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Globuli für die Prostata

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Die Prostata, oder auch Vorsteherdrüse, bildet ein Sekret, das einen großen Teil des Ejakulates beim Mann ausmacht und ein für die Spermien günstiges Medium herstellt. Die Prostata liegt unterhalb der Blase und vor dem Mastdarm (Rektum) und umkleidet den oberen Teil der Harnröhre, in die sie ihr Sekret abgibt. Eine Entzündung der Prostata wird Prostatitis genannt. Sie stellt eine mögliche Komplikation einer Blasenentzündung (Zystitis) dar und entsteht somit häufig durch eine aufsteigende bakterielle Entzündung. [2] Eine akute Prostatitis geht mit hohem Fieber, Schmerzen im Rektum oder Dammbereich, einem häufig abgeschwächtem Harnstrahl und einem schwerem Krankheitsgefühl einher. Da ein rascher therapeutischer Handlungsbedarf zur Vermeidung von Komplikationen besteht, ist eine homöopathische Therapie durchaus riskant, weswegen eine umgehende Vorstellung bei einem Facharzt für Urologie erfolgen sollte. [2] Für die Behandlung einer chronischen Entzündung der Prostata ist die Homöopathie hingegen gut geeignet. [2] Eine gutartige Vergrößerung der Prostata wird benigne Prostatahyperplasie (BPH) genannt. Eine unterstützende homöopathische Behandlung ist möglich, eine Verkleinerung der Prostata ist jedoch allein homöopathisch fast nicht zu erreichen. [2]

Angewendete Globuli für die Prostata

Für geübte Patienten ist es prinzipiell möglich, sich mit Globuli, die niedrige Potenzen (D/C6 oder D/C12 [1]) enthalten, zunächst selbst zu behandeln. [3] Für Erwachsene wird bei akuten Beschwerden häufig eine Einnahme von stündlich 5 Globuli bis zum Eintritt einer Besserung empfohlen, jedoch höchstens 6-mal täglich. [4] Im Anschluss können je 5 Globuli 3-mal täglich eingenommen werden. [4] Die Einnahme und das anschließende Zergehen lassen im Mund erfolgt in der Regel eine halbe Stunde vor oder nach dem Essen.Bei einer Prostatitis wird die Akutsymptomatik allerdings oftmals mit hohen C-Potenzen (30, 200) als Einmalgabe oder in Wasser gelöst zur regelmäßig wiederholten Einnahme behandelt. Zwar kann auch mit D-Potenzen (z. B. D12 oder D30) erfolgreich behandelt werden, eine umgehende Vorstellung bei einem (homöopathisch tätigen) Facharzt wäre allerdings ratsamer.
Folgende Arzneien können bei Beschwerden mit der Prostata eingenommen werde:

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Häufiger Harndrang mit verzögerter Harnentleerung, Absonderung von Prostatasekret beim Pressen und Stuhlgang

Der Betroffene hat eine deutliche Kälteempfindlichkeit. Auslöser ist das Sitzen auf kaltem Untergrund.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Chimaphila umbellata

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Drückende, beißende oder stechende Prostataschmerzen,verzögerte Blasenentleerung

Auslöser ist die Unterdrückung des sexuellen Verlangens.

Verbesserung:

Im Stehen.

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Conium

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Pulsieren der Prostata, häufiger nächtlicher Harndrang, tröpfelndes Wasserlassen, Restharngefühl

Auslöser ist die Unterdrückung des sexuellen Verlangens.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Im Sitzen.

Angewendete(s) Mittel:

Digitalis

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Absonderung von Prostataflüssigkeit bei Stuhlgang, unfreiwillige Harnentleerung, Blasenschmerzen

Begleiterscheinungen sind eine Empfindlichkeit auf Feuchtigkeit und Nässe. Auslöser ist eine chronische Prostatitis nach Gonorrhoe.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Sepia

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Gefühl der Hitze in der Prostata, drückende oder stechende Schmerzen nach Harnentleerung

Der Betroffene hat eine deutliche Kälteempfindlichkeit. Auslöser ist eine chronische Prostatitis nach Gonorrhoe.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Nach Alkoholgenuss.

