Anwendungsgebiete - Allergie

Homöopathie gegen Hausstaubmilben-Allergie

© PantherMedia / Olaf von Lieres

Die Hausstaubmilben-Allergie (Typ-I-Allergie) basiert auf einer Fehlregulation des Immunsystems. Es kommt dabei zu einer überschießenden Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems auf an sich harmlose Allergene. In diesem Fall reagiert der Allergiker auf die Ausscheidungen der Hausstaubmilben, welche sich vornehmlich in Teppichböden, Bettwäsche, Matratzen und Polstermöbeln befinden. Die Symptome können lokal begrenzt auftreten und zu Juckreiz, Rötung und Quaddelbildung der Haut, allergischem Schnupfen (Rhinitis) oder auch zu Rötung, Juckreiz und Bindehautentzündung der Augen führen. Ist das Beschwerdebild stärker ausgeprägt, so kann es auch zu allergisch bedingtem Asthma bronchiale mit akuter Atemnot, einer Kehkopfentzündung (Laryngopharyngitis), sowie zu Durchfall und kolikartigen Bauchkrämpfen kommen.

Die schlimmste Folge dieser Form der Allergie stellt eine lebensbedrohliche, generalisierte Reaktion, einen anaphylaktischen Schock dar. Diese mit Kreislauf- und Atemversagen einhergehende Fehlreaktion des menschlichen Körpers ist eine akute, aber sehr seltene Komplikation der Allergie auf Hausstaubmilben.[1]

Beileichten und nur lokal begenzten Beschwerden können homöopathische Präparate zum Einsatz kommen und bei gleichzeitiger Beachtung hygienischer Maßnahmen zu einer deutlichen Milderung der Beschwerden führen. Ist die Symptomatik hingegen sehr stark ausgeprägt oder nimmt sie im Verlauf zu, so ist es sehr wichtig, umgehend einen Arzt aufzusuchen, um eine Diagnostik und eine Behandlung einzuleiten. Symptome, die die Atmungsorgane und das Kreislaufsystem betreffen können, bergen eine deutliche gesundheitliche Gefahr für den jeweiligen Betroffenen und sollten nicht ohne Begleitung eines fachkundlichen Arztes unbeaufsichtigt bleiben.[2]

Angewendete Globuli bei Hausstaubmilben-Allergie

Entsprechend der Symptome und den jeweiligen Begleiterscheinungen können unterschiedliche Präparate zum Einsatz kommen. Die folgende Liste zeigt eine Auswahl jener homöopathischer Mittel, welche bei einer Hausstaubmilben-Allergie unterstützend wirken können, jedoch rein symptomatisch wirken, die Erkrankung selbst also nicht heilen. Vor allem bei einer starken Ausprägung der Beschwerden sollte zeitnah ein homöopathisch fachkundlicher Arzt zur weiteren diagnostischen und therapeutischen Abklärung aufgesucht werden.Eine Selbstbehandlung würde immer eine gewisse Gefahr für die Gesundheit des Betroffenen bergen, wohingegen ein Arzt mit homöopathischer Fachkenntnis Notfallsituationen zu erkennen und abzuwenden vermag. . Außerdem ist er in der Lage, eine für den entsprechenden Fall passende Entscheidung über die Wahl des Mittels und auch dessen Dosierung treffen zu können. Es besteht auch die Möglichkeit, dass sich eine allergische Reaktion auf andere Allergene eingestellt hat, welche sich nur durch eine umfassende Diagnostik eines Facharztes abklären lässt.[1][2][3][4][5]

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Juckreiz der Augen, vermehrte Tränenbildung, Rhinitis, brennender Juckreiz und Quaddelbildung der Haut, allergisch bedingte Atembeschwerden

Begleiterscheinungen sind eine allgemeine Neigung zu trockener und juckender Haut sowie zu Hautausschlägen. Die betroffene Person hat ein Druckgefühl im Oberbauch, verbunden mit Übelkeit, Blähungen und morgendlichem Durchfall (nicht selten auch abwechselnd mit Symptomen einer Verstopfung). Auslöser sind Hausstaubmilben oder Schimmelpilze.

Verbesserung:

Durch Wärme, heiße Anwendungen und Ruhe.

Verschlechterung:

Durch Bewegung, Nässe und Kälte.

Angewendete(s) Mittel:

Acidum formicicum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Rötung, Schwellung und Juckreiz der Augen, kratzende bis reißende Halsschmerzen, Atembeschwerden, häufiges Niesen, starker Schnupfen

Begleiterscheinungen sind eine raue Stimme, Heiserkeit, Rachen und Kehlkopfentzündung. Die betroffene Person hat eine wunde Nase und Kopfschmerzen, die sich im Freeien bessern. Auslöser sind Hausstaubmilben oder Heuschnupfen.

Verbesserung:

An der frischen Luft sowie durch Kälte und Bewegung.

