Chronische Darmbeschwerden und Homöopathie

Bei chronischen Darmbeschwerden bieten sich zu den gegebenen Symptomen viele homöopathische Mittel an, um funktionelle Störungen des Magen-Darm-Traktes mit Homöopathie zu behandeln. Dennoch hat man immer wieder die Erfahrung gemacht, dass in einigen komplexeren Fällen homöopathische Arzneimittel erst in Kombination mit anderen alternativen Therapien den gewünschten Erfolg brachten.

Chronische Darmbeschwerden und Reizdarm behandeln mit einer Kombination aus Homöopathie und Mikrobiom Therapie (Darmflorasanierung)

Ein Behandlungsschwerpunkt in meiner homöopathischen Praxis ist die Betreuung von Patienten mit Beschwerden im Bereich des Verdauungstraktes wie Reizdarmsyndrom, chronischen Durchfällen, Obstipation, Blähungen, Leaky Gut, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien, aber auch chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Darmbeschwerden und Homöopathie

Viele homöopathische Mittel haben passende und sehr individuelle, „eigenheitliche“ Symptome und bieten sich daher hervorragend an, um funktionelle Störungen des Magen-Darm-Traktes zu behandeln. Dennoch habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass in einigen komplexeren Fällen gut gewählte homöopathische Arzneimittel erst in Kombination mit anderen alternativen Therapien den gewünschten Erfolg brachten. Daher begann ich vor ein paar Jahren, meine Patienten neben der homöopathischen Therapie mit Mitteln zur Darmflorasanierung zu behandeln. Mittlerweile beginne ich die Behandlung meiner Patienten bei entsprechender Symptomatik meistens mit einer Kombination aus Ernährungsumstellung und Symbiose Lenkung.

Was versteht man unter einem Reizdarmsyndrom?

Als Reizdarmsyndrom bezeichnet man ein Beschwerdebild, das mit Bauchschmerzen, Durchfällen, Verstopfung, wechselnden Stuhlkonsistenzen, erhöhter Stuhlfrequenz und Blähungen einhergeht, ohne dass aus schulmedizinischer Sicht ein struktureller oder biochemischer Befund vorliegt. Das heißt Ultraschall, Magen-Darm-Spiegelung oder Atemtest auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind unauffällig. Eine naturheilkundliche Diagnostik über eine Stuhluntersuchung ergibt dagegen häufig Auffälligkeiten im Bereich der Darmflora und der Schleimhautbarriere. Das im Englischen irritable bowel syndrome genannte Krankheitsbild kann auch mit psychischen Beeinträchtigungen oder nervösen Beschwerden einhergehen.

Reizdarm und Homöopathie

Gerade durch das Vorhandensein der Vielzahl von individuell sehr unterschiedlichen Symptom-Konstellationen bei diesem Beschwerdebild bietet sich eine klassische homöopathische Behandlung an. 

  • Wann treten die Beschwerden auf (später Nachmittag: Lycopodium, bereits am frühen Morgen, Sulfur…)?
  • Welche Auslöser gibt es im seelischen Bereich, Aufregung, Ärger, Eile, Prüfungsangst…? Hier kommen z. B. Mittel wie LycopodiumGelsemiumArgentum nitricumBryoniaNux vomica oder Colocynthis in Betracht.
  • Gibt es Auslöser oder Verstärker wie Ernährungsumstellung, Urlaubsreisen, Diätfehler (Nux vomicaNatrium muriaticumPulsatillaCalcium carbonicum) ?
  • Wo sind die Blähungen lokalisiert, mehr im oberen (ChinaNux vomica) oder unteren Bauchbereich (Lycopodium)?
  • Wie ausgeprägt ist die Auftreibung, muss beispielsweise der Gürtel nach dem Essen gelockert werden (enge Kleidung verschlechtert, Lycopodium)?
  • Ist es nur ein Völlegefühl oder wird wirklich „Alles zu Wind“ (Carbo vegetabilis)
  • Wie sind Farbe und Geruch des Stuhles oder der Winde?
  • Wie ist die Art des Aufstoßens (besonders heftig und geräuschvoll, Argentum nitricum)?
  • Liegt eher eine Verstopfungsneigung vor (Nux vomicaSiliceaNatrium muriaticum, Calcium carbonicum?
  • Oder treten vermehrt Durchfälle auf (SulfurGelsemiumArgentum nitricumArsenicum album)?

Behandlung der Darmflora

Es gibt bei der Behandlung des Reizdarmsyndroms offensichtlich zahlreiche gute Symptome, um eine differenzierte Mittelauswahl zutreffen. Stellt sich trotzdem kein ausreichender oder anhaltender Erfolg ein, empfiehlt sich eine Umstimmungsbehandlung der Darmflora mit probiotischen Mitteln und einer Ernährungsumstellung, zumindest zu Beginn der Therapie. Im Zuge einer erfolgreichen Darmsanierung verschwinden ein Teil der häufigen Beschwerden und übrig bleiben die wirklich individuellen, spezifischen Symptome des einzelnen Patienten. Zu diesem Zeitpunkt ist eine homöopathische Mittelfindung leichter und erfolgreicher.

Eine Heilung kann auf einer tieferen Ebene erfolgen, weil das Similimum gefunden werden kann. Ich denke auch, dass eine gesunde Darmflora und eine intakte Darmschleimhaut – der Darm ist unser größtes Immunorgan – die Regulationsfähigkeit und Lebenskraft unseres Organismus stärken können.  Dieses Vorgehen kann den Betroffenen und dem Therapeuten meiner Erfahrung nach viele Enttäuschungen und Rückfälle ersparen.

Bei akuten Darmerkrankungen

Bei akuten Darmerkrankungen hat sich auch das homöopathische Arzneimittel Okoubaka bewährt, gerade wenn vorher ein Infekt vorhanden war. Das Mittel Okoubaka aubrevillei wird aus getrockneter Okoubaka-Rinde einem in Westafrika wachsenden Urwaldbaumes gewonnen. Es wirkt antiinfektiös und findet seinen Einsatz bei Vergiftungen, wie auch bei Erkrankung der Leber, Galle und Bauchspeicheldrüsen.

Viele Patienten mit Reizarmsyndrom klagen darüber hinaus auch über Beschwerden wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien, entzündlichen Erkrankungen und Autoimmunprozessen. Bei diesen Patienten eignet sich eine Kombinationstherapie aus Symbioselenkung besonders. Die Vielzahl der unterschiedlichen Symptome können vorbehandelt werden und übrig bleiben die konstitutionellen, nicht pathognomonischen Symptome.

Sollte eine homöopathische Behandlung hier nicht zum Erfolg führen oder immer wieder Rückfälle auftreten, bitte nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Es lohnt es sich meines Erachtens in jedem Fall, eine Darmsanierung mit pre- und probiotischen Medikamenten unterstützend einzuleiten.