Anwendungsgebiete - Entzündungen & Wundheilung

Globuli zur Wundheilung

© PantherMedia / Karin Gruber

Wie schnell eine Wunde heilt, hängt zum einen von ihrer Art und Größe ab, zum anderen auch vom Immunsystem des Betroffenen. Oberflächliche Schürfwunden (nur Epidermis betroffen) können schon innerhalb von 1 bis 2 Tagen von alleine verheilen. Sind allerdings die Dermis und darunter liegende Hautschichten auch zerstört, dauert es wesentlich länger, bis sich das Gewebe regeneriert hat. Man teilt den Wundheilungsprozess in 4 Phasen. Bei der Hämostase gerinnt austretendes Blut und verschließt die Wunde so vorläufig. In der Entzündungsphase, die bis zu einer Woche andauert, wandern Immunzellen ein und reinigen die Wunde von abgestorbenem Material und eingedrungenen Erregern. In der Proliferationsphase wird das zerstörte Gewebe durch neu einsprießende Gefäße und neues Bindegewebe ersetzt. Dies kann mehrere Wochen dauern. Parallel beginnt schon die Narbenbildung, welche bis zu einem Jahr andauern kann.[1][2][4]

Angewendete Globuli zur Wundheilung

Direkt nachdem man sich eine Verletzung zugezogen hat, ist die medizinisch korrekte Erstversorgung und Beurteilung besonders wichtig (siehe Abschnitt „Zu beachten“). Um Begleiterscheinungen wie Schmerz, Schock oder Schwellung zu behandeln, bieten sich jedoch auch sofort einige homöopathische Mittel an. Außerdem kann die Homöopathie bei länger zurückliegenden Verletzungen die Narbenbildung günstig beeinflussen.

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Akutfall von Blutung, Schmerz und Schock

Begleiterscheinung ist ein Schock. Auslöser kann jegliche Art von Verletzung sein.

Verbesserung:

Warme Auflagen, Ruhe.

Verschlechterung:

Feuchtigkeit, Erschütterung.

Angewendete(s) Mittel:

Arnica

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Schwellung, Sekretabsonderung, Schmerz

Begleiterscheinungen sind Wunden einige Tage nach dem Trauma und blasenbildende Wunden. Die Arznei ist auch als Tinktur geeignet, um damit Verbände zu tränken.

Verbesserung:

Kälte.

Verschlechterung:

Anstrengung, Wärme.

Angewendete(s) Mittel:

Calendula

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Wunde schmerzt und blutet nach, starkes Gefühl der Zerschlagenheit

Begleiterscheinungen sind zusätzliche Quetschung von Muskel- oder Drüsengewebe. Auslöser können Wunden aller Art, vor allem mit Quetschung sein. 

Verbesserung:

Wärme, leichte Massage.

Verschlechterung:

Kälte.

Angewendete(s) Mittel:

Bellis perennis

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Arnica als Ergänzung oder Alternative, wenn Bellis nicht anschlägt

Großflächige, schlecht heilende oder eitrige Wunde

Begleiterscheinungen sind Brennen, Nässen und Jucken. Auslöser sind Verbrennung und Schürfwunde.

Verbesserung:

Kühlende Bäder.

Verschlechterung:

Verzehr von Meeresfrüchten und Schwitzen.

Angewendete(s) Mittel:

Urtica urens

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Wunde heilt sehr langsam oder bricht immer wieder auf

Begleiterscheinungen sind Keloide (Geschwulstbildung bei Vernarbung). Auslöser sind schlecht heilende großflächige Wunden wie Verbrennung.

Verbesserung:

Feuchte Wärme, viel trinken.

Verschlechterung:

Trockenheit, Kälte, morgens.

Angewendete(s) Mittel:

Causticum Hahnemanni

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Nicht nachlassender Schmerz trotz Arnica Behandlung

Begleiterscheingen sind Prickeln oder Taubheit. Auslöser ist eine Verletzung von nervenreichen Gebieten, wie Finger, Zehen oder der Wirbelsäule. 

Verbesserung:

Still liegen.

Verschlechterung:

Berührung, Erschütterung, Feuchtigkeit.

Angewendete(s) Mittel:

Hypericum perforatum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Glattrandige Schnittwunde mit großen Schmerzen

Auslöser sind Schnittwunden, auch Kaiser- oder Dammschnitt bei der Geburt.

Verbesserung:

Kühlen, Ruhe.

Verschlechterung:

Bewegung, Wärme.

Angewendete(s) Mittel:

Staphisagria

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Punktförmige, tiefe Wunde, die wenig blutet

Auslöser können Stichwunden sein.

Verbesserung:

Kälte.

Verschlechterung:

Alkohol, Wärme, nachts.

Angewendete(s) Mittel:

Ledum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Zusätzlich oder nach der Behandlung mit Arnica

Eitrige, stark berührungsempfindliche Wunde

Auslöser sind Wundheilungsstörungen.

Verbesserung:

Wärme.

Verschlechterung:

Kalte Luft bzw. Winde.

Angewendete(s) Mittel:

Hepar sulfuris

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Silicea eignet sich als Folgemittel

Schmerz und Entzündung durch Dornen, Splitter o.ä. in der Wunde, wulstige Narbe

Begleiterscheinungen sind Störung von Haar- und Nagelwachstum. Auslöser sind Wunden mit Fremdkörper und schlecht heilende Narben.

Verbesserung:

Wärme, im Sommer.

Verschlechterung:

Feuchte Kälte, Wetterwechsel.

Angewendete(s) Mittel:

Silicea

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Rötung, Jucken, Geschwulstbildung

Auslöser sind schlecht heilende Narben.

Verbesserung:

Kälte

Verschlechterung:

Wärme, säurehaltige Nahrungsmittel.

Angewendete(s) Mittel:

Acidum hydrofluoricum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Kann angewandt werden, wenn Silicea nicht hilft.

[3][7]

Zu beachten:

Die erste Maßnahme bei einer Verletzung sollte die Blutstillung sein. Diese erfolgt durch Zudecken mit einer sterilen Wundauflage oder, bei tiefen Wunden, mit einem Druckverband. Danach kann mit der Wundreinigung begonnen werden. Dazu kann Wunddesinfektionsmittel, Kochsalzlösung oder auch fließendes Wasser verwendet werden. Eventuell feststeckende Steinchen oder Splitter werden mit einer sterilen Pinzette entfernt. Danach sollte die Wunde noch einmal desinfiziert werden, um sie dann mit einem Pflaster oder Verband abzudecken. Das beschleunigt den Heilungsprozess durch die Bildung eines sauberen, feucht-warmen Millieus. Fälle, in denen unbedingt ein Arzt aufzusuchen ist, sind folgende:

  • Die Verletzung ist besonders groß oder tief und blutet stark und/oder ist von einem Taubheitsgefühl oder Prickeln umgeben.
  • Unkenntnis über den Status des Tetanus Schutzes oder bei Unsicherheit, ob er noch ausreichend ist.
  • Vorliegen einer Krankheit, bei der die Wundheilung gestört ist (zum Beispiel Diabetes Mellitus).
  • Längerfristige Einnahme heilungswidriger Medikamente wie Immunsuppressiva, Zytostatika oder Entzündungshemmer. 
  • Die Wunde entzündet sich und sondert Eiter ab oder verfärbt sich an den Rändern dunkel.[1][2]