Kind: Behandlung - Sonstiges

Globuli bei Wachstumsschmerzen

© PantherMedia / Richard Semik

Klassischerweise treten Wachstumsschmerzen im Knie oder im Bereich des Schienbeins auf und sind klar beschrieben: Die Beschwerden kommen des nachts und bessern sich durch Trost, kalte Umschläge, Streicheln oder Massieren der betroffenen Stelle. Am nächsten Tag sind die Schmerzen verschwunden und das betroffene Bein wieder voll belastbar. Üblicherweise treten diese Schmerzen nur einmal in der Woche, meist jedoch nur einmal im Monat auf. Weicht das Beschwerdebild von dieser Beschreibung ab, sollten andere Erkrankungen ärztlich ausgeschlossen werden.[1]

Bei leichten Beschwerden stellt die Homöopathie eine sinnvolle Alternative zu Schmerzmitteln wie Paracetamol oder Ibuprofen dar.

Angewendete Globuli bei Wachstumsschmerzen

Je nach individueller Situation des Kindes können der nachfolgenden Tabelle potenzielle Auslöser, eine Beschreibung der Beschwerdebilder, einflussnehmende Faktoren, Begleiterscheinungen, weitere Hinweise sowie die empfohlenen Heilmittel inkl. Potenz und Dosierung entnommen werden. Alle beschriebenen Bilder sind mit Wachstumsschmerzen assoziiert. Es sollte stets das Mittel gewählt werden, dessen Arzneimittelbild am ehesten mit den persönlichen Umständen übereinstimmt.

Welche Ausprägung trifft auf Ihr Kind zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Beine schmerzen, Berührungs- und Überempfindlichkeit

Begleiterscheinungen sind ein unruhiger Schlaf sowie ein Zerschlagenheitsgefühl. Das betroffene Kind gibt an, dass alle Knochen weh tun. Außerdem kann ein Muskelkater nach der Verausgabung beim Sport bestehen. Auslöser hierfür kann eine körperliche Überanstrengung, Verletzungen durch Stoß, Schlag und Sturz sein.

Verbesserung:

Durch Ruhe.

Verschlechterung:

Durch Berührung und Bewegung.

Angewendete(s) Mittel:

Arnica

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Knochenschmerzen, überstreckbare und umknickende Gelenke

Begleiterscheinungen sind Kopfschmerzen, Überforderung in der Schule sowie Konzentrationsschwäche. Außerdem ist die betroffene Person zart, sensibel, lebhaft, schreckhaft, zappelig und mit angespannter Körperhaltung. Auslöser können Überanstrengung, Fehlstellungen der Wirbelsäule und Morbus Scheuermann sein.

Verbesserung:

Durch warmes Wetter und an der frischen Luft.

Verschlechterung:

Durch Kälte und Wetterwechsel.

Angewendete(s) Mittel:

Calcium phosphoricum

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Geistige und körperliche Überanstrengung, welche sich in Knochen- und Muskelschmerzen äußert

Begleiterscheinungen sind Müdigkeit und Erschöpfung als auch ein Schwitzen durch Anstrengung. Außerdem scheint das Kind vergesslich und unkonzentriert zu sein und fühlt sich (durch die Schule) überfordert. Auslöser für diese Beschwerden sind Überforderung, Erschöpfung und schnelles Wachstum.

Verbesserung:

Durch Wärme und Ruhe.

Verschlechterung:

Durch Licht, Lärm und Kälte.

Angewendete(s) Mittel:

Acidum phosphoricum

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Stechende und reißende Schmerzen besonders in den Unterschenkeln

Eine Begleiterscheinung ist das Gefühl sich oft strecken zu müssen. Außerdem hat die betroffene Person oft einen muffigen Körpergeruch. Auslöser ist ein schnelles Wachstum.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Durch feuchtes Wetter, Wärme und Berührung.

Angewendete(s) Mittel:

Guaiacum

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Ziehende Schmerzen in den Knochen, öfters assoziiert mit Muskelzittern und Muskelschwäche

Begleiterscheinungen sind hastiges Verhalten, Erschöpfung und minimale Gewichtszunahme. Außerdem hat die betroffene Person kariöse Zähne, eine Sehnen- und Sehnenscheidentzündung, brüchige und gerillte Nägel. Auslöser sind Bindegewebsschwäche sowie Überanstrengung.

Verbesserung:

Durch frische Luft und durch Abkühlung.

Verschlechterung:

Durch Schwüle und Hitze.

Angewendete(s) Mittel:

Acidum hydrofluoricum

Potenz: D12

Dosierung:
1 Globuli, 3 mal täglich (1. Lebensjahr)
2 Globuli, 3 mal täglich (2. - 6. Lebensjahr)
5 Globuli, 3 mal täglich (7. -14. Lebensjahr)

Zu beachten:

Bei Kindern sollte auch die Verwendung homöopathischer Mittel stets mit dem Kinderarzt abgesprochen werden.

Einige ernstzunehmende Kinderkrankheiten ähneln dem Bild der Wachstumsschmerzen und sollten zeitnah erkannt und behandelt werden. Es gibt einige typische Anzeichen, die für das Vorliegen von Wachstumsschmerzen sprechen:

  • Auftreten typischerweise im Kindesalter, teilweise bis in die Pubertät.
  • Beschwerden abends oder nachts, öfters nach besonders bewegungsintensiven Tagen, aber niemals während einer Belastung.
  • Der Schmerzort ist nicht genau zu beschreiben und betrifft meist die langen Röhrenknochen (Oberschenkel und Unterschenkel), seltener die Gelenke.
  • Der Schmerz wandert oder wechselt die Seite.
  • Paracetamol hilft gegen die Schmerzen.
  • Morgens sind die Beschwerden verschwunden.
  • Die Schmerzdauer schwankt zwischen einigen Minuten und einer Stunde.

Weichen die tatsächlichen Beschwerden deutlich von den eben beschriebenen Kriterien ab oder bestehen für länger als 2-3 Wochen, so ist kinderfachärztlicher Rat einzuholen. [3]

Nicht empfohlen werden Komplexmittel, da die homöopathische Behandlung sehr individuell ist und das jeweils passende Mittel sorgsam ausgewählt werden sollte. Es wird darüber hinaus angeraten Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ aufzusuchen, da diese, im Gegensatz zu Heilpraktikern, approbierte Ärzte sind und in Notfallsituationen entsprechend reagieren können.