Anwendungsgebiete - Infektionskrankheiten

Globuli gegen Pfeiffersches Drüsenfieber

© PantherMedia / Lev Dolgachov

Das Pfeiffer’sche Drüsenfieber (benannt nach dem deutschen Kinderarzt Emil Pfeiffer), auch Mononucleosis infectiosa oder einfach Mononukleose genannt, ist das akute, fieberhafte Krankheitsbild, das nach der Erstinfektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) entstehen kann.

Das Epstein-Barr-Virus gehört zur Gruppe der Herpesviren und ist überall (ubiquitär) verbreitet, sodass ein Großteil der Bevölkerung sich bis zum Erwachsenenalter damit infiziert (über 95 % der westeuropäischen Bevölkerung bis zum 30. Lebensjahr). [3] Je nach Hygieneverhältnissen erfolgt die Infektion in Entwicklungsländern während des frühen Kindesalters, in reicheren Industrienationen hingegen erst in der Adoleszenz. Häufig wird das Virus durch Speichelkontakt, z. B. beim Küssen übertragen. Daher trägt das Pfeiffer’sche Drüsenfieber auch die Bezeichnung „Kusskrankheit“ („kissing disease“). Die Ausscheidung von infektiösem EBV im Speichel kann nach Verschwinden der Krankheitssymptome noch Monate bis Jahre andauern, wodurch Speichelkontakte mit der betroffenen Person zur Infektionsübertragung führen können. Andere, seltenere Infektionsquellen sind Bluttransfusionen und Organtransplantationen. [1]

Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbrechen der Erkrankung (Inkubationszeit) beträgt10 bis 50 Tage. Die Infektion kann sowohl unauffällig (latent) verlaufen, was bei Kleinkindern häufig der Fall ist [2], oder die typischen Symptome hervorbringen (vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, im Altersgipfel zwischen 15 bis 19 Jahren).

Zu der Symptomatik des Pfeiffer’schen Drüsenfiebers gehört

  • hohes Fieber für bis zu 3 Wochen
  • eine Halsentzündung (Tonsillopharyngitis) mit Schluckbeschwerden und Belägen bei 70 bis 90 % der Patienten, besonders am Anfang
  • ausgeprägte, über den ganzen Körper verbreitete Lymphknotenschwellungen (generalisierte Lymphadenopathie), vor allem am Hals und im Kiefernwinkel über mehrere Wochen
  • eine Milzvergrößerung (Splenomegalie) bei 50 bis 60 % der Patienten, vor allem in der 2. oder 3. Krankheitswoche
  • eine Lebervergrößerung bis hin zur Leberentzündung (Hepatitis) mit Leberwerterhöhungen in selteneren Fällen (15 – 25 % der Patienten) sowie
  • flüchtige Hautausschläge (Exantheme), die an Masern erinnern (grobfleckig, zusammenfließend (konfluierend), bei 5 % der Patienten). [1][2]

Begleitet werden die Symptome durch eine Verschlechterung des Allgemeinbefindens mit Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Kopfschmerzen. [1][5]

Angewendete Globuli bei Pfeiffer’schem Drüsenfieber

In jedem Fall sollte bei Verdacht auf das Pfeiffer’sche Drüsenfieber (bei anhaltenden Lymphknotenschwellungen sowie Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden und Fieber) der behandelnde Hausarzt bzw. Kinderarzt konsultiert werden. Die Diagnose kann nur ärztlich gestellt und bestätigt werden, z. B. über Laboruntersuchungen des Blutes zum Nachweis erhöhter Werte für bestimmte weiße Blutkörperchen (Lymphozyten) oder Antikörpernachweise.

Nach Diagnosestellung kann der Arzt dann eine Therapie einleiten. Eine spezifische, kausale Therapie gegen das Pfeiffer’sche Drüsenfieber gibt es jedoch nicht. DieBehandlung dient der Linderung der Beschwerden und richtet sich deshalb nach den Symptomen.

Homöopathische Mittel können sowohl zur Symptomlinderung beitragen als auch wichtige Reize zur Selbstheilung setzen. Dadurch unterstützen sie die ärztliche Behandlung, besonders wenn die Ausheilung sich verzögert.

Je nach Hauptbeschwerden, Begleitsymptomen und Ursachen gibt es unterschiedliche Empfehlungen bzgl. der Wahl des richtigen homöopathischen Präparates. In der nachfolgenden Tabelle findet sich eine detaillierte Übersicht der gängigen und bewährten Mittel, die unterstützend zu der vom Arzt verordneten Therapie gegen das Pfeiffer’sche Drüsenfieber eingesetzt werden können. [4][6][7]

Aufgezählt werden jeweils das homöopathische Mittel mit seiner Potenz und Dosierung, die Hauptsymptome sowie ggf. dazugehörige Begleiterscheinungen oder sonstige Hinweise und schließlich Situationen, in denen sich das Beschwerdenbild verbessert oder verschlechtert.

Da das Pfeiffer’sche Drüsenfieber auch zu gefährlichen Komplikationen führen kann (z. B. zu Entzündungen des Zentralnervensystems, zur Milzruptur, Blutbildveränderungen, Herzmuskelentzündungen) [2], sollte die Anwendung homöopathischer Mittel nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Neben den hier erwähnten Mitteln existiert eine große Anzahl weiterer Homöopathika, die je nach Konstitutionstyp und vorkommenden Beschwerden gegen das Pfeiffer’sche Drüsenfieber verabreicht werden können. Besonders homöopathisch kundige Fachärzte, die in diesem Bereich über weitreichende Erfahrungen verfügen, können andere Mittel und Potenzen verwenden, als hier angegeben und im Hausgebrauch üblich ist, da das nötige Homöopathikum sowie die dazugehörige Potenz und Dosierung stets individuell bestimmt werden, vor allem, wenn es um Konstitutionsmittel bei chronischen Verläufen der Erkrankung geht.

