Zeckenstich – Ursachen und Homöopathie

Woher kommt der Zeckenstich und wie sieht die homöopathische Behandlung bei einem Zeckenstich aus?


Ein Zeckenstich kann schwerwiegende Folgen haben. So können Sie sich schützen.

Zuerst einmal: Ein Zeckenstich ist kein Grund zur Panik. Statistisch hat nur jeder 10.000te Zecke den Lyme-Borrelien-Erreger, ein spiralförmiges Bakterium (4 Arten), das sich die Zecke typischerweise bei infizierten Wildtieren wie Rotwild, Nager oder Igel fängt. Nur 5% bis gebietsweise 35% (Süddeutschland) der Zecken sind von dem Borrelien-Bakterium befallen. Der Arzt stellt nur in ca. 4% der Zeckenbisse eine Gefahr fest. Der Befall mit der Lyme-Krankheit kann nur durch eine Blutuntersuchung bei einem Arzt endgültig festgestellt werden, wobei nur 0,3 bis 1,4% davon Lyme-Symptome bekommen. Lyme ist der Ort in USA, wo 1974 erstmals entzündliche Gelenkerkrankungen bei Kindern auf Zeckenbisse zurückgeführt werden konnten.

Nicht jede Zecke enthält die Erreger der Borreliose auch Lyme-Krankheit genannt und auch nicht jeder Zeckenstich überträgt die Borreliose verursachenden Bakterien. Statistisch trägt nur jede 10.000te Zecke den Erreger. Selbst der Ausbruch dieser Krankheit beim Menschen hängt sehr stark vom Zustand des Immunsystems ab und kann daher oft so harmlos sein, dass keine Beschwerden bestehen. Der Befall mit der Lyme-Krankheit kann durch eine Blutuntersuchung bei einem Arzt endgültig festgestellt werden. Ein Zeckenbefall ist zwischen März und Oktober am häufigsten, entscheidend ist aber die Temperatur. Liegt diese an mehreren aufeinander folgenden Tagen über 7° C werden Zecken aktiv.

Borreliose- Symptome:

  • Schüttelfrost, Fieber und eine sog. Wanderröte (Erythema migrans) als Anzeichen einer Borreliose-Infektion treten erst nach einigen Tagen bis Wochen auf. Die Wanderröte, eine ringförmige Hautrötung, breitet sich meist von der Stichstelle unter der Haut immer weiter aus. Weitere Symptome können Muskel- und Kopfschmerzen sein, bei Befall des Nervensystems können brennende Nervenschmerzen auftreten. Borreliose kann mit bestimmten Antibiotika behandelt werden. Eine Impfung gegen Borreliose ist nicht möglich.
  • Nach Tagen ist als erstes Zeichen einer Borreliose im Anfangsstadium die sog. Wanderröte, eine bis zu handtellergroße Rötung um die Stichstelle, zu sehen. Kennzeichen: scharf abgegrenzte, ringförmige Hautrötung ohne Schmerz und Juckreiz, in der Mitte meist aufgehellt. Sie breitet sich von der Stichstelle immer weiter aus. Es können Lymphknotenschwellungen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Schwächegefühl, Kopfschmerzen und selten Fieber dazu kommen.
  • Erst ein paar Monate nach dem Zeckenstich zeigt das Borreliose-Stadium II grippeähnliche Beschwerden und je nach Organbefall Hirnhaut- oder Nervenentzündungen mit Schmerzen und in seltenen Fällen auch Lähmungserscheinungen wie z. B. Fazialisparese (Gesichtsnervlähmung). Lymphdrüsenschwellungen mit rot-bläulichen Flecken oder Knötchen an der Haut, an Ohrläppchen, Brustwarzen oder Hodensack finden sich ebenfalls.
  • Bei nicht erkannter und daher auch nicht behandelter Borreliose wird bei ca. 5% der Erkrankten oft erst nach Jahren als Zufallsbefund beim Arzt das Borreliose-Stadium III mit chronischen Gelenkentzündungen (Lyme-Arthritis) – meist am Knie – und Sehnen-Muskel-Schmerzen diagnostiziert.

FSME – Symptome:

FSME, die „Frühsommer-Meningoenzephalitis“ ist eine weitere durch einen Zeckenstich übertragbare Erkrankung. Es handelt sich um eine Virusinfektion, bei der die Viren mit dem Speichel der Zecke in die Blutbahn gelangen. Frühestens nach 7 Tagen zeigen sich grippeähnliche Symptome wie Fieber, Glieder-, Kopf- und Muskelschmerzen. Bei einem Teil der Patienten entwickelt sich später eine Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns (Meningoenzephalitis) mit Symptomen wie erneutes Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, Schlaflosigkeit. Schwere Krankheitsverläufe können mit Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen einhergehen.

Eine Impfung gegen FSME ist möglich und besonders in Risikogebieten zu empfehlen.

Ursachen eines Zeckenstiches

Zecken sitzen in hohem Gras, auf Farnen, Sträuchern und niedrigen Zweigen bis 1 Meter Höhe, nicht aber auf Bäumen. Sie werden von dort abgestreift und gelangen so meist auf die Füße oder Beine, krabbeln aber sehr schnell nach oben. Daher nicht nur am Bein nach Zecken suchen!

