Anwendungsgebiete - Allergie

Globuli bei Pollenallergie

© PantherMedia / Arne Trautmann

Eine Pollenallergie, auch als Heuschnupfen (allergische Rhinitis) bezeichnet, beschreibt eine allergische Reaktion als Immunantwort (Abwehrantwort des Körpers) auf harmlose Umweltantigene / Allergene (Auslöser). Meist hat im Vorfeld eine Sensibilisierung gegen die auslösenden Faktoren (Blütenpollen von Gräsern, Bäumen und Sträuchern) stattgefunden, die zu einer gesteigerten Reaktion des Körpers führen. Dabei bindet ein Allergen an spezielle Antikörper (IgE-Antikörper), die wiederum an Mastzellen (Zellen des Bindegewebes und der Schleimhaut) binden. Dadurch wird u.a. Histamin freigesetzt, das eine Erweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation) und ein Zusammenziehen (Kontraktion) der glatten Muskulatur bewirkt. Symptome sind dabei Nasenlaufen, Niesen und starker Tränenfluss.[1] Neben der Hyposensibilisierung durch Verabreichen einer geringen Dosis des auslösenden Allergens, spielen in der Therapie Antihistaminika und Cortison[2], aber auch die ergänzende Einnahme von Globuli eine Rolle.[3]

Angewendete Globuli bei Pollenallergie

Je nach Beschwerdebild gibt es unterschiedliche Empfehlungen bzgl. der Wahl des richtigen Präparates. Im Nachfolgenden findet sich eine Übersicht über gängige Mittel, die zur Selbstbehandlung in Frage kommen.[4][5] Es sei darauf hingewiesen, dass die Anwendung homöopathischer Mittel nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen sollte. Dies gilt insbesondere, wenn andere Erkrankungen mit einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme bestehen.
Homöopathisch kundige Fachärzte verfügen über weitreichende Erfahrungen und wenden häufig andere Präparate und Dosierungen an, als im Hausgebrauch üblich und empfohlen ist.

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Allergischer Schnupfen mit heftigem Niesreiz und druckschmerzhafter Stirnhöhle

Eine Begleiterscheinung äußert sich durch Schnupfen in Folge feuchtkalten Windes oder nassen Füßen. Das Sekret ist scharf und führt zu einer wunden Nase, einem heftigen Niesreiz sowie zu einer druckschmerzhaften Stirnhöhle.

Verbesserung:

Durch Bewegung, an der frischen Luft und kühle Räume.

Verschlechterung:

In warmen Räumen und abends.

Angewendete(s) Mittel:

Allium Cepa

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Das Mittel ist besonders geeignet, wenn sich aus jedem Fließschnupfen eine Stirnhöhlenentzündung entwickelt.

Allergischer Schnupfen mit wässrigem Schnupfensekret

Die Begleiterscheinungen äußern sich durch ein mildes, wässriges Schnupfensekret, einen unangenehmen Druck an der Nasenwurzel sowie ein Brennen in Folge der Erkältung. Weitere Begleiterscheinungen sind eine Lichtempfindlichkeit, v.a. bei künstlichem Licht, eine scharfe, wundmachende Tränenflüssigkeit und ein evtl. eitriges Sekret.

Verbesserung:

Durch Kaffee und in der Dunkelheit.

Verschlechterung:

Durch Reiben der Augen und vormittags.

Angewendete(s) Mittel:

Euphrasia

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Allergischer Schnupfen, Niesattacken und laufende Nase

Begleiterscheinungen sind heftige Niesattacken bei laufender Nase. Des Weiteren jucken die Augen, Nase, der Gaumen und evtl. der Gehörgang der betroffenen Person.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Arundo donax

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Allergischer Schnupfen mit Atembeschwerden

Begleiterscheinungen sind Atembeschwerden, Verstopfung im Wechsel mit anfallsartigen Durchfällen, unangenehmes Schwitzen sowie wandernde Schmerzen an den Muskelansätzen.

Verbesserung:

Durch Wärme, Druck und in Ruhe.

Verschlechterung:

Durch Bewegung und Kälte.

Angewendete(s) Mittel:

Acidum formicicum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Allergischer Schnupfen mit heftigen Niesanfällen

Die Begleiterscheinungen äußern sich durch ein Jucken und Kribbeln der Nase mit heftigen Niesanfällen. Die Nasenatmung der betroffenen Person ist eingeschränkt die Mundatmung jedoch verstärkt. Des Weiteren findet ein ununterbrochenes Tränen der Augen statt.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Durch Schwitzen, Wärme.

Angewendete(s) Mittel:

Galphimia glauca

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Leitfaden bei der Behandlung von allergischem Schnupfen (Pollenallergie)

Die homöopathische Behandlung der allergischen Rhinitis soll eine gezielte Reiz- und Regulationstherapie zur Mobilisierung der Selbstheilungskräfte und Umstimmung des Organismus sein.

Allgemeine Hinweise[6]:

  • Möglichst wenig Sport und andere anstrengende Tätigkeiten im Freien während des Pollenflugs
  • Aufenthalte am Meer, im Hochgebirge oder in Wüstenregionen
  • Türen und Fenster während des Pollenflugs geschlossen halten; Lüften morgens 6- 8 Uhr, abends nach 19 Uhr
  • Haarewaschen vor dem SchlafengehenPollenschutzgitter, häufiges Staubsaugen mit Feinstaubfilter

Zu beachten:

Eine allergische Rhinitis kann mit geringer, aber auch ernst zu nehmender Symptomatik wie Atemnot einhergehen oder sogar schwere Asthmaanfälle auslösen. Die Durchführung eines Allergietests sowie die Erstellung eines fundierten Therapieplans durch einen Facharzt wird im Vorfeld jeder Behandlung dringend empfohlen.

Bei Atembeengung und Atemnot oder einer bestehenden Grunderkrankung der Atemwege sollten konsequent die vom Arzt verschriebenen Medikamente eingenommen werden. Eigenmächtiges Ab- oder Ersetzen kann mit hohen Risiken verbunden sein und zu einer Exazerbation (Verschlimmerung) der Symptome führen.

Der parallele Einsatz von homöpathischen Präparaten kann zu einem milderen Verlauf der Pollenallergie im darauffolgenden Jahr führen oder den Einsatz des Asthmasprays reduzieren.[4]

Bei der Wahl des Arztes kann auf die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ geachtet werden, sodass eine homöopathische Zusatzbehandlung erfolgen, aber im Akutfall auf schulmedizinische Medikamente umgeschwenkt werden kann.