Anwendungsgebiete - Knochen & Gelenke

Globuli bei Knieschmerzen

© PantherMedia / Alice Day

Das Kniegelenk ist das größte Gelenk im menschlichen Körper und ist auch besonders großen Belastungen ausgesetzt. Das können die vielen Kilos Übergewicht sein, die viele Menschen mit sich herumschleppen, oder auch hohe Anforderungen beim Sport. Nicht nur die große Belastung begünstigt Verschleiß und Verletzungen am Knie. Schon von seiner Anatomie her ist es anfällig, da die beiden Gelenkpartner (Ober- und Unterschenkelknochen) nicht perfekt zusammenpassen und von Bändern und Muskeln stabilisiert werden müssen. Je nach Altersgruppe gibt es verschiedene Ursachen, die besonders häufig Knieschmerzen verursachen. Bei jungen sportlichen Menschen kommt es oft zu Verletzungen (Brüche, Verrenkungen, Meniskusschäden, Bänderrisse und Ähnliches) oder Entzündungen durch Überlastung (z. B. das sog. „Springerknie“; Schleimbeutelentzündung). Bei älteren Menschen sind systemische Krankheiten meist der Auslöser für Knieschmerzen. Das können bestimmte Formen von Rheuma sein, fortgeleiteter Schmerz von einem Bandscheibenvorfall, Gicht, Arthrose und viele weitere. Unabhängig vom Alter können bakterielle oder virale Infektionen Schmerzen im Knie hervorrufen. [1]

Angewendete Globuli bei Knieschmerzen

Die nachfolgend aufgeführten Präparate zeigen eine Übersicht von homöopathischen Mitteln, die in der angegebenen Dosierungen zur Selbstbehandlung geeignet sind. Trotzdem sollte ein Arzt konsultiert werden, bevor eigenständig eine homöopathische Therapie oder Begleittherapie begonnen wird. Ein Orthopäde kann z. B. durch Bewegungstests, Ultraschall oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) oft eine genaue Diagnose stellen, zu der dann ein geeigneter Behandlungsplan ausgearbeitet und die passende Arznei gewählt werden können.

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Gelenk fühlt sich zerschlagen an, ist berührungsempfindlich

Die betroffene Person steht zum Teil unter Schock. Mögliche Ursachen sind Überanstrengung, Zerrung, Verletzung und Rückenschmerzen.

Verbesserung:

Durch warme Auflagen und in Ruhe.

Verschlechterung:

Durch Feuchtigkeit und Erschütterung.

Angewendete(s) Mittel:

Arnica

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Kann bei sämtlichen Verletzungen (Unfall, OP etc.) angewandt werden.

Schwellung, Schmerz, wuchernde Narbenbildung

Verbesserung:

Durch Kälte.

Verschlechterung:

Durch Anstrengung und bei Wärme.

Angewendete(s) Mittel:

Calendula

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Arznei ist hilfreich für alle Arten von Wunden und Verletzungen. Auch als Tinktur geeignet, um damit Verbände zu tränken.

Schlecht heilende Verletzung mit Bildung von Blutergüssen

Begleiterscheinungen sind Zerschlagenheit und Erschöpfung. Mögliche Ursachen sind eine Verletzung oder Überlastung.

Verbesserung:

Durch Wärme und leichte Massage.

Verschlechterung:

Durch Kälte und nachts.

Angewendete(s) Mittel:

Bellis perennis

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Arnica als Ergänzung oder Alternative, wenn Bellis nicht anschlägt.

Hochrot geschwollene Haut, stechende Schmerzen

Die betroffene Person hat allergische Hautausschläge oder Schwellungen. Mögliche Ursachen sind eine Schleimbeutelentzündung und Arthritis.

Verbesserung:

Durch kalte Auflagen und frische Luft.

Verschlechterung:

Durch Wärme und bei Berührung.

Angewendete(s) Mittel:

Apis mellifica

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Wirkt besser bei langfristiger Einnahme (2–3 Wochen).

Ziehende Schmerzen und lähmungsartige Schwäche, Schwellung

Die betroffene Person ist wetterfühlig und geruchsempfindlich. Mögliche Ursachen sind Gicht, Arthritis, Rheuma oder unklar.

Verbesserung:

Durch Alleinsein und bei Frischluft.

Verschlechterung:

Durch Wärme, Druck und Berührung.

Angewendete(s) Mittel:

Colchicum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Verschreibungspflichtig bis einschließlich D3.

Wiederkehrende stechende Gelenkschmerzen

Die betroffene Person hat eine Bindegewebsschwäche und brüchige Nägel. Mögliche Ursachen sind Arthrose, Osteoporose, Zerrungen oder Stauchungen.

