Katzen: Behandlung - Sonstiges

Globuli gegen Durchfall (Katze)

© PantherMedia / Stefan Reisberger

Hat der Stuhl der Katze eine dünne Konsistenz, einen hohen Wassergehalt und wird öfters als gewöhnlich abgesetzt, so leidet die Katze an Durchfall (Diarrhoe). Bei einer Durchfallerkrankung kann die Katze einen Drang zum häufigen Toilettengang haben und der Stuhl kann sehr stinkend, übelriechend oder mit Blut- oder Schleimfetzen überzogen sein. Kolikartige Bauchschmerzen sind ein Symptom bei vielen Durchfallerkrankungen, zusätzlich können Schmerzen am Anus durch wund machenden Stuhl auftreten, die sich besonders beim Toilettengang bemerkbar machen. Begleitend kann die Katze antriebsarm sein, keinen Appetit oder Fieberhaben. Der Verlust von großen Mengen Wasser durch den Stuhl kann zu einer lebensgefährlichen Austrocknung (Dehydration) führen, der Verlust an Mineral- und Nährstoffen zu Auszehrung und Gewichtsverlust.[1][2]

Tritt ein Durchfall akut auf, so sind meist Bakterien, Viren oder die Aufnahme verdorbener Nahrungsmittel dafür verantwortlich. Leidet die Katze länger als drei Monate an Durchfall oderkommt es zu immer wiederkehrenden Durchfall, so wird dies als chronischer Durchfall bezeichnet. Ein chronischer Durchfall bei Katzen kann verschiedene Ursachen haben: Ein Tierarzt sollte abklären, ob dieser durch Krankheitserreger wie Viren oder Parasiten ausgelöst wird oder ein Hinweis auf eine chronische Erkrankung wie zum Beispiel auf eine Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankung ist.[2][3]
Homöopathie kann bei Durchfall bei Katzen hilfreich sein, wenn die passende Arznei gegeben wird, und die Grenzen der Selbstbehandlung respektiert werden. Bei andauernden oder heftigen Symptomen sollte die homöopathische Behandlung nur in Absprache mit dem Tierarzt durchgeführt werden.

Angewendete Globuli

werden

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Faulig und übelriechender, dunkler Durchfall. Oft nach Aufnahme von verdorbenen Nahrungsmitteln oder bei durch Viren bedingten Durchfallerkrankungen.

Eine Begleiterscheinung ist in kleinen Mengen ausgeschiedener Durchfall. Die Katze ist sehr schwach, bevorzugt warme Plätze und hat großen Durst, trinkt aber nur kleine Mengen Wasser, dafür mehrmals. Der After kann gerötet sein.

Verbesserung:

In Wärme und beim Liegen mit hoch gelagertem Kopf.

Verschlechterung:

Nach dem Genuss verdorbener Speisen.

Angewendete(s) Mittel:

Arsenicum album

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Wässrige, übelriechende Durchfälle mit großer Schwäche und Kreislaufstörungen.

Begleiterscheinungen sind Durchfälle, die meist mit Schleimfetzen überzogen und blutig sein können. Die Katze kann unter sehr starken, übelriechenden Blähungen leiden, die den Bauch auftreiben können. Auch wenn der Stuhl sehr weich ist, kann er bisweilen schlecht ausgeschieden werden.

Verbesserung:

Durch kühle, frische Luft.

Verschlechterung:

Nach dem Genuss verdorbener Speisen. Die Blähungen verschlechtern sich beim Hinlegen.

Angewendete(s) Mittel:

Carbo vegetabilis

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Durchfall mit ständigem Kotdrang, Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen und Erbrechen.

Typischerweise ist die betroffene Katze sehr empfindlich gegenüber Geräuschen, Berührungen und lässt sich nicht gerne hoch heben. Futter verweigert sie. Bei den Toilettengängen kann meistens nur eine kleine Menge Kot abgesetzt werden.

Verbesserung:

Bei vollständiger Darmentleerung und beim Liegen auf der Seite.

Verschlechterung:

Durch Berührung, Überessen und nach dem Genuss verdorbener oder nicht artgerechter Speisen.

Angewendete(s) Mittel:

Nux vomica

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hinweis:

Die Arznei kann hilfreich sein, wenn die Katze zu viel, nicht artgerechte Nahrung oder Verdorbenes gegessen hat.

Schleimiger und blutiger oder gelb-grünlicher Durchfall, der Kot ist wie von einer Schleimhaut überzogen.

