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Homöopathie bei Erschöpfung

Viele Menschen klagen derzeit über große Erschöpfung und Abgeschlagenheit. Neben Stress und Überlastung kann auch eine vorangegangene Erkrankung die Ursache sein. Lesen Sie hier, welche Symptome Sie beachten sollen und welche Möglichkeiten die Homöopathie bietet.

Müde, erschöpft und ausgebrannt: Viele Menschen klagen derzeit über große Erschöpfung und Abgeschlagenheit. Neben Stress und Überlastung kann auch eine vorangegangene Erkrankung die Ursache sein. Dass der Körper nach einer Infektion noch eine gewisse Zeit Ruhe braucht, ist prinzipiell normal. Bei vielen geht die Erschöpfung jedoch so weit, dass sie es über Wochen nicht schaffen, überhaupt etwas zu tun, sei es auch noch so banal. Besonders häufig ist dies nach einer überstandenen Covid-19 Infektion der Fall. Nicht nur Patienten, die schwer erkrankt waren, auch solche mit einem leichten Verlauf berichten noch Monate später über eine sogenannte “Fatigue”. Vermutet wird, dass eine Überreaktion des Immunsystems Schuld ist an der anhaltenden Müdigkeit. Durch die Infektion fährt es zunächst massiv hoch; der Körper schafft es dann aber nicht, seine Abwehr wieder auf ein Normalmaß herunter zu schrauben. Auch bestimmte Entzündungsbotenstoffe, sowie Veränderungen der Hirnfunktion stehen im Verdacht, zu der Fatigue beizutragen.

Erschöpfungssymptome ernst nehmen und schonen

Kaum ist man wieder gesund, schon wieder zur Arbeit? Nach einer schweren Erkrankung ist das keine gute Idee. Ohne ausgiebige Schonung ist die Gefahr, wieder krank zu werden oder an einem chronischen Fatigue-Syndrom (CFS) zu erkranken, groß. Von einem CFS sprechen die Ärzte, wenn die Fatigue länger als sechs Monate anhält. Meist kommen auch noch andere Beschwerden hinzu wie z.B. Schlafstörungen, Kopf- oder Muskelschmerzen, Konzentrationsstörungen oder eine erhöhte Infektanfälligkeit. Daher sollte jeder, der länger krank war, besonders gut auf seine aktuelle Belastungsgrenze achten und für eine gewisse Zeit darunter bleiben. Dies gilt insbesondere auch für Menschen, die von Covid-19 genesen sind, auch wenn die Erkrankung nur mit leichten Symptomen verlaufen ist.

Mit Homöopathie wieder auf die Beine kommen

Wenn Schlaf und Ruhe nicht helfen und die Müdigkeit über Wochen besteht, sollte frühzeitig gegengesteuert werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Erschöpfung in einen chronischen Zustand übergeht. Homöopathische Mittel können hier sehr gut helfen, wieder fit zu werden und den Alltag wieder zu bewältigen.

Diese homöopathischen Mittel helfen bei Erschöpfung

Die folgenden Mittel geben einen ersten Anhaltspunkt, welche Mittel für die Behandlung von Erschöpfungszuständen in Frage kommen. Bei anhaltenden Beschwerden sollte zusätzlich ein erfahrener Homöopath zu Rate gezogen werden:

Arsenicum album

Ein häufig angezeigtes Mittel bei starker Erschöpfung ist Arsenicum album (Arsen). Wenn schon die kleinste Anstrengung zu viel ist, verbunden mit großer Angst und Ruhelosigkeit vor allem in der Nacht, lässt dies an dieses Mittel denken.

Typische Symptome:

Große Erschöpfung, brennende Schmerzen. Unstillbarer Durst, trinkt viel, aber nur in kleinen Schlucken. Zittern, Zucken und Krämpfe in den Waden. Friert stark.

Psyche: Große Angst und Ruhelosigkeit, reizbar, fürchtet sich vor dem Alleinsein. Empfindlich gegen Unordnung.

Besserung: Hitze, warme Getränke, Hochlagerung des Kopfes.

Verschlechterung: Nach Mitternacht, Kälte, kalte Getränke oder Speisen, nasses Wetter.

>> Hier geht es zum Mittel Arsenicum album

China

Bei starker Erschöpfung nach einer überstandenen Krankheit kann auch China, die Chinarinde angezeigt sein. Dieses Mittel war das erste homöopathische Arzneimittel, das von Samuel Hahnemann, dem Begründer der Homöopathie, geprüft wurde. Typisch hierfür sind vor allem Symptome, die periodisch alle zwei oder sieben Tage auftreten.

Typische Symptome

Große Schwäche nach dem Verlust von Körperflüssigkeiten (starkes Schwitzen, Durchfall, Blutungen), Blässe, Nachtschweiß, Zittern, taubes Gefühl in Armen und Beinen. Überempfindlichkeit gegen Geräusche, Kopfschmerzen werden gebessert durch starken Druck. Schlaflosigkeit, starkes Verlangen nach Süßigkeiten.

Psyche: Reizbar, sensibel, überempfindlich. Trübsinnige, düstere Stimmung.

