Anwendungsgebiete - Partnerschaft

Globuli bei Liebeskummer

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Liebeskummer ist die normale und natürliche psychische und physische Reaktion auf den Verlust des Partners durch Trennung oder Tod. Die Betroffenen leiden unter verschiedenen Symptomen: Leistungseinbrüche, Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche, Depressionen, Aggressionen, Appetitlosigkeit, Gewichtsveränderungen, Verdauungsbeschwerden, Kreislaufprobleme, Schlaflosigkeit. Auch der verstärkte Konsum von Suchtmitteln kann mit der Trauer um den Partner einhergehen.

Obwohl Liebeskummer keine anerkannte psychische Störung ist, können Betroffene unter einer vorübergehenden Belastungsreaktion leiden, die sich durch Panikattacken und die Einschränkung der Wahrnehmung auszeichnet oder im Laufe der Zeit eine Anpassungsstörung ausbilden, für die depressive Symptome und soziale Isolation charakteristisch sind. [1]

Das Durchleiden der Trennungsphasen ist essentiell für die Trauerarbeit. Nur so kann mit dem Ereignis abgeschlossen werden. Die Einnahme von Globuli kann die Verarbeitung der zurückliegenden Trennung unterstützen. Erst bei aufkommenden Suizidgedanken oder schweren Depressionen sollte ein ausgebildeter Psychotherapeut hinzugezogen werden.

Angewendete Globuli bei Liebeskummer

Da Liebeskummer eine komplexe Reaktion des Organismus auf ein traumatisches Ereignis ist, ist die Behandlung einzelner Symptome nicht sinnvoll. Neurologen erklären sich die Reaktion folgendermaßen: Liebeskummer ähnelt in seiner Symptomatik den Entzugssymptomen eines Süchtigen. Während der Beziehung schüttet der Körper eine Reihe von Glückshormonen, insbesondere Dopamin aus. Den plötzlichen Abfall des Dopaminspiegels erlebt der Trauernde dann wie einen Entzug. [2] Die Trauerreaktion durchläuft verschiedene Phasen: Zunächst leugnet der Betroffene den Verlust und bemüht sich, nicht mit seinen Gefühlen konfrontiert zu werden. Dann erst beginnt die „richtige“ Trauerarbeit. Depressionen, Schlaflosigkeit, Angstgefühle, soziale Isolation und Wut sind Merkmale der zweiten Trauerphase. Schließlich gelingt es dem Trauernden, das Trennungsereignis zu akzeptieren und sich neu zu orientieren. Die Trauerreaktion kann jedoch auch heftiger und zum Teil krankhaft (pathologisch) ablaufen: Der Liebeskummer kann sich zu einer ausgewachsenen Depression entwickeln oder ängstlich-neurotische Züge annehmen. [3] Neben der Beratung durch einen Therapeuten, kann die Behandlung der pathologischen Reaktion auf ein Trennungsereignis auch mit der Einnahme von Globuli unterstützt werden. [4] [5] [6] [7]

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Eifersucht, Angst, Wut, Gedankenkreisen, Nervosität, neurotische Verhaltensweisen, Redseligkeit, manische Zustände, Ruhelosigkeit

Eine Begleiterscheinung ist die Neigung zu unkontrollierten Aggressionen. Die betroffene Person bildet sich ein, kein zu Hause zu haben. Hinzukommen klägliches Weinen und die Neigung zur Sexualisierung.

Verbesserung:

Bewegung, Wärme, Bücken, Vorbeugen.

Verschlechterung:

Eifersucht, Schreck, Trennung, vor und während der Menstruation, Kälte, im Schlaf, im Liegen.

Angewendete(s) Mittel:

Hyoscyamus

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Vor allem für Frauen: sensibles Temperament, Neigung zu Hysterie, Konzentrationsstörungen, Atembeklemmungen, Lähmungserscheinungen, Eifersucht, Paranoia

Begleiterscheinungen sind wechselnde Gemütslagen und ein stiller Kummer, der in Panikattacken übergeht. Die betroffene Person genießt es, traurig zu sein, verträgt keinen Widerspruch und neigt zu Selbsthass und Ungeduld. „Eine Szene gemacht zu haben“ erfüllt sie mit heimlicher Befriedigung, Anfälle treten häufig zur selben Tageszeit auf.

Verbesserung:

Einsamkeit, tief Atmen, Schlucken, Essen, Saures.

Verschlechterung:

Kränkung, Sorge, Schreck, Trennung, im Freien, starke Gerüche, Kaffee, Tabak.

