Kind: Behandlung - Hals-Nasen-Ohren

Globuli gegen Halsschmerzen bei Kindern

© PantherMedia / Markus W. Lambrecht

Halsschmerzen entstehen häufig als Begleiterkrankung einer Erkältung, einer Grippe oder einer anderen Infektion, die durch Viren und Bakterien ausgelöst werden. Auch Allergien können dahinter stecken. In der Regel handelt es sich um eine Entzündung des Rachens, der Rachenmandeln oder des Kehlkopfes. Der Rachen und die Rachenmandeln können unterschiedliche Beläge aufweisen, zudem ist oft auch die Zunge belegt oder stark gerötet. Zu den Halsschmerzen können eine verstopfte Nase, Bauchschmerzen, Übelkeit und ein großes Schwächegefühl vorhanden sein. In folgenden Fällen ist es erforderlich einen Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen:

  • keine Besserung der Halsschmerzen innerhalb von 1-2 Tagen eintritt.
  • Eiter oder weiße Stippchen im Rachen oder auf den Rachenmandeln zu sehen sind.
  • Stark geschwollene, belegte Mandeln oder Lymphknoten vorhanden sind.
  • Ein süßlicher oder fauliger Mundgeruch auffällt.
  • Plötzlich hohes Fieber mit starkem Krankheitsgefühl eintritt.
  • Wenn das Schlucken stark behindert ist (es könnte sich dann um einen beginnenden Abszess handeln) und eine „kloßig“ veränderte Stimme auffällt.
  • Wenn mehrere Personen im Umkreis betroffen sind(Verdacht auf eine ärztlich behandlungsbedürftige Infektionskrankheit, wie beispielsweise Scharlach oder das Pfeiffersche Drüsenfieber).

Angewendete Globuli bei Halsschmerzen bei Kindern

Zur Behandlung von Halsschmerzen gibt es einige homöopathische Mittel, die zu einer Besserung der Beschwerden verhelfen können. Um bei einer Selbstbehandlung das richtige Einzelmittel zu finden, ist es wichtig die entsprechenden Symptome und Hauptbeschwerden genau zu betrachten. Einen wichtigen Hinweis für ein passendes homöopathisches Mittel können die Ursache und die vorhandenen Symptome geben. [1]

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Plötzlich, stechende Schmerzen, rechtsseitig oder beginnen dort

Die Beschwerden beginnen oft plötzlich und sind rechtsseitig oder beginnen dort. Die Schwellung ist wässrig-gedunsen, meist nur blass rot, das Zäpfchen ist oft stark aufgequollen und rund um die lederartige Membran ist ein feuerroter Rand zu sehen. Der Hals ist wie zugeschnürt. Die Schmerzen sind brennend, stechend oder beißend, wie heiße Nadelstiche. Das Kind hat wenig Durst.[1][2]

Verbesserung:

Durch Kälte und kühle, frische Luft, Aufdecken und Entblößen, kaltes Bad, langsame Bewegung.

Verschlechterung:

Durch Hitze, warmer Raum, Bettwärme, warme Anwendungen, warmes Wetter Berührung der entzündlichen Region, Druck auf die schmerzhafte Stelle, nach dem Schlaf.

Angewendete(s) Mittel:

Apis mellifica

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Dicker Schleim, Schmerz, wie von einem Splitter, Erstickungsgefühl

Der Hals ist dunkelrot und es besteht ein Erstickungsgefühl. Typisch ist der Schmerz wie von einem Splitter beim Schlucken, der Hals fühlt sich rau und wund an. Dicker Schleim im Hals und Rachen verursacht Räusperhusten und Heiserkeit. Das Kind hat Schüttelfrost, wenn es nicht zugedeckt ist und beim Zugedeckt sein jedoch das Gefühl zu ersticken. Es ist schlaflos von eingebildeten Dingen, die es sieht und hat schreckliche Träume.[1][2]

Verbesserung:

Durch Kälte, frische Luft.

Verschlechterung:

Im Liegen auf der rechten Seite, linke Seite, Wärme in jeder Form, warmer Raum, kaltes Essen.