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Plötzlich einsetzende, heftige Halsschmerzen

Die Begleiterscheinungen äußern sich durch hohes Fieber, Schüttelfrost, blasse sowie trockene Haut und ein Durstgefühl. Die betroffene Person ist häufig ängstlich und beunruhigt. Auslöser hierfür kann ein kalter, trockener Wind sein.

Verbesserung:

Durch Absonderung von Körpersekreten.

Verschlechterung:

Durch Berührung, trockene und kalte Luft.

Angewendete(s) Mittel:

Aconitum napellus

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Mandeln sind blass bis feuerrot und geschwollen, auch das Gaumenzäpfchen und die Halslymphknoten sind geschwollen

Die Begleiterscheinungen äußern sich durch brennende Schmerzen. Trotz Trockenheit in Mund und Rachen entsteht kein Durstgefühl.

Verbesserung:

Durch Kälte bzw. Kühlung.

Verschlechterung:

Durch Berührung und Wärme.

Angewendete(s) Mittel:

Apis mellifica

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Stark geschwollene Mandeln begleitet von brennendem, klopfendem Schmerz

Die Begleiterscheinungen äußern sich durch einen hellrot glänzenden Rachen und Zunge, hohes Fieber und Schüttelfrost sowie Trockenheit bei fehlendem Durst. Die Haut der betroffenen Person ist rot und heiß.

Verbesserung:

Durch aufrechtes Sitzen und Rückwärtsbeugen.

Verschlechterung:

Durch Kälte (z.B. Schlucken kalter Getränke) sowie abends.

Angewendete(s) Mittel:

Belladonna

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Bei Schwellung und Vergrößerung der Milz

Auslöser kann eine länger andauernde oder chronische Infektion sein.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Durch Essen und Liegen auf der rechten Seite.

Angewendete(s) Mittel:

Ceanothus americanus

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Chronisches Fieber, vergrößerte bzw. geschwollene Milz

Die Begleiterscheinungen äußern sich durch ein Gefühl der Schwäche und Erschöpfung, ein gesteigertes Kälteempfinden, Appetitlosigkeit und dafür jedoch großen Durst.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Chininum arsenicosum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Starke Halsschmerzen und Heiserkeit

Die Begleiterscheinungen äußern sich durch einen schwer löslichen, gelblich-grünen Schleim. Auch die Nasennebenhöhlen können betroffen sein.

Verbesserung:

Durch Wärme.

Verschlechterung:

Durch feuchtkalte Luft, Bewegung und fettiges Essen.

Angewendete(s) Mittel:

Kalium chloratum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Heftige Schmerzen beim Schlucken, die bis in die Ohren ausstrahlen

Die Begleiterscheinungen äußern sich durch purpurrot oder bläulich verfärbte Mandeln sowie einen berührungsempfindlichen Hals.

Verbesserung:

Durch Ausscheidung von Körpersäften.

Verschlechterung:

Wärme, enge Bekleidung (Schal, Wickel) sowie nachts.

Angewendete(s) Mittel:

Lachesis

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Mandelentzündung mit konfluierenden, grau-weißlichen Belägen

Die Begleiterscheinungen äußern sich durch starke Halsschmerzen, eine schmerzhafte Schwellung der Lymphknoten sowie hohes Fieber.

Verbesserung:

Durch Ruhe.

Verschlechterung:

Durch Anstrengung und nachts.

Angewendete(s) Mittel:

Mercurius cyanatus

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Stark entzündete Mandeln mit weißlichen Belägen

Die Begleiterscheinungen äußern sich durch stechende oder zusammenschnürende Schmerzen beim Schlucken mit Ausstrahlung in die Ohren, Fieber sowie Schüttelfrost.

Verbesserung:

Durch Ruhe und kalte Getränke.

Verschlechterung:

Durch warme Anwendungen und nachts.

Angewendete(s) Mittel:

Mercurius solubilis Hahnemanni

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Trockener und brennender Hals, die Mandeln und der Rachen sind dunkelrot

Die Begleiterscheinungen äußern sich durch starke Schmerzen beim Schlucken, welche vergleichbar mit der Berührung eines glühenden Eisens sind. Die Schmerzen können bis in die Ohren ausstrahlen.

Verbesserung:

Durch Ruhe und kalte Getränke.

Verschlechterung:

Durch nasskaltes Wetter und nachts.

Angewendete(s) Mittel:

Phytolacca americana

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Langsam fortschreitende Mandelentzündung mit Neigung zur Eiterung und Fistelbildung

Die Begleiterscheinungen äußern sich durch schmerzhafte Lymphknotenschwellungen sowie eine allgemeine Abwehrschwäche mit häufigen Infekten. Auslöser hierfür können Unterkühlungen sein.

Verbesserung:

Durch Wärme und im Sommer.

Verschlechterung:

Durch Kälte, Hinlegen und morgens.

Angewendete(s) Mittel:

Silicea

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Zu beachten:

Zur Behandlung der Mononukleose ist eine ausreichende Schonung, teilweise für mehrere Wochen, erforderlich. In der ersten Zeit sollte Bettruhe eingehalten werden. Zu hohes Fieber kann nach Rücksprache mit dem Arzt gesenkt werden.Bei vergrößerter Milz (Splenomegalie) ist besondere Vorsicht angesagt, da die Milz z. B. bei Stößen oder Prellungen auf der linken Bauchseite platzen bzw. reißen kann (Milzruptur), was zu gefährlichem Blutverlust führt und somit einen medizinischen Notfall darstellt. Prophylaktisch sollte daher selbst nach Abklingen der Symptome für einige Wochen auf Sport verzichtet werden.