Angewendete(s) Mittel:

Ignatia

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Achtung! Enthält Strychnin (giftiges Alkaloid) und sollte deshalb nicht in Potenzen unter D6 eingenommen werden.

Physischen Symptomen von Liebeskummer

Begleiterscheinungen sind Kreislaufprobleme, Magenschmerzen, Verdauungsstörungen, Erbrechen, Schlafstörungen, das Ausbleiben der Monatsblutungen, Herzrhythmusstörungen und Herzschmerzen.

Verbesserung:

Essen, bewölktes Wetter, Bewegung, liegen auf dem Rücken.

Verschlechterung:

Temperaturschwankungen, mit dem Stand der Sonne.

Angewendete(s) Mittel:

Kalmia

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Schlafprobleme, Herzklopfen, Engegefühl in der Brust, Stechen im Herzen, häufiges Weinen, Verzweiflung, starke soziale Isolation, Abneigung zu sprechen

Begleiterscheinungen sind, dass die betroffene Person unter Existenz- und Zukunftsängste leidet. Hinzukommt das Vermissen des verlorenen Partners. Außerdem hat die betroffene Person ein starkes Verantwortungsgefühl. 

Verbesserung:

Sanfte Kälte, frische Luft, sanfte Bewegung.

Verschlechterung:

Nachts, beim Essen, Salzige Speisen, Milch, Baden im Meer, geistige Anstrengung.

Angewendete(s) Mittel:

Magnesium Muricatium

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Weinerlichkeit, kann keinen Zuspruch annehmen, nachtragend, introvertiert, hypochondrisch

Begleiterscheinungen sind bitterliches Weinen, das Bedürfnis allein zu sein, trotzdem Furcht vor Isolation. Die betroffene Person ist ungeschickt, zerstreut, vergesslich, depressiv, hat Migräne, Frigidität und Frauen haben eine allgemeine Abneigung gegen Männer.

Verbesserung:

Im Freien, Schwitzen, Ruhe, Fasten, tief atmen, Reibung, langes Reden.

Verschlechterung:

Nach der Menstruation, Anstrengung der Augen, Hitze, Feuchtigkeit, Koitus, während er Pubertät, bei Zuspruch, laute Geräusche, bei Vollmond.

Angewendete(s) Mittel:

Natrium Muricatium

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Wutausbrüche, Unverständnis bezüglich der Trennungsgründe des Partners

Begleiterscheinungen sind Nervosität und Zittern, Magen-Darm-Beschwerden, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, ggf. Hautreizungen und Ausschläge und ein extremes sexuelles Verlangen.

Verbesserung:

Wärme, Ruhe, ausgiebiges Frühstück.

Verschlechterung:

Wut, Kummer, Angst, Masturbation, Koitus, nachts, kurz vor Vollmond, kalte Getränke.

Angewendete(s) Mittel:

Staphisagria

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Zu beachten:

Die Dauer der einzelnen Trauerphasen fällt von Person zu Person sehr unterschiedlich aus. Grundsätzlich gilt, ein schlimmer Liebeskummer sollte nach 2 bis 3 Monaten nachlassen. Ob die Ausprägung der Symptome des Trauernden pathologisch oder Teil der natürlichen Reaktion ist, kann letztgültig nur ein Arzt oder Psychotherapeut entscheiden. Bei auftretenden Suizidgedanken oder einer drohenden Rauschmittelsucht sollte aber unbedingt ein Fachmann konsultiert werden. Therapeuten und Ärzte mit homöopathischer Zusatzqualifikation können bei der Wahl des richtigen Präparats behilflich sein und erkennen Notfälle, bei denen die Behandlung des Leidens mit Globuli nicht mehr ausreicht. Minze, ätherische Öle und Kamille können die Wirksamkeit der homöopathischen Behandlung beeinträchtigen. Daher sollte auf diese verzichtet werden. Auch die Einnahme der Globuli mit Hilfe eines metallenen Löffels wirkt sich negativ auf den Behandlungserfolg aus, denn das Metall wechselwirkt unter Umständen mit den „Heilinformationen“ der Präparate.Zur Überwindung des Liebeskummers ist es außerdem hilfreich, eine Kontaktaufnahme zum verlorenen Partner oder zur Partnerin zu vermeiden. Viel Ruhe und die Möglichkeit, den aufkommenden Gefühlen Raum zu geben sind wesentlich für die Trauerarbeit. Gespräche mit Freunden oder Angehörigen können helfen, den Verlust zu verarbeiten. Vor allem aber sollten Betroffene der Versuchung der sozialen Isolation nicht nachgeben. In Kombination mit einer Behandlung durch Globuli kann so der Kummer bald überwunden werden.