Homöopathie bei Sonnenbrand bei Kindern

Sonne macht gute Laune und ist auch noch gesund. Denn unser Körper braucht sie, um das lebenswichtige Vitamin-D bilden zu können. Doch zu viel davon kann schnell gefährlich werden. Lesen Sie hier, was Sie gerade bei Kindern homöopathisch bei Sonnenbrand tun können.

Raus an die Sonne! Wenn zieht es nicht nach draußen bei blauem Himmel und Sonnenschein? Sonne macht gute Laune und ist auch noch gesund. Denn unser Körper braucht sie, um das lebenswichtige Vitamin-D bilden zu können. Doch zu viel davon kann schnell gefährlich werden.

Warum ein Sonnenbrand bei Kindern so gefährlich ist

Kinderhaut ist noch sehr dünn und empfindlich. Sie verfügt noch nicht über die Schutzmechanismen, mit der sich erwachsene Haut gegen das UV-Licht in der Sonne schützt.

Die schädlichen Strahlen dringen daher tief in die Haut ein und zerstören dort Teile des Zellgewebes. Mit der darauf folgenden Entzündungsreaktion, die mit Röte, Schmerzen und Schwellung einhergeht versucht der Körper, das geschädigte Gewebe zu reparieren. Bis ein Sonnenbrand abgeheilt ist, dauert es etwa ein bis zwei Wochen. Doch auch danach erinnert sich die Haut noch lebenslang an jeden einzelnen Sonnenbrand. Studien beweisen, dass das Risiko, später an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, dadurch stark ansteigt.

Sonnenschutz ist kein Kinderkram

Um Sonnenschäden zu vermeiden, sollten Kinder immer gut vor der Sonne geschützt werden. Bei starker Sonnenintensität (zum Beispiel in südlichen Ländern oder am Wasser) gilt dies auch für den Aufenthalt im Freien bei bedecktem Himmel oder im Schatten.

Wichtige Vorsichtsmaßnahmen sind:

  • Babys und Kleinkinder unter zwei Jahren sollten gar nicht in die direkte Sonne.

  • Ältere Kinder benötigen eine Mütze oder Kappe mit Ohren- und Nackenschutz

  • Die Kleidung sollte die Schultern und zumindest teilweise auch Arme und Beine bedecken. Auch die Füße müssen bedeckt sein.

  • Für das Spielen am Strand gibt es spezielle Sonnenschutzkleidung mit integriertem UV-Schutz.

  • Überall da, wo die Haut Ihres Kindes nicht durch Kleidung geschützt ist, sollten Kinder mit einer guten Sonnencreme eingecremt werden.

  • Die verwendete Creme sollte mindestens einen Lichtschutzfaktor von 30, bei empfindlicher Haut auch 50 haben und einen UVA+UVB-Schutz haben

  • Sie sollte wasserfest sein ohne Duft- und Konservierungsstoffe

  • Alle 2 Stunden und nach dem Baden Nachcremen nicht vergessen!

Sonnenbrand bei Kindern

Doch was, wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch mal einen Sonnenbrand erwischt hat? Wer schon mal einen Sonnenbrand hatte, weiß: Meist spürt man zunächst gar nicht, dass man zu viel Sonne abbekommen hat. Vielleicht spannt die Haut ein wenig, aber das böse Erwachen folgt erst 2-6 Stunden später. Erst 12-36 Stunden später ist sein ganzes Ausmaß sichtbar.

Je nach Stärke des Sonnenbrands unterscheidet man drei Schweregrade:

Sonnenbrand 1. Grades

  • Die Haut ist gerötet und warm
  • Sie spannt und schmerzt bei Berührung
  • Drückt man mit dem Finger auf die Haut, wird die Stelle zunächst weiß. Anschließend nimmt sie wieder die rote Farbe der restlichen Partie an
  • Die Haut juckt und brennt

Sonnenbrand 2. Grades

  • Zusätzlich zu den Anzeichen des 1. Stadiums bildet die Haut zusätzlich Blasen
  • Nach einigen Tagen beginnt die Haut, sich zu schälen
  • Oft kommen auch Krankheitsgefühl und Fieber hinzu

Sonnenbrand 3. Grades

  • Neben Schmerzen, Rötung und Blasenbildung löst sich an den verbrannten Stellen die obere Hautschicht ab
  • Auch Fieber, Frieren, Übelkeit und Schüttelfrost sind möglich

Bei starkem Sonnenbrand mit dem Kind zum Arzt!

