Anwendungsgebiete - Schmerzen

Homöopathie gegen Migräne mit Aura

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Mit normalem Kopfschmerz ist eine Migräneattacke nicht zu vergleichen. Sie besteht aus mehreren Phasen und zwingt die Betroffenen meist, das Bett zu hüten. Die Vorbotenphase kann bereits ein bis zwei Tage vor der eigentlichen Migräne auftreten und verschiedene Symptome wie Stimmungsschwankungen oder Verdauungsstörungen mit einschließen. Kurz vor einsetzten des eigentlichen Kopfschmerzes erleben viele Patienten eine sogenannte Aura – Sehstörungen, Taubheitsempfindungen, Kribbeln oder sogar Sprachstörungen. Die Aura hält 20 bis 60 Minuten an und verschwindet dann vollständig. Danach erst setzen die in der Regel pulsierenden oder stechenden Kopfschmerzen ein. Insgesamt kann eine Migräne bis zu 72 Stunden andauern. Man unterscheidet zwischen klassischer Migräne mit Aura und Migräne ohne Aura. Der Einsatz von Homöopathie gegen Migräne mit Aura empfiehlt sich vor allem dann, wenn der Betroffene mögliche Ursachen mit einem Arzt abgeklärt hat. Obwohl rund 10 % der Bevölkerung unter dieser Erkrankung leiden, wird Migräne schulmedizinisch häufig lediglich mit Schmerztherapie zur Symptombekämpfung behandelt.[1][2][3]

Angewendete Globuli bei Migräne mit Aura

Bei der Wahl des richtigen homöopathischen Mittels gegen Migräne mit Aura sollten sowohl die vorliegenden Symptome, wie auch die Begleiterscheinungen, Charakteristika und Modalitäten berücksichtigt werden. Jeder Migränepatient ist anders. Sollte die Behandlung nicht anschlagen, das Krankheitsbild sich dauerhaft verschlimmern oder die Migräneattacken gehäuft auftreten, sollte ein Arzt konsultiert werden.[3][4][5][6]

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Morgendlicher Migränekopfschmerz mit Übelkeit, Schwindel und vorausgehenden flimmernden Gesichtsfeldausfall (Flimmerskotom)

Der einseitige Schmerz tritt vor allem morgens auf und wechselt hin und wieder die Seite. Ihm geht Augenflimmern, die Trübung des Sichtfeldes oder das Sehen von feurigen Funken bzw. Blitzen voraus. Teile des Sichtfeldes fallen aus, es entstehen flimmernde blinde Flecken (Flimmerskotom). Der Nacken ist oft angespannt und von lähmungsähnlicher Muskelschwäche befallen. Die Betroffenen neigen zu Traurigkeit, Übellaunigkeit und Zurückgezogenheit.

Verbesserung:

Im warmen Zimmer, im Haus und beim Umhergehen.

Verschlechterung:

Durch frische Luft, kaltes Wasser, ein kaltes Bad und nachts im Sitzen und im Liegen.

Angewendete(s) Mittel:

Cyclamen europaeum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Kopfschmerzen mit vorausgehender Blindheit, die im Nackenbereich beginnen

Die Aura umfasst Schwindel, verschwommenes Sehen oder sogar den vollständigen Verlust der Sehkraft. Der darauf folgende Kopfschmerz breitet sich vom Nackenbereich aus und erstreckt sich über den Kopf. Der Betroffene hat das Gefühl, als würden seine Augäpfel bersten. Der Schmerz kann sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten und kommt vor allem bei Menschen mit nervös-hysterischem Temperament vor.

Verbesserung:

Durch reichliche Harnausscheidung.

Verschlechterung:

Durch geistige Anstrengung, Tabakrauch, Sonnenhitze und bei Tieflage des Kopfes.

Angewendete(s) Mittel:

Gelsenium

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Kopfschmerzen, die vor allem an Ruhetagen auftreten (Sonntagsmigräne) mit vorausgehendem Trübsehen

Bevor die Kopfschmerzen einsetzen, trübt sich die Sicht des Patienten. Der schießende Schmerz tritt vor allem in den Schläfen auf. Dabei empfindet der Patient häufig ein Zusammenschnürungsgefühl der Kopfhaut. Die Kopfschmerzen, die einsetzen, sobald das Sehvermögen sich wieder einstellt, sind von quälendem Erbrechen und reichlichem Speichelfluss begleitet. Die Betroffenen leiden unter Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisschwächen und Suizidgedanken. Sie fürchten sich vor Armut, Krankheit und Tod.

Verbesserung:

Durch leichte Bewegung.

Verschlechterung:

Durch Anstrengung, angestrengte Bewegung und Ruhe.