Verbesserung:

Durch Wärme und sanfte Bewegung.

Verschlechterung:

Durch Kälte und Zugluft.

Angewendete(s) Mittel:

Calcium fluoratum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Kräftigt auch die Blutgefäße und die Haut.

Gelenk ist steif, fühlt sich gequetscht oder zerschlagen an

Mögliche Ursachen sind Wetterwechsel, Überanstrengung und Arthrose oder Arthritis.

Verbesserung:

Durch leichte Bewegung und Massage.

Verschlechterung:

Schlechter durch Kälte und Nässe.

Angewendete(s) Mittel:

Rhus toxicodendron

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Arznei bewährt auch bei Gürtelrose.

Leicht schmerzendes Knie, Hautveränderungen

Die betroffene Person hat evtl. Verdauungs- und Menstruationsbeschwerden. Mögliche Ursachen sind leichte rheumatische Beschwerden.

Verbesserung:

Durch warmes und trockenes Wetter.

Verschlechterung:

Durch feuchte Wärme und abends.

Angewendete(s) Mittel:

Sulfur

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Starker Schmerz, der sich bei Bewegung verschlimmert, Zerschlagenheitsgefühl

Die betroffene Person hat Verstopfungen. Mögliche Ursachen sind eine Knochenprellung, Zerrung, Verstauchung oder Quetschung.

Verbesserung:

Durch Liegen.

Verschlechterung:

Durch Berührung, bei Anstrengung und Kälte.

Angewendete(s) Mittel:

Ruta

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Wenn Rhus toxicodendron nicht hilft, wird oft Ruta angewandt.

Alle Entzündungszeichen vorhanden, pochender Schmerz, sehr berührungsempfindlich

Mögliche Ursachen sind Arthritis, ein akuter Schub der Arthrose oder eine andere akute Entzündung im Gelenk.

Verbesserung:

Durch warme Auflagen und Ruhe.

Verschlechterung:

Abends, durch Liegen, bei Kälte und Erschütterung.

Angewendete(s) Mittel:

Belladonna

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Bei vielen akuten Geschehen anwendbar, bis einschließlich D3 verschreibungspflichtig.

[2–5]

Homöopathische Globuli können von Erwachsenen in Dosen von je fünf Kügelchen (Globuli) eingenommen werden. Für Kinder muss die Dosis angepasst werden. Bei akuten Schmerzen empfiehlt es sich, Arnica im Stundentakt zu verabreichen, bis Besserung eintritt, höchstens jedoch einen Tag lang. Die weitere Behandlung erfolgt mit fünf Globuli 3-mal täglich. Bei chronischen Beschwerden werden D3- und D6-Potenzen so eingenommen wie oben beschrieben, D12-Potenzen dagegen 2-mal täglich. Nach drei Wochen Behandlung sollte eine Therapiepause von einer Woche eingehalten werden. Die Potenzen können, angepasst an das Beschwerdebild, auch höher gewählt werden. Solche Änderungen sollten allerdings nur von einem erfahrenen homöopathisch tätigen Arzt vorgenommen werden. [2][6]

Zu beachten:

Vorsorgen ist besser als kurieren. Deshalb sollte jeder, besonders aber diejenigen, die schon einmal Probleme mit den Knien hatten, zuallererst darauf achten, ihr Körpergewicht im Normalbereich zu halten oder es bei Übergewicht zu reduzieren. Für eine zu hohe Gewichtsbelastung sind unsere Knie nicht ausgelegt. Es ist ebenfalls schädlich, häufig schwere Lasten zu tragen.

Regelmäßige Bewegung hingegen ist besonders gut für die Knie, da sie zum einen die Gewichtsabnahme begünstigt und zum anderen der Gelenkknorpel dann besser durchblutet wird. Kräftigere Oberschenkelmuskeln können das Knie besser stabilisieren. Besonders kniefreundliche Sportarten sind Schwimmen, Walking und Radfahren. Alle Kontakt- und Sprungsportarten strapazieren das Knie. Auch zu starkes Beugen (zum Beispiel bei einigen Yoga-Übungen oder im Hocken) und das Tragen von Schuhen mit höheren Absätzen belasten die Knie. Eine Überlastung ist immer relativ und kann bei dem einen schon viel früher symptomatisch werden als bei einem anderen. Daher ist es empfehlenswert, auf die Zeichen seines Körpers zu hören und ihm lieber eine Ruhepause mehr zu gönnen, als sich mit den oft langwierigen und schmerzhaften Heilungsprozessen im Knie quälen zu müssen. [1][7]