Ein Sonnenbrand ist eine Verbrennung, die unter Umständen gefährlich werden kann. Babys und Kleinkinder unter 3 Jahren sollten daher in jedem Fall dem Arzt vorgestellt werden. Dies gilt auch bei älteren Kindern, wenn diese Symptome auftreten:

  • Rötung und starke Schmerzen
  • Blasenbildung
  • Kopfschmerzen
  • Starke Unruhe oder Verwirrtheit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Fieber
  • Kreislaufprobleme, evtl. Bewusstlosigkeit
  • Nackensteifigkeit

Erste Hilfe bei Sonnenbrand

Um weitere Schäden zu vermeiden, sollten bei einem Sonnenbrand sofort diese Maßnahmen erfolgen:

  1. Kühlen! Kühl duschen (20 Grad), kühle, feuchte Umschläge über 1-2 Stunden. (Bei Babys und Kleinkindern auf Unterkühlung achten!)
  1. Viel trinken
  2. Essigumschläge (3 Teile Wasser, 1 Teil Essig) oder Essig pur aufsprühen. Auch Umschläge mit Quark oder Joghurt aus dem Kühlschrank sind hilfreich.

Sonnenbrand behandeln mit Homöopathie

Folgende homöopathischen Mittel können bei Sonnenbrand eingesetzt werden. Richtig ausgewählt, können sie schnell und wirksam Schmerzen lindern und Hautschäden verringern.

Homöopathische Hilfe bei Sonnenbrand 1. Grades

Arnica Montana

  • Das Kind will nicht berührt werden, erträgt keine Umschläge oder Auflagen
  • Die Haut ist dunkelrot
  • Typisches Gefühl: „ Wie zerschlagen“

Verschlechterung: Berührung, Bewegung

Besserung: Ruhe

>> hier gehts zum Mittel Arnica Montana

Apis mellifica

  • Die Haut ist hellrot glänzend und aufgedunsen
  • Brennende und stechende Schmerzen
  • Wenig Durst

Verschlechterung: Wärme, Berührung

Besserung: Kälte und kalte Umschläge

>> hier gehts zum Mittel Apis mellifica

Belladonna

  • Die Haut ist hellrot geschwollen und heiß
  • Pulsierende und klopfende Schmerzen
  • Hochroter Kopf
  • Große, glänzende Pupillen

Verschlechterung: Berührung, Erschütterung, Licht, abends und nachts

Besserung: Wärme, Ruhe, Druck

> hier gehts zum Mittel Belladonna

Cantharis versicatoria

  • Brennende Schmerzen
  • Die Haut ist rot und heiß
  • Übergang ins Blasenstadium

Verschlechterung: Berührung

Verbesserung: Kaltes Wasser, Reiben

>> hier gehts zum Mittel Cantharis versicatoria

Homöopathische Behandlung bei Sonnenbrand 2. Grades

Cantharis vesicatoria

  • Kleine Bläschen oder größere Blasen, mit klarer Flüssigkeit gefüllt
  • Heftige, brennende Schmerzen
  • Jucken

Verschlechterung: Berührung

Besserung: Kaltes Wasser

>> hier gehts zum Mittel Cantharis vesicatoria

Causticum hahnemanni

  • Offene Wundfläche nach Platzen oder Eröffnen der Blasen
  • Absonderung seröser Flüssigkeit
  • Brennende und stechende Schmerzen
  • Wundheitsgefühl, als ob rohes Fleisch frei liegt

Verschlechterung: Abends, 3.00-4.00 Uhr morgens

Besserung: Kalte Getränke, Wärme

>> hier gehts zum Mittel Causticum hahnemanni

Homöopathie bei Sonnenbrand 3. Grades

(unbedingt vom Arzt oder Homöopathen behandeln lassen! )

Arsenicum album

  • Die Haut ist grauschwarz verfärbt
  • Die Brandblasen schmerzen und sind entzündet
  • Brennende Schmerzen
  • Große Unruhe und Angst
  • Frieren

Verschlechterung: Nach Mitternacht (0.00-2.00 Uhr)

Besserung: Wärme und warme Umschläge

>> hier gehts zum Mittel Arsenicum album

Lachesis muta

  • Dunkle Blasen, schwarze Wundränder
  • Viele kleine Pusteln in der Umgebung
  • Scharfe, blutige Absonderungen
  • Dunkelrote bis bläuliche Verfärbung der Wunde

Verschlechterung: Wärme, leichte Berührung

Verbesserung: Kalte Getränke. Warme Anwendungen.

>> hier gehts zum Mittel Lachesis muta

Anwendung und Dosierung:

Alle Mittel in der Potenz C30, 3-4 Globuli in 200 ml Wasser auflösen und mit einem Plastiklöffel verrühren. Bei akuten Zuständen in Abständen von 10 Minuten einen Schluck trinken lassen (vorher immer noch einmal umrühren!). Bei Besserung der Beschwerden Abstände vergrößern und schließlich beenden.

Tritt nach 2 Stunden keine Besserung ein, die Mittelgabe beenden. Zur Auswahl eines passenden Mittels fragen Sie dann bitte einen Homöopathen um Rat.

Quellen: H. Pfeiffer, M. Drescher, M. Hirte „Homöopathie in der Kinder- und Jugendmedizin“

W. Boericke „ Handbuch der homöooathischen Arzneimittellehre“