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Globuli aus Muttermilch

© PantherMedia / Dmitriy Melnikov

Die Muttermilch (Lac humanum) ist die beste Nahrung für ein Neugeborenes. In ihr ist alles enthalten was ein Mensch braucht. Der Nährwertgehalt passt sich an die Entwicklung des Kindes an.

Mit der Milch und dem Stillen erfährt der Säugling wieder die Nähe zur Mutter, ist nah an ihrem Herzen, nimmt den Herzschlag, den bekannten Geruch der Mutter, ihre Wärme,Schutz, Liebe,Geborgenheit und Fürsorge wahr. Es wird nicht nur der physische Hunger gestillt, sondern auch der Hunger nach Liebe, dem Leben und was es ausmacht. Aber auch die negativen Momente sind von Bedeutung, wenn die Mutter nicht zur Stelle ist, dann macht sich die Angst breit, der Hunger, die Kälte und die Einsamkeit bis hin zur Verzweiflung. Für die jeweiligen Symptome hilfreich sind folgende in der Muttermilch enthaltenen Hormone und Endorphine.

„Melantonin, das uns irdische Uhr schenkt.
Oxytocin, das uns hilft liebevolle Bindungen einzugehen.
Schilddrüsenhormone, die den irdischen Stoffwechsel aufbauen.
Endorphine, die Schmerz, Stress, Frustration und Kontrollsucht lindern, Opium, das uns berauscht und glücklich macht.“[1]

Lac humanum kann daher u.a bei Störungen in den oben genannten Bereichen zum Einsatz kommen.[5]

Der zu Grunde liegende Wirkstoff Lac humanum ist eine Nosode. Nosoden (von griechisch nosos, Krankheit) sind, hochverdünnte (potenzierte), homöopathische Mittel. Sie werden aus körpereigenem, krankhaften oder entarteten Material hergestellt. Es handelt sich um Ausgangssubstanzen wie Eiter, Blut, Sekrete, Ausscheidungen oder Krankheitserreger.[10]
Von einer Selbstbehandlung ist abzuraten, weil es sich hier um eine Nosode/Sarkode handelt und diese in höheren Potenzen verabreicht werden. Da die Thematik meist auch stark in den psychischen Bereich ragt, ist es ratsam einen ausgebildeten Therapeuten (Arzt/in; Heilpraktiker/in) aufzusuchen, weil Sie die Situation objektiver einschätzen können. Eine Selbstmedikation ist hier schwierig, da die Sicht auf eigene Probleme oft limitiert ist und wichtige Parameter für die richtige Auswahl des Mittels übersehen werden können. Man selbst ist zu nah dran, und dadurch in der Regel auch für manche Dinge „betriebsblind“.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Das Mittel wird gerne bei Säuglingen und Kindern eingesetzt, die z.B aus gesundheitlichen Gründen schon früh von ihren Müttern getrennt werden mussten (Frühgeburt).[5] Kinder, die vernachlässigt wurden und seelische und körperliche Verletzungen erfahren haben. Menschenkinder, die keine Anbindung an die Mutter erlebt haben.[5] Mütter und Kinder, die Schwierigkeiten mit dem Stillen haben, sei es von Seiten der Mutter z.B. durch eine Brustdrüsenentzündungen (Mastitis) oder durch das Kind, weil es zur Mutter keine Bindung hat. Möglicherweise lässt sich das Kind auch nicht abstillen, obwohl es schon lange gestillt wird (oft 1 Jahr und länger).[6] Es entwickeln sich im Laufe des Lebens Schwierigkeiten und Ängste neue Beziehungen aufzubauen, deshalb erleben Kinder Dinge wie Eintritt in Kindergarten/Schule; Geburt eines Geschwisterchens, einen Trauerfall, im Leben oft als schwierig.[5]
Die Infektanfälligkeit und die Allergien (oft Milcheiweiß, Neurodermitis, Heuschnupfen, Asthma) sind vor allem bei Kindern, die auch sonst Symptome dieser Arznei aufweisen eine häufige Indikation.[7][6], ebenso Blutbildungsstörungen (Anämien/Thrombopenien)[6]
Bei Lac humanum spielt das Thema Abhängigkeiten eine große Rolle, weshalb es bei Erwachsenen Anwendung in der Suchtherapie findet. Süchte nach Zigaretten, Drogen, Alkohol, Zucker, Essen, einschließlich Zwangsvorstellungen und Essstörungen können mit diesem Mittel behandelt werden.[6]