Der Durchfall kann den After der Katze wund machen. Der Stuhlgang kann schmerzhaft sein, die Katze schafft es meist nicht, den ganzen Kot zu entleeren.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Liegen auf der rechten Seite.

Angewendete(s) Mittel:

Mercurius solubilis hahnemanni

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Sehr wässrige Durchfälle, die mit hohem Druck – wie aus einem Hydranten geschossen - ausgeschieden werden.

Die Durchfälle können gelblich oder grünlich sein, Unverdautes enthalten und sind meist übelriechend. Begleitend dazu können Blähungen und starke, kolikartige Schmerzen auftreten.

Verbesserung:

In Bauchlage.

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Podophyllum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Wässrige, schleimige, geruchlose und teilweise blutige Durchfälle mit starker Schwäche und Kreislaufstörungen.

Eine Begleiterscheinung äußert sich dadurch, dass die Durchfälle schubweise ausgestoßen . Die Katze sucht sich warme Plätze.

Verbesserung:

Durch Wärme.

Verschlechterung:

Durch Trinken von kaltem Wasser und an heißen Tagen.

Angewendete(s) Mittel:

Veratrum album

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Durchfall entsetzlich übelriechend, von gelb-grüner Farbe. Bei Kleintieren meist braun und blutig. Durch Viren bedingte Durchfallerkrankungen.

Die Katze ist auffallend unruhig und setzt oft Kot ab.

Verbesserung:

Durch Wärme.

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Pyrogenium

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Grünlich, schaumiger Durchfall, säuerlich und übelriechend. Starke, kolikartige Schmerzen.

Die Stühle können aussehen wie Entengrütze von einem Teich. Schmerzen lassen die Katze sich ständig bewegen.

Verbesserung:

Der Bauchschmerz bessert sich nach dem Stuhlgang und beim Umhergehen.

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

Magnesium carbonicum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Chronische Durchfälle, vor allem am frühen Morgen auftretend.

Konsistenz und Aussehen der Stühle können wechseln: Sie können breiartig, übelriechend, schmerzlos, wässrig, gräulich oder schaumig sein. Um 11 Uhr vormittags kann die Katze plötzlich sehr hungrig und schwach sein. Die Bauchdecke ist äußerst schmerzhaft und berührungsempfindlich. Der After ist typischerweise gerötet.

Verbesserung:

Durch Liegen auf der rechten Seite.

Verschlechterung:

Nach Genuss von Milch und am Morgen.

Angewendete(s) Mittel:

Sulfur

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Periodisch wiederkehrende Durchfälle, zum Beispiel alle 5 bis 7 Tage. Durchfälle im Rahmen eines Wurmbefalles.

Die Katze ist typischerweise abgemagert und müde, ihr Fell kann zottig sein. Bei Schmerzen hat sie einen aufgetriebenen Bauch. Die Durchfälle können dunkel, faulig riechend, wässrig, blutig und schmerzlos sein. Besonders nach den Mahlzeiten kommt es zu Durchfällen.

Verbesserung:

Die Blähungen bessern sich bei Bewegung.

Verschlechterung:

Angewendete(s) Mittel:

China

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Zu beachten:

Tierärztliche Hilfe sollte spätestens dann in Anspruch genommen werden, wenn

  • der Durchfall länger als 2 Tage lang andauert
  • die Symptome sehr heftig sind
  • die Katze an chronischem Durchfall leidet
  • nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt
  • stark geschwächt und teilnahmslos ist
  • länger als 2 Tage lang Fieber hat oder
    sich im Stuhl der Katze Würmer zeigen.

Ist der Durchfall der Katze durch einen Krankheitserreger bedingt, so kann dies unter Umständen auch Risiken für den Tierhalterdarstellen. Besonders gefährdet sind Personen, die aufgrund einer Erkrankung wie der AIDS-Erkrankung oder aufgrund von Medikamenten wie zum Beispiel Chemotherapeutika unter einer Abwehrschwäche leiden. Ein Arzt oder Tierarzt kann darüber aufklären, welche Vorsichtsmaßnahmen zu beachten sind.
Vor einem Befall mit Würmern können regelmäßige Entwurmungskuren schützen. Je nachdem, ob die Katze sich nur in geschlossenen Räumen aufhält oder sich im Freien bewegen kann, kann der Tierarzt über entsprechende Empfehlungen für regelmäßige Entwurmungen informieren.[1][15][16]