Besserung: frische Luft, Wärme, Zusammenkrümmen

Verschlechterung: Jeden 2. Tag, Zugluft, nach dem Essen, Vorneüberbeugen

>> Hier geht es zum Mittel China

Gelsemium

Hochgradige Erschöpfung und Schwäche, so dass an Arbeit nicht zu denken ist: Dieser Zustand ist typisch für Gelsemium.

Typische Symptome:

Beschwerden, die nach einem grippalen Infekt nicht verschwinden wollen, Zittern infolge von Anstrengung.Schwere, herabhängende Augenlider. Kaum in der Lage, ein aktives Leben zu führen und seinen Beruf auszuüben. Allgemeine Besserung durch Wasserlassen. Klebriger Schweiß am ganzen Körper, Frostschauer mit Zittern wechseln mit Hitzewellen ab.

Psyche: Schüchtern, ruhig, zurückhaltend. Traurig, aber unfähig, zu weinen. Möchte in Ruhe gelassen werden. Vergeßlich, zu erschöpft um denken zu können.

Besserung: Im Freien, bei ständiger Bewegung, durch Stimulanzien (z.B. Kaffee), reichliches Urinieren.

Verschlechterung: Emotionen oder Aufregung, schlechte Nachrichten. 10 Uhr vormittags.

>> Hier geht es zum Mittel Gelsemium

Acidum phosphoricum

Tagsüber müde- nachts rattert das Sorgen-Karussell im Kopf und hält vom Schlafen ab : Dieser Zustand ist typisch für Phosphoricum acidum, die Phosphorsäure – ein wichtiges Mittel für anhaltende Erschöpfungszustände.

Typische Symptome:

Große Schwäche und Erschöpfung. Konzentrationsschwäche. Empfindlich gegen Licht, Töne und Gerüche. Ameisenlaufen in Armen und Beinen und die Wirbelsäule entlang. Gefühl wie zerschlagen. Kopfschmerzen, sehr viel schlimmer bei der geringsten Erschöpfung. Rückenschmerzen, bohrender Schmerz zwischen den Schulterblättern.

Psyche: Lustlos, apathisch und gleichgültig. Bedürfnis nach Rückzug, mag keine Gesellschaft. Gedanken voller Sorgen und Kummer. Vergisst viel.

Besserung: Warmhalten

Verschlechterung: Anstrengung, angesprochen werden

>> Hier geht es zum Mittel Acidum phosphoricum

Phosphorus

Im Gegensatz zu Acidum phosphoricum sehnen sich Menschen, die Phosphor brauchen, nach Gesellschaft. Gesund sind sie herzlich, mitfühlend und begeisterungsfähig, immer „Feuer und Flamme“. Jetzt sind sie nervös, erschöpft und ausgebrannt und möchten sie in den Arm genommen und getröstet werden.

Typische Symptome:

Große Schwäche bis hin zum Kollaps, Häufige Atemwegsinfekte, anhaltender Reizhusten, Kopfschmerzen, Schwindel, Neigung zu Blutungen (z.B. Nasenblutung oder nach Zahnextraktion), Herzklopfen, schlimmer im Liegen.

Psyche: Nervös, viele Ängste (z.B. Dunkelheit, tiefes Wasser, Gewitter, Alleinsein), Angst um die Gesundheit, niedergeschlagen, leicht ärgerlich. Ruhelos, zappelig, verlangt nach Gesellschaft.

Besserung: Essen, kalte Getränke, im Freien, Schlaf,

Verschlechterung: Berührung, körperliche oder geistige Anstrengung, warmes Essen oder Trinken, abends.

>> Hier geht es zum Mittel Phosphorus

Stannum metallicum

Schwäche und Erschöpfung, besonders während oder nach einer schweren Atemwegsinfekten, lässt sich häufig mit diesem Mittel behandeln.

Typische Symptome:

Schwäche, schlimmer durch geringste Anstrengung, zu schwach zum Sprechen. Zittern aus Schwäche, Nachtschweiße. Kopfschmerzen, die allmählich beginnen und wieder abklingen. Das Atmen fällt schwer, Kurzatmigkeit schon bei geringster Anstrengung. Leeres, hohles Gefühl in der Brust.

Psyche: Traurig, entmutigt, menschenscheu. Große Müdigkeit durch Reden oder Unterhaltung.

Besserung: Liegen, Husten oder Auswurf, harter Druck

Verschlechterung: Lachen, Reden oder Singen, warme Getränke.

>> Hier geht es zum Mittel Stannum metallicum

Anwendung und Dosierung

Alle angegebenen Mittel in der Potenz D12, 2x tgl. 4 Globuli, maximal 2 Wochen lang einnehmen.

Bei Besserung die Abstände der Einnahme vergrößern und diese dann ganz beenden.

Verwenden Sie die angegebenen Arzneimittel nur, wenn die beschriebenen Symptome möglichst genau zum Zustand des Erkrankten passen. Tritt nach 1-2 Wochen keine Besserung ein oder sind Sie sich unsicher, fragen Sie bitte einen Homöopathen um Rat.

Quellen:

Roger Morrison, Handbuch der homöopathischen Leitsymptome und Bestätigungssymptome

William Boericke, Handbuch der homöopathischen Arzneimittellehre