Kind: Behandlung - Sonstiges

Globuli bei Schlafstörungen (Kind)

© PantherMedia / Richard Semik

Schlafstörungen bei Kindern können als „reaktive“ Unruhezustände (nach einem aufregenden Tag oder einem außergewöhnlichen Ereignis), als ein Hinweis auf emotionalen Stress (Streit in der Familie oder schulische Probleme) oder psychische Probleme auftreten. [1]

Die häufigsten Ursachen liegen bei Säuglingen und Kleinkindern im Zahnen, verbunden mit schmerzbedingter Schlaflosigkeit. Bei älteren Kindern liegen die Ursachen häufig in einer Überstimulation durch die Umgebung (Fernsehen, Lichtreize oder laute Musik) sowie in emotionalem Stress (Schulangst oder Streit in der Familie). [2]

Die Einschätzung, ob es sich um eine schwerere Form der Schlafstörung handelt, ist nicht immer durch den Laien erkennbar und sollte dem geschulten Therapeuten oder Kinderarzt überlassen werden. In seltenen Fällen, wenn die Schlaflosigkeit durch starke Schmerzen auftritt, können sogar lebensbedrohliche Erkrankungen ursächlich sein. Bei andauernder Schlaflosigkeit sollte daher der Hausarzt oder Kinderarzt oder der die Familie betreuende Arzt einer anderen Fachrichtung unbedingt aufgesucht werden. [1] [2]

Angewendete Globuli bei Schlaflosigkeit von Kindern

Schlaflosigkeit bei Kindern kann sich in sehr unterschiedlichen Ausprägungen zeigen. Einige homöopathisch relevante Beschwerden, die die Eltern bei der Wahl des optimalen Mittels zur Eigenmedikation beobachten können sind: Die Art und die vermutete Ursache der Schlaflosigkeit (müde und schlaflos oder schlaflos und bereit zum Spielen), das zeitliche Auftreten der Schlafstörung (handelt es sich um Einschlafbeschwerden oder nächtliches Erwachen), ein zeitlicher Zusammenhang der Schlafstörung mit der letzten Mahlzeit, Wesensveränderungen des Kindes und Besserung bzw. Verschlechterung der Beschwerden in unterschiedlichen Situationen[1].

Welche Ausprägung trifft auf Ihr Kind zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Erwacht mit Aufschrei aus Albträumen oder bei schon gerinngen Störungen durch Geräusche

Begleiterscheinungen sind ein rotes Gesicht mit heftigem Herzklopfen, roten Flecken auf der Haut und häufig heißem Schweiß im Gesicht, bei kalten Händen und Füssen. Im Gesunden sind die Kinder häufig gesellig, freundlich und herzlich, werden jedoch ungeduldig und heftig, wenn es ihnen schlecht geht. Sie sind schlaflos durch Albträume und häufig sehr geräuschempfindlich.

Verbesserung:

Durch Ruhe und Rückwärtsbeugung.

Verschlechterung:

Durch Bewegung, Berührung, Erschütterung, Lärm, Licht und Kälte.

Angewendete(s) Mittel:

Belladonna

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Übellaunigkeit, Unruhe, das Kind möchte getragen werden, verlangt nach den Eltern und stößt sie dann weg

Begleiterscheinungen sind große Reizbarkeit und Ungeduld verbunden mit schlechter Laune. Bei Säuglingen: Zahnungsbeschwerden, Windeldermatitis und Koliken. Im Gesunden sind die Kinder häufig sehr empfindsam; typisch ist besonders das Verlangen nach dem Herumgetragen werden, setzt man das Kind ab, so schreit es erneut. Sie leiden an Schlaflosigkeit nach Wut oder Ärger und während des Zahnens.

Verbesserung:

Durch herumgetragen werden und lokale Wärme.

Verschlechterung:

Durch Ärger, generelle Wärme, Wind und nachts.