Angewendete(s) Mittel:

Argentum nitricum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Pochende Schmerzen, heißer Kopf und kalte Füße, sehr ängstlich, erweiterte Pupillen

Die entzündete Region ist hochrot, ohne wesentliche Schwellung und das Kind hat pochende, klopfende Schmerzen. Das Fieber ist oft hoch, manchmal kann ein Pulsieren der Halsschlagader gesehen werden. Das Kind ist matt, aber reizbar und neigt zu Tobsuchtsanfällen mit Beißen und Kratzen. Der Schmerz verursacht Bewusstseinsstörungen (Delirium) und obwohl der Mund und Hals trocken sind, hat das Kind keinen Durst. Die Haut fühlt sich dampfend-feucht an. Die Pupillen sind geweitet, die Augen lichtempfindlich und glänzend. Der Kopf ist heiß und rot durch Blutüberfülle, die Füße dagegen kalt. Typischerweise sind es rechtsseitige Beschwerden.[1][2]

Verbesserung:

Durch Wärme, Ruhe, Hochlagerung des Körpers.

Verschlechterung:

Durch Berührung, Bewegung, Licht, Druck, Luftzug, nachmittags oder vor Mitternacht. Heftige Gemütserregung mit Wutanfällen.

Angewendete(s) Mittel:

Atropa Belladonna

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Neigung zu chronischen Erkältungen, große körperliche und geistige Erschöpfung

Es besteht eine Neigung zu chronischen Erkältungen, das Kind ist sehr fröstelig, wird aber bei der geringsten Anstrengung schnell warm. Die Mandeln sind geschwollen, beim Schlucken klagt das Kind über stechenden Schmerz und räuspert viel Schleim hoch. Die Haut ist feucht und kühl, besonders die Hände und die Füße. In der Nacht schwitzt es, der Geruch des Schweißes ist säuerlich. Durch Albträume wacht es schreiend auf.[2][3][4]

Verbesserung:

Im Liegen auf der betroffenen Seite, Trockenheit, warmes, trockenes Wetter.

Verschlechterung:

Durch körperliche und geistige Anstrengung, Stehen, Kälte, feuchte Kälte, Wasser, Vollmond.

Angewendete(s) Mittel:

Calcium carbonicum hahnemanni

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Langsamer Beginn, nach Kälteeinwirkung oder Nässe, linksseitig

Das Kind ist oft munter und zeigt kaum ein Krankheitsgefühl. Die Halsschmerzen beginnen sehr langsam und es klagt über wenige andere Beschwerden. Die Mandeln sind rot und geschwollen, der innere Hals ist wund. Die Halsschmerzen sind beim Leerschlucken schlimmer. Häufig werden sie durch Kälte – und Nässewirkung ausgelöst.[2][4]

Verbesserung:

Durch kühle Anwendungen.

Verschlechterung:

Nachts, frühe Morgenstunden, Berührung, Erschütterung, Bewegung.

Angewendete(s) Mittel:

Ferrum phosphoricum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Splitterartige Schmerzen mit Kloßgefühl, Entzündungen mit Eiter, alles Warme lindert

Der Halsschmerz tritt meist im Rahmen einer eitrigen Nasenrachenentzündung auf. Der Schmerz im Rachen ist splitterartig und strahlt bis in die Ohren aus, die Halslymphknoten sind meist geschwollen. Beim Schlucken hat das Kind ein Kloßgefühl im Hals und muss sich räuspern, da es sehr viel Schleim im Hals hat. Es fröstelt im Freien oder beim leichtesten Zug. Bei Fieber hat es reichlich Schweiß, der sauer, klebrig und übel riechend ist.[1][2][4]

Verbesserung:

Durch warmes Einhüllen, warme Getränke, warme Umschläge, feuchtes oder feucht-warmes Wetter.

Verschlechterung:

Durch Liegen auf der schmerzhaften Seite, Kälte, Zugluft, Wind, geringstes Entblößen, geringste Berührung, Gerüche, Lärm.

