Wundheilung nach einer OP

Globuli zur Wundheilung nach einer OP

© PantherMedia / Konstantin Chagin

Bei Wunden nach einer Operation handelt es sich um frische, primäre Wunden, bei denen die Desinfektion und adäquate chirurgische Versorgung im Vordergrund steht. Ist die Wundheilung jedoch gestört, wie dies z.B. bei Diabetikern, Patienten mit postthrombotischen Syndrom, peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) oder längerer Bettlägerigkeit der Fall ist, spricht man von chronischen, sekundären Wunden. Erkrankungen der peripheren Nerven (Neuropathien), Immunsuppression, Medikamente (z. B. Steroide) und Mangelzustände (z. B. Albumin, Folsäure, Vitamin C, Zink) sind weitere Ursachen, die die Heilung von Wunden behindern. Darüber hinaus nimmt die Wundheilungsgeschwindigkeit ab einem Alter von 60 Jahren allgemein ab.

Globuli eignen sich gut zur Unterstützung der Wundheilung nach einer Operation. Das passende Mittel wird dabei je nach Zustand der Wunde getroffen.[1]

Angewendete Globuli zur Förderung der Wundheilung nach einer OP

Die Wirkung der Globuli kann durch ätherische Öle wie beispielsweise Kamille, Kampher oder Pfefferminz (oft in Zahnpasta) beeinträchtigt werden.[2]

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Wundheilung allgmein

Zu den Begleiterscheinungen zählen Schmerzempfindlichkeit und ein Wundheits- oder Zerschlagenheitsgefühl. Das Gesicht und der Kopf sind heiß, der übrige Körper kalt, mit kaltem Schweiß auf der Stirn. Die betroffene Person hat Angst vor Berührung und Untersuchungen. Das Bett scheint ihr zu hart. Es wird Wohlbefinden beteuert und Hilfe verweigert, in der Angst es könne noch mehr Schaden zugefügt werden. Die Arznei ist ein Verletzungsmittel erster Wahl. Es wirkt gegen Verletzungsschock, stoppt innere und äußere Blutungen und beugt Infektionen vor.

Verbesserung:

Kühlung

Verschlechterung:

Berührung und Bewegung

Angewendete(s) Mittel:

Arnica

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Stich- und Bisswunden (z. B. Verletzung durch Nagel oder Nadel, Messerstich, Hundebiss)

Die betroffene Person hat Angst vor Phantasiebildern, wenn man die Augen schließt. Dies ist ein seltenes aber typisches auf Ledum hinweisendes Symptom.

Verbesserung:

Durch Kälte, obwohl sich verletzte Stelle kalt anfühlt.

Verschlechterung:

Warme Anwendung ist unerträglich.

Angewendete(s) Mittel:

Ledum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Nicht sehr tief, schlecht heilend, beginnt zu eitern, aufbrechende Narbe

Die betroffene Person zeigt eine missmutige Reaktion auf schlechtes Wetter und ist weinerlich.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Bei Kälte.

Angewendete(s) Mittel:

Calendula

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

In nervenreichem Gewebe (z. B. Fingerkuppe, Zunge oder Fußsohle), Verletzung des Nervengewebes und des Gehirns

Begleiterscheinungen sind außergewöhnlich starke Schmerzen, vor allem wenn die Ursache eine Stichverletzung oder Quetschung ist. Der Schmerz ist nicht nur an einer Stelle, sondern strahlt den ganzen Nerv entlang. Auch ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln (Parästhesien) können im betroffenen Gebiet auftreten. Die Betroffenen haben eine Überempfindlichkeit gegen Gerüche und Schmerzen. Der Schmerz lässt sie hochfahren.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Kälte, Erschütterung, Berührung, Bewegung und Anstrengung.

Angewendete(s) Mittel:

Hypericum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Anschwellend (Blassrote Färbung, Wassereinlagerung)

Begleiterscheinungen sind ein stechender Schmerz, schwere Allgemeinreaktionen, wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit, Unruhe und Krämpfe. Die Betroffenen leiden unter Unruhe, Reizbarkeit, Nervosität und Aufschreien vor Schmerzen, auch nachts aus dem Schlaf heraus.

Verbesserung:

Kühlung.

Verschlechterung:

Berührung und Wärme.

Angewendete(s) Mittel:

Apis

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Entzündet, rötlich, heiß, geschwollen, pulsierend oder pochend

Begleiterscheinungen sind plötzlich und heftig beginnende Beschwerden, die auch wieder schnell enden. Die Betroffenen leiden unter Ängsten, lebhaften Phantasien und Unruhe. 

Verbesserung:

Durch Ruhe und Wärme.

Verschlechterung:

Durch Bewegung, Erschütterung, Licht und Geräusche.

Angewendete(s) Mittel:

Belladonna

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

V. a. Schnittverletzungen (auch OP-Schnitt, v. a. großer Bauchschnitt, Dammschnitt bei Entbindung oder Zahnfleischschnitt)

Begleiterscheinungen sind schneidende Schmerzen und Harnwegsreizungen (z. B. durch Blasenkatheter). Die Betroffenen sind zornig mit Entrüstung, können es jedoch nicht zeigen und unterdrückter Ärger hält lange an. Sie lassen sich leicht demütigen, ohne sich dagegen wehren zu können und sind introvertiert.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Berührung und Kälte.

Angewendete(s) Mittel:

Staphisagria

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

[3]

Zu beachten:

So geeignet Globuli auch zur Unterstützung der Wundheilung sind, die Selbstbehandlung ersetzt nicht die ärztliche Nachsorge von Operationswunden. Bei schwerwiegenden Problemen, wie beispielsweise eitrigen Wunden, Lymphbahnentzündung mit roten Streifen (Lymphangitis), sich öffnenden Nähten oder einer deutlichen Verschlimmerung der Schmerzen, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.Gerade Personen mit gestörter Wundheilung sollten sich ärztlich bezüglich einer Förderung der Wundheilung nach einer Operation beraten lassen. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass die Anwendung homöopathischer Mittel generell nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen sollte. Des Weiteren verfügen homöopathisch kundige Fachärzte über weitreichendere Kenntnisse und wenden daher auch andere Dosierungen an, als in der Selbstbehandlung üblich.[4]