Verschlechterung:

Durch Nässe, Wärme, in feuchten und warmen Räumen und am Abend

Angewendete(s) Mittel:

Allium cepa

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Brennende Schmerzen im Bereich der Schleimhäute von Augen, Nase und Rachen, Ruhelosigkeit und Bewegungsdrang

Begleiterscheinungen sind ein Gefühl von Erschöpfung und Müdigkeit trotz Bewegungsdrang. Weitere Erscheinungen sind ein inneres Gefühl der Kälte, allergisch bedingte Magendarmbeschwerden und starkes Durstgefühl. Auslöser sind Hausstaubmilben.

Verbesserung:

Durch Wärme und Hitze (bei gleichzeitiger Kühlung des Kopfes), Einhüllen des Körpers und durch Hinlegen.

Verschlechterung:

Durch nasse Kälte und Anstrengung.

Angewendete(s) Mittel:

Arsenicum album

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Ständiger scharfer und wund machender Tränenfluss bei brennenden Augen

Begleiterscheinungen sind reichliches Schnupfen und Hustenreiz durch Kitzelreiz im Bereich des Kehlkopfes. Die betroffene Person häufig blinzelt, Lichtscheu, produktiver Husten, Müdigkeit und Stimmungslabilität. Auslöser sind Hausstaubmilben.

Verbesserung:

Durch Förderung des Tränenflusses, Auswischen der Augen und im Freien.

Verschlechterung:

Durch Lesen, Sonnenlicht, Wind, Wärme, in abgeschlossenen Räumen und am Abend.

Angewendete(s) Mittel:

Euphrasia

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Stark tränende Augen und ausgeprägter Schnupfen, häufiges Niesen, allergisch bedingte Atemnot

Begleiterscheinungen sind ein ständiges Bedürfnis, sich die Augen zu reiben zu müssen, reichlich flüssiger Schnupfen und erschwerte Atmung. Auslöser sind Hausstaubmilben, Tierhaare oder Heuschnupfen.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Durch Wärme.

Angewendete(s) Mittel:

Galphimia glauca

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Ständiges Gefühl, Nase und Rachen seien verstopft, häufiges Räuspern und Hüsteln, brennende Halsschmerzen

Begleiterscheinungen sind zähflüssiger Schnupfen sowie trockene und gereizte Nasenschleimhäute. Auslöser sind Hausstaubmilben oder Schimmelpilze.

Verbesserung:

Im Freien und durch Feuchtigkeit.

Verschlechterung:

Durch trockene Luft.

Angewendete(s) Mittel:

Luffa operculata

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Inhalt

Starker Tränenfluss, häufiger Nies- und Hustenreiz

Begleiterscheinungen sind Kopfschmerzen mit hämmerndem Charakter, Neigung zu Lippenherpes und ausgeprägtes Durstgefühl. Auslöser sind Hausstaubmilben.

Verbesserung:

Durch frische Luft, Schwitzen und Ruhe.

Verschlechterung:

Durch Hitze, direkte Sonnenexposition und geistige sowie körperliche Anstrengung.

Angewendete(s) Mittel:

Natrium muriaticum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Schnupfen, andauernde Niesanfälle, tränende und rote Augen, Juckreiz im Bereich des Gaumens

Begleiterscheinungen sind Kopfschmerzen (v.a. im Stirnbereich), eine gereizte und wunde Nase sowie unaufhörlicher Schnupfen. Die Atmung durch die Nase ist im Verlauf erschwert. Die betroffene Person hat eine verstärkte Geruchsempfindlichkeit und häufiges Nasenbluten. Auslöser sind Hausstaubmilben oder Schimmelpilze.

Verbesserung:

Durch warmes Essen und warme Getränke sowie Wärme.

Verschlechterung:

Durch Nässe, Kälte, frische Luft, kaltes Essen und kühle Getränke, während der Nacht und durch den Konsum von Wein.

Angewendete(s) Mittel:

Sabadilla

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Zu beachten:

Vor jeder Selbstbehandlung einer Hausstaubmilben-Allergie sollte ein homöopathisch fachkundlicher Arzt aufgesucht werde. Denn nur dieser ist in der Lage, diese von anderen Allergieformen abzugrenzen und somit die korrekte Diagnose zu stellen, Notfallsituationen und schwerwiegende Komplikationen zu erkennen und ggf. zu behandeln, sowie die richtige Entscheidung über die Wahl und Dosierung des entsprechenden Präparates zu treffen. Neben der ergänzenden und lindernden Therapie kommt der Meidung von Hausstaubmilben, eine ganz besondere Bedeutung zu. Sie ist die wichtigste Säule der Therapie allergischer Reaktionen und besteht in diesem Fall in hygienischer Reinigung von Polstermöbeln und Matratzen, um die Milben zu beseitigen und der Beseitigung von typischen Milbenbrutstätten (Teppichböden).[1]