Bei wem?: Das Mittel wird oft bei Kindern und Säuglingen eingesetzt, aber auch bei Erwachsenen kann es zur Anwendung kommen, wenn die gesundheitliche Störung aus der frühen Kindheit resultiert und sich beispielsweise in einem Suchtverhalten oder anderen Symptomen zeigt.

Wo wirkt es?: Es wirkt besonders auf das Gemüt, die Schleimhäute, die Brust, die Genitalien,das Immunsystem und die Blutbildung

In welchem Alter?: Das Mittel wird oft bei Kindern und Säuglingen eingesetzt, kann jedoch in jedem Alter zur Anwendung kommen.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Diese Patienten haben ein taubes Gefühl an einzelnen Körperstellen (Fußsohlen). Sie wollen etwas im Mund haben (z.B. Daumenlutschen bei Kindern), Erwachsene entwickeln häufig Süchte. Auch wird das Mittel bei Depression mit Verlassenheitsgefühl und evtl. Essstörungen eingesetzt.[8]

Verbesserung: Durch Trinken, heiße Getränke, Koitus (Essen und Bewegung).[8]

Verschlechterung: Morgens nach dem Erwachen, durch Alkohol und Milch, vor der Menstruation.[6]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Diese Patienten befinden sich in einem Spannungsfeld zwischen dem Wunsch versorgt zu werden und nach Unabhängigkeit. Sie sind gleichgültig gegenüber allem, sogar gegen das Leid anderer, nichts erscheint wichtig genug. Sie haben das Gefühl der Distanz und Isolation. In ihrer Reaktion sind sie sehr verlangsamt, alles ist zu viel. Manchmal haben sie den Impuls zu anderen frech zu sein, sie zu ärgern, kritisch und bissig zu antworten. Zeitweise sind sie verwirrt, vergessen was sie gelesen haben, und wissen häufig die richtige Schreibweise der Worte nicht mehr. Es kommt zu Fehlhandlungen u.a., weil sie Entfernungen nicht richtig einschätzen können. Die Patienten fühlen sich gespalten, sie erleben ein Wechselbad von Zuneigung und Gleichgültigkeit, dem Wunsch nach Gesellschaft und nach Alleinsein. Schmutz und Unordnung stören sie. Beschwerden durch den Tod der Mutter oder Großmutter, besonders wenn dies während der eigenen Schwangerschaft geschieht. Bei Kindern kommt es zu Unruhe mit Daumenlutschen, Nägelbeißen, demonstrativer Abneigung der Mutter gegenüber oder gegen den Schnuller. Sie legen ein frühreifes Verhalten an den Tag. Bei Erwachsenen mangelt es an Selbstvertrauen, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung, bei Frauen auch an mütterlichem Instinkt. Lac humanum Patienten haben auch viele Ängste: z.B Angst vor Brustkrebs oder auch Angst um die eigenen Kinder, sowie eine allgemeine Lebensangst. Sie haben Schwierigkeiten sich zu inkarnieren, sie wollen nicht im Körper sein. Sie fürchten sich vor körperlichen Veränderungen und wollen nicht erwachsen werden.[1][2][4]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten haben ein Schweregefühl im Kopf, Gefühl, als ob das Gehirn doppelt sei, drückende und bestehende Schmerzen, meist linksseitig. Es fühlt sich an, als ob ein elastisches Band zwischen den Ohren gespannt sei. Die Patienten haben Schwindel, als seien sie betrunken. Der Schwindel wird durch Beugen und Aufstehen schlechter. Außerdem haben sie das Gefühl zu schweben, aber von Stricken gehalten zu werden.[2][4]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Mundwinkel sind wund und eingerissen. Sie haben ein Gefühl als sei der Kiefer ausgerenkt.

Mund: Die Zungenspitze und -rand sind bei diesen Patienten oft wund, an der Schleimhaut erkennt man Blutblasen.

