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Homöopathie: Globuli und andere homöopathische Mittel

Globuli und homöopathische Tropfen haben sich zu einem verbreiteten und beliebten Mittel bei unterschiedlichen Erkrankungen entwickelt. Die meisten von uns wissen dabei nicht so ganz genau, wie Globuli hergestellt werden und auf welcher Lehre sie beruhen. Rein gefühlsmäßig ziehen sie diese sanftere Heilmethode der Schulmedizin vor. Homöopathie ist genauso umstritten wir beliebt und akzeptiert.
Diese Website will über die Hintergründe der Homöopathie informieren und weiteres Interesse an dieser vielschichtigen und komplexen Heilmethode wecken. Dabei richten wir uns in erster Linie an Laien.

Wenn Sie vor der Entscheidung stehen, ob Sie eine homöopathische Behandlung beginnen sollen oder nicht, wenn Sie sich ob der Wirkungsweisen und Ansichtsweisen der Homöopathie nicht sicher sind, hoffen wir Ihnen mit dieser Website weiterhelfen zu können. Auch wenn Sie hier eine Auflistung verschiedener Globuli und deren Wirkungsweise finden, sollte diese vor allem in ernsteren Fällen nicht als Anleitung zur Selbstmedikation missverstanden werden. Die Begleitung eines erfahrenen Homöopathen ist unersetzbar.

Globuli – reiner Placebo-Effekt oder sanfte Heilung?

Die Kluft zwischen Anhängern und Gegnern von Homöopathie und Globuli könnte größer nicht sein. Da sich Homöopathie als sanfte Heilmethode immer größerer Beliebtheit erfreut, greifen auch die Medien dieses Thema verstärkt auf. Vor einigen Wochen widmete der Spiegel in seiner Ausgabe 28/2010 diesem Thema einen Leitartikel, der die Wirkung von homöopathischen Mitteln wie Globuli in Frage stellt. Eine kritische Zusammenfassung dieses Artikels finden Sie in unserem Blog mit dem Titel: “Streitfall Homöopathie – Wie wirksam sind Globuli?”

Wir laden Sie dazu ein, sich an der Diskussion um die Glaubwürdigkeit der Homöopathie zu beteiligen. Wir hoffen auf zahlreiche Beiträge von Ihnen, in denen Sie uns von Ihren persönlichen Erfahrungen mit Globuli berichten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in unserem Blog!

Ihr globuli.de-Team


Für alle die gerne detailliert wissen wollen, was Homöopathie eigentlich ist, bzw. welche Geschichte dahiner steckt:


Die Homöopathie als alternativmedizinische Behandlungsmethode findet ihren Ursprung in den ab 1796 zugänglichen Vorstellungen von Samuel Hahnemann, einem deutschen Arzt.

Hahnemann formulierte die Grundannahme “similia similibus curentur” was heißt: Ähnliches soll durch ähnliches geheilt werden. Abgeleitet ist daher der Begriff Homöopathie aus dem altgriechischen hómoios (gleich, ähnlich, gleichartig) und páthos (Gefühl, Schmerz, Leid) was wörtlich dann “ähnliches Leiden” bedeutet.
Darauf begründet solle lt. Hahnemann Ähnliches durch Ähnliches Heilung widerfahrung. Er ersann die Lehre, dass ein homöopathisches Arzneimittel so gewählt werden soll, dass es an gesunden Menschen ähnliche Symptome erzeugen wie denen an denen der Erkrankte leidet. Wichtig dabei war (und ist!), dass auch der “gemüthliche UND gesitige Charakter” berücksichtig werden muss. Eine ganz entscheidender Umstand, der gerade in der heutigen Zeit eng damit verwoben ist, dass in der klassischen Allgemeinmedizin wenig Platz, Zeit und Aufmerksamkeit für die übergreifenden Zusammenhänge von gesundheitlichen Problemen ist.