Angewendete(s) Mittel:

Pulsatilla

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Stechende Schmerzen beim Wasserlassen, aber kein Brennen, Wasser tröpfelt

Der Betroffene hat eine deutliche Kälteempfindlichkeit. Auslöser sind Nässe, Verkühlung und unterdrückte Gonorrhoe. 

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Copaiva

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Chronischer Ausfluss, wässriges, dickes, fadenziehendes Ejakulat

Begleiterscheinungen sind, dass der Betroffene eine Empfindlichkeit auf Feuchtigkeit und Nässe hat. Auslöser ist eine sykotische Belastung. 

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Medorrhinum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Absonderung von Prostataflüssigkeit bei Stuhlgang, drückender oder bohrender Hodenschmerz

Der Betroffene hat eine deutliche Kälteempfindlichkeit. Auslöser ist ein Prostatitis/ Prostataabszess.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Bei Wetterumschwung von warm nach kalt.

Angewendete(s) Mittel:

Silicea

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Unangenehmes, schmerzhaftes, erschwertes Wasserlassen, unfreiwillige Harnentleerung

Auslöser sind die Vergrößerung der Prostata, chronische Entzündungen, Kummer, Empörung, Entrüstung, Emotionsunterdrückung.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Beim Reiten oder Fahren.

Angewendete(s) Mittel:

Staphisagria

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Um Wasserlassen herum krampfartige, einschnürende Schmerzen von Blase, Harnleiter und Samenstrang

Der Betroffene hat eine deutliche Kälteempfindlichkeit. Auslöser ist die Vergrößerung der Prostata, chronische Entzündung, Kummer, Empörung, Entrüstung, Emotionsunterdrückung.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Nach Alkoholgenuss.

Angewendete(s) Mittel:

Nux vomica

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Um Wasserlassen herum krampfartige, einschnürende Schmerzen von Blase, Harnleiter und Samenstrang

Der Betroffene hat eine deutliche Kälteempfindlichkeit. Auslöser ist die Vergrößerung der Prostata, chronische Entzündung, Kummer, Empörung, Entrüstung, Emotionsunterdrückung.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Durch Gehen.

Angewendete(s) Mittel:

Cyclamen

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Übel riechender Samenerguss, Schweiß im Genitalbereich möglich

Begleiterscheinungen sind, dass der Betroffene eine Empfindlichkeit auf Feuchtigkeit und Nässe hat. Auslöser ist eine unterdrückte Gonorrhoe und weitere Zeichen der Sykosis. 

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Thuja

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Drückender, einschnürender Schmerz, wässriges Ejakulat, abgeschwächter Harnstrahl

Begleiterscheinungen sind, dass der Betroffene eine deutliche Kälteempfindlichkeit besitzt und einen plötzlichen Harndrang bei Kälte oder Nässe verspürt. Auslöser ist eine unterdrückte Gonorrhoe und weitere Zeichen der Sykosis.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Durch Gehen und nach Alkoholgenuss.

Angewendete(s) Mittel:

Sulfur

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Zu beachten:

Bei banalen Erkrankungen kann jeder selbst entscheiden, ob die Einnahme von Globuli sinnvoll erscheint oder nicht. Bei einer Prostatitis kann davon ausgegangen werden, dass nach Einnahme des passenden Arzneimittels eine rasche und eindeutige Besserung innerhalb von 24 Stunden eintritt. [2] Bleibt diese Besserung aus, so sollte spätestens dann umgehend ein Urologe hinzugezogen werden, der gegebenenfalls eine antibiotische Therapie einleiten muss.Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ sind im Gegensatz zu Heilpraktikern approbierte Ärzte und werden in akuten Notfallsituationen erkennen, wenn zu anderen Mitteln gegriffen werden muss.