Druck oder Schmerzen in der Magengegend.

Verbesserung:

Durch Wärme und am Abend.

Verschlechterung:

Durch Essen und bei Kälte.

Angewendete(s) Mittel:

Nux vomica

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Blähungen nach zu fettigem Essen oder nach Durcheinanderessen verschiedener Speisen

Begleiterscheinungen sind ranziges Aufstoßen, Bauchkrämpfe, Völlegefühl im Magen und Übelkeit.

Verbesserung:

Durch Bewegung, frische Luft und Kälte.

Verschlechterung:

Durch Wärme, Ruhe und nach Mitternacht.

Angewendete(s) Mittel:

Pulsatilla

Potenz: D10

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Aufstoßen, Übelkeit und starke Blähungen, Durchfälle im Wechsel mit Verstopfung

Das Beschwerdebild wird häufig von Appetitlosigkeit und dem Gefühl, kein Essen mehr zu vertragen begleitet. Darüber hinaus fühlt sich die betroffene Person müde und schwach.

Verbesserung:

Durch Nahrungsverzicht bzw. Fasten.

Verschlechterung:

Durch Tabakrauch.

Angewendete(s) Mittel:

Okoubaka

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Zu beachten:

Zusätzlich zur homöopathischen Behandlung ist es wichtig, dass alle blähenden Speisen einschließlich Zucker und Weißmehl gemieden oder zumindest reduziert werden, um der Flatulenz vorzubeugen. Dazu gehören Erbsen, Bohnen, Linsen, Rosenkohl, Zwiebeln, Knoblauch, Sellerie, Möhren, Rosinen, Bananen, Pflaumen, Aprikosen, Weizenkleie, Vollkornbrot u. a.[1] Häufig sind es ganz bestimmte Speisen im täglichen Ernährungsplan, welche die Beschwerden auslösen. Ein Verzicht auf diese Lebensmittel bringt schnelle Linderung. Ferner sollte auf Salatprodukte am Abend verzichtet werden, da meist nicht genügend Zeit bleibt, den gegessenen Salat ausreichend zu verdauen, sodass dieser über Nacht im Darm gärt und zu Gasansammlungen führt.[4] Empfindliche Personen sollten zudem kohlensäurehaltige Getränke meiden.