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Globuli ohne Wirkstoff

© PantherMedia / Thomas Francois

Die beliebten kleinen Kügelchen zur Heilung oder Linderung vielerlei Beschwerden erfreuen sich in Deutschland seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts großer Beliebtheit: Globuli. Es sind kleine runde Kügelchen aus Rohrzucker oder neuerdings auch aus Xylitol. In ihrem rohen Zustand sind und können sie keine Arzneien sein: Es sind wirkungslose kleine Zuckerkügelchen, die Placebo genannt werden. Placebo bedeutet übersetzt: Ich werde gefallen. Zur homöopathischen Arznei werden Globuli erst dann, wenn sie mit einem arzneilichen Stoff imprägniert werden. In der Regel werden „unarzneiliche“ Globuli in einem zweiten Herstellungsschritt mit einer arzneilichen Lösung (Dilution) besprüht und dann getrocknet. Ohne diesen Vorgang sind und bleiben sie einfach nur Zuckerkügelchen.[1]

Globuli ohne Wirkstoff sind Placebos

In jeder Apotheke werden unarzneiliche Globuli (Placebo) angeboten und verkauft. Sie dienen als Trägerstoffe für die Herstellung und Nutzung homöopathischer Arzneien. Das „Homöopathische Arzneibuch“ (HAB 2006) schreibt die exakte Herstellung dieser Trägerkügelchen vor: Diese kleinen Rohrucker-Kügelchen gibt es in verschiedenen Größen. Von Größe 0, nur Mohnsamengroß, bis zur Globuli Größe Nummer 3. Das Gewicht von ca. 130 Globuli der Größe 3 beträgt lediglich 1 Gramm.

Wer braucht unarzneiliche Globuli?

Jeder kann nach Anleitung aus Heilpflanzen oder anderen arzneilichen Substanzen wirksame homöopathische Arzneien nach dem „Homöopathischen Arzneibuch“ (HAB 2006) herstellen. Dazu benötigt man diese unarzneilichen Globuli als Trägerstoffe. In der Kinderhomöopathie hat es sich außerdem bewährt für gesunde Geschwisterkinder – die auch gerne diese süßen Kügelchen bekommen möchten – Placebo-Globuli zu bevorraten. In manchen Fällen können Placebos in Absprache mit den Eltern nützlich sein. Zum Beispiel dann, wenn das Kind sich seine Beschwerden einbildet, die es nachweislich organisch nicht hat (z.B. Bauchschmerzen). Auch in diesen Fällen können Placebos sehr hilfreich sein und eine Art psychologische Krücke darstellen, auf die gerade kleine Kinder gut reagieren.[2]

Vom großen Nutzen der wirkungslosen kleinen Kugeln

Der Placebo-Effekt wird seit Jahren auch in der Schulmedizin erforscht. Es ist faszinierend, dass Patienten in klinischen Studien bis zu 30% mit Heilreaktionen auf grüne, rote, weiße oder gelbe Tabletten mit Selbstheilungsreaktionen beginnen oder auch Schmerzsymptome deutlich besser werden durch wirkungslose Arzneien. Die Tendenz der Schulmediziner geht in die Richtung, den positiven Einfluss der Placebo-Therapie in ihren Praxen zum Wohle der Patienten zu nutzen. In dieser Auffassung sind sich Homöopathen und Schulmediziner ausnahmsweise wenig streitbar nahe. Auf der einen Seite braucht der Hersteller homöopathischer Arzneien die Rohrzucker-Kugeln, um arzneiliche Globuli herzustellen. Auf der anderen Seite dienen die unarzneilichen Zuckerbällchen in der homöopathischen Praxis manches Mal einem guten Zweck und helfen weite – vor allem den kleinen Patienten.