Nase: Die Patienten klagen über einseitigen Schnupfen, das Sekret ist klar und mild. Die Verstopfung der Nase ist linksseitig. Sie haben ein Hitze- und Trockenheitsgefühl wie von Pfeffer.

Ohren: Ohrenschmerzen treten linksseitig auf.[2][4]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Sie haben viele Erkrankungen der Atmungsorgane, oft mit Obstruktionen (Verengungen)[6].Husten mit schleimigen Auswurf, dann trocken. Auswurf schmeckt metallisch. Wunder Schmerz der Luftröhre beim Husten.[2][4]

Morgens kommt es zu klarem, klebrigem Schleim, der die Kehle hinunter läuft. Es fühlt sich für die Patienten, wie ein Kloß an und verursacht ein Kitzelgefühl. Andere haben stechende Halsschmerzen beim Erwachen und beim nicht-schlucken.[2][4]

Es kommt zu scharfen, stechende Schmerzen, die vom Brustbein (Sternum) zum Rücken und sich von der Achsel nach unten ausstrecken. Sie spüren ein Zusammenschnüren unter der linken Brust beim Erwachen, dass sich zur rechten Lunge und zur Luftröhre erstreckt. Bei Frauen sind die Brüste vor der Menstruation geschwollen, gespannt und schmerzhaft. Es kommt bei stillenden Müttern zu Beschwerden beim Abstillen.[2][4]

Wenn die Patienten im Bett liegen, kann es zu Herzklopfen, mit dem Gefühl der Herzbeklemmung kommen.[2][4]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten haben häufig Essstörungen. Sie haben ein Gefühl von Schwere im Magen und müssen häufig aufstoßen. Besonders nach dem Essen kommt es bei ihnen zu Blähungen. Besserung erfolgt durch heiße Getränke.

Milcheiweißallergie: Beim Erwachen verspüren sie scharfe Stiche durch die Bauchmitte mit starken Darmbewegungen.[7]

Sie sind ausgehungert nach Süßigkeiten und nach Kohlenhydraten. Trotz weichem Stuhl haben sie ein Gefühl von Verstopfung. Sie leiden unter Übelkeit und Sodbrennen. Übelkeit und Erbrechen nach Milch.[11]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Urin ist tiefgelb und hat einen starken Geruch.[2][4]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Weiblich: Viele Frauen klagen über Beschwerden des prämenstruellen Syndroms (vor dem Eintreten der Monatsblutung), das auch mit Schwellung der Brustdrüse einhergeht.Die Frauen haben starke, scharfer Schmerzen der Eierstöcke meist in der zweiten Zyklushälfte. Frauen, die lac humanum benötigen, können ein vermehrtes sexuelles Verlangen haben.[2][4]

Männlich: Männer können ebenfalls ein vermehrtes sexuelles Verlangen haben.[2][4]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Bewegungen sind ungeschickt, die Patienten haben oft ein Steifheitsgefühl, steife Knie im Bett. Manche Menschen, die lac humanum benötigen berichten über unruhige Füße ab 14 Uhr und ein wackliges Gefühl in der rechten Hüfte. Ischialgie (Entzündung des Ischiasnervs) tritt rechts auf. Verschlechterung der Beschwerden durch Liegen auf der schmerzhaften Seite, Besserung erfahren sie durch Gehen und Sitzen. Die Fußsohlen sind weich und schwammig, als ob sie zu lange im Wasser gewesen wären. Sie haben kein Gefühl darin und Gänsehaut zeigt sich am rechten Bein. An den Oberschenkelinnenseiten bilden sich Pickel.[2][4]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten neigen zu chronischem Ekzem, z.B Neurodermitis.[7]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kommt zu aufsteigenden Hitzewallungen, an Oberkörper und Gesicht. Patienten haben abends gegen 19:00 Uhr Hitzegefühl in Wellen.[2][4]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Abends vor dem Schlaf sind sie aktiv. Sie können nur in Anwesenheit der Bezugsperson schlafen. Patienten entwickeln Schlafstörungen. Morgens sind sie häufig müde.[11] Sie träumen farbig und lebhaft von Babys, spielenden Kindern, Tieren, von der eigenen Familie und Freunden. Weitere Traumthemen sind Unglück, Krieg, einstürzende Mauern oder das Herabfallen von Brücken.[2][4]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Oxytocin

