Anwendungsgebiete - Allergie

Globuli gegen Heuschnupfen (Allergie)

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Heuschnupfen wird in Fachkreisen Pollinosis genannt und meint die Allergie gegen den Blütenstaub (Pollen) von Pflanzen. Häufig kommen die Pollen von Gräsern und Getreide sowie frühblühenden Bäumen wie Erle, Hasel und Birke ursächlich für allergische Reaktionen infrage. Die überwiegende Zahl der Betroffenen ist gleich gegen mehrere Pollenarten allergisch und hat deshalb mehrmals im Jahr mit den typischen Beschwerden wie Fließschnupfen, einer Reizung und einem Anschwellen der Schleimhäute, Tränenfluss und Niesattacken zu tun. Aber auch allgemeine Symptome wie Lichtscheuheit, Kopfschmerzen oder Migräne, Schlafstörungen, Depressionen, Müdigkeit und Magen-Darm-Störungen können im Rahmen einer Pollenallergie auftreten. Rund 20-25 % der Erwachsenen sind vor dieser Art Allergie betroffen, laut Weißbuch Allergie 2004 entwickeln etwa 30 % dieser Personen innerhalb von 10 Jahren ein Asthma bronchiale.[1]

Heuschnupfen bietet sich an für die sogenannte indikationsbezogene Homöopathie. Diese eher rationale Therapievariante wird bei akuten Krankheiten angewandt, bei denen sich bestimmte Mittel bereits bewährt haben. Die Anwendung erfolgt nach Leitsymptomatik, eine umfassende Anamnese ist nicht vonnöten. Sie lässt sich in der Praxis sehr gut mit einer schulmedizinischen Behandlung kombinieren.[2][3]

Angewendete Globuli bei Heuschnupfen

In der Homöopathie sollte stets das Mittel gewählt werden, das am ehesten der individuellen Situation entspricht.

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Augen sind gerötet und brennen, anfänglich trocken, später scharfer Tränenfluss

Begleiterscheinungen sind eine Lichtempfindlichkeit, entzündete Lidränder, ein Niesreiz sowie ein wässriges bis schleimiges Nasensekret.

Verbesserung:

Durch Kälte und Dunkelheit.

Verschlechterung:

Abends, durch Wärme und langes Lesen.

Angewendete(s) Mittel:

Euphrasia

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Das Mittel hat sich vor allem bei wiederkehrenden Bindehautentzündungen bewährt. Lokalisation sind die Augen oder die Augen und die Nase.

Scharfer und brennender Nasenschleim, Nasenlöcher abwechselnd verstopft

Begleiterscheinungen sind ein heißes und brennendes Gefühl im Rachen sowie gereizte Augen. Die betroffene Person neigt außerdem zu Atembeschwerden.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Nachmittags und abends.

Angewendete(s) Mittel:

Sinapis nigra

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Starker Juckreiz an Nase, Augen und Rachenraum, ständiges Bedürfnis sich zu kratzen

Begleiterscheinungen sind ein Jucken im Gehörgang und im Ohrbereich, ein Verlust des Geruchssinns sowie ein fließender Schnupfen. Die betroffene Person neigt zu Ekzemen und juckender Hautreizung.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Durch Wärme.

Angewendete(s) Mittel:

Arundo donax

Potenz: D6

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Tränenfluss, fließender Schnupfen und ständiges Niesen, Atembeschwerden

Begleiterscheinungen sind eine konstant laufende Nase und tränende Augen. Die betroffene Person neigt außerdem zu Asthma und einem erschwerten Atmen.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Durch Wärme.

Angewendete(s) Mittel:

Galphimia glauca

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Atmen durch die Nase erschwert, Borken, trockene Schleimhäute, zähes Sekret

Begleiterscheinungen sind ein brennender Hals, eine belegte Zunge, Räuspern und Hüsteln, Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

Verbesserung:

Im Freien.

Verschlechterung:

Durch trockene Luft.

Angewendete(s) Mittel:

Luffa Operculata

Potenz: D6

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Das Mittel hat sich auch bei Heuschnupfen im Wechsel mit Sinusitis sowie bei einer Hausstaubmilbenallergie bewährt. Lokalisation sind die Augen, Nasen und Bronchien.[4][5]

Zu beachten:

Bei bestehender Pollenallergie kommen im Laufe der Zeit meist weitere Allergien hinzu, wie zum Beispiel gegen bestimmte Nahrungsmittel (meist Kernobst, Steinobst oder Nüsse). Unbehandelt führt der Heuschnupfen oftmals zu einem sogenannten Etagenwechsel: das bedeutet, dass nicht mehr nur die oberen Atemwege, sondern künftig auch die Bronchien im Rahmen eines allergischen Asthmas beteiligt sind. Heuschnupfen sollte deshalb stets ernst genommen und von einem Facharzt behandelt werden. Erste Anzeichen für das Vorliegen eines allergischen Asthmas sind Husten und Atemnot.[6]Komplexmittel werden in der Homöopathie generell nicht empfohlen. Die homöopathische Behandlung ist sehr individuell und das jeweils passende Mittel wird über eine umfassende Anamnese sorgsam ausgewählt. Ist diese zu zeitraubend oder aus anderen Gründen nicht gewünscht oder möglich (z. B. bei akuten Beschwerden), so stellen Komplexmitteln eine gängige Alternative dar. Sie beinhalten aufeinander abgestimmte Einzelpräparate, die alle für die gleichen Beschwerden empfohlen werden.[7]
Es wird darüber hinaus angeraten, Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ aufzusuchen, da diese, im Gegensatz zu Heilpraktikern, approbierte Ärzte sind und in Notfallsituationen entsprechend reagieren können.