Anwendungsgebiete - Muskeln & Bänder

Globuli gegen Rückenschmerzen u. Verspannungen

© PantherMedia / Lars Zahner

Die Wirbelsäule ermöglicht uns in Verbindung mit der Rückenmuskulatur eine aufrechte Körperhaltung bei größtmöglicher Flexibilität. Sie bietet darüber hinaus einen wichtigen Schutz für die davor liegenden Organe und insbesondere auch für das empfindliche Rückenmark. Aufgrund unserer heutigen Lebensweise mit vorwiegend sitzender Körperhaltung und Bewegungsmangel muss unser Rückgrat nicht nur viel tragen, sondern auch „ertragen“. Kreuzschmerzen und Nackenverspannungen sind eine häufige Folge, unter denen viele Menschen leiden. Aber auch andere Krankheiten können den Rücken angreifen, und so zählen Rückenschmerzen hierzulande zu den häufigsten Gesundheitsstörungen.[1] Massagen, Kräftigungs-, Dehnungs- und Entspannungsübungen, insbesondere aber auch homöopathische Arzneien bieten hier oft rasche Hilfe.

Angewendete Globuli bei Rückenschmerzen u. Verspannungen

Ursachen und Folgen von Rückenschmerzen:

Zunächst können Rückenbeschwerden vielerlei Ursachen haben, daher ist es wichtig, die einzelnen Strukturen des Rückens und der Wirbelsäule mit ihren Funktionen zu betrachten. Über die Nerven des Rückenmarks als Teil des zentralen Nervensystems stehen nahezu alle Organe mit dem Gehirn in Verbindung. Rückenschmerzen können demzufolge Auslöser, aber auch Folgen von verschiedenen Störungen im Organismus sein. Auch die Wirbelsäule selbst mit ihren unterschiedlich aufgebauten Wirbelkörpern und insbesondere auch den dazwischen liegenden Bandscheiben kann bei verschiedenen Krankheiten angegriffen werden.
Durch Überbelastung oder Verletzungen kann es zu teilweise ernsthaften Krankheitsbildern mit Lähmungserscheinungen kommen. Der umliegende Muskel-, Sehnen- und Bandappparat wiederum muss viel Haltearbeit leisten, wobei insbesondere im Nacken oder auch im Lendenbereich häufig Verspannungen auftreten.

Wenn der Schmerz chronisch wird:

Eine plötzliche Kopfdrehung, eine falsche Bewegung beim Bücken oder das Heben der viel zu schweren Kiste, schon verspürt man einen heftigen Schmerz, der jede weitere Bewegung fast unmöglich macht. Dabei kann ein kleiner Auslöser der Beginn eines langen Leidens werden. Denn obwohl akute Rückenschmerzen häufig alleine durch Wärmeanwendungen oder Entspannungsübungen wieder abklingen, können sich die Beschwerden auch langfristig festsetzen und die Lebensqualität erheblich einschränken. Auch wenn die eigentliche Schmerzursache längst beseitigt ist.
Rückenschmerzen beeinträchtigen insbesondere die körperliche Leistungsfähigkeit, häufig können die Betroffenen ihrer regelmäßigen Arbeit nur noch eingeschränkt nachgehen oder werden sogar als arbeitsunfähig eingestuft. Aufgrund der Symptomatik leiden sie zudem oft unter Schlafstörungen, letztlich wird auch die Psyche zunehmend angegriffen.[2]
Andererseits können psychische Aspekte die Entwicklung von chronischen Rückenschmerzen auch begünstigen.[3] Zu den sogenannten psychosozialen Risikofaktoren zählen beispielsweise Konflikte am Arbeitsplatz, eine unbefriedigende Arbeit oder auch die Neigung zu Depressionen.[1]

Homöopathische Hilfe bei Rückenschmerzen:

Wie bei anderen Beschwerden auch spielen bei der homöopathischen Behandlung akuter und chronischer Rückenschmerzen individuelle Aspekte des Krankheitsbildes die entscheidende Rolle für die Mittelwahl. Dabei sind die möglichen Ursachen der Schmerzen ebenso zu beachten wie Schmerzcharakter, Ausbreitung der Schmerzen, die Umstände der Verschlimmerung oder Besserung sowie die psychische Verfassung des Betroffenen. Auch Beschwerden, die begleitend mit den Schmerzen auftreten, können ein wichtiger Hinweis sein. Erst wenn das Bild möglichst vollständig erfasst wurde, kann ein Mittel gefunden werden, das die Beschwerden lindert oder heilt.
Bei Rückenschmerzen durch Verheben kann man insbesondere an Mittel wie Arnica, Calcium carbonicum, Graphites, Lycopodium, Nux vomica, Rhus toxicodendron oder auch Silicea denken.[4]

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Rückenschmerzen durch Verheben mit Zerschlagenheitsschmerz, häufig aufgrund einer Muskelzerrung oder durch Überlastung der Muskulatur.

Begleiterscheinungen sind Erschöpfung und ein Gefühl, als wäre das Bett zu hart. Oft weist der Betroffene jegliche Hilfestellung zurück und sagt, dass es ihm gut geht.[5]

Verbesserung:

Durch Bewegung.