Angewendete(s) Mittel:

Iris versicolor

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Periodisch auftretender, stechender Kopfschmerz oberhalb der Augenbraue mit vorausgehendem Flimmersehen oder Blindheit

Vor den Schmerzen flimmert das Sichtfeld des Betroffenen oder es kommt zu teilweiser bzw. vollständiger Blindheit. Auch Schwindel kann auftreten. Sobald die Kopfschmerzen zunehmen, kehrt auch die Sehkraft zurück. Der Betroffene empfindet eine Abneigung gegen Licht und Geräusche. Der Kopfschmerz tritt halbseitig oberhalb des Auges auf und verschlimmert sich morgens beim Erwachen. Die Schmerzen können bis zum Nachtmittag anhalten.

Verbesserung:

Durch kaltes Wetter.

Verschlechterung:

Durch Hitze, feuchte Kälte, Frühling, Winter, im Freien, beim Auskleiden und morgens nach dem Erwachen.

Angewendete(s) Mittel:

Kalium bichromicum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Meist linksseitige Kopfschmerzen mit Übelkeit, Erbrechen und rotem Gesicht, beginnen mit Blindheit

Die Kopfschmerzen halten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang an. Während der Aura sehen die Betroffenen Zickzacklinen oder Lichtblitze, bzw. erblinden für einen kurzen Zeitraum. Der folgende Schmerz wird als hämmernd empfunden und tritt häufig nach Überanstrengung der Augen auf. Der Betroffene ist reizbar, neigt zu Erkältungen und wirkt abgemagert.

Verbesserung:

Durch Schwitzen, frische Luft, kalte Bäder und Liegen auf der rechten Seite.

Verschlechterung:

Um 10 oder 11 Uhr, durch Seeluft, Sonnen- oder Ofenhitze, geistige Anstrengung, Sprechen, Schreiben, Lesen oder Hinlegen.

Angewendete(s) Mittel:

Natrium muriaticum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Blindheit, Flimmersehen oder Trübsehen vor der Kopfschmerzattacke, begleitet von großem Hungergefühl

Der Betroffene sieht leuchtende Flecke oder Ringe, leidet an vorübergehender teilweiser bzw. vollständiger Blindheit oder aber sein Sichtfeld flimmert. Während der Aura ist er meist hungrig. Die Symptome bessern sich durch Essen. Danach setzen die Kopfschmerzen als Folge von unterdrückten Ausschlägen oder unterdrückter bzw. ausbleibender Monatsblutung ein. Der Betroffene ist währenddessen besonders lichtempfindlich (Photophobie). Der Schmerz fühlt sich an, als hätte er einen heftigen Schlag auf den Kopf bekommen und geht häufig mit Genickschmerzen einher. Es kann sich ein Loslösungsgefühl des Kopfes vom Körper einstellen.

Verbesserung:

Durch Essen, liegen in Kopftieflage, durch Ruhe, Nasenbluten und reichliches Schwitzen.

Verschlechterung:

Durch Feuchtigkeit, frische Luft, Zugluft, Wetterumschwung, Sturm, Winter, Wärme, Entblößung, Anstrengung und durch das Unterdrücken von Symptomen.

Angewendete(s) Mittel:

Psorinum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Kopfschmerzen mit vorausgehendem Flimmersehen bzw. Trübsehen, die sich nach dem Stuhlgang verschlimmern

Während der Aura tritt ein Flimmern oder Flackern vor den Augen beim Bücken oder verschwommenes Sehen auf. Dem Kopfschmerz geht häufig ein heftiger Stuhlgang voraus. Während der Schmerzen, die so unerträglich sind, dass der Betroffene kaum zu liegen vermag, ist er paradoxerweise in fröhlicher Stimmung. Der Kopf des Betroffenen fühlt sich fremd an, als gehöre er nicht zu ihm. Der Betroffene ist insgesamt sehr schmerzempfindlich. Auch Geräuschempfindlichkeit kann auftreten.

Verbesserung:

Durch Ruhe, Stilliegen in horizontaler Lage und Wärme.

Verschlechterung:

Durch Geräusche, Berührung, Schließen der Augen, Bewegung, Anstrengung, durch Geschlechtsverkehr oder einen Sonnenstich.

Angewendete(s) Mittel:

Theridion

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Zu beachten:

Sprachstörungen, Gesichtsfeldausfälle, Flimmersehen und Schwindel können auch Symptome eines Schlaganfalls (Apoplexie) sein. Sollten diese Symptome erstmalig auftreten, sollte demnach unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Auch bei Migränepatienten, die bereits seit vielen Jahren unter ihrer Erkrankung leiden, empfiehlt sich ein Gang zum Arzt, um die Ursachen abzuklären, die bei Migräne sehr unterschiedlich ausfallen können. Mögliche Auslöser sind Lebensmittelunverträglichkeiten, psychische Erkrankungen, Stress oder Wetterfühligkeit. Risikopatienten sind schwangere Frauen, Kinder und ältere Menschen. Häufig können eine begleitende Psychotherapie oder eine Ernährungsumstellung neben der homöopathischen Behandlung Erleichterung verschaffen.[3]