Die Zecke beißt eigentlich nicht, sondern ritzt mit ihren Mundwerkzeugen in die Haut und sticht mit ihrem Stechrüssel hinein, um sich dann mit Blut voll zu saugen. Da sie dabei kein Gift reinspritzt, sondern eine lokal betäubende Substanz, entstehen auch – im Gegensatz zu einem Mückenstich – selten Juckreiz, Schwellung oder Rötung. Wenn die Zecke sich vollgesaugt hat, fällt sie meist wieder von alleine ab. Bei dem zurückbleibenden kleinen roten Punkt ist dann die Diagnose eines Zeckenstiches oft schwierig, wenn gar keine Zecke bemerkt wurde.

Typische Symptome bei einem Zeckenstich:

Anfangs spürt man gar nichts, noch nicht einmal Juckreiz. Eine harmlose Rötung von 1 bis 2 Zentimetern verschwindet in der Regel nach wenigen Tagen.

Fazit:

Oft spürt man den Zeckenstich gar nicht, sondern entdeckt diesen erst später. Eine Zecke sollte man mit einer kleinen Pinzette mit einer langsamen Drehbewegung oder mit einer speziellen Zeckenzange entfernen, damit sie sich beim Rausziehen nicht noch mehr festbeißt und ggf. der Kopf abreißt.

Allgemeine Maßnahmen bei Zecken:

  • Vorbeugend im hohen Gras die Hosenbeine in die Socken stecken. Zeckenschutzmittel wirken oft nur kurze Zeit.
  • Nicht Butter, Öl, Klebstoff, Alkohol oder andere Hausmittel auf die Zecke geben, da sonst die Zecke ihren erregerhaltigen Speichel in die Wunde spritzt, wenn sie erstickt.
  • Eine schnelle Entfernung der Zecke ist wichtig, da sich die Borreliose-Bakterien im Darm der Zecke befinden und erst nach 12 bis 24 Stunden in die Blutbahn des Menschen oder Tieres gelangen.
  • Die Zecke nicht mit den Fingern quetschen oder abreißen.
  • Die Stelle kühlen oder eine Mückenstichsalbe gegen Juckreiz anwenden. Ich empfehle ein kleines steriles Pflaster draufzukleben, um Infektionen zu vermeiden
  • Beobachten Sie die Stelle mehrere Tage. Wenn sich ein roter, kreis- oder ovalförmiger Hautausschlag zeigt, sollten Sie den Arzt aufsuchen.

Schulmedizinische Behandlung bei Borreliose

Wenn im Blut eine Borreliose sicher nachgewiesen ist und/oder entsprechende Symptome bestehen, ist eine mehrwöchige Antibiotika-Therapie beim Arzt angezeigt.

Pflanzenheilkunde bei Zeckenstich

Der Naturheilkundler Prof. Dr. Wolf-Dieter Storl, der selbst von Borreliose befallen war, empfiehlt Kardentinktur, 3-mal täglich auf die Stelle über 3 Tage und gleichzeitig für 4 bis 6 Wochen 3-mal täglich drei Tropfen der Tinktur in Wasser einnehmen. Die Karde ist eine einheimische, mit Stacheln übersäte Pflanze, die früher zum Kämmen von Wolle (Karden) verwendet wurde.

Homöopathie bei Zeckenstich und unterstützend bei Borreliose/FSME

Ledum D12 Globuli, 3-mal täglich 5 Globuli (Sumpfporst)
bei gerötetem Hautausschlag, Muskelzuckungen oder Lähmungen in Wundnähe, rheumatische Beschwerden. Kältegefühl am Körperteil oder allgemein, außer hitzigem Gesicht. >> Hier gelangen Sie zum Mittel Ledum.

Belladonna D12, 3-mal täglich 5 Globuli, (Tollkirsche)
Hitze, Schwitzen, Hautrötungen, Pulsieren und Brennen, Schmerzen, Zuckungen und Krämpfe der Muskulatur. Oft Schwindel, Berührungsempfindlichkeit besonders am Kopf, Nackensteifheit, evtl. Halslymphknotenschwellungen. Typisch sind starre, glänzende Augen mit erweiterten Pupillen (bella donna heißt schöne Dame). >> Hier gelangen Sie zum Mittel Belladonna.

Gelsemium D12, 3-mal täglich 5 Globuli, (gelber Jasmin)
Muskelschwäche, Nervenschmerzen, Lähmungsanzeichen, Schwäche und Zittern der Glieder, Sehstörungen mit Doppelbildern. Häufig Kopfschmerzen in den Nacken ausstrahlend oder an den Schläfen, schmerzhafte berührungsempfindliche Kopfhaut. Hautausschlag ist rot, heiß, trocken und juckend. Langsam ansteigendes Fieber mit großer Schwäche.>> Hier gelangen Sie zum Mittel Gelsemium.

Sollte sich nach kürzerer Zeit keine Besserung abzeichnen, suchen Sie bitten einen Arzt auf, um sich auf Borreliose und FSME untersuchen zu lassen.

Globuli-Redaktion