Verschlechterung:

Geringste Berührung und Bewegung.

Angewendete(s) Mittel:

Arnica montana

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

AD

Rückenschmerzen durch Verheben mit dem Gefühl, als wäre der Rücken verrenkt. Die Betroffenen können vor Schmerzen kaum Aufstehen.

Begleitend treten oft lokale Schweiße auf. Die Betroffenen neigen zudem zu Dickleibigkeit, ihre Muskeln sind schlaff, wodurch es leicht zu Verrenkungen kommen kann. Auch die Rückenmuskeln sind schwach und beim Heben eines schweren Gegenstandes schmerzt der Rücken.[5]

Verbesserung:

Liegen auf der schmerzhaften Seite oder auf dem Rücken.

Verschlechterung:

Im Stehen und Heben einer Last.

Angewendete(s) Mittel:

Calcium carbonicum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

AD

Rückenschmerzen durch Verheben mit Steifheitsgefühl oder Schmerzen, als wäre der Rücken gebrochen. Die Schmerzen können so heftig sein, dass sich die Patienten nicht aufrichten können.

Als Begleitbeschwerden findet sich oft ein klopfender Schmerz im Rücken oder ein Wärmegefühl, das in der Wirbelsäule nach oben steigt. Manchmal klagen die Betroffenen auch über einen brennenden Schmerz zwischen den Schulterblättern, der sich anfühlt wie von heißen Kohlen. Es besteht eine große Neigung zur Überlastung des Rückens mit anschließender Nackensteifigkeit.[6]

Verbesserung:

Nach Urinieren.

Verschlechterung:

Geringste Bewegung, Aufrechtes Sitzen, Liegen auf dem Rücken, Morgens beim Aufstehen aus dem Bett.

Angewendete(s) Mittel:

Lycopodium clavatum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

AD

Rückenschmerz durch Verheben mit Kraftlosigkeit der Beine und Schmerzen im Kreuz, als würde es brechen.

Begleitend dazu verspüren die Betroffenen plötzlich einen heftig stechenden Schmerz, wenn sie sich im Bett umdrehen möchten. Sie müssen sich im Bett aufsetzen, um sich auf die andere Seite zu legen. Der Rücken schmerzt auch manchmal wie zerschlagen.[5]

Verbesserung:

Liegen auf der Seite.

Verschlechterung:

Bei Berührung.

Angewendete(s) Mittel:

Nux vomica

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

AD

Nackenverspannungen durch Zugluft oder Kreuzschmerzen, als würde der Rücken brechen. Die Rückenschmerzen werden verursacht durch Verheben, langes Bücken oder Beugen nach vorn.

Begleitend kommt es zu einem Steifheitsgefühl im Rücken. Die Schmerzen sind in Ruhigstellung oft unerträglich und zwingen den Betroffenen auch nachts im Bett, sich ständig zu bewegen.[6]

Verbesserung:

Fortgesetzte Bewegung, Wärme, Liegen auf etwas Hartem.

Verschlechterung:

Bei anfangender Bewegung.

Angewendete(s) Mittel:

Rhus toxicodendron

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

AD

Kreuzschmerzen durch Verheben, die Schmerzen ziehen bis in die Beine hinab. Die Schmerzen sind so heftig, dass die Betroffenen nicht aufstehen können und ganz still daliegen müssen.

Als Begleitsymptom kommt es oft zu einer Steifheit der Rückenmuskeln. Besonders auf Zugluft reagieren die Patienten besonders empfindlich. Bei Kindern besteht zudem häufig eine Verkrümmung der Wirbelsäule (Skoliose).[6]

Verbesserung:

Durch Wärme und warme Umschläge.

Verschlechterung:

Bei Kälte und kalter Luft.

Angewendete(s) Mittel:

Silicea

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

AD

Zu beachten:

Die Ursachen mitbehandeln:

Als häufigste Ursachen für Rückenschmerzen gelten Fehlhaltungen, beispielsweise am Arbeitsplatz, eine schwache Rückenmuskulatur und Übergewicht.[7] Auch psychischer Stress kann zu Rückenbeschwerden, insbesondere zu Nackenverspannungen und daraus resultierenden Spannungskopfschmerzen führen. Gleichzeitig liegt oft eine Schwäche der Nackenmuskeln vor.Schwache Rückenmuskeln können die alltägliche Belastung nur schwer bewältigen, es kommt zu Verspannungen und bereits leichte Überanstrengungen wie das Heben einer schweren Kiste können Ischialgien, Hexenschuss (Lumbago) oder gar Bandscheibenschädigungen zur Folge haben.
Grundsätzlich muss eine umfassende Therapie deshalb diese Gesichtspunkte mitberücksichtigen. Auch für Samuel Hahnemann, den Entdecker der Homöopathie, standen bereits vor über 200 Jahren neben der homöopathischen Arzneigabe auch ausreichend Bewegung an der frischen Luft sowie eine maßvolle Ernährung auf dem Behandlungsplan. Diese Empfehlungen sind gerade bei den Anforderungen der heutigen Zeit nach wie vor aktuell.