Angewendete(s) Mittel:

Hepar sulfuris

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Mehrfacher Seitenwechsel der Beschwerden, Entzündung glänzt wie lackiert

Das Kind hat starke Halsschmerzen mit weißen oder grauen Belägen auf den Rachenmandeln und am Gaumen. Beim Schlucken strahlt der Schmerz bis zu den Ohren aus. Typisch ist der mehrfache Seitenwechsel der Beschwerden. Die entzündeten Stellen glänzen weiß oder rot, als wären sie lackiert. Das Kind wirkt zerstreut und voller eigenartiger Vorstellungen. Es kann ein Kitzelgefühl im Rachen vorhanden sein, das einen dauernden Husten verursacht.[1][2][4]

Verbesserung:

Durch frische Luft, Kälte, kalte Getränke.

Verschlechterung:

Den einen Tag morgens, den anderen Tag abends, Kälte, Berührung, Erschütterung.

Angewendete(s) Mittel:

Lac caninum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Feste Speisen sind besser verträglich als Flüssigkeiten, linksseitig, Füße eiskalt

Das Kind hat reißende Schmerzen bis tief ins Ohr hinein, der Rachen ist wund, die Ohrspeicheldrüse ist entzündet. Typischerweise sind die Beschwerden linksseitig und treten vor allem morgens, nach dem Schlafen auf. Der Rachen ist dunkelrot, das Schlucken von festen Speisen geht leichter, als von Flüssigkeiten und Speichel. Der Schleim haftet und kann durch Räuspern weder hinauf- noch hinuntergebracht werden. Der Hals muss frei sein, enge Kragen oder Schals werden nicht ertragen. Die Füße sind eiskalt und das Kind fröstelt im Rücken.[1][2][4]

Verbesserung:

Mäßig durch warme Umschläge, Schweißausbruch, Fließschnupfen.

Verschlechterung:

Durch warme Getränke, warme Bäder, Kleiderdruck, nach dem Schlaf, Frühling.

Angewendete(s) Mittel:

Lachesis

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Dicke, gelbe Absonderung, stechende Schmerzen, nachts und bei Bettwärme schlimmer

Der Hals ist wund und eitrig, die Mandeln und Kieferwinkellymphknoten sind bläulich-rot geschwollen, wobei die rechte Seite meist schlimmer betroffen ist. Der Zungengrund ist weiß oder gelb belegt, der Mundgeruch süßlich. Es besteht ein dauernder Schluckdrang, der stechend bis in die Ohren schmerzt. Nur laue Getränke werden ertragen und es kann passieren, dass Flüssigkeiten durch die Nase herauskommen. Die Beschwerden sind nachts stärker, oft verbunden mit starkem Schwitzen. Der Schweiß riecht sauer.[1][2][4]

Verbesserung:

Durch kalte Getränke, Ruhe und moderate Temperaturen, Auftreten von Absonderungen, frische Luft.

Verschlechterung:

Durch enge Kragen, Schlucken, Berührung oder Druck, kalte Luft, feuchte Kälte, Wetterwechsel, Hitze, Sonne, warme Anwendungen, warmer Raum, Hitze, Warmwerden im Bett, geringste Anstrengung, Bewegung, Gehen, Rechtslage, nach dem Essen, morgens, nach dem Schlaf.

Angewendete(s) Mittel:

Mercurius solubilis hahnemanni

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Schmerz strahlt bis in das Ohr

Die Mandeln sind dunkel oder bläulichrot verfärbt und geschwollen, die Ohrspeicheldrüse ist entzündet. Der Schmerz strahlt bis in das Ohr, den Nacken oder die Schulter und die Zungenwurzel tut weh. Oft ist rechte Seite stärker betroffen. Im Rachen empfindet das Kind ein raues, enges, heißes Gefühl und beim Schlucken hat es einen einschießenden Schmerz, dass es nicht einmal Wasser hinunter bekommt. Es neigt dazu die Zähne zusammen zu beißen. Das Fieber ist hoch, verbunden mit Frösteln und großer Erschöpfung.[1][2][4]

Verbesserung:

Durch kühle Getränke.

Verschlechterung:

Durch heiße Getränke, Bewegung, nasskaltes Wetter, warme Getränke, nachts.

Angewendete(s) Mittel:

Phytolacca

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich