Globuli zur Allergiebehandlung

Alle Jahre wieder: Der Ärger mit den Pollen

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Alle Jahre wieder: Der Ärger mit den Pollen

Allergiebehandlung mit Homöopathie? Der Winter und die damit verbundene Erkältungszeit ist noch kaum vorbei, da sehen sich viele wieder mit einer langen Periode mit quälendem Krankheitsgefühl, lästigem Schnupfen, Müdigkeit, Niesattacken und dem Brennen und Kribbeln von Augen-, Mund- und Nasenrachenraum konfrontiert: Sobald die Pflanzen ihren Blütenstaub/ Pollen bilden und diesen dem Wind übergeben, beginnt die Zeit des Heuschnupfens (Rhinitis allergica).[1] Diese kann theoretisch von Januar bis Oktober dauern, je nachdem gegen welche Pollen der Betroffene allergisch reagiert. Die Hochsaison wird in den Monaten April und Mai erreicht: In diesen Zeitraum fällt die Hauptblütezeit der häufigsten und aggressivsten Allergieauslöser, insbesondere von Birke, Pappel und verschiedenen Gräsern, darunter auch Roggen und Weizen. Auch die Buche, die Esche, die Hainbuche, die Kiefer, die Platane, die Weide, die Brennnessel blühen in dieser Zeit, ihrer Bedeutung als Heuschnupfen-auslösendes Allergen ist jedoch deutlich geringer. Als aggressive Auslöser gelten zudem die früher im Jahr auftretenden Pollen von Hasel und Erle, sowie jene des gewöhnlichen Beifußes (Artemisia vulgaris) und der Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia), die im Hochsommer ihre Blütezeit haben.[2] Wenn Pollen allein die Ursache für einen Heuschnupfen sind, spricht der Mediziner von der saisonalen allergischen Rhinitis (Rhinitis allergica saisonalis), treten die Symptome hingegen ganzjährig auf, von der ganzjährigen allergischen Rhinitis (Rhinitis allergica perennialis), bei der zum Beispiel Hausstaub eine wesentliche Rolle spielt.[3]
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Heuschnupfen – eine Volkskrankheit auf dem Vormarsch

Allergische Erkrankungen haben in den letzten Jahrzehnten in Deutschland enorm zugenommen, ansonsten harmlose Umweltstoffe machen einen breiten Teil der Bevölkerung krank und stellen eine große Belastung für die Betroffenen und das Gesundheitssystem dar. Die am häufigsten vorkommende allergische Erkrankung ist der Heuschnupfen, jeder vierte bis fünfte Erwachsene leidet mittlerweile an dieser Erkrankung. Bei den Kindern ist jedes zehnte betroffen, Tendenz steigend. Die allergische Bereitschaft macht auch für andere allergische Erkrankungen anfällig: Ein Drittel der Heuschnupfen-Patienten entwickelt im Laufe ihres Lebens ein allergisches Asthma, das durch die anfallsweise Atemnot und hartnäckige Hustenattacken gekennzeichnet ist.[4] Angesichts dieser Zahlen erscheint es wichtig, dass sich Betroffene gut informieren, mit welchen Behandlungsmethoden sie die Symptome der Heuschnupfen-Erkrankung dämpfen können oder endlich wieder beschwerdefrei die warmen Monate genießen können.

Statistik: Anteil der Allergiker an der deutschen Bevölkerung nach Allergie im Jahr 2011 | Statista
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Homöopathie als ergänzende oder alternative Behandlungsstrategie bei Allergien

Die Schulmedizin setzt bei der Behandlung von Heuschnupfen-Patienten im Wesentlichen auf drei Säulen:

  • Die Therapie mit Medikamenten, welche meist verordnet werden, um die Symptome im Akutfall zu dämpfen, hierzu zählen zum Beispiel die Antihistaminika.
  • Die Hyposensibilisierung, eine Methode, bei welcher der Körper sich durch eine wiederholende Konfrontation mit niedrigen Dosen des allergieauslösendes Stoffes (Allergen) an diesen gewöhnen soll.
  • Die Vermeidung (Karenz) des Kontaktes mit den Pollen, was sich bisweilen jedoch als schwierig gestaltet.

Neben den schulmedizinischen Therapiemöglichkeiten hat sich die Homöopathie als wichtigste naturheilkundliche Alternative etabliert. Sie hat den großen Vorteil, dass sie bei fachgerechter Anwendung keine Nebenwirkungen aufweist und eine vergleichsweise günstige Behandlungsform darstellt. In Studien zeigt sich die homöopathische Behandlung der schulmedizinischen teilweise ebenbürtig und erbrachte mehrfach den Nachweis, die Lebensqualität der Betroffenen entscheidend steigern zu können.[5][6] Zwei verschiedene homöopathische Behandlungsansätze werden bei der Therapie des Heuschnupfens unterschieden: Während der Homöopath in der Regel eine möglichst individuelle homöopathische Arznei in Form einer Hochpotenz wählt, deren tiefgreifende Wirkung sich unter Umständen erst nach einer gewissen Zeit entfalten kann, stehen für die Akut- und Selbstbehandlung eine Reihe von bewährten Arzneien zur Verfügung, die sich im Wesentlichen durch ihre Leitsymptome unterscheiden und meist in einer niedrigen Potenz angewandt werden.[7] Eine kurze Übersicht über solch bewährte homöopathischen Arzneien bei Heuschnupfen soll die folgende Tabelle bieten.[8] Die beschriebenen Mittel können entweder als alleinige Therapie oder auch ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung eingesetzt werden. Von den verschiedenen homöopathischen Darreichungsformen empfehlen sich Globuli besonders, da sie aufgrund ihrer kleinen Größe schon bei Säuglingen und Kleinkindern angewendet werden können und im Gegensatz zu homöopathischen Tabletten frei von Milchzucker (Laktose) sind.

Allergiebehandlung mit homöopathischen Arzneimittel

MittelBewährtes Indikationsgebiet
Galphimia glauca
Empfohlene Potenz: D6Dosierung siehe *
Galphimia glauca gilt als das Homöopathikum mit der breitesten Wirkung bei Heuschnupfen. Es wird typischerweise bei verstärktem Tränenfluss, Fließschnupfen, Niesattacken und Atembeschwerden eingesetzt. Die Arznei zeigte in mehrere Studien eine gute und mit schulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten vergleichbare Wirkung.[9]
Euphrasia

Empfohlene Potenz: D6

Dosierung siehe *

Euphrasia wird klassischerweise angewandt bei mildem Schnupfen und deutlichen Beschwerden am Auge (z.B. Bindehautentzündung (Konjunktivitis) oder geschwollene Augenlider mit schleimig, klebrigen Augensekret und reichlich Tränenfluss).
Luffa
Empfohlene Potenz: D6Dosierung siehe *
Luffa wird vor allem bei verstopfter Nase mit trockenen, krustigen Absonderungen verschrieben. Bei den betroffenen Personen tritt der Schnupfen vor allem morgens auf, und äußert sich mit einem wässrigem Sekret. Begleitend können Stirnkopfschmerz, aber auch Müdigkeit und Trägheit auftreten.
Allium cepa
Empfohlene Potenz: D6Dosierung siehe *
Allium cepa ist ein bewährtes Mittel bei wunder, verstopfter und heftig juckender Nase mit scharfem Nasensekret. Anhaltende Niesattacken und gereizte Augen sind eine häufige Begleiterscheinung. Der Patient ist gereizt, träge, zerstreut und leicht verärgert.
Cardiospermum
Empfohlene Potenz: D6Dosierung siehe *
Cardiospermum ist die passende Arznei bei starkem Niesschnupfen mit deutlichen Atembeschwerden. Typischerweise zeigt sich quälender Juckreiz mit Neigung zur Rötung der Haut oder Schleimhaut, ferner auch Stirnkopfschmerz und Zerschlagenheitsgefühl.[10]
Galphimia glauca© fotolia.com / thatreec
Der Strauch Galphimia glauca, Ausgangsstoff für ein bewährtes Homöopathikum bei Heuschnupfen

* Zur Selbstbehandlung bei akuten Beschwerden eignet sich die Potenz D10. Hierbei wird bis zum Eintritt einer Besserung eine Einnahme von 3 mal 5 Globuli täglich empfohlen. Säuglinge erhalten ein Drittel, Kinder bis zum 6. Lebensjahr die Hälfte und Kinder vom 6 bis zum 12. Lebensjahr zwei Drittel dieser Dosis.[11] Die Behandlungsdauer wird im Akutfall so lange fortgesetzt, bis eine Besserung der Symptomatik auftritt. Tritt eine solche jedoch nicht auf, sollte auf ein Alternativmittel der gewählten Arznei ausgewichen und im Zweifelsfall der Rat eines erfahrenen Homöopathen eingeholt werden.

Die Grenzen der homöopathischen Allergiebehandlung

Auch wenn die Homöopathie bei Heuschnupfen gute Resultate zu erbringen scheint, sind im Einzelfall jedoch bestimmte Hinweise zu beachten:

  • Eine homöopathische akute Allergiebehandlung vermag im Idealfall die aktuellen Beschwerden zu lindern, die allergische Bereitschaft des Körpers gegen die einzelnen Pollen kann jedoch weiterhin bestehen bleiben.
  • Tritt zusätzlich ein allergisches Asthma auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden und die beabsichtigte homöopathische Behandlung mit ihm besprochen werden.
  • Ein Allergietest beim Arzt gibt Aufschluss darüber, gegen welche Stoffe Allergien bestehen und ob Kreuzallergien vorliegen, bei denen zum Beispiel auch gewisse Nahrungsmittel die Heuschnupfen-Symptome verstärken können.
  • Bei Kindern und stark geschwächten Personen sollte der Arzt von einer beabsichtigten homöopathischen Therapie informiert werden, da er diese bei Bedarf mit schulmedizinischen Maßnahmen ergänzen oder ersetzen kann.

 

>>Lesen Sie hier weitere Artikel zum Thema in unserem Ratgeber Allergie.

Quellenangabe:

[1] https://www.floracura.com/neutral-roh-globuli.php
[1] Bierbach Elvira (Hrsg.): Naturheilpraxis heute. Lehrbuch und Atlas, Elsevier, Urban & Fischer, 3. Auflage, 2006, S. 576 – 577
[2] Prof. Dr. Ludger Klimek, „Pollen – vielfältige Auslöser laufender Nase und tränender Augen“, http://www.allergie-helfer.de/content/heuschnupfen/ursachen-fuer-heuschnupfen/pollen/baeume/, 20.04.2015
[3] Pschyrembel Willibald: Pschyrembel, klinisches Wörterbuch, de Gruyter Verlag, 259. Auflage, 2001, S. 695
[4] Harald Renz, Agnes Kaminski, Petra Ina Pfefferle, „Allergieforschung in Deutschland Ein Atlas mit Bestandsaufnahme, Defizit- und Bedarfsanalyse“, http://dgaki.de/wp-content/uploads/2010/05/Allergieforschung_in_Deutschland_Aktualisierte-Version1.2.pdf, 20.04.2015
[5] Goossens M., Laekeman G., Aertgeerts B., Buntinx F.: Evaluation of the quality of life after individualized homeopathic treatment for seasonal allergic rhinitis. A prospective, open, non-comparative study, Homeopathy, Januar 2009, S. 11 – 16
[6] Bellavite P., Marzotto M., Chirumbolo S., Conforti A.: Advances in homeopathy and immunology: a review of clinical research, Frontiers in Bioscience, Juni 2011, S. 1363 – 1389
[7] H. Pfeiffer, M. Drescher, M. Hirte (Hrsg.): Homöopathie in der Kinder- und Jugendmedizin, Elsevier, Urban & Fischer, 2007, S. 320 – 336
[8] Eisele M., Friese K., Notter G., Schlumpberger A.: Homöopathie. Indikations- und Wirkstoffbezogene Beratungsempfehlungen. Deutscher Apotheker Verlag, 5. Auflage, 2009, S. 53
[9] Lüdtke R., Wiesenauer M.: A meta-analysis of homeopathic treatment of pollinosis with Galphimia glauca, Wiener Medizinische Wochenschrift, Springer Verlag, 1997, S. 323 – 327
[10] Vonarburg Bruno: Homöotanik. Arzneipflanzen der Homöopathie, Haug Verlag, 2009. S. 339 – 341
[11] Deutsche Homöopathie-Union (DHU): Homöopathisches Repetitorium, Verlag der DHU, 2007, S. 13