Hahnemann und später auch seine geistigen Nachfolger erstellten dazu Repertorien (Tabellen), welche dem Homöopathen damit in die Lage brachten, Krankheitserscheinungen der Patienten damit einem Arzneimittelbild zuzuordnen.
Bei der Herstellung dieser Homöopatischen Mittel wurden und werden diese der sog. Potenzierung unterzogen. Potenzierung heißt, dass die Arzneimittel wiederholt mit Milchzucker verreiben oder mit Alkohol oder Wasser verschüttelt werden. Hier kommt es dann zu dem Punkt, an dem die Wissenschaft die Homöopathie bzw. die Lehre Hahnemanns immer wieder energisch angreift. Hahnemann, dernach anfänglichem Ansatz der Verdünnung zu “Entgiftungszwecken” der Stoffe spääter dann mit Hochpotenzen die Ausgangsstoffe so stark verdünnte, das sie nicht mehr nachweisbar waren. Er nahm an, dass das eine “Dynamisierung”, sprich eine “im inneren Wesen der Arzneien verborgene, geistige Kraft” entfalte.
Die Naturwissenschaft sträubt sich vehement gegen diese Argumentation, welche auch auf rein wissenschaftlicher Basis schwer haltbar ist.

Nichts desto trotz fiel im Jahr 2009 der Anteil an den Umsätzen in Deutschland rezeptfrei verkaufter Arzneimittel mit 8 Prozent auf Homöopathika. Davon wurden rd. 3/4 vom Anwender selbst in der Apotheke gekauft.

Folgende Potenzierungen als Verdünnnung sind in der Homöopathie bzw. bei Globuli geläufig:

Potenz D1 entspricht einer Verdünnung von 1:10
D2 od. C3 = 1:100
D3 = 1:1000
D6 od. C3 = 1:1.000.000 (1 Million)
D 9 = 1:1.000.000.000 (1 Milliarde)
D12 = 1:1.000.000.000.000 (1 Billion)
D20 mod. C10 = 1:1.000.000.000.000.000 (1 Trillion)
gefolgt von D23, D30/ C15 und D78 bzw. C39

Erst im Jahr 1978 erkannt der Gesetzgeber im Arzneitmittelgesetz die Homöopathei als “Besondere Therapierichtung” an. Zu dieser Zeit warn in Deutschland gerade einmal rd. 200 Homöopathen am praktizieren.

Auch in der Veterinärmedizin hat die Homöopathie Einzug gefunden, bezeichnet als Veterinärhomöopathie.

Danke dazu, wie so oft, an Wikipedia.

Dazu abschliessend die Vorrede der 6. Auflage des "Organon der Heilkunst" von Samuel Hahnemann:


Die alte Medicin (Allöopathie), um Etwas im Allgemeinen über dieselbe zu sagen, setzt bei Behandlung der Krankheiten theils (nie vorhandne) Blut-Uebermenge (plethora), theils Krankheits-Stoffe und Schärfen voraus, läßt daher das Lebens-Blut abzapfen und bemüht sich die eingebildete Krankheits-Materie theils auszufegen, theils anderswohin zu leiten (durch Brechmittel, Abführungen, Speichelfluß, Schweiß und Harn treibende Mittel, Ziehpflaster, Vereiterungs-Mittel, Fontanelle, u.s.w.), in dem Wahne die Krankheit dadurch schwächen und materiell austilgen zu können, vermehrt aber dadurch die Leiden des Kranken und entzieht so, wie auch durch ihre Schmerzmittel, dem Organism die zum Heilen unentbehrlichen Kräfte und Nahrungs-Säfte. Sie greift den Körper mit großen, oft lange und schnell wiederholten Gaben starker Arznei an, deren langdauernde, nicht selten fürchterliche Wirkungen sie nicht kennt, und die sie, wie es scheint, geflissentlich unerkennbar macht durch Zusammenmischung mehrer solcher ungekannter Substanzen in eine Arzneiformel, und bringt so, durch langwierigen Gebrauch derselben neue, noch zum Theil unaustilgbare Arznei-Krankheiten dem kranken Körper bei. Sie verfährt auch, wo sie nur kann, um sich bei dem Kranken beliebt zu erhalten *),