Angewendete(s) Mittel:

Chamomilla

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Das Kind weint nachts und schläft tagsüber, es ist nachts ruhelos

Begleiterscheinungen sind Verdauungsstörungen: Durchfall, Verstopfung, Koliken, Appetitmangel und Gewichtsverlust. Außerdem leidet das Kind an Gesichtsblässe. Die Arznei ist besonders bei Schlafstörungen mit unklarer Ursache bei Säuglingen einzusetzten. Die Schlaflosigkeit ist mit starker körperlicher Unruhe verbunden.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Jalapa

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Auch tagsüber bestehende Unruhe und Angst, die sich nachts verschlechtert, Schlafwandeln, schreiendes Aufschrecken aus schlechten Träumen

Begleiterscheinungen sind hartnäckige Verstopfungen, häufiges Verschlucken, Nabelkoliken, Zahnungsbeschwerden und Asthma bronchiale. Die Kinder sind auch tagsüber unruhig, Hände und Füße sind immer in Bewegung. Sie leiden an Schlaflosigkeit aus Angst. Das Kind kann nicht allein sein.

Verbesserung:

Durch Beschäftigung.

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Kalium bromatum

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Albträume, Kind klammert sich an Möbel und Erwachsene, sehr verzweifelt, nächtliches Aufschreien und aufsitzen ohne ganz zu Erwachen

Begleiterscheinungen sind Fieberkrämpfe, Epilepsie, Sprachstörungen (häufig Stottern) und Koordinationsstörungen. Die Kinder sind im Wachen sehr agil bis hyperaktiv und haben häufig schon früh gewaltsame Ausbrüche. Sie leiden an Schlaflosigkeit aus Angst vor Geistern, mit wiederkehrenden Albträumen.

Verbesserung:

Durch Licht und Gesellschaft.

Verschlechterung:

Durch Alleinsein, Schlucken, im Dunkeln.

Angewendete(s) Mittel:

Stramonium

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Verlangen nach Licht (Nachtlicht, Licht im Flur),große Unruhe, wälzt sich im Bett

Begleiterscheinungen sind trockene, unreine Haut, juckende Hautausschläge, Ekzeme und Muskel- und Gelenkrheumatismus. Das Kind steht gerne im Mittelpunkt und beansprucht viel Aufmerksamkeit. Es reagiert mit Jähzorn, bei nicht erhalten der Aufmerksamkeit. Es leidet unter Schlaflosigkeit durch Unruhe und bei Hautausschlägen.

Verbesserung:

Durch trockenes, warmes Wetter, mäßige Bewegung.

Verschlechterung:

Durch Waschen und Baden, Bettwärme, im Stehen, in Ruhe, gegen 11 Uhr morgens.

Angewendete(s) Mittel:

Sulfur

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Stellt viele Fragen beim Zubettbringen, gedanklich und körperlich zur Schlafenszeit aktiv, ist überdreht, singt und spielt

Begleiterscheinungen sind Kopfschmerzen durch geistige Überanstrengung, Migräne, Trigeminusneuralgien und Überempfindlichkeit gegenüber Schmerzen. Das Kind ist aufgeregt, gesellig und gesprächig, mit anschließend einsetzender Erschöpfung. Oft sind es eher nachgiebige Kinder.

Verbesserung:

Durch Ruhe.

Verschlechterung:

Durch starke Emotionen (Freude), Lärm, Kälte, Gerüche und nachts.

Angewendete(s) Mittel:

Coffea

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Typisches Mittel bei Prüfungsangst, Schlaflosigkeit wegen „Gedankenspirale“

Begleiterscheinungen sind periodische Schwächeanfälle, starkes Aufstoßen, Blähungen und Durchfall bei Erwartungsangst. Das Kind neigt zu Untergewicht, aber hat das Verlangen nach Süssigkeiten, die nicht vertragen werden.

Verbesserung:

Durch Kälte und kalte Anwendungen.

Verschlechterung:

Durch Wärme, Süßigkeiten, warmes Essen.

Angewendete(s) Mittel:

Argentum nitricum

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Zu beachten:

Die Eigenmedikation mit Globuli kann nicht den Arztbesuch ersetzten. Bessern sich die Beschwerden des Kindes nicht, sollte ein Arzt mit homöopathischer Zusatzausbildung oder der betreuende Kinderarzt aufgesucht werden. Wie bereits eingangs erläutert, kann es sich bei Schlafbeschwerden um das erste Symptom einer komplexen und tiefgründigen Problematik handeln. Diese sollte von erfahrenen Ärzten oder Therapeuten behandelt werden. Folgende Personengruppen sollten bereits bei leichten Ausprägungen der Beschwerden einen Arzt aufsuchen: 

  •  Kinder, die einen Schock oder Verlust zeitnah erlitten haben. 
  •  Kinder mit Psychosen in der Familienanamnese[4].