Patienten, die Oxytocin benötigen haben eine übermäßige Gehirnaktivität und auf der anderen Seite weisen die Patienten einen Reaktionsmangel auf. Sie neigen zur Nervosität und Unruhe. Sie können Schlafstörungen aufweisen, ebenso auch Atemprobleme. Essstörungen zeigen sich im Gegensatz zu Lac humanum in Appetitlosigkeit und Bauchkrämpfen. Diese Patienten haben ähnlich wie Lac humanum wenig Vertrauen und Selbstvertrauen. Beide Mittel haben das Isolationsgefühl und die Gefühllosigkeit im Bild.[9]

Carcinosinum

Patienten sind sehr empfindsam, neigen zu Erstreaktionen. Sie leiden unter Migräne und Hautproblemen wie Akne, Neurodermitis und Herpes. Hier ähnelt die Arznei dem Mittel lac humanum. Ihr Immunsystem ist stark geschwächt. Sie haben ein geringes Selbstbewusstsein sowie eine geringe Selbstverteidigung. Diese Patienten haben im Gegensatz zu Lac humanum ein starkes Mitgefühl, sind nett und nachgiebig. Wut wird unterdrückt und wandelt sich in Autoaggression. Ähnlich ist auch das Verlangen nach Butter und Süßem.[12]

Saccharum officinale

Patienten haben großen Durst und unersättlichen Appetit auf Süßes und Schokolade, besonders haben sie den Heißhunger morgens. Sie sind freundlich, was aber auch in Aggression wechseln kann. Kinder lutschen viel Daumen, sie haben ein großes Bedürfnis nach Nähe. Ein Gefühl von Isolation, Verlassenheit und Ablehnung ist ihnen nicht fremd. Kontaktschwierigkeiten machen ihnen das Leben nicht leichter. Hier ähnelt Saccarum officinale sehr der Muttermilch (Lac humanum). Sie sind überempfindlich gegen Schmerzen.[13]

Hintergrundinformationen

Lac humanum wurde erstmals 1988 von Melissa Assilem (u.a. Tier- und Kinderpsychologin, seit 30 Jahren Homöopathin, Autorin) geprüft.

„Ich habe das Mittel aus zwei Gründen angefertigt. Erstens dachte ich mir, als ich die Hundemilch, lac caninum, ansah und ihre Kraft erkannte, das menschliche Milch ein sehr starkes Mittel sein müsste. Ich fragte mich, wieso man sie bisher übersehen hatte. Damals arbeitete ich mit einer ganzen Reihe von Leuten, die HIV-positiv waren oder Aids hatten, und ich dachte, wenn Muttermilch das Immunsystem eines Babys ersetzt, bis es sein eigenes entwickelt, könnte das eigentlich auch hier ein sehr hilfreiches Mittel sein. Das hat sich auf vielerlei Weise bestätigt. Es ist das erste Mittel, das ich sah, das Mitgefühl verlieh, eine menschliche Eigenschaft, die in unserer Welt der Massenvernichtungswaffen so bitter nötig ist. „Human“ kommt von „Humus“, und das heißt ERDREICH. Daher kommt es, dass dieses himmlische Elixier uns erdet, uns zu Substanz und Menschlichkeit verhilft.“[1]

Das Mittel wurde auch von Jacqueline Houghton und Elisabeth Halahan geprüft. Beide sind Homöopathinnen und Autorinnen. Sie nahmen für die Prüfung auch Muttermilch einer einzelnen Frau. Später führte Tinus Smits (1946-2010 Arzt und Homöopath) Lac maternum ein, das aus der Milch von 9 Frauen in unterschiedlichen Phasen der Laktation als Michpräparat zubereitet wird. Das Mittel ist in seinem Arzneimittelbild etwas anders, z. B. sind die Patienten, die dieses Mittel benötigen noch unselbstständiger als die Menschen, die Lac humanum benötigen.[14]