*) Zu gleicher Absicht erdichtet der gewandte Allöopath vor allen Dingen einen bestimmten, am liebsten griechischen Namen für das Uebel des Kranken, um ihn glauben zu machen, er kenne diese Krankheit schon lange, wie einen alten Bekannten, und sei daher am besten im Stande sie zu heilen.

mit Mitteln, welche die Krankheits-Beschwerden durch Gegensatz (contraria contraris) zwar sogleich auf kurze Zeit unterdrücken und bemänteln (Palliative) aber den Grund zu diesen Beschwerden (die Krankheit selbst) verstärkt und verschlimmert hinterlassen. Sie hält die, an den Außentheilen des Körpers befindlichen Uebel, fälschlich für bloß örtlich, und da allein für sich bestehend, und wähnt sie geheilt zu haben, wenn sie dieselben durch äußere Mittel weg getrieben, so daß das innere Uebel nun schlimmer an einer edlern und bedenklichern Stelle auszubrechen genöthigt wird. Wenn sie weiter nicht weiß, was sie mit der nicht weichenden oder sich verschlimmernden Krankheit anfangen soll, unternimmt die alte Arzneischule wenigstens, dieselbe blindhin durch ein von ihr so genanntes alterans zu verändern, z.B. mit dem das Leben unterminirenden Calomel, Aetzsublimat, und mit andern heftigen Mitteln in großen Gaben.

Es scheint das unselige Hauptgeschäft der alten Medicin zu sein, die Mehrzahl der Krankheiten, die langwierigen, durch fortwährendes Schwächen und Quälen des ohnehin schon an seiner Krankheitsplage leidenden, schwachen Kranken und durch Hinzufügung neuer, zerstörender Arzneikrankheiten, wo nicht tödtlich, doch wenigstens unheilbar zu machen, – und, wenn man dies verderbliche Verfahren einmal am Griffe hat, und gegen die Mahnungen des Gewissens gehörig unempfindlich geworden, ist dieß ein sehr leichtes Geschäft!

Und doch hat für alle diese schädlichen Operationen, der gewöhnliche Arzt alter Schule seine Gründe vorzubringen, die aber nur auf Vorurtheilen seiner Bücher und Lehrer beruhen, und auf Autorität dieses oder jenes gepriesenen Arztes alter Schule. Auch die entgegengesetztesten und widersinnigsten Verfahrungs-Arten, finden da ihre Vertheidigung, ihre Autorität – der verderbliche Erfolg mag auch noch so sehr dagegen sprechen. Nur dem, von der Verderblichkeit seiner sogenannten Kunst, nach vieljährigen Uebelthaten, im Stillen endlich überzeugten, alten Arzte, der nur noch mit, zu Wegbreit-Wasser gemischtem Erdbeer-Sirupe (d.i. mit Nichts) selbst die schwersten Krankheiten behandelt, verderben und sterben noch die Wenigsten.

Diese Unheilkunst, welche seit einer langen Reihe von Jahrhunderten in dem Vorrechte und der Macht, über Leben und Tod der Kranken nach Willkühr und Gutdünken zu verfügen, wie eingemauert fest sitzt und seitdem einer, wohl zehnmal größeren Anzahl von Menschen das Lebensziel verkürzte, als es je die verderblichsten Kriege gethan, und viele Millionen Kranke kränker und elender machte, als sie ursprünglich waren – diese Allöopathie habe ich in der Einleitung zu den vorigen Ausgaben dieses Buches näher beleuchtet. Jetzt werde ich bloß ihren geraden Gegensatz, die von mir entdeckte (nun etwas mehr vervolIkommnete), wahre Heilkunst vortragen*).

*) Vorher wird man Beispiele angeführt finden, zum Beweise, daß wenn man in ältern Zeiten hie und da auffallende Heilungen verrichtete, es immer durch Mittel geschah, die der damals eingeführten Therapie zuwider, dem Arzte von ungefähr in die Hände gerathen, im Grunde aber homöopathisch waren.

Mit dieser (der Homöopathik) ist es ganz anders. Sie kann jeden Nachdenkenden leicht überzeugen, daß die Krankheiten der Menschen auf keinem Stoffe, keiner Schärfe, d.i. auf keiner Krankheits-Materie beruhen, sondern daß sie einzig geistartige (dynamische) Verstimmungen der geistartigen, den Körper des Menschen belebenden Kraft (des Lebensprincips, der Lebenskraft) sind. Die Homöopathik weiß, daß Heilung nur durch Gegenwirkung der Lebenskraft gegen die eingenommene, richtige Arznei erfolgen kann, eine um desto gewissere und schnellere Heilung, je kräftiger noch beim Kranken seine Lebenskraft vorwaltet. Die Homöopathik vermeidet daher selbst die mindeste Schwächung *),

*) Homöopathik vergießt nie einen Tropfen Blutes, giebt nicht zu brechen, purgiren, laxiren oder Schwitzen, vertreibt kein äußeres Uebel durch äußere Mittel, verordnet keine heiße oder ungekannte Mineral-Bäder oder Arznei enthaltende Klystiere, setzt keine spanischen Fliegen oder Senfpflaster, keine Haarseile, keine Fontanelle, erregt keinen Speichelfluß, brennt nicht mit Moxa oder Glüheisen bis auf die Knochen u. dgl., sondern sie giebt mit eigner Hand nur selbst bereitete, einfache Arznei, die sie genau kennt und keine Gemische, stillt nie Schmerz mit Opium, u.s.w.

auch möglichst jede Schmerz-Erregung, weil auch Schmerz die Kräfte raubt, und daher bedient sie sich zum Heilen bloß solcher Arzneien, deren Vermögen das Befinden (dynamisch) zu verändern und umzustimmen, sie genau kennt und sucht dann eine solche heraus, deren Befinden verändernde Kräfte (Arzneikrankheit) die vorliegende natürliche Krankheit durch Aehnlichkeit (similia similibus) aufzuheben im Stande sind, und giebt dieselbe einfach, in feinen Gaben (so klein, daß sie, ohne Schmerz oder Schwächung zu verursachen, eben zureichen, das natürliche Uebel aufzuheben) dem Kranken ein; wovon die Folge: daß ohne ihn im Mindesten zu schwächen oder zu peinigen und zu quälen, die natürliche Krankheit ausgelöscht wird und der Kranke schon während der Besserung von selbst bald erstarkt und so geheilt ist – ein zwar leicht scheinendes, doch sehr nachdenkliches, mühsames, schweres Geschäft, was aber die Kranken in kurzer Zeit, ohne Beschwerde und völlig zur Gesundbeit herstellt – und so ein heilbringendes und beseeligendes Geschäft wird.

Hienach ist die Homöopathik eine ganz einfache, sich stets in ihren Grundsätzen so wie in ihrem Verfahren gleichbleibende Heilkunst. Wie die Lehre auf der sie beruht erscheint sie, wohl begriffen, in sich völlig abgeschlossen und dadurch allein hülfreich. Gleiche Reinheit, in der Lehre wie in der Ausübung, sollten sich von selbst verstehn und jede Rückverirrung in den verderblichen Schlendrian der alten Schule, (deren Gegensatz sie, wie die Nacht der Gegensatz des Tages ist) völlig aufhören sich mit dem ehrwürdigen Namen Homöopathik zu brüsten.

Paris, Ende Februar 1842
Samuel Hahnemann.

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